{"id":61274,"date":"2026-07-01T12:21:17","date_gmt":"2026-07-01T12:21:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/61274\/"},"modified":"2026-07-01T12:21:17","modified_gmt":"2026-07-01T12:21:17","slug":"europa-muss-wieder-material-denken-warum-kritische-rohstoffe-zur-neuen-freiheitsfrage-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/61274\/","title":{"rendered":"Europa muss wieder Material denken \u2013 warum kritische Rohstoffe zur neuen Freiheitsfrage werden"},"content":{"rendered":"<p>Ist Europa souver\u00e4n, wenn es die Zukunft erfindet, aber ihre Bauteile importieren muss?Europa liebt gro\u00dfe Worte. Klimaneutralit\u00e4t. Digitalisierung. Strategische Autonomie. Resilienz. Verteidigungsf\u00e4higkeit. K\u00fcnstliche Intelligenz. Kreislaufwirtschaft. Diese Begriffe klingen nach Zukunft, nach Steuerungsf\u00e4higkeit, nach politischem Gestaltungswillen. Doch jedes dieser Worte hat ein Gewicht. Es wiegt in Lithium, Kupfer, Nickel, Kobalt, Graphit, Gallium, Germanium, Silizium, Magnesium, Wolfram und Seltenen Erden. Wer die Zukunft bauen will, ben\u00f6tigt nicht nur Ideen, sondern auch Material. Und genau hier beginnt Europas unbequemste Selbsterkenntnis: Der Kontinent kann planen, regulieren, normieren und finanzieren. Aber wenn die entscheidenden Rohstoffe fehlen, wird aus der Vision ein leeres Schaufenster.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union hat diese Verwundbarkeit erkannt und mit dem Critical Raw Materials Act erstmals messbare Zielmarken gesetzt. Bis 2030 sollen mindestens 10 Prozent des EU-Jahresbedarfs an strategischen Rohstoffen aus eigener F\u00f6rderung stammen, 40 Prozent aus Verarbeitung innerhalb der EU und 25 Prozent aus Recycling. Zugleich soll die EU bei keinem strategischen Rohstoff zu mehr als 65 Prozent von einem einzigen Drittstaat abh\u00e4ngig sein. Diese Zahlen sind keine technischen Details. Sie sind ein industriepolitischer Offenbarungseid und ein Aufbruchssignal zugleich. Europa sagt damit: Wir haben zu lange geglaubt, der Weltmarkt sei gleich Versorgungssicherheit. Diese Annahme tr\u00e4gt nicht mehr.<\/p>\n<p>Uli Bock, Gastautor f\u00fcr die Seltene Erden Select AG aus Vaduz im F\u00fcrstentum Liechtenstein, beschreibt diese Lage als eine neue Epoche der Realwirtschaft. Seine Kernbotschaft l\u00e4sst sich so zusammenfassen: Die Zukunft wird nicht allein durch Software entschieden, sondern durch den Zugang zu den Stoffen, aus denen Hardware, Energie, Mobilit\u00e4t, Medizin und Sicherheit entstehen. Wer Rohstoffe nur als Kostenfaktor betrachtet, denkt zu kurz. Wer sie als Friedens-, Vorsorge- und Standortfrage begreift, beginnt, die neue Weltordnung zu verstehen.<\/p>\n<p>Die neue Knappheit: Warum nicht der Preis allein das Problem istDie gro\u00dfe Gefahr liegt nicht nur darin, dass Rohstoffe teurer werden. Preise steigen und fallen. M\u00e4rkte \u00fcbertreiben in beide Richtungen. Die tiefere Gefahr liegt darin, dass Lieferketten politisch steuerbar werden. Wer Rohstoffe kontrolliert, kontrolliert Zeit. Er entscheidet, wann geliefert wird, wer eine Exportlizenz erh\u00e4lt, welche Unternehmen bevorzugt werden und welche Industrien warten m\u00fcssen. In einer vernetzten Welt kann eine verz\u00f6gerte Lieferung mehr Schaden anrichten als ein hoher Preis.<\/p>\n<p>China hat 2025 gezeigt, wie empfindlich Europa an dieser Stelle ist. Am 4. April 2025 f\u00fchrte China Exportrestriktionen f\u00fcr bestimmte Seltene Erden und damit verbundene Produkte ein. Die Europ\u00e4ische Zentralbank berichtete sp\u00e4ter, dass chinesische Ausfuhren von Seltene-Erden-Magneten im Mai 2025 gegen\u00fcber dem Vorjahr um rund 75 Prozent einbrachen. Betroffen waren unter anderem Automobilindustrie, Energie, Elektronik und Verteidigung. Die EZB stellte zudem fest, dass China etwa 70 Prozent der Seltene-Erden-Importe der Eurozone liefert und mehr als 80 Prozent gro\u00dfer europ\u00e4ischer Unternehmen h\u00f6chstens drei Lieferkettenstufen von einem chinesischen Seltene-Erden-Produzenten entfernt sind.<\/p>\n<p>Das ist die eigentliche neue Lage: Europa hat nicht nur ein Rohstoffproblem, sondern ein Distanzproblem. Die Abh\u00e4ngigkeit ist oft unsichtbar, weil sie nicht im ersten Vertragspartner liegt, sondern in der dritten oder vierten Stufe der Lieferkette. Der deutsche Maschinenbauer kauft vielleicht bei einem europ\u00e4ischen Zulieferer. Dieser bezieht Komponenten aus Asien. Dort stecken Magnete, Legierungen oder Vorprodukte aus chinesischer Verarbeitung. Auf dem Papier wirkt die Lieferkette europ\u00e4isch. In der Realit\u00e4t h\u00e4ngt sie an einer geopolitischen Nabelschnur.<\/p>\n<p>Die DACH-Region: Hochtechnologie mit offenem R\u00fcckenF\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich, die Schweiz und Liechtenstein ist diese Frage besonders brisant. Die DACH-Region lebt nicht von billiger Masse, sondern von Pr\u00e4zision, Vertrauen, Maschinenbau, Chemie, Medizintechnik, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik, Finanzierungsf\u00e4higkeit und industrieller Verl\u00e4sslichkeit. Sie verkauft nicht blo\u00df Produkte. Sie verkauft Funktionssicherheit. Genau diese Funktionssicherheit ben\u00f6tigt Rohstoffsicherheit.<\/p>\n<p>Deutschland hat als Industrie- und Exportnation ein existenzielles Interesse daran, nicht nur Endmontage und Engineering zu beherrschen, sondern auch den Zugang zu Vorprodukten zu sichern. Der deutsche Rohstofffonds, der \u00fcber die KfW umgesetzt wird, soll sich an Projekten im In- und Ausland beteiligen, die F\u00f6rderung, Verarbeitung oder Recycling kritischer Rohstoffe unterst\u00fctzen und die Abh\u00e4ngigkeit Deutschlands von anderen L\u00e4ndern reduzieren. Das ist richtig, aber es zeigt zugleich, wie sp\u00e4t die Einsicht kommt. Ein Fonds ist ein Werkzeug. Er ersetzt keine Strategie, keine Genehmigungsbeschleunigung, keine industrielle Abnahmegarantie und keine gesellschaftliche Debatte \u00fcber Rohstoffrealismus.<\/p>\n<p>\u00d6sterreich verf\u00fcgt mit dem Masterplan Rohstoffe 2030 \u00fcber einen strategischen Rahmen, der die verantwortungsvolle und sichere Versorgung mit prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren mineralischen Rohstoffen gew\u00e4hrleisten soll. Gerade \u00d6sterreich kann mehr sein als ein stiller Beobachter. Das Land besitzt industrielle Erfahrung, Umwelttechnik, alpines Bergbauwissen und eine starke Tradition in Werkstoffen, Maschinenbau und Kreislaufwirtschaft. Der entscheidende Punkt ist, diese St\u00e4rken europ\u00e4isch zu vernetzen.<\/p>\n<p>Die Schweiz wiederum hat ein besonderes Paradox. Sie ist reich an Wissen, Pr\u00e4zision, Kapital und Vertrauen, aber arm an eigener Rohstoffbasis. Gerade ein Land mit starker Medizintechnik, Pharma, Maschinenbau, Uhrenindustrie und Hochtechnologie muss verstehen, dass kritische Rohstoffe nicht nur ein EU-Problem sind. Liechtenstein kann hier als kleiner, beweglicher Finanz- und Denkstandort eine Br\u00fcckenfunktion einnehmen. Aus Vaduz heraus kann man Rohstoffe nicht f\u00f6rdern wie in einer Mine. Aber man kann Bewusstsein schaffen, Finanzierung strukturieren, Beteiligungsmodelle pr\u00fcfen und Anlegern erkl\u00e4ren, warum Seltene Erden nicht exotische Spekulation, sondern Teil moderner Vorsorgefragen sind.<\/p>\n<p>Der blinde Fleck: Europa hat nicht nur zu wenig Minen, sondern zu wenig ZwischenstufenViele Rohstoffdebatten bleiben an der Oberfl\u00e4che h\u00e4ngen. Dann hei\u00dft es: Europa ben\u00f6tigt mehr Bergbau. Das stimmt teilweise, aber es greift zu kurz. Die eigentliche Macht liegt h\u00e4ufig nicht allein in der Mine, sondern in der Verarbeitung. Aus Erz muss Konzentrat werden, dann aus Konzentrat Oxid und daraus Metall, das zur Legierung wird. Aus Legierung Magnet, Batteriekomponente, Halbleitervorprodukt oder Spezialbauteil. Jede Zwischenstufe ist Wissen, Kapital, Chemie, Energie, Umweltgenehmigung und industrielle Erfahrung.<\/p>\n<p>Europa hat in vielen dieser Zwischenstufen an Boden verloren. Nicht weil niemand wusste, dass sie wichtig sind, sondern weil sie unbequem waren. Verarbeitung ben\u00f6tigt Anlagen, Energie, Fachkr\u00e4fte, Genehmigungen und Akzeptanz. Sie ist weniger glamour\u00f6s als eine neue KI-App und weniger fotogen als ein Windpark. Aber ohne sie steht die Zukunft auf fremden Fundamenten.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat im Rahmen des Critical Raw Materials Act im M\u00e4rz 2025 zun\u00e4chst 47 strategische Projekte innerhalb der EU und im Juni 2025 weitere strategische Projekte au\u00dferhalb der EU ausgew\u00e4hlt. Diese Projekte sollen Europas Rohstoffwertsch\u00f6pfung st\u00e4rken und Lieferquellen diversifizieren. Das ist ein wichtiger Schritt, aber der Europ\u00e4ische Rechnungshof warnte 2026 deutlich: Die EU habe zwar eine strategische Richtung gesetzt, doch Importdiversifizierung habe bisher noch keine greifbaren Ergebnisse gebracht, Engp\u00e4sse behinderten heimische Produktion und Recycling, und viele strategische Projekte w\u00fcrden Schwierigkeiten haben, bis 2030 sp\u00fcrbar zur Versorgung beizutragen.<\/p>\n<p>Das ist der Satz, den jede Regierung in der DACH-Region ernst nehmen sollte: Der Plan ist da, aber die Zeit l\u00e4uft schneller als die Umsetzung.<\/p>\n<p>Recycling: Die urbane Mine ist kein M\u00e4rchen, aber auch kein ZauberstabRecycling wird oft als elegante L\u00f6sung pr\u00e4sentiert. Das alte Smartphone wird zur neuen Batterie, die alte Festplatte zum neuen Magneten, der Elektromotor zum Rohstofflager. Das klingt wunderbar. Es ist auch richtig. Aber es ist nicht sofort ausreichend.<\/p>\n<p>Die Internationale Energieagentur beschreibt, dass die Nachfrage nach kritischen Energiemineralien weiter stark w\u00e4chst. 2024 stieg die Lithiumnachfrage um nahezu 30 Prozent, w\u00e4hrend die Nachfrage nach Nickel, Kobalt, Graphit und Seltenen Erden um 6 bis 8 Prozent zunahm. Diese Dynamik bedeutet: Selbst ein deutlich verbessertes Recycling kann kurzfristig nicht alle neuen Bedarfe decken, weil viele Produkte erst nach Jahren oder Jahrzehnten zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Trotzdem ist Recycling f\u00fcr Europa der vielleicht intelligenteste Hebel. Denn hier kann die DACH-Region ihre St\u00e4rken ausspielen: Ingenieurkunst, Chemie, Maschinenbau, Umwelttechnik, Regulierung, Datenerfassung und Qualit\u00e4tskontrolle. Europa muss Recycling aber als Industrie denken, nicht als moralische Entsorgung. Wer Seltene Erden aus Magneten zur\u00fcckgewinnen will, ben\u00f6tigt Sammelsysteme, Demontagekapazit\u00e4ten, Trenntechnologien, chemische Verfahren, Energie, Kapital und Abnehmer. Eine Kreislaufwirtschaft entsteht nicht durch gute Absicht, sondern durch Gesch\u00e4ftsmodelle.<\/p>\n<p>Hier liegt auch ein gesellschaftlicher Punkt. B\u00fcrger akzeptieren Rohstoffpolitik eher, wenn sie sehen, dass Europa nicht nur neue Minen fordert, sondern vorhandene Stoffe ernst nimmt. Alte Batterien, Elektromotoren, Leiterplatten und Industrieabf\u00e4lle sind keine Schrottromantik. Sie sind Rohstoffdepots in urbaner Tarnung.<\/p>\n<p>Rohstoffpolitik als Friedenspolitik: Warum faire Partnerschaften kl\u00fcger sind als neue Abh\u00e4ngigkeitenDie Rohstofffrage ist auch eine moralische Pr\u00fcfung. Europa darf nicht die Energiewende feiern und zugleich Umwelt- und Sozialkosten in andere Regionen verschieben. Wenn der globale S\u00fcden Rohstoffe liefert, w\u00e4hrend der globale Norden Wertsch\u00f6pfung, Patente und Gewinne beh\u00e4lt, entsteht keine nachhaltige Ordnung. Dann entsteht nur eine gr\u00fcn lackierte Wiederholung alter Muster.<\/p>\n<p>Friedensstiftende Rohstoffpolitik bedeutet mehr. Sie bedeutet lokale Wertsch\u00f6pfung in rohstoffreichen L\u00e4ndern, sowie Ausbildung, Infrastruktur, Umweltstandards und faire Vertr\u00e4ge. Sie bedeutet, nicht nur Erz zu kaufen, sondern Partnerschaften aufzubauen, sowie Korruption nicht als unvermeidbares Hintergrundrauschen zu akzeptieren. Zudem bedeutet sie, dass Europa seine Standards nicht nur predigt, sondern finanziert und praktisch erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Das ist auch wirtschaftlich kl\u00fcger. Lieferketten sind stabiler, wenn beide Seiten profitieren. Wenn Rohstoffl\u00e4nder nur Abbauregionen bleiben, entsteht Frust. Wenn sie Verarbeitung, Jobs, Bildung und Infrastruktur gewinnen, entsteht Stabilit\u00e4t. Stabilit\u00e4t wiederum ist der beste Freund der Industrie. Frieden im Kleinen schafft Versorgung im Gro\u00dfen.<\/p>\n<p>Experten der Seltene Erden Select AG weisen in diesem Zusammenhang auf einen entscheidenden Perspektivwechsel hin: Rohstoffe sind nicht nur Anlageobjekte. Sie sind Beziehungsg\u00fcter, verbinden L\u00e4nder, Technologien, Kapital, Umwelt und Generationen. Wer sie nur kauft, versteht sie nicht, aber wer sie partnerschaftlich sichert, schafft Zukunftsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Die Rohstoffversicherung: Ein neues Bild f\u00fcr Altersvorsorge und Verm\u00f6gensschutzDie Frage nach Rohstoffen f\u00fchrt \u00fcberraschend schnell zur Altersvorsorge. Auf den ersten Blick haben Seltene Erden wenig mit Lebensversicherungen zu tun. Doch bei n\u00e4herem Hinsehen geht es in beiden F\u00e4llen um dasselbe: Sicherheit in einer unsicheren Zukunft. Die klassische Lebensversicherung versprach Planbarkeit durch Vertrag, Zins und Zeit. Die moderne Vorsorge muss zus\u00e4tzlich fragen, welche realen Grundlagen Kaufkraft \u00fcberhaupt erhalten.<\/p>\n<p>Eine Rente verliert an Wert, wenn die Inflation steigt. Eine Immobilie h\u00e4ngt an Baukosten, Energiepreisen und Infrastruktur. Ein Aktiendepot h\u00e4ngt an Unternehmen, die Rohstoffe, Energie und Lieferketten ben\u00f6tigen. Eine Lebensversicherung investiert Kapital in M\u00e4rkte, die von Zinsen, Inflation, Regulierung und geopolitischen Risiken beeinflusst werden. Wer also Altersvorsorge nur als Finanzprodukt betrachtet, sieht nur die Oberfl\u00e4che. Darunter liegen Rohstoffe, Energie, Produktion und politische Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Idee einer \u201eRohstoffversicherung\u201c ist deshalb keine Aufforderung, blind in Metalle zu investieren. Sie ist ein Denkmodell. Sie fragt: Welche Sachwerte, welche Zukunftsrohstoffe, welche Beteiligungen, welche physischen Werte und welche transparenten Strukturen k\u00f6nnen helfen, Kaufkraft langfristig zu sch\u00fctzen? Sie fragt auch: Wo endet Vorsorge und wo beginnt Spekulation? Diese Grenze ist wichtig. Rohstoffe schwanken. Projekte k\u00f6nnen scheitern. Politische Risiken sind real. Gerade deshalb braucht es Fachwissen, juristische Pr\u00fcfung, transparente Eigentumsstrukturen und langfristige Einordnung.<\/p>\n<p>Die Seltene Erden Select AG aus Vaduz steht in diesem Kontext f\u00fcr die Einladung, Rohstoffe nicht als exotisches Randthema zu behandeln. Seltene Erden sind ein Spiegel f\u00fcr Zukunftsf\u00e4higkeit. Wer sie versteht, versteht besser, warum Elektromobilit\u00e4t, Windkraft, Robotik, Verteidigung, Medizintechnik und Digitalisierung nicht im luftleeren Raum entstehen. Und wer das versteht, kann auch seine pers\u00f6nliche Vorsorge realistischer betrachten.<\/p>\n<p>Die juristische Dimension: Rohstoffe ben\u00f6tigen Vertrauen, Vertr\u00e4ge und TransparenzJede strategische Rohstoffpolitik hat auch eine rechtliche Seite. Wer Projekte finanziert, ben\u00f6tigt klare Eigentumsverh\u00e4ltnisse. Wer Rohstoffe lagert, ben\u00f6tigt Nachweise. Wer Beteiligungen anbietet, ben\u00f6tigt Transparenz. Wer internationale Lieferketten aufbaut, muss Sanktionen, Exportkontrollen, Umweltauflagen, Menschenrechte und Geldw\u00e4schepr\u00e4vention beachten. Je strategischer Rohstoffe werden, desto st\u00e4rker r\u00fccken sie in den Fokus von Regulierung und Aufsicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr Anleger bedeutet das: Nicht jede Rohstoffgeschichte ist ein seri\u00f6ses Vorsorgemodell. Gerade weil das Thema wichtig ist, zieht es auch \u00dcbertreibungen an. Hochglanzbrosch\u00fcren ersetzen keine Pr\u00fcfung. Versprechen ersetzen keine Lager- und Eigentumsnachweise. Zukunftsnarrative ersetzen keine Kostenstruktur. Wer Rohstoffe als Teil der Vorsorge betrachtet, braucht nicht nur Begeisterung, sondern Sorgfalt.<\/p>\n<p>F\u00fcr Europa bedeutet das: Rohstoffsouver\u00e4nit\u00e4t entsteht nicht allein durch politische Zielmarken. Sie entsteht durch ein \u00d6kosystem aus Recht, Kapital, Technik, Genehmigung, Akzeptanz und Kontrolle. Das ist m\u00fchsam. Aber genau darin liegt die St\u00e4rke Europas, wenn es sich besinnt. Rechtsstaatlichkeit ist kein Standortnachteil, sondern ein Vertrauensvorteil, wenn sie schnell genug funktioniert.<\/p>\n<p>Schluss: Europa muss nicht alles selbst besitzen, aber es muss wieder mitgestaltenEuropa muss nicht jeden Rohstoff selbst f\u00f6rdern und jede Mine kontrollieren. Das w\u00e4re weder realistisch noch sinnvoll. Aber Europa muss die kritischen Knotenpunkte verstehen, diversifizieren und mitgestalten. Wo es verwundbar ist. Es muss entscheiden, welche Verarbeitungskapazit\u00e4ten zur\u00fcckgeholt werden m\u00fcssen. Es muss Recycling industrialisieren und Partnerschaften fair gestalten. Zudem Kapital mobilisieren und Genehmigungen beschleunigen. Und den B\u00fcrgern ehrlich sagen: Eine saubere, digitale und sichere Zukunft ist nicht immateriell, sondern ben\u00f6tigt Rohstoffe.<\/p>\n<p>Die DACH-Region hat daf\u00fcr beste Voraussetzungen. Deutschland hat industrielle Tiefe. \u00d6sterreich hat Rohstoffstrategie, Werkstoffkompetenz und Kreislaufpotenzial. Die Schweiz hat Pr\u00e4zision, Kapital und Hochtechnologie. Liechtenstein hat Flexibilit\u00e4t, Finanzkompetenz und die M\u00f6glichkeit, spezialisierte Vorsorge- und Beteiligungsperspektiven zu entwickeln. Was fehlt, ist nicht Talent. Was fehlt, ist Entschlossenheit.<\/p>\n<p>Europa war lange ein edler Endverbraucher. Es kaufte, veredelte, exportierte und regulierte. Jetzt muss es wieder Material denken. Nicht roh, nicht r\u00fccksichtslos, nicht nostalgisch. Sondern klug, partnerschaftlich, transparent und strategisch.<\/p>\n<p>Denn kritische Rohstoffe sind nicht nur das, was in der Erde liegt. Sie sind das, worauf unsere Zukunft steht. Wer das begreift, erkennt: Die Rohstofffrage ist keine technische Nebenfrage. Sie ist eine Freiheitsfrage, eine Friedensfrage und eine Vorsorgefrage zugleich.<\/p>\n<p>Gastautor Uli Bock, Experte f\u00fcr strategische Rohstoffe und Verm\u00f6gensschutz<\/p>\n<p>Die Gesellschaft mit Sitz im F\u00fcrstentum Liechtenstein erbringt Verwaltungsdienstleistungen und ist in der Vermittlung sowie im Handel mit Rohstoffen t\u00e4tig, insbesondere von technischen Metallen und seltenen Erden. Dar\u00fcber hinaus unterst\u00fctzt sie den Aufbau und die Weiterentwicklung von Vertriebsnetzen f\u00fcr den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Kontakt<br \/>Seltene Erden Select AG<br \/>Claudio Fernando Boschetti<br \/>Meierhofstrasse 2<br \/>9490 Vaduz<br \/>+423 239 01 57<br \/><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/476376.png\" alt=\"836f31ee3300a0fa52577a22c54571fb380143c2\"\/><img class=\"lazyload\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/476376.png\" alt=\"836f31ee3300a0fa52577a22c54571fb380143c2\"\/><br \/><a href=\"https:\/\/seltene-erden.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/seltene-erden.com\/<\/a><\/p>\n<p>Die Bildrechte liegen bei dem Verfasser der Mitteilung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ist Europa souver\u00e4n, wenn es die Zukunft erfindet, aber ihre Bauteile importieren muss?Europa liebt gro\u00dfe Worte. 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