{"id":74964,"date":"2026-07-27T13:15:13","date_gmt":"2026-07-27T13:15:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/74964\/"},"modified":"2026-07-27T13:15:13","modified_gmt":"2026-07-27T13:15:13","slug":"extreme-hitze-warum-europas-duerren-heute-anders-entstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/74964\/","title":{"rendered":"Extreme Hitze: Warum Europas D\u00fcrren heute anders entstehen"},"content":{"rendered":"<p>Wie stark beeinflusst der Klimawandel D\u00fcrren in Europa? Eine Studie kommt zu klaren Ergebnissen: Hitze l\u00e4sst Wasser schneller verdunsten und macht landwirtschaftliche Trockenheit in Westeuropa etwa f\u00fcnfmal wahrscheinlicher.<\/p>\n<p>\t\t\tvon \t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tTine Heni<\/p>\n<p>Hitzewelle, Hitzewelle, Waldbrand\u00a0\u2013 seit Beginn des Sommers bestimmt eine Schreckensnachricht nach der anderen die Schlagzeilen. Dabei wird eine schleichende Katastrophe fast \u00fcbersehen: die zunehmende Trockenheit, die Europa heimsucht. Denn w\u00e4hrend andere Weltregionen\u00a0\u2013 vor allem Teile Afrikas\u00a0\u2013 in den vergangenen Jahren eher feuchter werden, <a href=\"https:\/\/klimareporter.de\/erdsystem\/neue-duerre-hotspots\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">verliert Europa<\/a> in den letzten zehn Jahren immer mehr Wasser.<\/p>\n<p class=\"add-placeholder-rectangle\">\u00a0<\/p>\n<p>Schon jetzt f\u00fchren die trockenen Bedingungen zu landwirtschaftlichen Verlusten, zu Waldbr\u00e4nden wie denen, die derzeit in Spanien und <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/frankreich-waldbraende-feuer-breitet-sich-aus-bordeaux-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Frankreich w\u00fcten<\/a>, und zu historisch niedrigen Flusspegeln. Franz\u00f6sische Landwirte erleben ihre schlechteste Maisernte seit 50 Jahren, w\u00e4hrend Rum\u00e4nien \u00fcber eine Million Hektar Anbaufl\u00e4che verloren hat.<\/p>\n<p>Wieder einmal ist es die Klimakrise, die solche D\u00fcrren verst\u00e4rkt. Zum einen ver\u00e4ndert der Klimawandel globale Niederschlagsmuster, was B\u00f6den in Europa austrocknen l\u00e4sst. Zum anderen lassen die steigenden Temperaturen die Wasserreserven verdunsten.<\/p>\n<p>Klimabedingte Verdunstung\u00a0<\/p>\n<p>Wie gro\u00df der Einfluss des Klimawandels auf die europ\u00e4ischen D\u00fcrren genau ist, untersuchte nun die internationale Forschungsgruppe World Weather Attribution (<a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/faqs\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">WWA<\/a>). In Computersimulationen verglich sie\u00a0\u2013 vereinfacht gesagt\u00a0\u2013 das heutige Klima bei einer globalen Erw\u00e4rmung von <a href=\"https:\/\/climate.copernicus.eu\/global-climate-highlights-2025\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">rund 1,4 Grad<\/a> mit den klimatischen Bedingungen der vorindustriellen Zeit. Anschlie\u00dfend wurde ermittelt, wie viel h\u00e4ufiger eine D\u00fcrre im heutigen Klima auftritt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/increasingly-hot-europe-faces-more-severe-droughts-and-growing-challenges-for-water-and-land-management\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Es zeigte sich<\/a>, dass zwar der Niederschlagsmangel \u00fcber Westeuropa nicht eindeutig auf den Klimawandel zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass die extreme Hitze aber die Verdunstung stark beschleunigt. Sogar so sehr, dass solche Bedingungen \u00fcber Westeuropa heute etwa 80-mal wahrscheinlicher sind. \u00dcber Osteuropa ist die hitzebedingte Verdunstung etwa 40-mal wahrscheinlicher geworden.<\/p>\n<p>&#8222;Das Klima in Europa ver\u00e4ndert sich schnell. Obwohl die Niederschlagsmuster gemischt bleiben, zeigen unsere Ergebnisse, dass extreme Hitze zur Hauptursache f\u00fcr D\u00fcrre auf unserem Kontinent wird&#8220;, sagte <a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/profile\/Sarah-Kew\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Sarah Kew<\/a>, Hauptautorin der <a href=\"https:\/\/spiral.imperial.ac.uk\/bitstreams\/92b5d1db-d687-47a5-beab-8a2e8a2bb82f\/download\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Untersuchung<\/a> und Klimawissenschaftlerin beim niederl\u00e4ndischen Wetterdienst.<\/p>\n<p>Die Maisernte in Frankreich war die schlechteste seit 50 Jahren. (Bild: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/maisfeld-mais-feld-acker-4240209\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Couleur\/\u200bPixabay<\/a>)<\/p>\n<p>Um Auswirkungen auf landwirtschaftliche und \u00f6kologische D\u00fcrre zu quantifizieren, analysierten die Wissenschaftler:innen dar\u00fcber hinaus f\u00fcr zw\u00f6lf europ\u00e4ische L\u00e4nder die langfristigen Trends bei Niederschl\u00e4gen und Bodenfeuchte. Zudem ermittelten sie die sogenannte <a href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/fachnutzer\/landwirtschaft\/dokumentationen\/allgemein\/basis_verdunstung_doku.html?#doc764046bodyText2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">potenzielle Evapotranspiration<\/a> f\u00fcr die L\u00e4nder\u00a0\u2013 ein Ma\u00df f\u00fcr die F\u00e4higkeit der Atmosph\u00e4re, Feuchtigkeit zu verdunsten.<\/p>\n<p>Auch hier zeigte sich: Niederschlagsdefizite wie in diesem Jahr haben in fr\u00fcherer Zeit weniger schwere D\u00fcrren verursacht. Erst durch die zus\u00e4tzliche Sommerhitze wird dem Boden schnell Feuchtigkeit entzogen.<\/p>\n<p>&#8222;Das ist menschengemacht: Mit steigenden Temperaturen nimmt der &#8218;Durst&#8216; der Atmosph\u00e4re schnell zu und entzieht Fl\u00fcssen, Seen, Speichern und B\u00f6den Feuchtigkeit&#8220;, erl\u00e4uterte Mitautor <a href=\"https:\/\/usys.ethz.ch\/personen\/profil.MTcwNDMx.TGlzdC82MzcsMzIwMTk3MjIy.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Dominik Schumacher<\/a> von der ETH Z\u00fcrich. &#8222;Das ver\u00e4ndert grundlegend, wie D\u00fcrren in Europa entstehen\u00a0\u2013 immer weniger durch fehlenden Regen und immer mehr durch w\u00e4rmere Luft, die verhindert, dass Wasser im Boden bleibt.&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Wir m\u00fcssen viel schneller auf erneuerbare Energien umsteigen&#8220;<\/p>\n<p>Auf diese Weise ist eine landwirtschaftliche Bodend\u00fcrre in Westeuropa durch den Klimawandel etwa f\u00fcnfmal wahrscheinlicher geworden. In Osteuropa, wo trockene Bedingungen seit sechs Monaten anhalten, ist Bodend\u00fcrre heute rund elfmal wahrscheinlicher.<\/p>\n<p>Studien-Mitautorin <a href=\"https:\/\/profiles.imperial.ac.uk\/m.zachariah\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Mariam Zachariah<\/a> vom Imperial College London: &#8222;Besonders alarmierend ist, dass diese Bedingungen bereits bei 1,4 Grad Erw\u00e4rmung auftreten. Wenn die globalen Emissionen die Temperaturen wie prognostiziert auf 2,8 Grad steigen lassen, k\u00f6nnten sich diese intensiven Verdunstungsbedingungen in ihrer H\u00e4ufigkeit verdoppeln\u00a0\u2013 und solche D\u00fcrren zur Regel werden.&#8220;\u00a0<\/p>\n<p>Die Folgen w\u00e4ren Ernteausf\u00e4lle, niedrige Flusspegel und Belastungen im Energiesektor. Das wiederum k\u00f6nnte die Preise f\u00fcr lebenswichtige G\u00fcter erh\u00f6hen und Haushalte mit geringen Einkommen besonders belasten.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Krise trifft nicht nur Landwirte, sie wirkt sich auf die verletzlichsten Bev\u00f6lkerungsgruppen aus&#8220;, kommentierte die Politikwissenschaftlerin <a href=\"https:\/\/research.wur.nl\/en\/persons\/merel-laauwen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Merel Laauwen<\/a> von der Universit\u00e4t Wageningen, die nicht an der Studie beteiligt war. &#8222;Und obwohl die Wissenschaft zeigt, dass D\u00fcrren k\u00fcnftig h\u00e4ufiger und intensiver werden, sind D\u00fcrremanagementpl\u00e4ne in der EU nicht verpflichtend und die Vorsorge in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ist uneinheitlich.&#8220;<\/p>\n<p class=\"placeholder-article-bottom\">\u00a0<\/p>\n<p>Neben der Anpassung fehlen aber auch grundlegende Ma\u00dfnahmen, um dem Klimawandel als Verst\u00e4rker der D\u00fcrren Einhalt zu gebieten. &#8222;Wir m\u00fcssen viel schneller auf erneuerbare Energien umsteigen\u00a0\u2013 die inzwischen g\u00fcnstiger sind als fossile Brennstoffe&#8220;, mahnte <a href=\"https:\/\/klimareporter.de\/international\/neuer-un-klimachef-kommt-aus-inselstaat\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Simon Stiell<\/a>, Chef des UN-Klimasekretariats.<\/p>\n<p>Auch brauche es Investitionen in die <a href=\"https:\/\/klimareporter.de\/klimareporter.de\/international\/in-china-gibt-es-eine-klare-strategie-der-elektrifizierung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Elektrifizierung<\/a> der Wirtschaft und in einen besseren Schutz von Kommunen von Unternehmen. &#8222;Solange die Menschheit weiterhin <a href=\"https:\/\/klimareporter.de\/klimakonferenzen\/santa-marta-hoffnung-fuer-den-fossil-ausstieg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">gro\u00dfe Mengen<\/a> an Kohle, \u00d6l und Gas verbrennt, werden diese klimabedingten D\u00fcrren immer schlimmer und teurer.&#8220;<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/klimareporter.de\/component\/banners\/click\/111\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\" title=\"In eigener Sache\"><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Klimareporter_Werbeplatz_300x250.png\" alt=\"Sichern sie sich diesen Werbeplatz\" width=\"300\" height=\"250\"\/><br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie stark beeinflusst der Klimawandel D\u00fcrren in Europa? 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