{"id":67429,"date":"2026-07-13T12:15:13","date_gmt":"2026-07-13T12:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/67429\/"},"modified":"2026-07-13T12:15:13","modified_gmt":"2026-07-13T12:15:13","slug":"daimler-truck-chefin-warnt-vor-existenziellen-folgen-der-eu-co%e2%82%82-regeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/67429\/","title":{"rendered":"Daimler-Truck-Chefin warnt vor existenziellen Folgen der EU-CO\u2082-Regeln"},"content":{"rendered":"<p>              Daimler-Truck-Chefin warnt vor existenziellen Folgen der EU-CO\u2082-Regeln<\/p>\n<p>Daimler-Truck-Chefin Karin R\u00e5dstr\u00f6m sieht die europ\u00e4ische Nutzfahrzeugindustrie durch die versch\u00e4rften EU-CO\u2082-Vorgaben f\u00fcr schwere Lkw existenziell bedroht. Bleibe die Regulierung unver\u00e4ndert, setze Europa die Wettbewerbsf\u00e4higkeit seiner Nutzfahrzeugindustrie aufs Spiel, sagte sie in einem Interview mit der dpa. R\u00e5dstr\u00f6m bezweifelt demnach, dass die Politik die Dringlichkeit der Lage verstanden hat.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Es brauche bis sp\u00e4testens Mitte 2026 eine \u201ebeschleunigte \u00dcberpr\u00fcfung der CO\u2082-Gesetzgebung f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge\u201c, sagt sie. Diese Frist ist inzwischen verstrichen, ohne dass die EU-Kommission eine vorgezogene formale \u00dcberpr\u00fcfung eingeleitet hat. Dieser Realit\u00e4tscheck m\u00fcsse die tats\u00e4chlichen Marktbedingungen ber\u00fccksichtigen. Seit Januar 2026 hat R\u00e5dstr\u00f6m den Vorsitz im Nutzfahrzeug-Ausschuss des europ\u00e4ischen Branchenverbands ACEA inne und will diese Rolle nutzen, um den Druck auf die EU-Kommission zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Kern des Problems: Die EU hat die CO\u2082-Flottengrenzwerte f\u00fcr schwere Nutzfahrzeuge deutlich versch\u00e4rft. Bis 2030 sollen die Emissionen um 45 Prozent gegen\u00fcber dem Referenzjahr 2019 sinken, bis 2035 um 65 Prozent und bis 2040 um 90 Prozent. Um das 2030-Ziel zu erreichen, m\u00fcssten laut R\u00e5dstr\u00f6m rund 35 Prozent aller neu zugelassenen Lkw in Europa batterieelektrisch oder mit Wasserstoff betrieben werden. Derzeit liegt der Anteil lokal emissionsfreier schwerer Lkw bei gerade einmal circa 2 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eVon zwei Prozent im Jahr 2025 auf 35 Prozent im Jahr 2030 zu gelangen\u201c, sei \u201eeine wirklich gro\u00dfe Herausforderung\u201c, so R\u00e5dstr\u00f6m. Der Branchenverband ACEA sch\u00e4tzt, dass f\u00fcr das 2030-Ziel mehr als 400.000 emissionsfreie Fahrzeuge in Betrieb sein m\u00fcssten, mit knapp 100.000 Neuzulassungen pro Jahr.<\/p>\n<p>Dreistellige Millionenstrafen drohen<\/p>\n<p>Die finanziellen Konsequenzen bei Verfehlung der Ziele w\u00e4ren f\u00fcr Hersteller gravierend. Die EU-Verordnung sieht Strafzahlungen von 4250 Euro pro Gramm CO\u2082 je Tonnenkilometer \u00dcberschreitung vor. R\u00e5dstr\u00f6m bezifferte das Risiko f\u00fcr Daimler Truck: F\u00fcr jeden verfehlten Prozentpunkt beim CO\u2082-Ziel m\u00fcsste das Unternehmen etwa 120 Millionen Euro zahlen. Bei einer Verfehlung um zehn Prozentpunkte w\u00fcrde das Segment Mercedes-Benz Trucks \u201epraktisch kein Geld mehr\u201c verdienen, bei einem Ebit von 698 Millionen Euro (2025) und rund 20 Milliarden Euro Umsatz.<\/p>\n<p>Infrastruktur und Rahmenbedingungen als Engpass<\/p>\n<p>R\u00e5dstr\u00f6m kritisiert, dass die Verpflichtungen f\u00fcr Hersteller nicht mit den tats\u00e4chlichen Rahmenbedingungen in Einklang st\u00fcnden. Ein \u201esubstanzieller Markthochlauf\u201c emissionsfreier Lkw werde nur stattfinden, wenn Kunden diese Fahrzeuge \u201eso nahtlos und profitabel betreiben k\u00f6nnen wie heutige konventionelle Fahrzeuge\u201c. Daf\u00fcr fehle es an <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/Ueber-1000-kW-Ladeleistung-Das-Megawatt-Charging-System-fuer-Lkw-10624080.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Ladeinfrastruktur mit Megawatt-Ladeleistungen entlang der Logistikkorridore<\/a>, an <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Wasserstoff-im-Lkw-Tanstellennetz-soll-entstehen-9659640.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Wasserstoff-Tankstellen<\/a> sowie an einer EU-weit einheitlichen CO\u2082-basierten Maut, die tragf\u00e4hige Gesch\u00e4ftsmodelle f\u00fcr Speditionen unterst\u00fctze.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die EU-Kommission m\u00fcsse \u201ejetzt dringend Ma\u00dfnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass Hersteller Strafen zahlen m\u00fcssen, obwohl die grundlegenden Voraussetzungen nicht gegeben sind\u201c, forderte die Daimler-Truck-Chefin. Der deutsche Branchenverband VDA dr\u00e4ngt ebenfalls auf eine Vorverlegung der Regulierungs\u00fcberpr\u00fcfung, statt wie geplant erst 2027 soll sie deutlich fr\u00fcher kommen.<\/p>\n<p>Branche zwischen Klimazielen und Markteinbruch<\/p>\n<p>Zwar hat die EU 2026 bereits eine gezielte Anpassung der CO\u2082-Verordnung beschlossen, die Herstellern beim Aufbau von Emissionsgutschriften zwischen 2025 und 2029 <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EU-Parlament-will-Lkw-Herstellern-CO-Gutschriften-ermoeglichen-11209094.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">mehr Flexibilit\u00e4t<\/a> gibt. Die eigentlichen Zielwerte f\u00fcr 2030 und dar\u00fcber hinaus bleiben davon jedoch unber\u00fchrt. Der Branchenverband ACEA kritisiert, diese \u00c4nderung sei zu eng gefasst und l\u00f6se keine strukturellen Probleme auf der Nachfrageseite.<\/p>\n<p>Schwere Nutzfahrzeuge sind laut EU-Kommission f\u00fcr \u00fcber 25 Prozent der Treibhausgasemissionen im Stra\u00dfenverkehr und mehr als 6 Prozent der gesamten EU-Emissionen verantwortlich. Die versch\u00e4rften Ziele sind Teil des Green Deal. R\u00e5dstr\u00f6m betonte, sie stehe zur Dekarbonisierung, doch m\u00fcsse 2026 das Jahr werden, \u201ein dem Europa Herausforderungen in Fortschritte \u00fcberf\u00fchrt, mit pragmatischen L\u00f6sungen, die die Wettbewerbsf\u00e4higkeit sichern und gleichzeitig die Dekarbonisierung vorantreiben\u201c.<\/p>\n<p>        Mehr \u00fcber das Thema LastwagenMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:fpi@heise.de\" title=\"Florian Pillau\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">fpi<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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