{"id":73419,"date":"2026-07-23T17:15:09","date_gmt":"2026-07-23T17:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73419\/"},"modified":"2026-07-23T17:15:09","modified_gmt":"2026-07-23T17:15:09","slug":"chatkontrolle-eu-rat-stimmt-fuer-die-verlaengerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73419\/","title":{"rendered":"Chatkontrolle: EU-Rat stimmt f\u00fcr die Verl\u00e4ngerung"},"content":{"rendered":"<p>Der EU-Rat hat wie erwartet die erneute Verl\u00e4ngerung einer Ausnahmeregelung f\u00fcr die sogenannte freiwillige Chatkontrolle besiegelt. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Br\u00fcssel mit. Damit k\u00f6nnen Anbieter wie Google, Meta oder Microsoft weiterhin auf ihren Plattformen automatisiert nach Abbildungen von Kindesmissbrauch suchen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Der Rat hat am Donnerstag auch formell zugestimmt, nachdem die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Chatkontrolle-EU-Laender-sind-bei-Verlaengerung-einig-11374168.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Einigung bereits am Mittwoch bekannt geworden<\/a> war. Mit ihrer Zustimmung nehmen die L\u00e4nder auch <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Verfahrenstrick-vor-Sommerpause-EU-Parlament-reaktiviert-Chatkontrolle-1-0-11359552.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zwei vom EU-Parlament verabschiedete \u00c4nderungsw\u00fcnsche<\/a> an, die die automatischen Scans auf unverschl\u00fcsselte Chats beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Kommission: \u201eBr\u00fcckenl\u00f6sung\u201c<\/p>\n<p>Die EU-Kommission, die die treibende Kraft hinter der umstrittenen Chatkontrolle ist, begr\u00fc\u00dfte die Einigung ausdr\u00fccklich, bezeichnete sie aber auch als \u201eBr\u00fcckenl\u00f6sung\u201c. Es sei \u201eeine positive Entwicklung\u201c, dass nun die Rechtssicherheit wiederhergestellt sei, nachdem die vorherige Ausnahmeregelung im April ausgelaufen war.<\/p>\n<p>Der Zustimmung war ein bisher beispielloses politisches R\u00e4nkespiel vorangegangen. Kommission, Rat und Parlament streiten seit Monaten \u00fcber eine grundrechtssichere Ausgestaltung der Chatkontrolle. Weil die freiwillige Praxis der Plattformen aber gegen EU-Datenschutzrecht verst\u00f6\u00dft, ben\u00f6tigten die Unternehmen daf\u00fcr eine Ausnahmeregelung.<\/p>\n<p>Einer erneuten Verl\u00e4ngerung dieser 2021 eingef\u00fchrten Ausnahmeregelung hat das Parlament aber mehrfach widersprochen. Damit war das Thema eigentlich vom Tisch. Der Rat hat mit Unterst\u00fctzung der Fraktion der Europ\u00e4ischen Volkspartei (EVP) und von Parlamentspr\u00e4sidentin Roberta Metsola dann kurz vor der Sommerpause einen gleichlautenden Gesetzesvorschlag auf die Tagesordnung gedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Aus der Trickkiste<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Chatkontrolle-1-0-EU-Ministerrat-will-Messenger-Scans-im-Eiltempo-durchdruecken-11353562.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Dank eines Verfahrenstricks<\/a> h\u00e4tte das Parlament eine absolute Mehrheit ben\u00f6tigt, um den Vorschlag erneut abzulehnen. Die kam in der letzten Sitzung vor der Sommerpause aber nicht zustande. Damit war der Vorschlag des Rates trotz einer einfachen Mehrheit der Gegenstimmen angenommen. Die neue Ausnahme soll bis zum 3. April 2028 gelten.<\/p>\n<p>Bei dem auch \u201eChatkontrolle 1.0\u201c genannten Verfahren \u00fcberpr\u00fcfen Plattformbetreiber die Kommunikation in ihren Netzwerken auf digitale Muster von bekannten Abbildungen von Kindesmissbrauch. Die Unternehmen sind dazu nicht rechtlich verpflichtet, weshalb von der freiwilligen Chatkontrolle gesprochen wird.<\/p>\n<p>Eine solche \u00dcberpr\u00fcfung von privater Kommunikation verst\u00f6\u00dft gegen geltendes EU-Recht. Deshalb gab es in der EU seit 2021 eine befristete Ausnahmegenehmigung, die bereits einmal verl\u00e4ngert worden war. Weil das Parlament einer erneuten pauschalen Verl\u00e4ngerung aber nicht zugestimmt hat, lief die Ausnahmeregelung im April aus.<\/p>\n<p>Damit richtet sich der Blick auf die festgefahrenen Verhandlungen \u00fcber einen dauerhaften Rechtsrahmen. Kommissions-Vizepr\u00e4sidentin Henna Virkkunen begr\u00fc\u00dfte die Einigung als \u201epositiven Schritt\u201c f\u00fcr den Schutz von Kindern. \u201eAber die EU braucht dauerhafte Regeln\u201c, betonte Virkkunen und forderte Rat und Parlament auf, \u201eeine wirksame, dauerhafte und klare L\u00f6sung zum Schutz unserer Kinder zu finden\u201c.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:vbr@heise.de\" title=\"Volker Briegleb\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vbr<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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