{"id":69872,"date":"2026-07-17T06:11:11","date_gmt":"2026-07-17T06:11:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/69872\/"},"modified":"2026-07-17T06:11:11","modified_gmt":"2026-07-17T06:11:11","slug":"eu-google-muss-android-fuer-andere-ki-assistenten-oeffnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/69872\/","title":{"rendered":"EU: Google muss Android f\u00fcr andere KI-Assistenten \u00f6ffnen"},"content":{"rendered":"<p>            <a name=\"body\"\/><\/p>\n<p>Die EU-Kommission hat <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_26_1634\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">festgelegt<\/a>, wie Google sein Betriebssystem Android f\u00fcr konkurrierende KI-Dienste \u00f6ffnen muss. Drittanbieter sollen k\u00fcnftig auf elf zentrale Funktionen zugreifen k\u00f6nnen, die bislang weitgehend Googles eigenem KI-Assistenten Gemini vorbehalten sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.falkemedia-shop.de\/technik\/mac-life\/dauerbezug\/megadeal2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1784268671_890_maclife inlinebox v2.png\"\/><\/a>\n<\/p>\n<p>Quickread: Auf einen Blick<\/p>\n<p>Die EU verpflichtet Google zur \u00d6ffnung von elf Android-Funktionen<br \/>\nAndere KI-Assistenten sollen per Sprache und Home-Button startbar sein<br \/>\nDrittanbieter erhalten Zugriff auf Apps, Kontextdaten und lokale KI-Modelle<br \/>\nDie meisten \u00c4nderungen m\u00fcssen mit Android 18 bis August 2027 kommen<br \/>\nGoogle warnt vor Risiken f\u00fcr Datenschutz und Ger\u00e4tesicherheit<\/p>\n<p>Grundlage der Entscheidung ist der Digital Markets Act. Nach Ansicht der Kommission muss Google anderen KI-Anbietern einen ebenso wirksamen Zugriff auf wichtige Hard- und Softwarefunktionen erm\u00f6glichen wie den eigenen Diensten. Das Verfahren war im Januar 2026 er\u00f6ffnet worden, die endg\u00fcltige Entscheidung fiel am 16. Juli 2026.<\/p>\n<p>Digital Markets Act soll gleiche Bedingungen schaffen<\/p>\n<p>Der Digital Markets Act, kurz DMA, verpflichtet als sogenannte Gatekeeper eingestufte Unternehmen zu einer Reihe von \u00d6ffnungs- und Interoperabilit\u00e4tsma\u00dfnahmen. Dazu z\u00e4hlt, dass Anbieter von Betriebssystemen bestimmte Funktionen nicht ausschlie\u00dflich ihren eigenen Diensten vorbehalten d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Digital Markets Act erkl\u00e4rt!<\/p>\n<p>Der Digital Markets Act ist ein EU-Gesetz f\u00fcr besonders einflussreiche Digitalkonzerne. Es soll verhindern, dass sogenannte Gatekeeper ihre eigenen Dienste bevorzugen und konkurrierende Anbieter von wichtigen Plattformfunktionen ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Kommission argumentiert, dass KI-Assistenten zu einer zentralen Bedienoberfl\u00e4che f\u00fcr Smartphones werden. Gemini profitiere derzeit von einem tiefen Zugriff auf Android, w\u00e4hrend nachtr\u00e4glich installierte Assistenten viele dieser M\u00f6glichkeiten nicht oder nur eingeschr\u00e4nkt nutzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Andere KI-Assistenten sollen per Sprachbefehl starten<\/p>\n<p>Eine der auff\u00e4lligsten \u00c4nderungen betrifft die Aktivierung per Sprache. Nutzer sollen einen konkurrierenden Assistenten k\u00fcnftig \u00fcber ein eigenes Aktivierungswort starten k\u00f6nnen \u2013 auch bei ausgeschaltetem Display, im Standby oder im Energiesparmodus.<\/p>\n<p>Auch der Home-Button beziehungsweise die zentrale Navigationsfl\u00e4che darf nicht l\u00e4nger ausschlie\u00dflich Google-Diensten vorbehalten sein. Nutzer sollen dar\u00fcber den von ihnen gew\u00e4hlten KI-Dienst aufrufen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Langfristig sollen sogar mehrere Assistenten gleichzeitig auf unterschiedliche Aktivierungsw\u00f6rter reagieren k\u00f6nnen. Diese Funktion muss Google nach dem Zeitplan der Kommission allerdings erst mit Android 19 umsetzen.<\/p>\n<p>Zugriff auf Apps, Bildschirm und Ger\u00e4tesensoren<\/p>\n<p>Die Vorgaben reichen deutlich \u00fcber das Starten eines Assistenten hinaus. Drittanbieter sollen mit Zustimmung des Nutzers auf Kontextinformationen aus Apps, Bildschirminhalten und Ger\u00e4tesensoren zugreifen d\u00fcrfen. Dazu geh\u00f6ren etwa Signale von Mikrofon, Kamera und Standortdiensten.<\/p>\n<p>Auf dieser Grundlage k\u00f6nnten konkurrierende Assistenten beispielsweise \u00dcbersetzungen anbieten, Informationen aus mehreren Apps zusammenf\u00fchren oder situationsabh\u00e4ngige Vorschl\u00e4ge einblenden.<\/p>\n<p>Zudem sollen die Dienste Aufgaben in anderen Apps ausf\u00fchren k\u00f6nnen. Als Beispiele nennt die Kommission das Verfassen und Versenden einer E-Mail, das Erstellen eines Kalendereintrags oder das Hinzuf\u00fcgen von Artikeln zu einer Einkaufsliste.<\/p>\n<p>Auch mehrstufige Abl\u00e4ufe sollen m\u00f6glich werden. Ein Assistent k\u00f6nnte etwa eine Einkaufsliste auslesen, eine Supermarkt-App \u00f6ffnen und die gew\u00fcnschten Produkte im Hintergrund in den Warenkorb legen. Die Bedienung soll dabei in einem separaten virtuellen Fenster erfolgen, sodass das Smartphone parallel weiterverwendet werden kann.<\/p>\n<p>Google muss Zugriff auf lokale KI-Modelle erm\u00f6glichen<\/p>\n<p>Die Entscheidung umfasst au\u00dferdem lokale KI-Modelle, die direkt auf dem Smartphone ausgef\u00fchrt werden. Andere Anbieter sollen unter vergleichbaren Bedingungen auf bereits vorhandene Modelle wie Gemini Nano zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Eigene lokale Modelle von Drittanbietern sollen zudem dieselben Hardware-Ressourcen und M\u00f6glichkeiten zur Hintergrundausf\u00fchrung erhalten wie Googles Software. Google muss die notwendigen Schnittstellen dokumentieren, Testm\u00f6glichkeiten bereitstellen und technische Unterst\u00fctzung anbieten.<\/p>\n<p>Die Vorgaben gelten nicht nur f\u00fcr Pixel-Smartphones, sondern f\u00fcr das gesamte von Google kontrollierte Android-\u00d6kosystem. Damit sind grunds\u00e4tzlich auch Ger\u00e4te anderer Hersteller betroffen.<\/p>\n<p>Umsetzung gr\u00f6\u00dftenteils bis August 2027<\/p>\n<p>Die meisten Ma\u00dfnahmen muss Google mit Android 18 umsetzen, sp\u00e4testens jedoch bis zum 1. August 2027. Die gleichzeitige Erkennung mehrerer Aktivierungsw\u00f6rter folgt mit Android 19 und muss sp\u00e4testens bis zum 1. August 2028 verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>Bei besonders sensiblen Funktionen darf Google objektive Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz festlegen. Dazu z\u00e4hlen unter anderem Bildschirmautomatisierung, der Zugriff auf lokal gespeicherte App-Daten und die Steuerung von Systemeinstellungen. Die Bedingungen m\u00fcssen laut Kommission jedoch transparent und diskriminierungsfrei sein.<\/p>\n<p>Google warnt vor Sicherheitsrisiken<\/p>\n<p>Google <a href=\"https:\/\/blog.google\/company-news\/inside-google\/around-the-globe\/google-europe\/the-dma-should-not-undercut-security-privacy-for-europeans\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kritisiert die Entscheidung<\/a>. Das Unternehmen warnt davor, dass externe Apps weitreichende und sensible Berechtigungen erhalten k\u00f6nnten. Die Vorgaben k\u00f6nnten aus Sicht des Konzerns bestehende Schutzmechanismen f\u00fcr Datenschutz und Ger\u00e4tesicherheit schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die EU-Kommission verweist dagegen auf Zustimmungsabfragen und bestehende europ\u00e4ische Datenschutz- und Sicherheitsvorschriften. Nutzer sollen selbst entscheiden k\u00f6nnen, welchem Assistenten sie Zugriff auf einzelne Funktionen gew\u00e4hren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-127347--4621145.jpg\"\/>Stefan KellerDie Vorgaben k\u00f6nnten die Rolle von KI-Assistenten unter Android grundlegend ver\u00e4ndern. Dienste anderer Anbieter erhalten damit zumindest technisch die Chance, \u00e4hnlich tief in das Betriebssystem eingebunden zu werden wie Gemini. Entscheidend wird jedoch sein, wie verst\u00e4ndlich Google die Berechtigungen gestaltet und welche Sicherheitsanforderungen Drittanbieter erf\u00fcllen m\u00fcssen. Ein offenerer Zugang bringt mehr Auswahl, vergr\u00f6\u00dfert aber zugleich die Verantwortung der Nutzer bei der Vergabe sensibler Zugriffsrechte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU-Kommission hat festgelegt, wie Google sein Betriebssystem Android f\u00fcr konkurrierende KI-Dienste \u00f6ffnen muss. 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