{"id":60062,"date":"2026-06-29T19:45:14","date_gmt":"2026-06-29T19:45:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/60062\/"},"modified":"2026-06-29T19:45:14","modified_gmt":"2026-06-29T19:45:14","slug":"ex-netanjahu-berater-eu-findet-in-israel-frage-zur-vernunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/60062\/","title":{"rendered":"Ex-Netanjahu-Berater: EU findet in Israel-Frage zur Vernunft"},"content":{"rendered":"<p>Die Staats- und Regierungschefs der Europ\u00e4ischen Union m\u00fcssten erkennen, dass ihre dringendste Herausforderung im Inneren liegt und nicht in m\u00f6glichen Streitigkeiten mit Israel. Das sagte Jakob Nagel, fr\u00fcherer nationaler Sicherheitsberater von Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu, im Gespr\u00e4ch mit Euronews.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Nagels Aussagen fallen in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen EU und Israel unter Druck geraten. Anfang dieses Monats brach Israels Au\u00dfenminister Gideon Sa&#8217;ar den gesamten Kontakt zur Au\u00dfenbeauftragten der EU, Kaja Kallas, ab. Ausl\u00f6ser waren angebliche Vergleiche Israels mit dem S\u00fcdafrika der Apartheidzeit.<\/p>\n<p>Zugleich steht die Europ\u00e4ische Kommission unter Druck mehrerer Mitgliedstaaten. Sie soll <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/15\/eu-kommission-erwagt-handelsbeschrankungen-gegen-israelische-siedlungen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">verschiedene Optionen f\u00fcr Handelsbeschr\u00e4nkungen <\/a>gegen\u00fcber illegalen israelischen Siedlungen in den besetzten pal\u00e4stinensischen Gebieten vorlegen.<\/p>\n<p>\u201eAm Ende werden auch die EU-Staaten zur Vernunft kommen und erkennen, wer die Guten und wer die B\u00f6sen sind\u201c, sagte Nagel inEuronews-Interviewsendung 12 Minutes With. Er arbeitete mehr als 40 Jahre im israelischen Verteidigungsministerium und im B\u00fcro des Ministerpr\u00e4sidenten und ist heute Senior Fellow bei der Foundation for Defence of Democracies (FDD).<\/p>\n<p>Die EU sei \u201enicht relevant\u201c, so Nagel, obwohl der Staatenverbund weiterhin Israels wichtigster Handelspartner ist \u2013 und wiederholte damit <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/10\/05\/netanjahu-europa-irrelevant-kritik-israel-gaza-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eine fr\u00fchere \u00c4u\u00dferung gegen\u00fcber Euronews<\/a>, die Netanjahu im vergangenen Jahr gemacht hatte.<\/p>\n<p>Nagel forderte au\u00dferdem, die EU und ihre Staats- und Regierungschefs sollten sich auf andere, dringendere Probleme konzentrieren.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse sich nur einige L\u00e4nder in Europa ansehen, sagte er. \u201eIch will keine Namen nennen, aber wenn man dort auf die Stra\u00dfe geht, herrscht Terror.\u201c<\/p>\n<p>Einige europ\u00e4ische Staaten h\u00e4tten das erkannt und ihr Schicksal selbst in die Hand genommen, andere h\u00e4tten den Krieg gegen die Einwanderer bereits verloren, so Nagel weiter. \u201eEuropa steht vor einem gro\u00dfen Problem, das es l\u00f6sen muss \u2013 und dieses Problem hei\u00dft nicht Israel.\u201c<\/p>\n<p>USA bleiben Israels bester Freund<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob das Verh\u00e4ltnis zwischen USA und Israel wegen des israelischen Milit\u00e4reinsatzes im Libanon zuletzt gelitten habe, r\u00e4umte Nagel ein, es habe Spannungen gegeben, betonte aber: \u201eIsrael und die USA sind die besten Verb\u00fcndeten. Sie sind unsere besten Freunde.\u201c<\/p>\n<p>Auf israelischer Seite verzichtete Netanjahu zwar auf offene Kritik. Vertreter der Regierung und der Opposition warfen Washington jedoch vor, Israel im amerikanischen Memorandum of Understanding (MoU) \u00fcber einen Waffenstillstand mit Iran, das am 17. Juni unterzeichnet wurde, an den Rand gedr\u00e4ngt zu haben. Zudem habe die US-Regierung den j\u00fcdischen Staat aus dem Konflikt gedr\u00e4ngt, bevor Israel seine Ziele erreicht habe.<\/p>\n<p>Auf US-Seite soll Trump Anfang Juni Netanjahu w\u00fctend zurechtgewiesen haben, weil Israel damit drohte, die Luftangriffe auf Beirut und seine s\u00fcdlichen Vororte wieder aufzunehmen und damit die damals laufenden Gespr\u00e4che mit Iran zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter erkl\u00e4rte Vizepr\u00e4sident J.D. Vance gegen\u00fcber Israel, der Staat sei international isoliert; Trump sei Israels letzter verbleibender Verb\u00fcndeter in der Welt.<\/p>\n<p>Nagel betonte, er verstehe Trumps Beweggr\u00fcnde f\u00fcr den Dialog mit Iran. Dennoch mache der US-Pr\u00e4sident aus seiner Sicht einen Fehler, weil er innenpolitische Interessen, vor allem die Wirtschaft \u2013 das wichtigste Thema f\u00fcr W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in den USA \u2013, \u00fcber ein besseres Abkommen zur Beendigung des Iran-Konflikts und zur Verhinderung einer sp\u00e4teren Atombewaffnung der Islamischen Republik stelle.<\/p>\n<p>\u201eIran bekommt jetzt genau das, was es will und braucht\u201c, sagte Nagel und verwies auf die Wieder\u00f6ffnung der Stra\u00dfe von Hormus und die vor\u00fcbergehenden Ausnahmen f\u00fcr iranische \u00d6lexporte. Dadurch erhalte Iran zumindest in der 60-t\u00e4gigen Verhandlungsphase, die das MoU vorsieht, direkte Zahlungen in harter W\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Experten sch\u00e4tzen, dass allein in diesem ersten Zeitraum von 60 Tagen durch legale \u00d6lverk\u00e4ufe rund acht Milliarden Dollar \u2013 etwa sieben Milliarden Euro \u2013 zusammenkommen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eTrump h\u00f6rt jetzt auf enge Vertraute wie Vizepr\u00e4sident J.D. Vance, [Steve] Witkoff und [Jared] Kushner und nicht auf [Verteidigungsminister Pete] Hegseth, [Au\u00dfenminister Marco] Rubio und andere. Er hat beschlossen, amerikanische Interessen zu priorisieren; er will den \u00d6lpreis senken.\u201c<\/p>\n<p>Hegseth und Rubio dr\u00e4ngen seit L\u00e4ngerem auf einen konfrontativeren Kurs gegen\u00fcber Iran, um dessen Einfluss zu begrenzen und die Sicherheit der USA und ihrer Verb\u00fcndeten, darunter Israel, zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Nagel r\u00e4umte jedoch ein, dass Trumps \u201eAmerica first\u201c-Kurs und der Fokus auf niedrigere \u00d6lpreise angesichts der Zwischenwahlen im November und der wachsenden Furcht der Republikaner vor einer Macht\u00fcbernahme der Demokraten im Kongress \u201elegitim\u201c seien.<\/p>\n<p>\u201eDie Menschen in den USA wissen nicht, wo Iran liegt, wo Israel liegt, was angereichertes Uran ist\u201c, sagte Nagel. \u201eSie wissen nur, wie viel sie an der Tankstelle f\u00fcr eine Gallone Benzin bezahlen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eWir w\u00fcrden uns sehr w\u00fcnschen, dass die USA an unserer Seite stehen, aber manchmal haben sie eigene Interessen\u201c, sagte Nagel weiter. Das sei aber nur ein vor\u00fcbergehender Stimmungswechsel.<\/p>\n<p>\u201eDie USA werden sehr bald zur Vernunft kommen. Wir arbeiten mit ihnen zusammen. Am Ende werden sie verstehen, wer die Iraner sind, und daf\u00fcr sorgen, dass die Arbeit zu Ende gef\u00fchrt wird.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Staats- und Regierungschefs der Europ\u00e4ischen Union m\u00fcssten erkennen, dass ihre dringendste Herausforderung im Inneren liegt und nicht&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":60063,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[21,22,662,322,9503,4768],"class_list":["post-60062","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-iran","tag-israel","tag-israel-iran-konflikt","tag-libanon"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60062","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60062"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60062\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60063"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60062"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60062"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60062"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}