{"id":77191,"date":"2026-07-31T13:08:08","date_gmt":"2026-07-31T13:08:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/77191\/"},"modified":"2026-07-31T13:08:08","modified_gmt":"2026-07-31T13:08:08","slug":"ceuta-und-melilla-mit-nichts-als-einem-schwimmring-nach-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/77191\/","title":{"rendered":"Ceuta und Melilla: Mit nichts als einem Schwimmring nach Europa"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\">An den spanischen Exklaven <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/ceuta\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ceuta<\/a> und Melilla kommt es <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2026-07\/melilla-migranten-marokko-grenze-spanien-gxe\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">zu Tausenden Grenz\u00fcbertritten<\/a>. Nach spanischen Angaben gelangten 60.000 Menschen von Marokko \u00fcber Wasser oder Land in die autonomen St\u00e4dte, die meisten von ihnen zwischen Mittwoch und Donnerstag. An den Landgrenzen kommt es zu Zusammenst\u00f6\u00dfen zwischen Migranten und marokkanischen Einsatzkr\u00e4ften. Inzwischen sollen Tausende Menschen Ceuta wieder verlassen haben \u2013 \u00bbgef\u00fchrt\u00ab vom spanischen Milit\u00e4r.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0Stringer\/\u200bREUTERS<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Vor allem am Grenz\u00fcbergang Fnideq zwischen Marokko und Ceuta eskalierte die Lage. Marokkanische Beh\u00f6rden setzten Wasserwerfer ein, um weitere \u200b\u00dcbertritte zu verhindern. Auch in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/melilla\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Melilla<\/a> kam es am Grenz\u00fcbergang Beni Ansar zu Zusammenst\u00f6\u00dfen. Nach Angaben der marokkanischen Vereinigung f\u00fcr Menschenrechte wurden dort mindestens drei Fahrzeuge in Brand gesetzt, zudem gab es Verletzte unter Migranten und Sicherheitskr\u00e4ften.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0ABDEL MAJID BZIOUAT\/\u200bAFP via Getty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die ganze Nacht \u00fcber habe es in Ceuta einen \u00bbstetigen Zustrom von Menschen\u00ab gegeben, meldete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeikreise. Obwohl die Zahl der Ankommenden \u2013 vorwiegend junge M\u00e4nner und Jugendliche \u2013 geringer gewesen sei als tags\u00fcber, seien Migranten \u00bbauch \u00fcber Nacht weiter angekommen\u00ab.\u00a0\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0JORGE GUERRERO\/\u200bAFP via Getty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Unter den Ank\u00f6mmlingen sind viele Frauen, Minderj\u00e4hrige und Kinder. Mindestens 34 Menschen starben nach j\u00fcngsten amtlichen Angaben im Meer. Das spanische Innenministerium teilte zudem mit, dass 25.000 Migranten von Freitagmorgen bis Freitagmittag bereits wieder nach <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/marokko\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Marokko<\/a> zur\u00fcckgekehrt seien. Das seien \u00bb150 Menschen pro Minute\u00ab.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0ABDEL MAJID BZIOUAT\/\u200bAFP via Getty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der spanische Regierungschef Pedro S\u00e1nchez sprach von einem \u00bbAngriff\u00ab auf das spanische Staatsgebiet. Er w\u00fcrde \u00bbdas, was geschehen ist\u00ab, als eine \u00bbVerletzung der territorialen Integrit\u00e4t Spaniens bezeichnen\u00ab, sagte S\u00e1nchez am Freitag bei einem Besuch der spanischen <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/exklave\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Exklave<\/a>. Die marokkanischen Beh\u00f6rden haben sich zu den Ereignissen bislang nicht \u00f6ffentlich ge\u00e4u\u00dfert.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0Europa Press News\/\u200bEuropa Press via Getty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Obwohl Marokko 1956 die Unabh\u00e4ngigkeit von Frankreich und <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/spanien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a> erlangte, hat Spanien dort weiterhin zwei Exklaven, Ceuta und Melilla. Beide werden von Marokko beansprucht. In der N\u00e4he beider Gebiete warten oft Tausende Menschen \u2013 vorwiegend aus<br \/>\n L\u00e4ndern s\u00fcdlich der Sahara \u2013 auf eine Gelegenheit, in das zur EU<br \/>\ngeh\u00f6rende Gebiet zu kommen.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0Europa Press News\/\u200bEuropa Press via Getty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die spanische Regierung mobilisierte zuletzt auch das Milit\u00e4r, um die Guardia Civil in Ceuta zu unterst\u00fctzen. Wie viele Soldaten geschickt werden sollten, wurde bisher nicht mitgeteilt. Es hie\u00df aber, dass die Personalst\u00e4rke der Guardia Civil in Ceuta von derzeit 80 Beamten auf nahezu doppelt so viele Kr\u00e4fte aufgestockt werden solle. Auch Taucher der Polizei sowie ein Boot und Drohnen wurden nach Regierungsangaben entsandt.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0Antonio Sempere\/\u200bdpa<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Viele Menschen gelangten schwimmend nach Ceuta, einige \u00fcber Land. AFP-Reporter beobachteten Hunderte Menschen dabei, wie sie um eine<br \/>\nGrenzbarriere mit Marokko herumschwammen, um die Exklave zu<br \/>\nerreichen. Dabei lie\u00dfen sie Schwimmringe und Kleidung zur\u00fcck.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0Abdel Majid Bziouat\/\u200bAFP\/\u200bGetty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">S\u00e1nchez k\u00fcndigte bei seinem Besuch weitere Ma\u00dfnahmen zur Sicherung der Grenze an. So sollten am Grenzdamm zwischen der K\u00fcste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine \u00bbphysische Sperre\u00ab zu schaffen. Zudem sollten Verfahren beschleunigt werden, um die R\u00fcckf\u00fchrung irregul\u00e4r eingereister Migranten zu erleichtern.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0Fabian Bimmer\/\u200bReuters<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Frankreich und Italien verst\u00e4rken wegen der Ereignisse ihre<br \/>\nGrenzkontrollen. Italiens rechte Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni<br \/>\nsprach zudem von einem m\u00f6glichen Ausschluss Spaniens aus dem<br \/>\nSchengenraum. Ihre Regierung sei dabei, die \u00bbzust\u00e4ndigen Gremien\u00ab<br \/>\neinzuberufen, und nach Beratungen auch mit \u00bbau\u00dferordentlichen Ma\u00dfnahmen\u00ab<br \/>\n einzugreifen, teilte Meloni auf X mit. Die Bilder aus Ceuta nannte sie<br \/>\n\u00bbersch\u00fctternd\u00ab.\n<\/p>\n<p>                    \u00a9\u00a0ABDEL MAJID BZIOUAT\/\u200bAFP via Getty Images<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Hintergrund der zahlreichen Grenz\u00fcbertritte ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs Spaniens von Anfang des Monats. Demnach d\u00fcrfen Migrantinnen und Migranten, die auf dem Seeweg nach Ceuta oder in die andere \u200bspanische Nordafrika-Enklave Melilla abgefangen werden, nicht umgehend wieder zur\u00fcckgeschickt werden. Spaniens Innenministerium \u200cmacht Schlepperbanden daf\u00fcr verantwortlich, das Urteil auszunutzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"An den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla kommt es zu Tausenden Grenz\u00fcbertritten. 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