{"id":72166,"date":"2026-07-22T08:51:56","date_gmt":"2026-07-22T08:51:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/72166\/"},"modified":"2026-07-22T08:51:56","modified_gmt":"2026-07-22T08:51:56","slug":"netzpaket-studie-haelt-reiches-plaene-zu-netzanschluss-und-redispatch-fuer-nicht-eu-rechtskonform-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/72166\/","title":{"rendered":"Netzpaket: Studie h\u00e4lt Reiches Pl\u00e4ne zu Netzanschluss und Redispatch f\u00fcr nicht EU-rechtskonform"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.iwr.de\/images\/news\/39886\/Foto_Stromleitungen_Fotolia_Rapsfeld-FL65235827.jpg\" target=\"_blank\" class=\"news-details-image\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" align=\"left\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/netzpaket-studie-haelt-reiches-plaene-zu-netzanschluss-und-redispatch-fuer-nicht-eu-rechtskonform-th.jpeg\" alt=\"\u00a9 Adobe Stock\"\/>\u00a9 Adobe Stock<\/a>W\u00fcrzburg &#8211; Das Bundeswirtschaftsministerium plant mit dem Netzpaket unter anderem, den Netzanschluss in als kapazit\u00e4tslimitiert ausgewiesenen Gebieten einzuschr\u00e4nken und dort Entsch\u00e4digungsanspr\u00fcche bei Redispatch zu begrenzen. Eine neue Studie kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass die Pl\u00e4ne nicht mit dem EU-Recht vereinbar sind. <\/p>\n<p>Das zeigt die Studie Nr. 50 der Reihe \u201eW\u00fcrzburger Studien zum Umweltenergierecht&#8220; von Dr. Markus Kahles, Johanna Kamm, Dr. Wieland Lehnert und Prof. Dr. Thorsten M\u00fcller. Die Analyse, die im Rahmen der EEG-2027-Novelle entstanden ist, untersucht die Vorgaben aus Art. 6 der EU-Elektrizit\u00e4tsbinnenmarktrichtlinie (EBM-RL) und Art. 13 der EU-Elektrizit\u00e4tsbinnenmarktverordnung (EBM-VO). <\/p>\n<p>Netzanschluss darf nur bei konkretem, erheblichem Engpass verweigert werden <br \/>Ein Verweigerungsrecht der Netzbetreiber nach Art. 6 Abs. 2 EBM-RL setzt laut Studie einen tats\u00e4chlich bestehenden, dem jeweiligen Netzbetreiber zurechenbaren Engpass an einem konkreten Netzverkn\u00fcpfungspunkt voraus \u2013 pauschale Gebietsfestlegungen gen\u00fcgen dagegen nicht. Zudem muss der Engpass ein erhebliches Ausma\u00df erreichen: Die Autoren gehen davon aus, dass eine fehlende \u201en\u00f6tige Kapazit\u00e4t&#8220; im Sinne der Vorschrift erst bei Redispatchvolumina von (deutlich) \u00fcber f\u00fcnf Prozent vorliegen d\u00fcrfte. Auch dann hat laut Analyse eine Teilgew\u00e4hrung des Anschlusses stets Vorrang vor einer vollst\u00e4ndigen Verweigerung. <\/p>\n<p>Verzicht auf Redispatch-Entsch\u00e4digung nur bei echter Freiwilligkeit m\u00f6glich <br \/>Beim finanziellen Ausgleich f\u00fcr Redispatch nach Art. 13 Abs. 7 EBM-VO sehen die Autoren keinen mitgliedstaatlichen Spielraum: Der Entsch\u00e4digungsanspruch gilt laut Studie unmittelbar EU-weit und l\u00e4sst sich durch nationale Regelungen nicht einschr\u00e4nken. Ein Verzicht ist nur wirksam, wenn der Anlagenbetreiber einen Netzanschlussvertrag ohne Liefergarantie freiwillig akzeptiert \u2013 vorausgesetzt, ihm steht dabei eine echte, informierte Wahlalternative offen. Fehlt eine tragf\u00e4hige Alternative, liegt laut Studie keine Freiwilligkeit, sondern eine strukturelle Zwangslage vor. <\/p>\n<p>Hintergrund: Netzpaket-Entwurf und Kritik aus der Branche <br \/>Der Redispatch-Vorbehalt geht auf ein 2021 von E.DIS und E-Bridge entwickeltes Modell zur\u00fcck, das Mecklenburg-Vorpommern im Juli 2025 \u00fcber den Bundesrat einbrachte. Ein \u00f6ffentlich bekannt gewordener, bislang unver\u00f6ffentlichter Referentenentwurf des Bundesministeriums f\u00fcr Wirtschaft und Energie unter Ministerin Katherina Reiche (CDU) zum Netzpaket (Bearbeitungsstand 17. April 2026) griff ihn auf: Die Anschlusspflicht der Netzbetreiber soll in als kapazit\u00e4tslimitiert ausgewiesenen Gebieten entfallen; Anschlussbegehrende erhielten stattdessen nur ein Vertragsangebot unter Verzicht auf die Redispatch-Entsch\u00e4digung. Zudem sollen Netzbetreiber laut Entwurf f\u00fcr Anlagen ab 135 Kilowatt eigene Priorisierungsregeln f\u00fcr Anschlussbegehren aufstellen d\u00fcrfen, und ein Baukostenzuschuss soll k\u00fcnftig auch f\u00fcr Erzeugungsanlagen f\u00e4llig werden. Verb\u00e4nde der Erneuerbaren-Branche sowie der Koalitionspartner SPD kritisierten die Pl\u00e4ne scharf. Die Stiftung Umweltenergierecht mit Sitz in W\u00fcrzburg ist eine 2011 gegr\u00fcndete, gemeinn\u00fctzige Forschungseinrichtung, die aus der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg hervorgegangen ist. <\/p>\n<p class=\"quelle\">\u00a9 IWR, 2026<\/p>\n<p>\nMehr Nachrichten und Infos aus der Regenerativen Energiewirtschaft <br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.iwr.de\/news\/studie-reiches-netzpaket-bedroht-ausbau-von-wind-und-solarenergie-32-gw-wind-und-solarleistung-und-45-mrd-euro-investitionen-in-gefahr-news39589\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Studie: Reiches Netzpaket bedroht Ausbau von Wind- und Solarenergie &#8211; 32 GW Wind- und Solarleistung und 45 Mrd. 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