{"id":73540,"date":"2026-07-23T22:59:20","date_gmt":"2026-07-23T22:59:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73540\/"},"modified":"2026-07-23T22:59:20","modified_gmt":"2026-07-23T22:59:20","slug":"strafe-der-europaeischen-kommission-google-gegen-bruessel-890-millionen-euro-und-ein-grundsatzstreit-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/73540\/","title":{"rendered":"Strafe der Europ\u00e4ischen Kommission &#8211; Google gegen Br\u00fcssel: 890 Millionen Euro und ein Grundsatzstreit \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>Digitale Plattformen d\u00fcrfen ihre Marktmacht nicht dazu nutzen, eigene Angebote zu bevorzugen \u2013 findet zumindest die Europ\u00e4ische Kommission, die ihre Vorstellung eines fairen Wettbewerbs mit einer Geldbu\u00dfe von 890 Millionen Euro gegen Google verteidigen will. Der US-Konzern sieht sich durch die Entscheidung dagegen zu einer &#8222;Verschlechterung der Produkte, die von einer kleinen Gruppe eigenn\u00fctziger Beschwerdef\u00fchrer vorangetrieben wird&#8220;, gezwungen.<\/p>\n<p>Ist es eine &#8222;kleine Strafe&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/politik\/ausland\/eu-strafe-google-dma-usa-trump-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">ZDF heute<\/a>) oder eine &#8222;Rekordstrafe&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/google-muss-eine-eu-rekordstrafe-von-890-millionen-euro-zahlen-a-64ef2194-d8b5-4aab-a4a1-d48d480ab754\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Spiegel<\/a>)? Bei der genauen Einordnung machen sich verschiedene Ans\u00e4tze fr\u00fch bemerkbar. Sicher ist in jedem Fall: Die Europ\u00e4ische Kommission hat am Donnerstag eine Geldbu\u00dfe in H\u00f6he von insgesamt 890 Millionen Euro gegen Google verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Nach <a href=\"https:\/\/digital-markets-act.ec.europa.eu\/commission-fines-google-eur890-million-breaches-digital-markets-act-2026-07-23_en?prefLang=de&amp;etrans=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Ansicht der Br\u00fcsseler Wettbewerbsh\u00fcter<\/a> hat der US-Konzern gegen den Digital Markets Act (DMA) versto\u00dfen, indem er eigene Dienste wie Sportergebnisse, Hotelsuche oder andere Suchangebote in den Google-Suchergebnissen bevorzugt dargestellt und Wettbewerber damit benachteiligt hat.<\/p>\n<p>Zudem habe Google App-Entwickler im Play Store unzul\u00e4ssig daran gehindert, auf g\u00fcnstigere Angebote au\u00dferhalb der Plattform hinzuweisen. W\u00e4hrend ersterer Vorwurf mit einer Forderung von 460 Millionen Euro zusammenh\u00e4ngt, wiegt der zweite immerhin noch 430 Millionen Euro schwer.<\/p>\n<p>Ist das nun wenig oder ein Rekord?<\/p>\n<p>Das h\u00e4ngt wie angedeutet vom Blickwinkel ab. In der Vergangenheit wurden Google bereits deutlich h\u00f6here Strafen, klar jenseits der Milliarden-Schallmauer, aufgebrummt \u2013 andererseits handelt es sich bei der aktuellen um die erste (f\u00fcr Google) auf Grundlage des DMA, wo die bisherigen &#8222;Rekordhalter&#8220; von Apple (500 Millionen Strafe) nun hinter sich gelassen werden konnten.<\/p>\n<p>Bei ZDF heute ist trotzdem von einem &#8222;Kneifen&#8220; die Rede; die Summe sei &#8222;erstaunlich niedrig&#8220; und mache &#8222;gerade mal 0,22 Prozent des Jahresumsatzes von Googles Mutterkonzern Alphabet&#8220; aus. Bis zu 40 Milliarden Euro w\u00e4hrend anhand der Rechtsgrundlagen demnach m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Das Magazin schreibt offenkundig, dass es keine entsprechenden Beweise gibt, scheint sich aber dennoch darauf festzulegen, dass die EU aus Sorge vor einer negativen Reaktion seitens Donald J. Trump auf eine &#8222;kleine Strafe&#8220; setzt. Schon mehrfach sprach sich der US-Pr\u00e4sident deutlich gegen europ\u00e4ische Steuern, Gesetze, Vorschriften oder Regulierungen zulasten amerikanischer Unternehmen aus.<\/p>\n<p>Gerichtsverfahren w\u00fcrde sich wahrscheinlich \u00fcber Jahre ziehen<\/p>\n<p>Neben der geforderten Strafzahlung verlangt die Europ\u00e4ische Kommission auch, dass Google seine Gesch\u00e4ftspraktiken \u00e4ndert: Suchergebnisse sollen konkurrierende Dienste k\u00fcnftig gleichberechtigt behandeln und Entwickler sollen Nutzer einfacher auf alternative Vertriebswege lenken d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung bleiben dem Unternehmen 60 Tage, andernfalls drohen zus\u00e4tzliche Strafzahlungen. Gleichzeitig kann Google vor Gericht gegen die Entscheidung vorgehen, was als wahrscheinlich betrachtet werden darf.<\/p>\n<p>So erinnert die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/politik\/eu\/eu-verhaengt-890-millionen-euro-strafe-gegen-google_aid-151959955?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Rheinische Post<\/a> daran, dass der der Europ\u00e4ische Gerichtshof erst diesen Monat eine schon 2018 ausgesprochene, \u00fcber vier Milliarden schwere Strafe best\u00e4tigt hat \u2013 die dazugeh\u00f6rigen Verfahren k\u00f6nnen sich also \u00fcber weit mehr als ein halbes Jahrzehnt erstrecken.<\/p>\n<p>Google beklagt &#8222;eine Verschlechterung der Produkte&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Um den Vorschriften nachzukommen, m\u00fcssen wir Echtzeit-Suchfunktionen, die die Europ\u00e4er so sch\u00e4tzen \u2013 wie die sofortige Preisanzeige und die direkte Verf\u00fcgbarkeitsanzeige f\u00fcr Hotels, Fl\u00fcge und Restaurants \u2013, entfernen und Sicherheitsvorkehrungen bei Google Play aufheben&#8220;, wird\u00a0Kent Walker, President of Global Affairs bei Google, aus einer Stellungnahme unter anderem von Reuters zitiert.<\/p>\n<p>Er betont: &#8222;Das ist kein fairer Wettbewerb, sondern eine Verschlechterung der Produkte, die von einer kleinen Gruppe eigenn\u00fctziger Beschwerdef\u00fchrer vorangetrieben wird und unter der europ\u00e4ische Unternehmen und Verbraucher leiden. Regulierung sollte Produkte verbessern, nicht verschlechtern.&#8220;<\/p>\n<p>Letztlich haben wir es also mit einem weiteren Schauplatz in der gro\u00dfen Debatte dar\u00fcber, wie digitale M\u00e4rkte k\u00fcnftig reguliert werden sollten, zu tun. Im Kern prallen zwei unterschiedliche Vorstellungen von Wettbewerb aufeinander:<\/p>\n<p>Aus Sicht der Europ\u00e4ischen Union sollen sogenannte Gatekeeper ihre marktbeherrschende Stellung nicht dazu nutzen k\u00f6nnen, eigene Angebote zulasten von Konkurrenten zu bevorzugen oder den Zugang zu alternativen Vertriebswegen zu erschweren.<\/p>\n<p>Google und Kritiker der europ\u00e4ischen Digitalregulierung halten dagegen, dass ein privat aufgebautes \u00d6kosystem grunds\u00e4tzlich auch nach eigenen Regeln funktionieren d\u00fcrfen sollte. F\u00fcr sie ist die Bevorzugung eigener Dienste in erster Linie Ausdruck unternehmerischer Freiheit und kein zwangsl\u00e4ufiger Missbrauch von Marktmacht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Digitale Plattformen d\u00fcrfen ihre Marktmacht nicht dazu nutzen, eigene Angebote zu bevorzugen \u2013 findet zumindest die Europ\u00e4ische Kommission,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":73541,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[84,340,25038,25037,341,408,21,46,22,25035,25036,23234,16114,10135,2438,25039,16151],"class_list":["post-73540","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-bruessel","tag-digital-markets-act","tag-digitale-regulierung","tag-digitalregulierung","tag-dma","tag-donald-trump","tag-eu","tag-europaeische-kommission","tag-europaeische-union","tag-fairer-wettbewerb","tag-freier-wettbewerb","tag-geldbusse","tag-geldstrafe","tag-gerichtsverfahren","tag-google","tag-kent-walker","tag-strafe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73540","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73540"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73540\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/73541"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73540"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73540"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73540"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}