{"id":70231,"date":"2026-07-17T14:03:08","date_gmt":"2026-07-17T14:03:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/70231\/"},"modified":"2026-07-17T14:03:08","modified_gmt":"2026-07-17T14:03:08","slug":"ki-und-suche-eu-zwingt-google-zur-oeffnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/70231\/","title":{"rendered":"KI und Suche: EU zwingt Google zur \u00d6ffnung"},"content":{"rendered":"<p>Google muss seine Android-Plattform und seine Suchdaten st\u00e4rker f\u00fcr die Konkurrenz \u00f6ffnen. Die EU-Kommission hat dazu zwei verbindliche Ma\u00dfnahmen erlassen \u2013 mit klaren Fristen bis 2027.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat am Donnerstag <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/de\/ip_26_1634\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">zwei rechtsverbindliche Ma\u00dfnahmen gegen Google erlassen<\/a>. Grundlage ist das Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte, kurz DMA. Beide Beschl\u00fcsse sollen Wettbewerbern von Google mehr Chancen einr\u00e4umen \u2013 im Bereich KI-Assistenten und bei Suchmaschinen.<\/p>\n<p>Damit reagiert Br\u00fcssel auf zwei Verfahren, die bereits Ende Januar 2026 eingeleitet wurden. Ziel ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, wo Google bislang klare Vorteile hatte.<\/p>\n<p>Konkurrenz-KI soll auf Android gleichziehen<\/p>\n<p>Bislang haben KI-Assistenten von Drittanbietern auf Android-Ger\u00e4ten nur eingeschr\u00e4nkten Zugriff auf zentrale Systemfunktionen. Googles eigene Dienste wie Gemini genie\u00dfen dagegen vollen Zugang. Das schr\u00e4nkt die Attraktivit\u00e4t alternativer Assistenten f\u00fcr die rund 60 Prozent der EU-Nutzer mit einem Android-Ger\u00e4t sp\u00fcrbar ein.<\/p>\n<p>Die neue Vorgabe soll das \u00e4ndern. Nutzer sollen ihren bevorzugten KI-Assistenten k\u00fcnftig per Sprachbefehl aktivieren k\u00f6nnen, \u00e4hnlich wie bisher nur bei &#8222;Hey Google&#8220;. Auch Aktionen wie das Buchen eines Taxis oder Antwortvorschl\u00e4ge in Chat-Apps sollen fremde Assistenten k\u00fcnftig \u00fcbernehmen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die Kommission betont dabei, dass Sicherheit und Datenschutz nicht auf der Strecke bleiben sollen. Die Ma\u00dfnahme enthalte entsprechende Schutzvorkehrungen f\u00fcr Privatsph\u00e4re und Ger\u00e4teintegrit\u00e4t.<\/p>\n<p>Suchdaten sollen k\u00fcnftig geteilt werden<\/p>\n<p>Der zweite Beschluss betrifft den Zugang zu Suchdaten. Nur Google verf\u00fcgt durch seine Marktposition \u00fcber Suchdaten in diesem Umfang, was Wettbewerbern die Optimierung eigener Angebote erschwert. Die Kommission will das mit klaren Regeln zur Datenweitergabe \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Konkret sollen etwa KI-Chatbots mit Suchfunktion Anspruch auf die geteilten Daten erhalten. Google muss zudem \u2013 anonymisiert \u2013 dieselben Daten bereitstellen, die der Konzern auch zur eigenen Suchoptimierung nutzt. Das Anonymisierungsverfahren wurde nach Angaben der Kommission gemeinsam mit internen und externen Datenschutzexperten entwickelt.<\/p>\n<p>Google darf vor jeder Datenweitergabe pr\u00fcfen, ob ernsthafte Risiken f\u00fcr Cybersicherheit oder Datenschutz bestehen. Zus\u00e4tzlich legt die Entscheidung eine Preisformel f\u00fcr die Daten sowie ein transparentes Zugangsverfahren fest. Je nach Marktentwicklung kann die Kommission die Vorgaben, etwa bei den Anonymisierungsma\u00dfnahmen, sp\u00e4ter noch anpassen.<\/p>\n<p>Fristen bis 2027 und rechtlicher Rahmen<\/p>\n<p>Google muss die Vorgaben nun fristgerecht umsetzen. Die Weitergabe von Suchdaten an berechtigte Anbieter soll ab Januar 2027 beginnen, die \u00c4nderungen bei Android sollen Nutzern ab Juli 2027 zugutekommen. Google bleibt es unbenommen, gegen die Entscheidungen gerichtlich vorzugehen.<\/p>\n<p>Der DMA reguliert seit 2023 sogenannte Gatekeeper-Plattformen, zu denen neben Google Search und Android auch Google Play, Maps, YouTube, Chrome, Shopping und die Werbedienste des Konzerns z\u00e4hlen. Seit M\u00e4rz 2024 muss Google alle daraus resultierenden Pflichten vollst\u00e4ndig erf\u00fcllen. Da es sich um ein Spezifikationsverfahren und nicht um ein Versto\u00dfverfahren handelt, sind mit der aktuellen Entscheidung keine Geldbu\u00dfen verbunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Google muss seine Android-Plattform und seine Suchdaten st\u00e4rker f\u00fcr die Konkurrenz \u00f6ffnen. 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