{"id":73002,"date":"2026-07-23T09:56:37","date_gmt":"2026-07-23T09:56:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73002\/"},"modified":"2026-07-23T09:56:37","modified_gmt":"2026-07-23T09:56:37","slug":"ende-von-trumps-weltweiten-zoellen-wann-kommen-die-naechsten-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73002\/","title":{"rendered":"Ende von Trumps weltweiten Z\u00f6llen: Wann kommen die n\u00e4chsten?"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Washington. F\u00fcr Donald Trump sind Z\u00f6lle gegen unliebsame Verb\u00fcndete und Handelspartner ein bew\u00e4hrtes Mittel, um US-Interessen durchzusetzen. Nach seiner Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof der USA bestand der US-Pr\u00e4sident darauf, seine von Kritikern stark infrage gestellte Zollpolitik fortzuf\u00fchren. Seither wird auf die meisten Einfuhren ein Zoll von zehn Prozent erhoben \u2013 doch der zeitliche Rahmen daf\u00fcr l\u00e4uft nun aus. Ein \u00dcberblick: <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            Um welche Z\u00f6lle geht es dieses Mal \u00fcberhaupt? <\/p>\n<p>Grundlage f\u00fcr die neuen Importgeb\u00fchren ist der Paragraf 122 aus dem Handelsgesetz von 1974, das die Erhebung einer Abgabe von h\u00f6chstens 15 Prozent maximal 150 Tage lang erlaubt. Seit dem 24. Februar 2026 verlangen die USA auf die meisten Einfuhren aus dem Ausland einen Zoll von zehn Prozent, die Frist l\u00e4uft am Freitag (24. Juli) aus. <\/p>\n<p>Was passiert nach Auslaufen der Frist? <\/p>\n<p>Nach dem Stichtag m\u00fcsste das US-Parlament seinen Segen geben, damit die Regierung nach der Frist weiter die Abgaben erheben darf. Angesichts der ohnehin hohen Inflation derzeit ist dies mehr als unwahrscheinlich.\u00a0 <\/p>\n<p>So d\u00fcrften es sich weder Republikaner noch Demokraten wenige Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen des Kongresses mit ihren W\u00e4hlern verscherzen wollen. Letztere haben infolge der Energiekrise \u2013 ein Resultat des von Trump vorangetriebenen Kriegs gegen den Iran \u2013 ohnehin mit erh\u00f6hten Lebenshaltungskosten zu k\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnte Trumps Lieblingsinstrument genau das sein, was US-B\u00fcrger entlasten k\u00f6nnte, befand das unabh\u00e4ngige Council on Foreign Relations: \u201eEine Senkung der Z\u00f6lle k\u00f6nnte f\u00fcr die Trump-Regierung ein wirksames Mittel sein, um auf die Sorgen der W\u00e4hler hinsichtlich der Lebenshaltungskosten einzugehen.\u201c Die meisten Amerikaner seien \u00fcberzeugt, dass Z\u00f6lle die Preise f\u00fcr eine Reihe von G\u00fctern erh\u00f6hten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Eines-der-Lieblingsworte-von-US-Praesident-Trump-bei-seinen-1358554.jpg\" title=\"Ende von Trumps weltweiten Z\u00f6llen: Wann kommen die n\u00e4chsten? \" alt=\"Eines der Lieblingsworte von US-Pr\u00e4sident Trump, bei seinen Landsleuten unbeliebt: Z\u00f6lle. (Archivbild)\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Eines der Lieblingsworte von US-Pr\u00e4sident Trump, bei seinen Landsleuten unbeliebt: Z\u00f6lle. (Archivbild) &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Julia Demaree Nikhinson\/AP\/dpa<\/p>\n<p> Was hatte der Supreme Court entschieden?\u00a0 <\/p>\n<p>Zuvor war Trump vor dem Supreme Court gescheitert. Dieser hatte entschieden, dass seine fr\u00fcheren Z\u00f6lle gegen Dutzende Handelspartner \u2013 darunter auch die Europ\u00e4ische Union \u2013 auf Basis eines Notstandsgesetzes rechtswidrig waren. Trump habe dabei seine Befugnisse als Pr\u00e4sident \u00fcberschritten, urteilte eine deutliche Mehrheit der Richter. <\/p>\n<p>In der Konsequenz muss die US-Regierung nun Milliarden an Z\u00f6llen wieder zur\u00fcckzahlen. Zwischen Oktober 2025 und Ende Juni wurden dem Finanzministerium zufolge rund 81,3 Milliarden US-Dollar (knapp 72,9 Mrd Euro) erstattet \u2013 ein Gro\u00dfteil davon ist laut Haushaltsbeh\u00f6rde des US-Kongresses (CBO) auf das Urteil des Supreme Courts zur\u00fcckzuf\u00fchren. Im Vorjahreszeitraum wurden noch knapp 5,3 Milliarden Dollar zur\u00fcckgezahlt. <\/p>\n<p>Wie sch\u00e4tzen Experten Trumps Zollpolitik ein? <\/p>\n<p>Experten und \u00d6konomen sehen Trumps Vorgehen kritisch. \u201eDie beispiellose und chaotische Zollpolitik der Trump-Regierung (&#8230;) hat der US-Wirtschaft schweren Schaden zugef\u00fcgt\u201c, hei\u00dft es etwa in einer Analyse der unabh\u00e4ngigen und unparteiischen Denkfabrik Center for American Progress. Grund daf\u00fcr seien Umfang und \u201eihre oft impulsive Umsetzung\u201c gewesen. So hatte Trump oft unangek\u00fcndigt und mit wenig Tagen Vorlauf neue Z\u00f6lle \u00f6ffentlich gemacht. <\/p>\n<p>\u201eSie f\u00fchrten weder zu neuen Handelsabkommen noch zu einem besseren Marktzugang f\u00fcr amerikanische Exporteure\u201c, res\u00fcmierte Ryan Mulholland vom Center for American Progress. Er betonte, dass auch zus\u00e4tzliche ausl\u00e4ndische Investitionen in die US-Wirtschaft fehlten. Und er bem\u00e4ngelte, dass das Handelsdefizit der Vereinigten Staaten im Mai bei 77,6 Milliarden US-Dollar gelegen habe \u2013 41 Prozent h\u00f6her als zum Zeitpunkt der Zollank\u00fcndigung. <\/p>\n<p>Experten gehen davon aus, dass vor allem Trumps Landsleute die Leidtragenden sind: Die \u00fcberparteiliche Denkfabrik Tax Foundation sch\u00e4tzt, dass US-Haushalte im laufenden Jahr im Durchschnitt eine Zusatzbelastung von 700 Dollar zu schultern haben \u2013 das Tax Policy Center beziffert die B\u00fcrde sogar auf 960 Dollar. <\/p>\n<p>Wie geht es jetzt weiter? <\/p>\n<p>Theoretisch kann Trump das gleiche Handelsgesetz aus dem Jahr 1974 heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Z\u00f6lle zu verh\u00e4ngen. So r\u00e4umt Paragraf 301 der Regierung die M\u00f6glichkeit ein, bei nachweislich \u201eungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden\u201c Handelspraktiken entsprechend aktiv zu werden.\u00a0 <\/p>\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Today, USTR is taking action under Section 301 of the Trade Act of 1974 by imposing a 25% tariff on certain goods of Brazil after extensive public hearings and comments as well as numerous negotiating rounds with Brazilian officials. <\/p>\n<p>This action is the result of a year-long\u2026<\/p>\n<p>\u2014 United States Trade Representative (@USTradeRep) <a href=\"https:\/\/x.com\/USTradeRep\/status\/2077592510738669732?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow\">July 16, 2026<\/a><\/p>\n<p>Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die Regierung zuvor Kommentare eingeholt und Anh\u00f6rungen durchgef\u00fchrt hat. Dies war zuletzt bei Brasilien der Fall, als der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer einen Zoll von 25 Prozent auf bestimmte G\u00fcter des s\u00fcdamerikanischen Landes verk\u00fcndete. Die Untersuchung habe eine Vielzahl von unfairen Handelspraktiken offenbart, hie\u00df es. <\/p>\n<p>Zuletzt hatte Greer im Gespr\u00e4ch des US-Senders CNBC Konsequenzen signalisiert, die aus Untersuchungen auf Basis des Paragrafen 301 zu Zwangsarbeit resultierten. Er war auf einen Artikel der \u201eFinancial Times\u201c angesprochen worden, der eine zeitnahe Ank\u00fcndigung von Z\u00f6llen gegen Einfuhren aus Dutzenden L\u00e4ndern thematisiert hatte. <\/p>\n<p>Anfang Juni hatten die USA Z\u00f6lle gegen 60 Volkswirtschaften angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutma\u00dflicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht gen\u00fcgend \u00fcberpr\u00fcften. Demnach m\u00fcssen etwa die Europ\u00e4ische Union (EU), Gro\u00dfbritannien und die Schweiz, aber auch Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie Kanada und China mit zus\u00e4tzlichen Z\u00f6llen zwischen 10 und 12,5 Prozent rechnen. <\/p>\n<p>Und was ist mit den EU-Exporten in die USA? <\/p>\n<p>F\u00fcr die meisten Importe aus der EU gilt weiter ein Zoll von bis zu 15 Prozent. Dabei handelt es sich um das auch als \u201eTurnberry-Deal\u201c bekannte, bilaterale Handelsabkommen zwischen der EU und den USA. EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich darauf geeinigt, um einen drohenden Handelskrieg abzuwenden.\u00a0 <\/p>\n<p>Br\u00fcssel machte weitere Zugest\u00e4ndnisse wie die Abschaffung von EU-Z\u00f6llen auf US-Industrieg\u00fcter. Angesichts der impulsiven Politik unter Trump hat die EU nun zus\u00e4tzlich ein Sicherheitsnetz eingebaut: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollst\u00e4ndig umsetzen oder Absprachen wieder ausgesetzt werden, k\u00f6nnen die EU-Konzessionen ausgesetzt werden \u2013 etwa bei erneuten Zollerh\u00f6hungen. <\/p>\n<p>Wie ist der aktuelle Stand bei den EU-Ausfuhren? <\/p>\n<p>Bislang h\u00e4lt sich Washington laut Br\u00fcsseler Kreisen zumindest in den meisten F\u00e4llen an das Abkommen. F\u00fcr rund 93 Prozent der EU-Exporte in die Vereinigten Staaten fielen Z\u00f6lle in H\u00f6he von maximal 15 Prozent an, sagte ein EU-Beamter. Bei den restlichen Produkten liege der Satz allerdings h\u00f6her: Dies sei etwa f\u00fcr K\u00e4se zutreffend, der effektiv mit knapp 25 Prozent verzollt werde. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Vor-allem-auf-die-Automobilindustrie-in-der-EU-haben-US-1358555.jpg\" title=\"Ende von Trumps weltweiten Z\u00f6llen: Wann kommen die n\u00e4chsten? \" alt=\"Vor allem auf die Automobilindustrie in der EU haben US-Z\u00f6lle Auswirkungen. (Archivbild)\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Vor allem auf die Automobilindustrie in der EU haben US-Z\u00f6lle Auswirkungen. (Archivbild) &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Julian Stratenschulte\/dpa<\/p>\n<p>Die Ausfuhren in Richtung USA haben nach Darstellung des EU-Beamten nicht besonders gelitten. \u201eMan sieht die Auswirkungen der von den USA verh\u00e4ngten Z\u00f6lle nicht wirklich\u201c, sagte er. Zwar sei es zu \u201eerheblichen Schwankungen\u201c gekommen \u2013 signifikante Auswirkungen seien mit Ausnahme bestimmter Branchen wie der Automobilindustrie allerdings ausgeblieben. <\/p>\n<p>Mit Blick auf eine Eskalation bei deutschen Pharmazeutika gibt sich die EU gelassen. Zwar untersucht die US-Regierung mutma\u00dflich unfaire Arzneimittelpreise in Deutschland. Auf politischer Ebene habe die US-Seite den Europ\u00e4ern allerdings versichert, \u201edass sie die maximale Zollgrenze von 15 Prozent respektieren werden\u201c, sagte der EU-Beamte.\u00a0 <\/p>\n<p>Basis der Untersuchungen ist ebenfalls Paragraf 301. Ob die Untersuchung tats\u00e4chlich \u201eungerechtfertigten, unangemessenen oder diskriminierenden\u201c Handelspraktiken ans Licht bringt, bleibt abzuwarten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Washington. 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