{"id":75272,"date":"2026-07-28T08:06:09","date_gmt":"2026-07-28T08:06:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/75272\/"},"modified":"2026-07-28T08:06:09","modified_gmt":"2026-07-28T08:06:09","slug":"europaeische-google-konkurrenz-fordert-schadenersatz-nach-rekordstrafe-der-eu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/75272\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Google-Konkurrenz fordert Schadenersatz nach Rekordstrafe der EU"},"content":{"rendered":"<p>Ein Bu\u00dfgeld von \u20ac890 Millionen, das die Europ\u00e4ische Union Google vergangene Woche auferlegt hat, entwickelt sich zur Steilvorlage f\u00fcr immer mehr private Schadensersatzklagen. Vor allem technologieorientierte Unternehmen in ganz Europa sehen darin neue Chancen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Es ist die erste Geldbu\u00dfe auf Grundlage des EU-Gesetzes \u00fcber digitale M\u00e4rkte und sie besteht aus zwei Teilen.<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Br\u00fcsseler Beh\u00f6rden bevorzugt Google in seinen Suchergebnissen weiterhin eigene Dienste \u2013 etwa Shopping, Hotels, Verkehr oder Sportergebnisse \u2013 gegen\u00fcber Konkurrenzangeboten. Das untergrabe den fairen Wettbewerb und schr\u00e4nke die Auswahl f\u00fcr Nutzerinnen und Nutzer ein.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem habe Google App-Entwickler daran gehindert, Nutzerinnen und Nutzer von Google Play auf g\u00fcnstigere Bezahlm\u00f6glichkeiten au\u00dferhalb der App hinzuweisen.<\/p>\n<p>Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepr\u00e4sidentin der Kommission f\u00fcr einen sauberen, fairen und wettbewerbsorientierten Wandel, betonte, Produkte m\u00fcssten sich durch ihre Qualit\u00e4t durchsetzen \u2013 nicht durch den Konzern, dem die Suchmaschine geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Google weist diese Darstellung zur\u00fcck. Kent Walker, Pr\u00e4sident f\u00fcr Globale Angelegenheiten, erkl\u00e4rte, der Konzern werde gezwungen, Funktionen zu \u201eentfernen\u201c, die Nutzerinnen und Nutzer sch\u00e4tzen \u2013 etwa Echtzeitpreise oder Verf\u00fcgbarkeiten von Hotels und Fl\u00fcgen. Die Entscheidung f\u00fchre aus seiner Sicht eher zu einer Verschlechterung der Produkte als zu fairem Wettbewerb.<\/p>\n<p>Wer bislang Schadensersatz von Google verlangt<\/p>\n<p>In Deutschland sprach ein Berliner Gericht dem Preisvergleichsportal Idealo im November 2025 \u20ac465 Millionen zu \u2013 deutlich weniger als die \u20ac3,3 Milliarden, die das zum Axel-Springer-Konzern geh\u00f6rende Unternehmen gefordert hatte.<\/p>\n<p>Idealo k\u00fcndigte in einer Mitteilung an, die Forderung trotzdem weiterzuverfolgen. Mitgr\u00fcnder Albrecht von Sonntag erkl\u00e4rte, \u201eMarktmissbrauch muss Folgen haben\u201c und d\u00fcrfe kein lukratives Gesch\u00e4ftsmodell werden.<\/p>\n<p>In demselben Berliner Verfahren sprach das Gericht dem Betreiber von Testberichte.de, der Producto GmbH, in einem parallelen Urteil rund \u20ac107 Millionen zu \u2013 bei einer urspr\u00fcnglichen Forderung von \u20ac290 Millionen.<\/p>\n<p>In Italien reichte die Moltiply-Tochter 7Pixel im Mai 2025 eine Anschlussklage \u00fcber \u20ac2,97 Milliarden ein. Sie macht Sch\u00e4den am Vergleichsportal Trovaprezzi.it geltend.<\/p>\n<p>In einer verpflichtenden B\u00f6rsenmitteilung erkl\u00e4rte Moltiply, die Summe spiegele \u201edie strukturellen Auswirkungen des Missbrauchs plus Zinsen\u201c wider, wie externe Gutachter es berechnet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>In Schweden erhielt das zum Klarna-Konzern geh\u00f6rende Vergleichsportal PriceRunner im Juli 2026 von einem Gericht in Stockholm rund \u20ac1,7 Milliarden zugesprochen.<\/p>\n<p>Warum dieses Bu\u00dfgeld die Lage ver\u00e4ndert<\/p>\n<p>Fast alle diese Verfahren begannen lange vor der j\u00fcngsten Geldbu\u00dfe gegen Google.<\/p>\n<p>Es handelt sich um sogenannte Anschlussklagen, die auf der Google-Shopping-Entscheidung der EU-Kommission aus dem Jahr 2017 beruhen. Damals stellte Br\u00fcssel nach Artikel 102, der \u00e4lteren Missbrauchsregel f\u00fcr marktbeherrschende Unternehmen, fest, dass Google seine eigenen Dienste unzul\u00e4ssig bevorzugt hatte.<\/p>\n<p>Da dieser Versto\u00df in Br\u00fcssel bereits festgestellt ist, m\u00fcssen die Kl\u00e4ger ihn vor nationalen Gerichten nicht noch einmal nachweisen. Sie m\u00fcssen nur beziffern, welcher Schaden ihnen entstanden ist.<\/p>\n<p>Die neue Geldbu\u00dfe betrifft anderes und j\u00fcngeres Verhalten: anhaltende Selbstbevorzugung in den Suchergebnissen und sogenannte Anti-Steering-Praktiken im Google-Play-Store, die Nutzer vom Wechsel zu anderen Angeboten abhalten.<\/p>\n<p>Sie \u00f6ffnet die \u00e4lteren Verfahren nicht wieder und \u00e4ndert auch deren Rechtsgrundlage nicht. Sie schw\u00e4cht aber eine Verteidigungslinie, auf die Google sich in vielen Prozessen st\u00fctzt: dass die \u00c4nderungen von 2017 das Problem gel\u00f6st h\u00e4tten und m\u00f6gliche Sch\u00e4den nur von kurzer Dauer gewesen seien.<\/p>\n<p>Der Befund, dass dasselbe Verhalten Jahre sp\u00e4ter weiterging, macht dieses Argument deutlich schwerer haltbar.<\/p>\n<p>Das neue Bu\u00dfgeld k\u00f6nnte zudem den Zeitraum ausweiten, f\u00fcr den Unternehmen Entsch\u00e4digung verlangen k\u00f6nnen. Da es j\u00fcngere Verst\u00f6\u00dfe dokumentiert, d\u00fcrften Firmen nun auch f\u00fcr diese sp\u00e4teren Jahre Schadenersatz fordern \u2013 zus\u00e4tzlich zur Zeit vor 2017, die die \u00e4lteren Verfahren bereits abdecken. Das d\u00fcrfte h\u00f6here Forderungen und weitere Klagen nach sich ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Bu\u00dfgeld von \u20ac890 Millionen, das die Europ\u00e4ische Union Google vergangene Woche auferlegt hat, entwickelt sich zur Steilvorlage&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":75273,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[13,14,22,10267,2438],"class_list":["post-75272","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-europaeisch","tag-europaeische","tag-europaeische-union","tag-gesetz-ueber-digitale-dienste-dsa","tag-google"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75272\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/75273"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}