{"id":77195,"date":"2026-07-31T13:10:13","date_gmt":"2026-07-31T13:10:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/77195\/"},"modified":"2026-07-31T13:10:13","modified_gmt":"2026-07-31T13:10:13","slug":"island-und-die-europaeische-union-so-nah-und-doch-so-fern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/77195\/","title":{"rendered":"Island und die Europ\u00e4ische Union: so nah und doch so fern"},"content":{"rendered":"<p>Island, das bereits Mitglied der NATO, des Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums (EWR), des Binnenmarkts und des Schengen-Raums ist, diskutiert seit Jahrzehnten dar\u00fcber, ob es Vollmitglied der Europ\u00e4ischen Union werden soll. <\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der euroskeptischen Botschaften stehen die Bef\u00fcrchtungen hinsichtlich der Fischerei und Landwirtschaft. Umfragen zufolge liegt die Ablehnung der EU in l\u00e4ndlichen Gebieten bei bis zu 80 %.<\/p>\n<p>Der Landwirt Stef\u00e1n Geirsson vermarktet Milch und Rindfleisch aus Islands wichtigster Agrarregion. Eine Vollmitgliedschaft in der EU w\u00fcrde eine Flut billigerer Agrar- und Lebensmittelimporte nach sich ziehen, mit denen die Landwirte hier einfach nicht mithalten k\u00f6nnten, bef\u00fcrchtet er. <\/p>\n<p>\u201eEs gibt Beispiele aus Finnland, wo die Preise, die die Landwirte f\u00fcr ihre Erzeugnisse erhielten, nach dem EU-Beitritt um 40 % sanken und viele Landwirte ihren Betrieb aufgeben mussten. Wenn wir den Markt verlieren, kann das meiner Meinung nach durch keine Subventionen ausgeglichen werden\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Die Fischerei ist der andere gro\u00dfe Wirtschaftszweig, der sich offen euroskeptisch zeigt. Die Fischerei- und Meeresfr\u00fcchtebranche erwirtschaftet rund 8 % des BIP des Landes und stellt etwa 4% der Arbeitspl\u00e4tze. \u00c1g\u00fast J\u00f3hannesson arbeitet auf einem Trawler, der auf Kabeljau und Schellfisch fischt. Er behauptet, die EU-Quotenregelungen w\u00fcrden der Fischerei schaden. \u201eAu\u00dferdem sind die meisten Fischereibetriebe in Familienbesitz\u201c, f\u00fcgt er hinzu. \u201eBei einem offenen europ\u00e4ischen Binnenmarkt ist es f\u00fcr europ\u00e4ische Unternehmen sehr einfach, sich dort einzukaufen. Unsere Fischereiindustrie wird niemals untergehen. Aber sie wird sich ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Bereits rund 75 % der isl\u00e4ndischen Rechtsvorschriften in den Bereichen Soziales, Umwelt und Wirtschaft entsprechen den EU-Vorschriften. \u201eMehr ist nicht n\u00f6tig\u201c, sagt Haraldur \u00d3lafsson, Gr\u00fcnder der wichtigsten euroskeptischen Gruppierung des Landes. \u201eDie Wirtschaft Islands basiert auf nat\u00fcrlichen Ressourcen. Es ist nicht so stark industrialisiert wie Mitteleuropa. Und auch kulturell gibt es gewisse Unterschiede. In Island gibt es beispielsweise \u00fcberhaupt keine milit\u00e4rische Tradition. Und es wird sehr, sehr teuer sein, Mitglied der Europ\u00e4ischen Union zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Stabilit\u00e4t ist eines der Hauptargumente der Bef\u00fcrworter der europ\u00e4ischen Integration. Die Landesw\u00e4hrung war in der Vergangenheit immer wieder von pl\u00f6tzlichen Abwertungen betroffen, die erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen hatten, darunter auch eine hohe Inflation. Die Zinss\u00e4tze liegen hier etwa dreimal so hoch wie die von der Europ\u00e4ischen Zentralbank festgelegten.<\/p>\n<p>Eine Vollmitgliedschaft in der EU und die Einf\u00fchrung des Euro w\u00e4ren laut dem in Polen geborenen Abgeordneten und Vorsitzenden des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses des Parlaments, Pawel Bartoszek, die beste L\u00f6sung, um wirtschaftliche Stabilit\u00e4t f\u00fcr kommende Generationen zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>\u201e(Der Beitrag f\u00fcr eine Vollmitgliedschaft in der EU) w\u00fcrde j\u00e4hrlich 10 oder 15 Milliarden Kronen betragen. Allein durch die Einsparungen bei den Immobilienkrediten aufgrund niedrigerer Zinsen k\u00f6nnten die isl\u00e4ndischen Verbraucher j\u00e4hrlich bis zu 100 Milliarden Kronen einsparen. Die Vorteile f\u00fcr Haushalte und Verbraucher sind so gro\u00df, dass sich diese Kosten sehr leicht rechtfertigen lassen\u201c, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p>Neue internationale geopolitische Gegebenheiten pr\u00e4gen die Debatte ma\u00dfgeblich. Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten sowie die widerspr\u00fcchlichen Signale der US-Regierung haben zu einem wachsenden Gef\u00fchl der Isolation gef\u00fchrt. Magn\u00fas Magn\u00fasson, Universit\u00e4tsprofessor f\u00fcr Politikwissenschaft, ist Vorsitzender einer Plattform, die sich f\u00fcr engere Beziehungen zur EU einsetzt.<\/p>\n<p>\u201eWir sind st\u00e4ndigen Angriffen durch russische Bots, russische Desinformation und alle m\u00f6glichen Akteure ausgesetzt, die versuchen, unsere Infrastruktur zu beeinflussen, unsere Websites und unsere Energieinfrastrukturen anzugreifen. Sie m\u00fcssen gesch\u00fctzt werden. Es gibt also viele Bereiche, in denen die EU Unterst\u00fctzung leisten kann\u201c, sagt er.<\/p>\n<p>Europabef\u00fcrworter argumentieren zudem, dass Island zwar an zahlreiche EU-Regelungen gebunden ist und sich an ihnen orientiert, aber nicht Teil der EU-Institutionen ist und dadurch seinen Einfluss auf die Gestaltung der Politik verliert.<\/p>\n<p>Dagbj\u00f6rt H\u00e1konnard\u00f3ttir ist gew\u00e4hlte Abgeordnete der regierenden Sozialdemokratischen Allianz. Die unmissverst\u00e4ndliche Unterst\u00fctzung der EU durch die derzeitige Regierung sei der beste Weg, die Interessen der Isl\u00e4nder zu wahren, sagt sie. \u201eWir haben derzeit keinerlei Einfluss. Das h\u00e4ngt mit Fragen des Binnenmarkts zusammen. Es hat mit Energie und Umweltfragen zu tun. Diese Interessen werden von den isl\u00e4ndischen Beh\u00f6rden nicht gewahrt\u201c, schlie\u00dft sie.<\/p>\n<p>Die Vulkaninsel liegt in einer geologisch \u2013 aber auch politisch \u2013 sehr aktiven Zone, die ihre Zukunft unaufhaltsam pr\u00e4gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Island, das bereits Mitglied der NATO, des Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums (EWR), des Binnenmarkts und des Schengen-Raums ist, diskutiert seit&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":77196,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[21,2607,4746,22,698,231,7274],"class_list":["post-77195","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-eu","tag-eu-erweiterung","tag-europaeische-politik","tag-europaeische-union","tag-island","tag-landwirtschaft","tag-referendum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77195","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=77195"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/77195\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/77196"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=77195"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=77195"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=77195"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}