{"id":61340,"date":"2026-07-01T14:09:12","date_gmt":"2026-07-01T14:09:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/61340\/"},"modified":"2026-07-01T14:09:12","modified_gmt":"2026-07-01T14:09:12","slug":"shein-temu-und-co-so-wirken-die-neuen-eu-zoelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/61340\/","title":{"rendered":"Shein, Temu und Co: So wirken die neuen EU-Z\u00f6lle"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Seit Jahren sind gro\u00dfe chinesische Online-Anbieter der Handelsbranche ein Dorn im Auge. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Noch im April rechnete der Handelsverband Deutschland vor, dass \u00fcber Plattformen wie die von Shein und dem Konkurrenten Temu t\u00e4glich rund 460.000 Pakete nach Deutschland und insgesamt etwa 16 Millionen St\u00fcck in die EU geliefert w\u00fcrden. Verbraucher greifen hier gern zu, weil die Produkte h\u00e4ufig deutlich billiger sind. Der Preis ist in Zeiten wie diesen oft das schlagende Argument.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das Problem: Die Anbieter aus Fernost versto\u00dfen gegen EU-Regeln, weil sie beispielsweise Gewichtsangaben falsch deklarieren und der Zoll aus verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden nicht jedes Paket kontrollieren kann. Am Ende steht damit ein unfairer Wettbewerb, gegen den H\u00e4ndler aus der EU keine Chance haben. Dadurch gehen laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Handelsverbandes Deutschland (HDE) der deutschen Wirtschaft j\u00e4hrlich 2,4 Milliarden Euro Wertsch\u00f6pfung verloren, davon 1,3 Milliarden Euro allein im Einzelhandel.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Jetzt versucht die EU, den asiatischen H\u00e4ndlern Daumenschrauben anzulegen. Seit Mittwoch gelten innerhalb der Europ\u00e4ischen Union neue Zollregeln. Drei Euro pro Warenkategorie einer Lieferung werden ab sofort als Zoll erhoben, auch auf Waren, die weniger als 150 Euro kosten und bisher zollfrei blieben. Die Geb\u00fchr m\u00fcssen zun\u00e4chst die H\u00e4ndler zahlen, die die Waren einf\u00fchren wollen. Je nachdem, ob in einem Paket mehrere Produktgruppen stecken, wird die Zollabgabe mehrfach f\u00e4llig.<\/p>\n<p>Wird es jetzt f\u00fcr Verbraucher teurer?      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Bleiben die Plattform-Betreiber auf den Kosten sitzen oder muss die am Ende der Verbraucher tragen, der dann mehr f\u00fcr die Waren zahlen m\u00fcsste? Schon jetzt m\u00fcssen Konsumenten die Einfuhrumsatzsteuer zahlen. Die ist aber meist schon im Verkaufspreis enthalten, und zwar \u00fcber das Import-One-Stop-Shop-Verfahren (IOSS), an dem die meisten Onlineh\u00e4ndler teilnehmen. Daran wird sich nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der neue Zoll wird die Waren zwar teurer machen, aber davon werden zumindest Filialisten in Deutschland wenig haben, weil die Produkte aus Fernost selbst mit dem Zollaufschlag noch preiswerter sein d\u00fcrften. Aber: \u201eUnter Umst\u00e4nden kann das gesuchte Produkt in einem Online-Shop, der innerhalb der EU versendet, g\u00fcnstiger sein, auch wenn der Kaufpreis auf den ersten Blick h\u00f6her ist\u201c, warnt die Verbraucherzentrale NRW.<\/p>\n<p>Was empfehlen Verbrauchersch\u00fctzer?      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Kunden sollten genau darauf achten, woher die Ware kommt und welche Kosten im Preis schon drinsteckten beziehungsweise noch \u00fcber den Versand der Pakete zus\u00e4tzlich abgerechnet w\u00fcrden, hei\u00dft es. Unterm Strich kann es richtig teuer werden, wenn man nicht hinschaut. Die Verbraucherzentrale NRW rechnet in einem Beispiel vor: \u201eBestellen Sie beispielsweise eine g\u00fcnstige Handyh\u00fclle f\u00fcr sieben Euro, verdoppelt sich der Preis unter Umst\u00e4nden, da Sie in der Regel neben der Einfuhrumsatzsteuer auch die Servicepauschale des Versanddienstes tragen m\u00fcssen.\u201c In Zahlen: Auf den Kaufpreis von sieben Euro kommt dann noch die pauschale Zollgeb\u00fchr von drei Euro drauf, dazu eine Einfuhrumsatzsteuer von 1,33 Euro und eine Servicepauschale von 7,50 Euro. \u201eTats\u00e4chlich zahlen Sie: 18,83 Euro\u201c, so die Verbrauchersch\u00fctzer. Und ein Punkt, den man auch nicht vergessen sollte: \u201eKaufen Sie Waren au\u00dferhalb der EU, m\u00fcssen Sie bei einem Warenwert ab 150 Euro Z\u00f6lle zahlen, die, je nach Produkt, ziemlich hoch ausfallen k\u00f6nnen: Bei Kleidung k\u00f6nnen Sie mit einem Aufschlag von zw\u00f6lf Prozent rechnen, bei Monitoren sind es sogar bis zu 14 Prozent\u201c, so die Verbraucherzentrale.<\/p>\n<p>Werden die Waren auch sicherer?      <\/p>\n<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">H\u00f6here Kosten haben nichts damit zu tun, dass etwaige Produktm\u00e4ngel der Waren aus Fernost bleiben. Von solchen M\u00e4ngeln wurde in den vergangenen Jahren h\u00e4ufig berichtet. Erst Ende Mai dieses Jahres hat die EU-Kommission gegen Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro verh\u00e4ngt, weil viele Produkte gesundheitsgef\u00e4hrdend und unsicher sein sollen. Bei solchen M\u00e4ngeln geht es beispielsweise darum, dass Ladeger\u00e4te zu hei\u00df werden und in Brand geraten k\u00f6nnen, Schmuck mit Schwermetallen belastet ist oder in Babysachen Formaldehyd steckt. Die Stiftung Warentest hatte im Herbst 2025 herausgefunden, dass gut zwei Drittel aller untersuchten Produkte EU-Standards nicht erf\u00fcllten und ein Viertel sogar \u201epotenziell gef\u00e4hrlich\u201c war.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Seit Jahren sind gro\u00dfe chinesische Online-Anbieter der Handelsbranche ein Dorn im Auge. 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