{"id":63843,"date":"2026-07-07T06:56:07","date_gmt":"2026-07-07T06:56:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/63843\/"},"modified":"2026-07-07T06:56:07","modified_gmt":"2026-07-07T06:56:07","slug":"europaeische-anhaengerhersteller-protestieren-gegen-co2-verordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/63843\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Anh\u00e4ngerhersteller protestieren gegen CO2-Verordnung"},"content":{"rendered":"\n<p>Lier &#8211; Drei\u00dfig europ\u00e4ische Anh\u00e4ngerhersteller fordern in einer gemeinsamen Petition eine \u00dcberpr\u00fcfung und Anpassung einer EU-CO2-Verordnung. Die Unternehmen warnen vor Fehlsteuerungen durch das Berechnungstool VECTO, die nach ihrer Auffassung zu h\u00f6heren Emissionen, Wettbewerbsnachteilen und Arbeitsplatzverlusten f\u00fchren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die Vorstandsvorsitzenden von 30 europ\u00e4ischen Anh\u00e4ngerherstellern, darunter auch Krone und Schmitz Cargobull, fordern die Europ\u00e4ische Kommission und das Europ\u00e4ische Parlament auf, die CO2-Verordnung (EU) 2024\/1610 zu \u00fcberpr\u00fcfen und anzupassen. Bei einem Treffen in Koningshooikt bei Lier (Belgien) unterzeichneten die Branchenvertreter in der vergangenen Woche eine gemeinsame Erkl\u00e4rung und Petition, wie es in einer Mitteilung hei\u00dft. Die Unternehmen unterst\u00fctzen demnach grunds\u00e4tzlich die Klimaziele der Europ\u00e4ischen Union, warnen jedoch davor, dass die Verordnung in ihrer aktuellen Ausgestaltung die CO2-Emissionen im Stra\u00dfeng\u00fcterverkehr erh\u00f6hen statt senken k\u00f6nnte. Die Mitunterzeichnung erfolgte im Beisein der beiden Mitglieder des Europ\u00e4ischen Parlaments, Kris Van Dijck und Jens Gieseke.<\/p>\n<p>Die Kritik der Hersteller richtet sich gegen die Ausweitung der CO2-Vorgaben auf Anh\u00e4nger, die selbst keine Emissionen aussto\u00dfen. Die Berechnung erfolgt \u00fcber das softwarebasierte VECTO-Tool auf Basis standardisierter Referenzlasten und Fahrzyklen. Laut den Unterzeichnern bildet diese Methodik die logistische Realit\u00e4t \u2013 wie unterschiedliche Einsatzzwecke, Nutzlastanforderungen und den steigenden Anteil emissionsfreier Zugmaschinen \u2013 nicht ab. Um die Vorgaben zu erf\u00fcllen, m\u00fcssten Konstruktions\u00e4nderungen vorgenommen werden, welche die Ladekapazit\u00e4t verringern. Dies w\u00fcrde zu mehr Fahrten und Fahrzeugen f\u00fchren, um dieselbe G\u00fctermenge zu transportieren. Zudem drohen der Branche ab dem Jahr 2030 erhebliche Strafzahlungen bei Ziel\u00fcberschreitungen, was die rund 70.000 Arbeitspl\u00e4tze in der europ\u00e4ischen Anh\u00e4ngerindustrie gef\u00e4hrde.<\/p>\n<p> Forderungen der Branchenvertreter <\/p>\n<p>Die Petition umfasst f\u00fcnf Kernforderungen an die Politik. Die f\u00fcr 2027 geplante \u00dcberpr\u00fcfung nach Artikel 15 soll auf das laufende Jahr 2026 vorgezogen werden. Zudem fordern die Unternehmen, die Flottenziele auf ein erreichbares Ma\u00df von beispielsweise 5 Prozent ab 2030 abzusenken und diese ab Juli 2030 schrittweise einzuf\u00fchren, um Marktverzerrungen zu vermeiden. Neben einem Moratorium f\u00fcr Strafzahlungen wird eine grundlegende \u00dcberarbeitung des VECTO-Tools verlangt, um Fahrzeuge fair zu vergleichen und die Marktdurchdringung emissionsfreier Zugmaschinen einzubeziehen. Die Abgaben sollten entfallen, sobald diese Zugmaschinen einen Marktanteil von 70 Prozent erreichen. Das geplante Gutschrift-und-Lastschrift-System sei im aktuellen Zeitrahmen wirkungslos, da notwendige Technologien nicht schnell genug marktreif seien.<\/p>\n<p>Der Europaabgeordnete Van Dijck betonte, dass Dekarbonisierung nicht zur Deindustrialisierung f\u00fchren d\u00fcrfe. Die Politik m\u00fcsse auf der Realit\u00e4t und vorhandener Technologie basieren. Es gehe nicht um schw\u00e4chere Regeln, sondern um wirksame Vorgaben, die die europ\u00e4ische Industrie st\u00e4rken. Der Europaabgeordnete Gieseke erg\u00e4nzte, dass die Ziele technisch erreichbar sein m\u00fcssten und eine evidenzbasierte \u00dcberpr\u00fcfung noch im Jahr 2026 notwendig sei, um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Gero Schulze Isfort, Sprecher der Streitgemeinschaft von acht deutschen Anh\u00e4ngerherstellern, erkl\u00e4rte, dass die Wettbewerber gemeinsam agieren, um Regeln einzufordern, die Emissionen tats\u00e4chlich senken, statt Hersteller auf Basis fehlerhafter Simulationen zu bestrafen. Jeder Monat Verz\u00f6gerung gef\u00e4hrde Investitionen und Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Lier &#8211; Drei\u00dfig europ\u00e4ische Anh\u00e4ngerhersteller fordern in einer gemeinsamen Petition eine \u00dcberpr\u00fcfung und Anpassung einer EU-CO2-Verordnung. 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