{"id":76573,"date":"2026-07-30T14:20:12","date_gmt":"2026-07-30T14:20:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/76573\/"},"modified":"2026-07-30T14:20:12","modified_gmt":"2026-07-30T14:20:12","slug":"eu-ki-gesetz-formt-unternehmensregeln-weltweit-von-washington-bis-tokio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/76573\/","title":{"rendered":"EU-KI-Gesetz formt Unternehmensregeln weltweit \u2013 von Washington bis Tokio"},"content":{"rendered":"<p>Br\u00fcssels Hang zur aus Sicht vieler \u00fcbertriebenen Regulierung zeigt Wirkung weit \u00fcber die EU hinaus.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Laut neuen Daten sitzt fast die H\u00e4lfte der Unternehmen, die in ihren Governance-Berichten auf das EU-Gesetz \u00fcber K\u00fcnstliche Intelligenz verweisen, gar nicht in der EU. Das deutet darauf hin, dass Br\u00fcssel schon vor dem vollst\u00e4ndigen Inkrafttreten der strengen Vorgaben einen globalen Standard f\u00fcr KI-Steuerung setzt.<\/p>\n<p>Die Auswertung, ver\u00f6ffentlicht von der Thomson-Reuters-Stiftung auf Basis der Initiative AI Company Data (AICDI), st\u00fctzt sich auf mehr als 100.000 Datenpunkte von 2.973 Unternehmen weltweit.<\/p>\n<p>Demnach haben 47 % der Unternehmen, die das Gesetz in ihren Angaben nennen, ihren Hauptsitz au\u00dferhalb der EU.<\/p>\n<p>Der Bericht wertet dies als Beleg f\u00fcr einen \u201eBrussels Effect\u201c in der KI-Regulierung \u2013 so nennen Fachleute die Tendenz, dass EU-Regeln zum weltweiten Ma\u00dfstab werden, besonders deutlich bei der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).<\/p>\n<p>Demnach ist der Effekt \u201enoch nicht fl\u00e4chendeckend, aber er ist sichtbar, deutlich und konzentriert dort, wo der Marktdruck zur Angleichung am st\u00e4rksten ist\u201c.<\/p>\n<p>Das Gesetz, das ab August 2026 vollst\u00e4ndig gilt, ist weltweit das erste umfassende, sektor\u00fcbergreifende KI-Gesetz.<\/p>\n<p>Seine Reichweite geht \u00fcber die Grenzen der EU hinaus. Es gilt f\u00fcr jede Organisation, deren KI-Systeme in der EU eingesetzt werden oder deren Ergebnisse Auswirkungen auf B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, Unternehmen oder \u00f6ffentliche Einrichtungen im Binnenmarkt haben.<\/p>\n<p>Jahrelange Vorbereitung<\/p>\n<p>Das KI-Gesetz gilt seit 2024, doch seine Pflichten greifen schrittweise und nicht auf einen Schlag.<\/p>\n<p>Verbote besonders riskanter KI-Anwendungen und Transparenzvorgaben f\u00fcr allgemein einsetzbare KI-Modelle galten bereits ab Dezember 2025. Erst die Regeln f\u00fcr Hochrisikosysteme, etwa in Personalgewinnung, Kreditvergabe und Gesundheitswesen, werden im August 2026 vollst\u00e4ndig verbindlich.<\/p>\n<p>Wie bei der Datenschutz-Grundverordnung reicht der Geltungsbereich \u00fcber die EU hinaus. Auch Unternehmen ohne Sitz im Binnenmarkt m\u00fcssen die Vorgaben einhalten. Bei schweren Verst\u00f6\u00dfen drohen Strafen von bis zu 35 Millionen Euro oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes.<\/p>\n<p>Trotzdem darf man dies nicht mit einem breiten Trend verwechseln, KI-Nutzung offen zu legen oder strukturierte Vorgaben f\u00fcr den Einsatz zu haben.<\/p>\n<p>\u00dcber alle Branchen hinweg verf\u00fcgen nur 13 % der Unternehmen \u00fcberhaupt \u00fcber einen formalen Rahmen f\u00fcr KI-Governance, unabh\u00e4ngig davon, ob sie das EU-KI-Gesetz erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Von diesen 13 %, die einen solchen Rahmen etabliert haben, verweist etwas mehr als die H\u00e4lfte, n\u00e4mlich 53 %, ausdr\u00fccklich auf das EU-KI-Gesetz. Von dieser Gruppe sitzen 47 % der Unternehmen au\u00dferhalb der EU.<\/p>\n<p>Technologiebranche gibt Tempo vor<\/p>\n<p>Wie stark sich Unternehmen mit dem Gesetz auseinandersetzen, h\u00e4ngt stark von Branche und Region ab.<\/p>\n<p>Allein IT-Unternehmen stellen fast 40 % aller Nicht-EU-Firmen, die das Gesetz zitieren. Kommunikations- und Finanzdienstleister kommen zusammen auf weitere 29 %.<\/p>\n<p>Regional liegt Nordamerika mit knapp 40 % an der Spitze. Den Ausschlag geben vor allem US-Technologie- und Gesundheitsunternehmen mit starkem EU-Gesch\u00e4ft.<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische Unternehmen au\u00dferhalb der EU \u2013 vor allem aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich, der Schweiz und Norwegen \u2013 folgen mit rund 24 %. Das spiegelt enge wirtschaftliche und regulatorische Verflechtungen mit der Union.<\/p>\n<p>Asiatische Firmen kommen auf eine Quote von etwa 28 %. Sie konzentriert sich auf Technologieunternehmen, die tief in globale KI-Lieferketten eingebunden sind.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten sind ein besonders eindr\u00fcckliches Beispiel, zumal die US-Regierung bei KI-Regulierung bislang eher zur\u00fcckhaltend agiert.<\/p>\n<p>Es gibt kein umfassendes bundesweites KI-Gesetz, trotzdem stellen US-Unternehmen 35 % aller Nicht-EU-Firmen, die das EU-Gesetz erw\u00e4hnen \u2013 mehr als jedes andere Land.<\/p>\n<p>In den USA stammen 53 % der zitierenden Unternehmen aus der IT-Branche, und jedes f\u00fcnfte IT-Unternehmen im Datensatz verweist auf das Gesetz \u2013 der h\u00f6chste Wert unter allen Branchen im Land.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe US-Technologiekonzerne wie Microsoft, Google, OpenAI und xAI haben sich laut Bericht freiwillig an Teile des EU-Verhaltenskodex f\u00fcr KI angelehnt. Ausschlaggebend ist f\u00fcr sie die Aussicht auf dauerhaft freien Zugang zum europ\u00e4ischen Markt.<\/p>\n<p>Gute Werte, gro\u00dfe L\u00fccken<\/p>\n<p>Unternehmen, die das Gesetz erw\u00e4hnen, erf\u00fcllen die grundlegenden Anforderungen meist ordentlich. Sie haben eine klare KI-Strategie, eine Aufsicht auf Vorstandsebene und legen offen, welche Daten sie nutzen. Nicht-EU-Firmen, die sich auf das Gesetz beziehen, schneiden bei diesen Punkten sogar besser ab als EU-Unternehmen.<\/p>\n<p>Bei der Weiterbildung liegen dagegen Firmen aus der EU vorn: 49,4 % bieten Programme zur Umschulung oder zum KI-Grundverst\u00e4ndnis an, gegen\u00fcber 40,6 % der Unternehmen au\u00dferhalb der EU.<\/p>\n<p>Doch Kontrolle der Strategie ist das eine. Zu pr\u00fcfen, was eine KI im Einzelfall tats\u00e4chlich tut, ist etwas anderes. Weltweit verpflichten nur 12,4 % der Unternehmen eine Person dazu, einzelne KI-Entscheidungen zu \u00fcberpr\u00fcfen, und fast die H\u00e4lfte von ihnen hat noch gar nicht festgelegt, wie das praktisch funktionieren soll.<\/p>\n<p>Noch seltener sind systematische Pr\u00fcfungen von Rechten. Weniger als jedes vierte Unternehmen untersucht, ob seine KI die Rechte von Besch\u00e4ftigten verletzen k\u00f6nnte \u2013 selbst unter den Firmen, die sich besonders intensiv mit dem Gesetz befassen.<\/p>\n<p>Diese L\u00fccke wird bald besonders wichtig. Ab August 2026 m\u00fcssen Unternehmen, die Hochrisiko-KI in Bereichen wie Personalgewinnung, Kreditvergabe oder Gesundheitsversorgung einsetzen, solche Pr\u00fcfungen vor dem Start durchf\u00fchren und die Ergebnisse den Aufsichtsbeh\u00f6rden melden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Br\u00fcssels Hang zur aus Sicht vieler \u00fcbertriebenen Regulierung zeigt Wirkung weit \u00fcber die EU hinaus. 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