{"id":67701,"date":"2026-07-13T17:52:09","date_gmt":"2026-07-13T17:52:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/67701\/"},"modified":"2026-07-13T17:52:09","modified_gmt":"2026-07-13T17:52:09","slug":"eu-staerkt-fluggastrechte-ab-2027-was-sich-fuer-passagiere-aendert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/67701\/","title":{"rendered":"EU st\u00e4rkt Fluggastrechte ab 2027: Was sich f\u00fcr Passagiere \u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/shutterstock_2679397197-5d463d682c66d6b8.jpeg\"  width=\"5588\" height=\"3140\"  alt=\"Passagiere steigen in ein Flugzeug ein\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"caption akwa-caption__text\">Die EU will mit dem Gesetzespaket die Rechte von Flugg\u00e4sten st\u00e4rken<\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0MC MEDIASTUDIO\/<a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/nantes-france-september-11-2025-passengers-2679397197?trackingId=b638f4d3-0ad2-4690-84bf-1dc39410e046&amp;listId=searchResults\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener nofollow\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Nach mehr als 13 Jahren hat die EU ihre Fluggastrechtereform beschlossen. Wer vor allem profitiert \u2013 und wo manchen Kunden eine Verschlechterung droht. <\/p>\n<p>Am 13. Juli 2026 haben die Ministerinnen und Minister der EU-Mitgliedstaaten in Br\u00fcssel der Reform der europ\u00e4ischen Fluggastrechte <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/verbraucher\/fluggastrechte-eu-reform-100.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zugestimmt<\/a>. Damit hat eine \u00dcberarbeitung, die mehr als 13 Jahre auf sich warten lie\u00df und deren Verhandlungen mehrfach auf Eis lagen, ihre letzte formale H\u00fcrde genommen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>F\u00fcr Reisende gelten die neuen Regeln voraussichtlich ab Mitte 2027 \u2013 Fluggesellschaften erhalten nach Inkrafttreten zun\u00e4chst zw\u00f6lf Monate Zeit zur Umsetzung, k\u00f6nnen die \u00c4nderungen aber auch fr\u00fcher anwenden.<\/p>\n<p>Entsch\u00e4digung: Drei-Stunden-Grenze bleibt<\/p>\n<p>Ein zentraler Streitpunkt der Verhandlungen war die Frage, ab wann Passagiere Anspruch auf finanzielle Entsch\u00e4digung haben. Die EU-Staaten hatten urspr\u00fcnglich gefordert, die Schwelle auf vier Stunden anzuheben und die Betr\u00e4ge zu senken.<\/p>\n<p>Deutschland stimmte diesem Vorschlag im Juni 2025 nicht zu. Das Europ\u00e4ische Parlament setzte sich in den Verhandlungen daf\u00fcr ein, die bisherigen Bedingungen weitgehend beizubehalten \u2013 mit Erfolg.<\/p>\n<p>Beschlossen ist nun: Hat ein Flug mindestens drei Stunden Versp\u00e4tung oder wird er weniger als 14 Tage vor dem Abflug gestrichen, haben Passagiere Anspruch auf Entsch\u00e4digung \u2013 vorausgesetzt, die Airline tr\u00e4gt die Schuld daran. Die H\u00f6he richtet sich nach der Flugstrecke: 250 Euro bei bis zu 1.500 Kilometern, 400 Euro bei bis zu 3.500 Kilometern sowie bei Fl\u00fcgen innerhalb der EU, und 600 Euro bei mehr als 3.500 Kilometern, sofern der Flug nicht ausschlie\u00dflich innerhalb der EU stattfindet.<\/p>\n<p>Neue Fristen f\u00fcr Airlines<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Bislang fehlten in der EU-Verordnung konkrete Fristen daf\u00fcr, wann und wie Airlines Passagiere \u00fcber ihre Rechte informieren und Entsch\u00e4digungen auszahlen m\u00fcssen. Das \u00e4ndert sich: K\u00fcnftig m\u00fcssen Fluggesellschaften Betroffene innerhalb von 96 Stunden nach Reiseende elektronisch \u00fcber ihre Anspr\u00fcche informieren und erl\u00e4utern, wie diese geltend gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Passagiere haben dann neun Monate Zeit, die Entsch\u00e4digung zu beantragen. Die Airline muss daraufhin innerhalb von 30 Kalendertagen auszahlen oder schriftlich begr\u00fcnden, warum sie im jeweiligen Fall keine Entsch\u00e4digung leistet.<\/p>\n<p>Neu ist au\u00dferdem, dass k\u00fcnftig gesetzlich aufgelistet wird, welche Umst\u00e4nde als au\u00dfergew\u00f6hnlich gelten \u2013 also solche, bei denen Airlines keine Schuld trifft und damit auch keine Entsch\u00e4digung schulden.<\/p>\n<p>Dazu z\u00e4hlen etwa randalierende Passagiere, Wetterbedingungen, Naturkatastrophen oder Streiks von Flughafenpersonal und Bodenabfertigungsdiensten. Die Airline muss jedoch nachweisen, dass diese Umst\u00e4nde die St\u00f6rung unmittelbar verursacht haben.<\/p>\n<p>Neue Rechte f\u00fcr Familien<\/p>\n<p>Zu den klaren Verbesserungen z\u00e4hlen neue Regelungen rund um Sitzpl\u00e4tze und Zusatzgeb\u00fchren. Kinder unter 14 Jahren d\u00fcrfen k\u00fcnftig ohne zus\u00e4tzliche Kosten neben ihren Eltern sitzen. Dasselbe gilt f\u00fcr Schwangere sowie f\u00fcr Menschen mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t und ihre jeweiligen Begleitpersonen.<\/p>\n<p>Fluggesellschaften sind au\u00dferdem verpflichtet, Schreibfehler in Namen auf Tickets kostenlos zu korrigieren und f\u00fcr bereits eingecheckte Passagiere einen Boardingpass ohne Extrageb\u00fchr auszudrucken.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Airlines den Ticketpreis k\u00fcnftig standardm\u00e4\u00dfig inklusive Handgep\u00e4ck anzeigen, was den Preisvergleich erleichtern soll. G\u00fcnstigere Tarife ohne Handgep\u00e4ck d\u00fcrfen aber weiterhin angeboten werden, sofern Passagiere freiwillig darauf verzichten.<\/p>\n<p>Verpflegung, Unterkunft, Umbuchung<\/p>\n<p>Bei l\u00e4ngeren Wartezeiten am Flughafen werden die Anspr\u00fcche auf Versorgung klarer geregelt: Nach zwei Stunden haben Passagiere Anspruch auf Erfrischungen, nach drei Stunden auf eine Mahlzeit, danach jeweils nach weiteren f\u00fcnf Stunden auf eine weitere Mahlzeit \u2013 maximal drei pro Tag.<\/p>\n<p>Hinzu kommen ein Recht auf Internetzugang sowie mindestens zwei Telefonate. Sind \u00dcbernachtungen notwendig, m\u00fcssen Airlines eine kostenlose Hotelunterkunft sowie den Transfer dorthin und zur\u00fcck zum Flughafen organisieren. Kommt die Airline dem nicht nach, k\u00f6nnen Passagiere selbst eine angemessene L\u00f6sung suchen und die Kosten sp\u00e4ter erstattet bekommen.<\/p>\n<p>Bei Flugausf\u00e4llen haben Passagiere k\u00fcnftig in vielen F\u00e4llen das Recht auf eine anderweitige Bef\u00f6rderung \u2013 auch zu einem nahe gelegenen Alternativflughafen, \u00fcber eine andere Strecke, mit einer anderen Airline oder sogar per Bahn. Die Reisebedingungen m\u00fcssen dabei vergleichbar sein: Wer einen Direktflug gebucht hat, kann nicht zu mehreren Anschlussfl\u00fcgen verpflichtet werden. Die Airline muss innerhalb von drei Stunden eine Alternative anbieten; tut sie das nicht, d\u00fcrfen Passagiere selbst handeln.<\/p>\n<p>Allerdings gibt es hier eine m\u00f6gliche Verschlechterung gegen\u00fcber der bisherigen Rechtslage: Die Erstattung ist k\u00fcnftig auf maximal das Vierfache des urspr\u00fcnglichen Ticketpreises begrenzt. Bisher war keine feste Obergrenze vorgesehen. Wer ein besonders g\u00fcnstiges Ticket hatte und am Tag des Ausfalls auf ein teures Ersatzticket angewiesen ist, k\u00f6nnte unter der neuen Regelung schlechter gestellt sein als zuvor.<\/p>\n<p>Wer Hin- und R\u00fcckflug zusammen gebucht hat, aber den Hinflug oder Teile davon nicht antritt, darf k\u00fcnftig dennoch den R\u00fcckflug antreten \u2013 ohne dass daf\u00fcr eine Extrageb\u00fchr f\u00e4llig wird.<\/p>\n<p>Wer in eine schlechtere Klasse umgebucht wird (sogenannter Downgrade), soll innerhalb von 14 Tagen automatisch einen Teil des Ticketpreises erstattet bekommen. Die H\u00f6he richtet sich nach dem individuellen Flugpreis und der Flugstrecke.<\/p>\n<p>Geltungsbereich und freiwilliges EU-Siegel<\/p>\n<p>Die neuen Regeln gelten f\u00fcr alle Fl\u00fcge, die von einem Flughafen innerhalb der EU abgehen \u2013 unabh\u00e4ngig davon, welche Airline den Flug durchf\u00fchrt. Bei Fl\u00fcgen, die au\u00dferhalb der EU starten und in der EU landen, gelten sie nur, wenn die ausf\u00fchrende Fluggesellschaft ihren Sitz in der EU hat.<\/p>\n<p>Neu eingef\u00fchrt wird au\u00dferdem ein freiwilliges EU-Siegel f\u00fcr Fluggastrechte, mit dem Airlines signalisieren k\u00f6nnen, dass f\u00fcr sie die EU-Vorschriften verbindlich gelten.<\/p>\n<p>Parallel zur Fluggastrechtereform haben sich EU-Parlament und Mitgliedstaaten bereits im Juni 2026 auf \u00c4nderungen bei der Durchsetzung von Reiserechten geeinigt, die noch formell best\u00e4tigt werden m\u00fcssen, aber zeitgleich in Kraft treten sollen.<\/p>\n<p>Vorgesehen ist dabei unter anderem ein einheitliches Formular f\u00fcr Entsch\u00e4digungs- und Erstattungsantr\u00e4ge. Zudem soll k\u00fcnftig klar gelten: Wird ein Flug annulliert, erhalten Passagiere den vollen Ticketpreis zur\u00fcck \u2013 eine etwaige Vermittlungsgeb\u00fchr von Online-Plattformen oder Reiseb\u00fcros darf laut dem Rat der Europ\u00e4ischen Union nicht einbehalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU will mit dem Gesetzespaket die Rechte von Flugg\u00e4sten st\u00e4rken (Bild:\u00a0MC MEDIASTUDIO\/Shutterstock.com) Nach mehr als 13 Jahren&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":67702,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[21,22,17194,834,1495],"class_list":["post-67701","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-fluggastrechte","tag-reisen","tag-verbraucherschutz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67701"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67701\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/67702"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}