{"id":59702,"date":"2026-06-29T10:00:12","date_gmt":"2026-06-29T10:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/59702\/"},"modified":"2026-06-29T10:00:12","modified_gmt":"2026-06-29T10:00:12","slug":"pflanzenvielfalt-in-europa-warum-mehr-pflanzenarten-kein-grund-zur-entwarnung-sind-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/59702\/","title":{"rendered":"Pflanzenvielfalt in Europa: Warum mehr Pflanzenarten kein Grund zur Entwarnung sind"},"content":{"rendered":"<p>(openPR) Die neue Studie setzt an einer typischen, scheinbar widerspr\u00fcchlichen Beobachtung der Biodiversit\u00e4tsforschung an: \u201eDass sich die Artenvielfalt global gesehen ver\u00e4ndert und dass Arten verdr\u00e4ngt werden oder aussterben, ist bekannt. Wenn man jedoch auf lokaler Ebene schaut, ist dieser Wandel oft nicht so einfach ersichtlich oder die Artenzahl nimmt sogar zun\u00e4chst zu\u201c, sagt der \u00d6kologe Dr. Stephan Kambach von der MLU. Er leitete die Studie gemeinsam mit Dr. Ute Jandt und Prof. Dr. Helge Bruelheide.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit Forschenden aus insgesamt 21 L\u00e4ndern erstellten die drei erstmals eine europaweite Analyse dar\u00fcber, wie sich die lokale Pflanzenvielfalt in den vergangenen 100 Jahren im Detail ver\u00e4ndert hat. Daf\u00fcr nutzte das Team mehr als 57.000 sogenannte Vegetations-Zeitreihen, also systematische, \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum wiederholte Erfassungen von Pflanzengemeinschaften am jeweils selben Ort. Zudem wurden die Daten nach Lebensraum und dessen Ver\u00e4nderung im Laufe der Zeit gegliedert; je nachdem, ob ein Habitat stabil geblieben ist, sich auf nat\u00fcrliche Weise ver\u00e4ndert hat oder durch menschliche Eingriffe gest\u00f6rt worden ist. \u201eUnsere Analyse ist die bisher gr\u00f6\u00dfte Studie zur Ver\u00e4nderung der lokalen Pflanzengemeinschaften Europas. Neben den generellen Trends in verschiedenen Aspekten der Pflanzenvielfalt k\u00f6nnen wir erstmals detaillierte Einsichten zu einem Gro\u00dfteil aller europ\u00e4ischen Lebensraumtypen geben\u201c, sagt Helge Bruelheide.<\/p>\n<p>Im Durchschnitt stieg die Artenzahl auf europ\u00e4ischen Fl\u00e4chen im vergangenen Jahrhundert um 0,2 Prozent pro Jahr. Allerdings gab es je nach Lebensraum gro\u00dfe Unterschiede. Die st\u00e4rksten Ver\u00e4nderungen zeigten sich in Feuchtgebieten und Mooren, und zwar vor allem dort, wo diese Lebensr\u00e4ume gest\u00f6rt oder von Geh\u00f6lzen \u00fcberwachsen wurden. In Gr\u00fcnl\u00e4ndern waren die Ver\u00e4nderungen dagegen deutlich geringer. \u201eWir sehen, dass auf kleinen Fl\u00e4chen tats\u00e4chlich mehr Pflanzenarten gez\u00e4hlt werden als fr\u00fcher. Aber wenn man genauer hinschaut, sind das vor allem Generalisten und gebietsfremde Arten. Dieser Zuwachs ist daher kein Zeichen f\u00fcr einen intakten Lebensraum, sondern oft das Gegenteil\u201c, sagt Kambach. Vielmehr k\u00f6nnten heimische spezialisierte und seltene Pflanzen von anpassungsf\u00e4higen Generalisten langfristig verdr\u00e4ngt werden. Dazu passt ein weiterer Befund: Die Gesamtzahl aller Arten, die man auf allen Fl\u00e4chen eines Lebensraumtyps in Europa gefunden hat, ist trotz der Einwanderung neuer Arten nicht gewachsen. \u201eArtenverdr\u00e4ngung und Aussterben sind langsame Prozesse, die sich nur \u00fcber sehr lange Zeitr\u00e4ume beobachten und nachweisen lassen\u201c, sagt Kambach weiter. Wenn sich die von den Forschenden beobachteten Trends langfristig fortsetzen, k\u00f6nnte die Artenzahl auch in Gebieten mit heute noch stabilen Zahlen abnehmen.<\/p>\n<p>\u201eUnsere Studie w\u00e4re ohne die jahrzehntelangen Erhebungen von Botanikern aus ganz Europa nicht m\u00f6glich gewesen. Sie zeigt auch, welchen Wert ein kontinuierliches, europaweites Monitoring lokaler Pflanzengemeinschaften hat\u201c, sagt Ute Jandt. Sie koordiniert an der MLU das europaweite Projekt \u201eMOTIVATE\u201c, das im Rahmen der Biodiversa+-Partnerschaft von der Europ\u00e4ischen Kommission und mehreren nationalen Forschungsf\u00f6rderorganisationen finanziert wird. Beteiligt sind Partner aus Rostock, Oulu (Finnland), Br\u00fcnn (Tschechien), Wien (\u00d6sterreich), Oviedo (Spanien) sowie Bologna und Rom (Italien).<\/p>\n<p>Originalpublikation:<br \/>Studie: Kambach S. et al. Habitat-specific trends in taxonomic, functional, and phylogenetic diversity in European plant communities over a century. Nature Communications (2026). doi: 10.1038\/s41467-026-72112-5<br \/>https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41467-026-72112-5<\/p>\n<p>Disclaimer: F\u00fcr den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder\/ Videos ist ausschlie\u00dflich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. 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Bei einer Ver\u00f6ffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(openPR) Die neue Studie setzt an einer typischen, scheinbar widerspr\u00fcchlichen Beobachtung der Biodiversit\u00e4tsforschung an: \u201eDass sich die Artenvielfalt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":59703,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[6,21287,1296,9737],"class_list":["post-59702","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-europa","tag-rostock","tag-studien","tag-wandel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=59702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/59702\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/59703"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=59702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=59702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=59702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}