{"id":70279,"date":"2026-07-17T15:10:08","date_gmt":"2026-07-17T15:10:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/70279\/"},"modified":"2026-07-17T15:10:08","modified_gmt":"2026-07-17T15:10:08","slug":"wettbewerbsdruck-eu-kommission-will-europas-banken-staerken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/70279\/","title":{"rendered":"Wettbewerbsdruck: EU-Kommission will Europas Banken st\u00e4rken"},"content":{"rendered":"<p>Au\u00dferdem plant die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde, dass Kapital EU-weit flexibler genutzt werden kann und die Sicherung von Kundengeldern zu reformieren.<\/p>\n<p>Zersplitterung des Bankenmarkts Herausforderung<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rde sieht die Zersplitterung des europ\u00e4ischen Bankenmarkts entlang nationaler Grenzen als eine der zentralen Herausforderungen. Dar\u00fcber hinaus sei das Regelwerk f\u00fcr Banken oft \u00fcberkomplex. Zudem g\u00e4lten f\u00fcr kleine Banken oft dieselben Vorschriften wie f\u00fcr gro\u00dfe, internationale Banken.<\/p>\n<p>Daher will die Kommission den Verwaltungsaufwand f\u00fcr Geldh\u00e4user senken &#8211; betont jedoch, dabei nicht die Stabilit\u00e4t des Finanzsystems gef\u00e4hrden zu wollen. Vorgesehen sind etwa einfachere Eigenkapitalvorschriften und erleichterte Anforderungen f\u00fcr kleine sowie wenig komplexe Banken. F\u00fcr mehr Effizienz sollen internationale Bankengruppen nach dem Willen der Kommission daher \u00fcbersch\u00fcssiges Kapital einfacher dorthin verschieben k\u00f6nnen, wo es am dringendsten ben\u00f6tigt wird.<\/p>\n<p>Neuer Vorschlag in Einlagensicherungs-Streit<\/p>\n<p>Au\u00dferdem plant die Beh\u00f6rde, die Sicherung von Kundengeldern einfacher und effektiver zu machen &#8211; und europ\u00e4isch. Bislang k\u00f6nnen sich die EU-Staaten genau darauf nicht einigen und streiten seit Jahren \u00fcber eine grenz\u00fcbergreifende sogenannte Einlagensicherung. Besonders deutsche Banken f\u00fcrchten, dass mit ihren Geldern Schieflagen von Instituten in anderen Staaten finanziert werden. Die Kommission will nun mit einem neuen Vorschlag die Debatte beleben. Er soll auf bereits bestehenden nationalen und zentralen Sicherheitsstrukturen aufbauen.<\/p>\n<p>Konkrete Gesetzesvorschl\u00e4ge erst n\u00e4chstes Jahr<\/p>\n<p>Den Vorst\u00f6\u00dfen der Kommission sollen Anfang 2027 konkrete Gesetzesvorschl\u00e4ge folgen. Etwa f\u00fcr Aufr\u00fcstung, Digitalisierung und Klimaschutz sind in der EU riesige Investitionen notwendig. In Sch\u00e4tzungen wird der Investitionsbedarf auf rund eine Billion Euro j\u00e4hrlich beziffert. &#8222;St\u00e4rkere und gr\u00f6\u00dfere EU-Banken k\u00f6nnen die Entwicklung der EU-Kapitalm\u00e4rkte f\u00f6rdern, insbesondere grenz\u00fcberschreitend&#8220;, so die Kommission.<\/p>\n<p>Banken spielten auch eine wichtige Rolle in der EU-Wirtschaft, indem sie Haushalte und Unternehmen unterst\u00fctzten, so die Kommission. Ihren Angaben zufolge stellen sie 75 Prozent der Unternehmenskredite an EU-Firmen bereit.<\/p>\n<p>Verhaltene Reaktion in Deutschland<\/p>\n<p>Die deutsche Finanzindustrie reagierte verhalten auf den Br\u00fcsseler Vorsto\u00df. &#8222;Die Europ\u00e4ische Kommission benennt zwar wesentliche Problemfelder zutreffend, wozu zum Beispiel die \u00fcberm\u00e4\u00dfige Komplexit\u00e4t der regulatorischen Anforderungen und die besonderen Belastungen f\u00fcr kleine, risikoarme Institute z\u00e4hlen&#8220;, kommentierte Daniel Quinten, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, f\u00fcr die gesamte Deutsche Kreditwirtschaft (DK). &#8222;Konkrete Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung dieser Probleme sowie der bekannten Wettbewerbsnachteile durch steigende europ\u00e4ische Kapitalanforderungen kommen hingegen zu kurz oder bleiben zu vage.&#8220;<\/p>\n<p>Beispielsweise bleibe &#8222;weitgehend offen, welche Erleichterungen sie f\u00fcr kleine und mittlere Institute anstrebt, die ein risikoarmes und regional fokussiertes Gesch\u00e4ftsmodell aufweisen&#8220;. Zudem d\u00fcrften die Kapitalanforderungen in Europa nicht weiter steigen. &#8222;Besonders mit Blick auf die angek\u00fcndigten Entlastungen f\u00fcr US-Banken m\u00fcssten \u00dcbergangsregelungen in Europa verstetigt und geplante Regelversch\u00e4rfungen abgemildert werden.&#8220;<\/p>\n<p>Bankenunion weiter im Fokus<\/p>\n<p>Die Vollendung einer Bankenunion ist weiterhin das klare Ziel der EU-Kommission, wie es in Br\u00fcssel weiter hie\u00df. Europ\u00e4ische Banken nutzten den Wettbewerbsvorteil eines gro\u00dfen Binnenmarktes bisher zu wenig &#8211; das m\u00fcsse sich angesichts der aktuellen geopolitischen Lage dringend \u00e4ndern, sagte ein EU-Beamter. Heute seien unrentable Kredite viel gleichm\u00e4\u00dfiger in den EU-Staaten verteilt als in der Vergangenheit. Banken in der EU seien zudem deutlich profitabler und krisenfester. Die Bankenunion war als Reaktion auf die globale Finanzkrise 2008 und die anschlie\u00dfende Staatsschuldenkrise im Euro-Raum geschaffen worden. Neben der einheitlichen Aufsicht und einem einheitlichen Abwicklungsmechanismus f\u00fcr angeschlagene H\u00e4user soll die bislang nicht realisierte Einlagensicherung der dritte Pfeiler der Bankenunion werden.<\/p>\n<p>Die Organisation &#8222;Finance Watch&#8220; setzt sich f\u00fcr eine Reform der Finanzmarktregulierungen ein. Sie sieht f\u00fcr europ\u00e4ische Banken ebenso einen Nachteil darin, dass die Branche keine vergleichbaren Effizienzvorteile durch einen zusammenh\u00e4ngenden Markt hat wie US-Institute. Die Vorhaben der Kommission wichen allerdings von dem Ziel ab, Banken als Lehre aus der Finanzkrise widerstandsf\u00e4higer zu machen. Eine Senkung der Kapitalanforderungen f\u00fchre nicht zu mehr Investitionen in die Wirtschaft. Stattdessen brauche es die Vollendung der Bankenunion und eine glaubw\u00fcrdige Einlagensicherung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Au\u00dferdem plant die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde, dass Kapital EU-weit flexibler genutzt werden kann und die Sicherung von Kundengeldern zu&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4178,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[564,24351,24352,1237,232,13,14,535,24350],"class_list":["post-70279","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-banken","tag-bankensektor","tag-bankgeschaefte","tag-buerokratie","tag-eu-kommission","tag-europaeisch","tag-europaeische","tag-europas","tag-wettbewerbsdruck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=70279"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/70279\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4178"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}