{"id":73068,"date":"2026-07-23T10:53:14","date_gmt":"2026-07-23T10:53:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73068\/"},"modified":"2026-07-23T10:53:14","modified_gmt":"2026-07-23T10:53:14","slug":"wegen-unfairer-geschaeftspraktiken-eu-verhaengt-890-millionen-euro-strafe-gegen-google","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73068\/","title":{"rendered":"Wegen unfairer Gesch\u00e4ftspraktiken: EU verh\u00e4ngt 890 Millionen Euro Strafe gegen Google"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBLlp tspBLlq\">Die EU verh\u00e4ngt gegen Google wegen unfairer Gesch\u00e4ftspraktiken eine Strafe von 890 Millionen Euro. Der US-Konzern hat nach Ansicht der Europ\u00e4ischen Kommission mit seiner Suchmaschine sowie dem App-Marktplatz Google Play Wettbewerbsregeln verletzt und seine Konkurrenz widerrechtlich benachteiligt.<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Mit der Strafe riskiert die EU-Kommission erneute Spannungen mit Washington. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hatte die Digitalgesetze der Union in der Vergangenheit scharf kritisiert und mit Gegenma\u00dfnahmen gedroht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Konkret wirft die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde dem US-Konzern laut Mitteilung vor, eigene Angebote wie etwa Googles Sportergebnisse oder Hotelsuche in den Suchergebnissen st\u00e4rker in den Vordergrund zu stellen. Die eigenen Produkte w\u00fcrden zum Beispiel durch optisch hervorgehobene Darstellungen \u2013 etwa eingef\u00e4rbte Boxen mit Spielpaarungen bei der WM \u2013 prominenter angezeigt als die der Konkurrenz, so die EU-Kommission.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Zudem hindere der Online-Riese App-Entwickler bei Google Play zu sehr daran, g\u00fcnstigere Angebote auf anderen Plattformen zu bewerben\u00a0\u2013 also etwa darauf hinzuweisen, dass es einen besseren Preis in einem anderen App-Store gibt.\u00a0<\/p>\n<p> Google: Entscheidung macht Dienste kaputt\u00a0 <\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Der US-Konzern kritisierte, die Entscheidung mache zum wiederholten Mal t\u00e4glich genutzte Dienste kaputt. \u201eUm die Vorgaben zu erf\u00fcllen, m\u00fcssen wir Echtzeit-Suchfunktionen entfernen, die die Europ\u00e4er sch\u00e4tzen, wie sofortige Preisangebote und direkte Verf\u00fcgbarkeit von Hotels, Fl\u00fcgen und Restaurants\u201c, teilte Google mit.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Bei Google Play m\u00fcssten zudem Sicherheitsfunktionen abgebaut werden. Leidtragende seien europ\u00e4ische Unternehmen und Verbraucher. \u201eRegulierung sollte Produkte verbessern und sie nicht schlechter machen\u201c, hie\u00df es weiter.\u00a0<\/p>\n<p> Gibt es \u00c4rger mit Trump? \u2013 Z\u00f6lle laufen eigentlich aus\u00a0 <\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Bereits vor der Entscheidung in dem EU-Verfahren wurde dar\u00fcber spekuliert, ob eine solche Strafe US-Pr\u00e4sident Trump ver\u00e4rgern und politische Folgen haben k\u00f6nnte. Die europ\u00e4ischen Digitalgesetze hatte seine Regierung besonders dann kritisiert, wenn die Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde gegen US-Konzerne vorgegangen war.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Nach einer Milliardenstrafe im September 2025 gegen Google wegen Verst\u00f6\u00dfen gegen Wettbewerbsregeln im Werbegesch\u00e4ft drohte Trump sogar mit Z\u00f6llen. Der US-Pr\u00e4sident hatte die Entscheidung als n\u00e4chsten Schlag gegen \u201eein gro\u00dfartiges amerikanisches Unternehmen\u201c beklagt. Er werde sich gezwungen sehen, ein Verfahren f\u00fcr neue Z\u00f6lle einzuleiten, wenn US-Konzerne weiter zur Kasse gebeten w\u00fcrden, schrieb Trump damals auf seiner Online-Plattform Truth Social.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Besonders brisant ist daher auch der Zeitpunkt der verh\u00e4ngten Strafe. Denn an diesem Freitag (24. Juli) endet der zeitliche Rahmen f\u00fcr die von den USA erhobenen Einfuhrz\u00f6lle. Theoretisch kann Trump das gleiche Handelsgesetz heranziehen, um auf Basis eines anderen Paragrafen neue Z\u00f6lle zu verh\u00e4ngen.<\/p>\n<p> Google als Torw\u00e4chter eingestuft\u00a0 <\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">In der EU gilt die Google-Mutter Alphabet nach dem Gesetz \u00fcber digitale M\u00e4rkte (Digital Markets Act, kurz DMA) als sogenannter Torw\u00e4chter (Gatekeeper), stellt also mit seinen Angeboten ein wichtiges Zugangstor zu Verbraucherinnen und Verbrauchern dar.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Nach dem DMA m\u00fcssen Unternehmen wie Alphabet, Amazon oder Microsoft sich deshalb an besondere Pflichten halten, um einen fairen Wettbewerb auf digitalen M\u00e4rkten sicherzustellen. Hintergrund ist die Bef\u00fcrchtung, dass manche gro\u00dfe Plattformbetreiber so m\u00e4chtig geworden sind, dass sie ihre Marktposition zementieren k\u00f6nnten.\u00a0<\/p>\n<p> EU-Kommission verlangt \u00c4nderungen <\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Neben der Strafzahlung verlangen die Br\u00fcsseler Wettbewerbsh\u00fcter daher auch, dass Google seine Angebote anpasst. Zum einen m\u00fcssten in den Suchergebnissen Drittanbieter-Dienste k\u00fcnftig fair und ohne Diskriminierung im Vergleich zu Googles Angeboten erscheinen. Die EU-Kommission begr\u00fc\u00dfte gleichzeitig, dass Google \u00c4nderungen an der Darstellung seiner eigenen Dienste in der Google-Suche vorgeschlagen habe und diese bereits teste.\u00a0<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Zum anderen sollen App-Entwickler den Forderungen nach sowohl technisch als auch vertraglich die M\u00f6glichkeit bekommen, beim App-Marktplatz Google Play Angebote auf anderen Internetseiten oder App-Stores zu bewerben. F\u00fcr die erstmalige Akquise eines neuen Kunden d\u00fcrfe das US-Unternehmen dann zwar eine Geb\u00fchr verlangen. Sowohl die von Google angesetzte H\u00f6he dieser Vermittlungsgeb\u00fchr als auch die Dauer des Abrechnungszeitraums seien aber bisher nicht mit den EU-Regeln vereinbar gewesen.<\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Google hat nun 60 Tage Zeit, die \u00c4nderungen umzusetzen. Ansonsten drohen dem US-Konzern regelm\u00e4\u00dfige Strafen von bis zu f\u00fcnf Prozent des weltweiten Umsatzes.\u00a0<\/p>\n<p> EU-Verfahren k\u00f6nnte wieder vor Gericht landen <\/p>\n<p class=\"tspBLlp\">Google kann sich gegen die Strafe vor Gericht wehren. Zuletzt kam es nach \u00e4hnlichen Entscheidungen der EU-Kommission zu Gerichtsprozessen, die sich zum Teil \u00fcber Jahre erstreckten.<\/p>\n<p>Mehr zum Thema<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/wirtschaft\/eu-leitet-verfahren-gegen-google-ein-fortschritt-darf-nicht-auf-kosten-unserer-gesellschaft-gehen-15034191.html?icid=topic-list_15870326___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" data-hydrate-fingerprint=\"09740a54944caac75fd2c0c63fd5c5df\" 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Google muss nach dem Urteil 4,1 Milliarden Euro zahlen. Das Unternehmen habe Herstellern von Android-Smartphones und Mobilfunkanbietern illegale Beschr\u00e4nkungen auferlegt, um die Marktdominanz seiner Suchmaschine zu st\u00e4rken, best\u00e4tigten die Richterinnen und Richter in Luxemburg. (dpa)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die EU verh\u00e4ngt gegen Google wegen unfairer Gesch\u00e4ftspraktiken eine Strafe von 890 Millionen Euro. 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