{"id":62346,"date":"2026-07-03T10:11:09","date_gmt":"2026-07-03T10:11:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/62346\/"},"modified":"2026-07-03T10:11:09","modified_gmt":"2026-07-03T10:11:09","slug":"european-life-sciences-coalition-europas-investoren-richten-den-blick-nach-bruessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/62346\/","title":{"rendered":"European Life Sciences Coalition: Europas Investoren richten den Blick nach Br\u00fcssel"},"content":{"rendered":"<p class=\"image-credits\">Bildnachweis: <a href=\"\" target=\"_blank\">Atifmurtaza \u2013 stock.adobe.com<\/a>.<\/p>\n<p>Mehr Wagniskapital f\u00fcr Biotechnologie. Leistungsf\u00e4higere Kapitalm\u00e4rkte. Mehr institutionelle Investoren. Weniger regulatorische H\u00fcrden. Seit Jahren wird \u00fcber diese Themen in Europas Life Sciences-Branche diskutiert. Mit der <a href=\"https:\/\/www.investeurope.eu\/about-us\/invest-europe-governance\/the-european-life-sciences-coalition\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">European Life Sciences Coalition (ELSC)<\/a> ver\u00e4ndert sich nun jedoch die Rolle derjenigen, die diese Debatte f\u00fchren. Europas f\u00fchrende Life-Sciences-Investoren organisieren sich, um politische Rahmenbedingungen nicht mehr nur zu kommentieren. Von Urs Moesenfechtel<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/forbion.com\/de\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forbion<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.healthcap.eu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">HealthCap<\/a>, <a href=\"https:\/\/novoholdings.dk\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Novo Holdings<\/a>, <a href=\"https:\/\/sofinnovapartners.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sofinnova Partners<\/a>, <a href=\"https:\/\/omegafunds.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Omega Funds<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.4biocapital.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">4BIO Capital<\/a> und nun auch <a href=\"https:\/\/www.anderapartners.com\/en\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Andera Partners<\/a>. Ebenso der Verm\u00f6gensverwalter <a href=\"https:\/\/www.vanlanschotkempen.com\/en-nl\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Van Lanschot Kempen<\/a>, das\u00a0<a href=\"https:\/\/vib.be\/en#\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Biotechnologieinstitut VIB<\/a>, das <a href=\"https:\/\/bii.dk\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BioInnovation Institute<\/a> sowie die auf Life Sciences spezialisierten internationalen Kanzleien <a href=\"https:\/\/www.cooley.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Cooley<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.cov.com\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Covington<\/a>. Hinter der im Februar 2026 gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/www.investeurope.eu\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Invest Europe<\/a> gegr\u00fcndeten <a href=\"https:\/\/www.investeurope.eu\/about-us\/invest-europe-governance\/the-european-life-sciences-coalition\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">European Life Sciences Coalition<\/a> steht ein erheblicher Teil des europ\u00e4ischen Life-Sciences-Investitions\u00f6kosystems. Nach Angaben der Initiative verwalten ihre Mitglieder mehr als 24 Mrd. EUR an speziell f\u00fcr Life Sciences vorgesehenem Kapital und haben in mehr als 1.400 Unternehmen investiert oder zu deren Gr\u00fcndung beigetragen. Die Coalition vereint damit nicht nur einige der gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Venture-Capital-Investoren, sondern Akteure entlang der gesamten Innovationskette \u2013 von Forschung und Technologietransfer \u00fcber Kapitalgeber bis hin zu spezialisierten Beratern.<\/p>\n<p>Eine Diagnose, die kaum noch \u00fcberrascht<\/p>\n<p>Die Beschreibung dessen, woran die europ\u00e4ische Life Sciences-Branche krankt, hat sich in den vergangenen Jahren kaum ge\u00e4ndert. Lediglich rund sieben Prozent des weltweiten Venture Capitals im Bereich Life Sciences entfallen auf Europa, w\u00e4hrend die USA rund 63 % und China weitere 14 % auf sich vereinen. Gleichzeitig entschieden sich 66 der 67 europ\u00e4ischen Biotech-Unternehmen, die in den vergangenen sechs Jahren an die B\u00f6rse gingen, gegen einen europ\u00e4ischen Handelsplatz. Ebenso vertraut klingen die politischen Forderungen von Branchenvertretern. Seit Jahren werben Investoren, Branchenverb\u00e4nde und Unternehmen f\u00fcr st\u00e4rkere Kapitalm\u00e4rkte, eine gr\u00f6\u00dfere Rolle institutioneller Investoren, bessere regulatorische Rahmenbedingungen und eine engere Verzahnung von \u00f6ffentlichem und privatem Kapital.<\/p>\n<p>Warum also gerade jetzt?<\/p>\n<p>Mit der <a href=\"https:\/\/germany.representation.ec.europa.eu\/nachrichten-und-veranstaltungen\/pressemitteilungen\/neue-strategie-fur-biowissenschaften-europa-soll-bis-2030-weltweit-fuhrender-standort-werden-2025-07-02_de\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Life-Sciences-Strategie<\/a>, dem geplanten <a href=\"https:\/\/health.ec.europa.eu\/publications\/proposal-regulation-establish-measures-strengthen-unions-biotechnology-and-biomanufacturing-sectors_en\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Biotech Act<\/a>, <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_25_3096\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">BioTechEU<\/a> und der <a href=\"https:\/\/finance.ec.europa.eu\/regulation-and-supervision\/savings-and-investments-union_en\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Savings and Investments Union<\/a> hat die Europ\u00e4ische Union gleich mehrere Vorhaben auf den Weg gebracht, die die Rahmenbedingungen f\u00fcr Forschung, Finanzierung und Wachstum von Life-Sciences-Unternehmen in den kommenden Jahren ma\u00dfgeblich pr\u00e4gen werden. Damit verschiebt sich auch der Charakter der Debatte. Lange stand die Frage im Vordergrund, ob Europa bessere Bedingungen f\u00fcr Innovation und Investitionen schaffen muss. Inzwischen geht es zunehmend darum, wie diese politischen Vorhaben konkret ausgestaltet werden und wer auf ihre Ausgestaltung Einfluss nimmt. Genau in dieses politische Zeitfenster st\u00f6\u00dft die Gr\u00fcndung der ELSC.<\/p>\n<p>Aus Einzelstimmen soll politisches Gewicht werden<\/p>\n<p>Das B\u00fcndnis versteht sich weder als weiterer Venture-Capital-Fonds noch als klassischer Branchenverband. Ihr Anspruch besteht darin, unterschiedliche Teile des europ\u00e4ischen Life-Sciences-\u00d6kosystems hinter gemeinsamen politischen Positionen zu versammeln. Der j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichte <a href=\"https:\/\/www.investeurope.eu\/news\/newsroom\/health-is-wealth-why-europe-must-act-now-to-strengthen-its-life-sciences-industry\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">offene Brief \u201eHealth is Wealth\u201c<\/a> verdeutlicht diesen Anspruch. Die Coalition fordert darin nicht einzelne F\u00f6rderma\u00dfnahmen, sondern Reformen entlang der gesamten Innovations- und Finanzierungskette \u2013 von Kapitalmarkt und Regulierung bis hin zu klinischer Entwicklung und Marktzugang.<\/p>\n<p>Vom Kapitalgeber zum politischen B\u00fcndnis<\/p>\n<p data-section-id=\"85dubh\" data-start=\"5709\" data-end=\"5736\">Die ELSC muss Europas Finanzierungsproblem nicht neu erkl\u00e4ren. Ihre Mitglieder haben dieselben Forderungen seit Jahren erhoben. Neu ist weniger die Diagnose als die Strategie, mit der sie daraus politischen Einfluss entwickeln wollen. Statt als einzelne Fonds, Verb\u00e4nde oder Institutionen aufzutreten, b\u00fcndeln sie ihre Interessen in einer gemeinsamen Agenda. Genau zu dem Zeitpunkt, an dem Europa seine Life-Sciences-, Kapitalmarkt- und Innovationspolitik neu ausrichtet. Es geht nicht mehr allein darum, bessere Investitionsbedingungen einzufordern. Es geht darum, an ihrer Ausgestaltung mitzuwirken und die Diskussion \u00fcber Forschung, Kapital, Regulierung und Wettbewerbsf\u00e4higkeit als zusammenh\u00e4ngende Standortfrage zu f\u00fchren. Das B\u00fcndnis versucht also nicht nur durch mehr Geschlossenheit, einem gemeinsamen Auftreten, mehr politisches Geh\u00f6r zu finden. Sie versucht, die Kr\u00e4fte des europ\u00e4ischen Life-Sciences-\u00d6kosystems so zu b\u00fcndeln, dass daraus ein politischer Akteur mit eigenem strategischem Gewicht entsteht. Nicht einzelne Forderungen sollen mehr Aufmerksamkeit erhalten, sondern das gesamte \u00d6kosystem soll mit einer gemeinsamen Agenda fr\u00fcher und geschlossener in politische Entscheidungsprozesse eingreifen k\u00f6nnen. Ob dieser Anspruch tr\u00e4gt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Die Richtung ist jedoch klar: Aus einer Vielzahl von Marktteilnehmern entsteht der Versuch, einen strategisch handelnden Ansprechpartner f\u00fcr Europas Life-Sciences-Politik zu formen.<\/p>\n<p><a class=\"m-a-box-avatar-url\" href=\"https:\/\/www.goingpublic.de\/author\/moesenfechtel\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg%20xmlns=\" http:=\"\" class=\"attachment-150x150 size-150x150 wp-image-118671\" alt=\"\" itemprop=\"image\" data-lazy- data-lazy- data-lazy-src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/96605_Portrait-Urs-150x150.png\"\/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/96605_Portrait-Urs-150x150.png\" class=\"attachment-150x150 size-150x150 wp-image-118671\" alt=\"\" itemprop=\"image\"  \/><\/a><\/p>\n<p>Urs Moesenfechtel, M.A., ist Redaktionsleiter der Plattform Life Sciences und geh\u00f6rt zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Urs besch\u00e4ftigt sich seit vielen Jahren mit den Themenfeldern Biotechnologie und Bio\u00f6konomie und war u.a. bereits als Wissenschaftsredakteur f\u00fcr mehrere Forschungseinrichtungen t\u00e4tig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bildnachweis: Atifmurtaza \u2013 stock.adobe.com. Mehr Wagniskapital f\u00fcr Biotechnologie. Leistungsf\u00e4higere Kapitalm\u00e4rkte. Mehr institutionelle Investoren. Weniger regulatorische H\u00fcrden. 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