{"id":70156,"date":"2026-07-17T12:37:13","date_gmt":"2026-07-17T12:37:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/70156\/"},"modified":"2026-07-17T12:37:13","modified_gmt":"2026-07-17T12:37:13","slug":"ets-eu-wagt-nur-halbherzige-schritte-zur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/70156\/","title":{"rendered":"ETS: EU wagt nur halbherzige Schritte zur\u2026"},"content":{"rendered":"<p dir=\"ltr\">Die Anpassung des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) f\u00fcr den Luftverkehr reicht nicht aus, um die dringend notwendige Klimaschutzwirkung im Luftverkehr zu erzielen, erkl\u00e4rte T&amp;E. Der Vorschlag der Kommission zielt erstmals darauf ab, einen CO2-Preis auf Fl\u00fcge einzuf\u00fchren, die die EU verlassen \u2013 allerdings nur f\u00fcr Fl\u00fcge bis zu einer Entfernung von 5.000 Kilometern und erst ab 2029. Das bedeutet: Ein Flug von Paris nach Dubai w\u00fcrde unter den CO2-Preis fallen, ein Flug von Berlin nach New York hingegen nicht. <\/p>\n<p dir=\"ltr\">Dieser Ansatz ist pragmatisch, l\u00e4sst jedoch 47 Prozent des europ\u00e4ischen Luftverkehrs von der CO2-Bepreisung ausgenommen. Er kann laut T&amp;E daher lediglich als erster Schritt betrachtet werden. Die Unterst\u00fctzung der europ\u00e4ischen Produktion nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) ist grunds\u00e4tzlich zu begr\u00fc\u00dfen. Die Zuteilung von mehr als 100 Millionen kostenlosen Emissionszertifikaten f\u00fcr SAF schw\u00e4cht jedoch das CO2-Preissignal, da sie Fluggesellschaften von den tats\u00e4chlichen Kosten ihrer Emissionen abschirmt. Mit der Entscheidung entgehen der EU Mehreinnahmen in H\u00f6he von ungef\u00e4hr 4,2 Milliarden Euro, [1] die erzielt werden k\u00f6nnten, wenn alle ausgehenden Fl\u00fcge in den CO2-Markt einbezogen w\u00e4ren.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Der Luftverkehr wird bislang weitgehend von klimapolitischen Abgaben verschont. Auf internationale Fl\u00fcge wird keine Mehrwertsteuer erhoben, und auch Kerosin ist von der Energiesteuer befreit. Zwar unterliegt die Branche dem EU-Emissionshandel (EU ETS), doch der CO2-Preis erfasst bislang nur einen begrenzten Teil ihrer Emissionen. Dieser halbherzige Vorschlag geht nicht weit genug.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Neben dem EU-ETS-Vorschlag ver\u00f6ffentlichte die Kommission auch eine Bewertung von CORSIA \u2013 dem internationalen Ausgleichssystem, das als Alternative zum EU-ETS f\u00fcr Langstreckenfl\u00fcge dient. Die Bewertung kommt zu dem Schluss, dass <a href=\"https:\/\/uploads.transportenvironment.org\/production\/files\/ICAO-General-Assembly-1.pdf?dm=1758546150\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">CORSIA keine glaubw\u00fcrdige Alternative zum EU-ETS darstellt<\/a> und deutlich ambitionierter gestaltet werden muss. Der heute vorgelegte Kompromiss spiegelt diese Bewertung jedoch nicht wider: Er verl\u00e4ngert die sogenannte \u201eStop-the-clock\u201c-Ausnahmeregelung f\u00fcr abgehende Fl\u00fcge mindestens bis 2032 \u2013 unter dem Vorwand, CORSIA zu f\u00f6rdern. Nach Einsch\u00e4tzung von T&amp;E bleibt dieser Kompromiss hinter den eigenen wissenschaftlichen Empfehlungen der Europ\u00e4ischen Kommission zur\u00fcck. <\/p>\n<p dir=\"ltr\">Anna Comino, Senior Managerin Luftverkehr, Kraftstoffe &amp; Emissionshandel bei T&amp;E Deutschland, sagt: \u201eZum ersten Mal \u00fcberhaupt k\u00f6nnten internationale Fl\u00fcge von der EU reguliert werden. Doch die Kommission hat dem Druck der Luftfahrtindustrie nachgegeben. Es soll nur ein Teil der Fl\u00fcge erfasst werden, w\u00e4hrend die l\u00e4ngsten und umweltsch\u00e4dlichsten Fl\u00fcge weiterhin ausgenommen bleiben. Dieses Szenario kann daher nur ein Anfang sein. Der Ball liegt jetzt bei den Mitgliedstaaten. Die Bundesregierung muss diesen Vorschlag zumindest unterst\u00fctzen und gleichzeitig darauf dr\u00e4ngen, den Geltungsbereich bis zur n\u00e4chsten \u00dcberpr\u00fcfung schrittweise auszuweiten. Die Luftfahrt muss f\u00fcr alle ihre Emissionen aufkommen, genau wie jeder andere Wirtschaftssektor.\u201c<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die \u00dcberarbeitung enth\u00e4lt  andere wichtige Ma\u00dfnahmen zur Senkung der Emissionen im Luftverkehr. So sollen die Klimakosten von Privatjets erstmals angemessen einbezogen werden. Bisher waren sie trotz ihres \u00fcberproportionalen CO2-Fu\u00dfabdrucks weitestgehend vom EU ETS ausgenommen. <\/p>\n<p dir=\"ltr\">Die Nicht-CO2-Effekte des Luftverkehrs r\u00fccken nun endlich st\u00e4rker in den Fokus. Der heute ver\u00f6ffentlichte Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission sieht vor, Fluggesellschaften kostenlose Emissionszertifikate zu gew\u00e4hren, wenn sie die Entstehung klimasch\u00e4dlicher Kondensstreifen erfolgreich vermeiden. Das ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg, die gesamten Klimawirkungen des Luftverkehrs zu verringern.<\/p>\n<p dir=\"ltr\">ENDE<\/p>\n<p dir=\"ltr\">Anmerkungen f\u00fcr die Redaktion:<\/p>\n<p dir=\"ltr\">[1] Zus\u00e4tzlich werden 500 Millionen Euro f\u00fcr SAF-Zertifikate bereitgestellt, die f\u00fcr alle von Europa ausgehenden Fl\u00fcge verwendet werden. Der Geltungsbereich umfasst Fl\u00fcge innerhalb des EWR (unter Ausschluss des Vereinigten K\u00f6nigreichs und der Schweiz). Die Emissionen werden auf Grundlage des durchschnittlichen CO2-Preises des ICAP 2025 in H\u00f6he von 73,50 Euro pro Tonne CO2 bepreist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Anpassung des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) f\u00fcr den Luftverkehr reicht nicht aus, um die dringend notwendige Klimaschutzwirkung im&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":70157,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[24318,24319,1834,21,22,7719,1246,1390,701,13517],"class_list":["post-70156","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-beugt","tag-co2-bepreisung","tag-druck","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-fluege","tag-grossteil","tag-industrie","tag-kommission","tag-lasst"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70156","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70156"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70156\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/70157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70156"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70156"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70156"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}