{"id":78105,"date":"2026-08-03T05:51:13","date_gmt":"2026-08-03T05:51:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78105\/"},"modified":"2026-08-03T05:51:13","modified_gmt":"2026-08-03T05:51:13","slug":"zentralrat-fordert-praevention-durch-bildung-und-aufklaerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78105\/","title":{"rendered":"Zentralrat fordert Pr\u00e4vention durch Bildung und Aufkl\u00e4rung"},"content":{"rendered":"<p class=\"date\">03.08.2026 \u2013 07:43<\/p>\n<p class=\"customer\">\n                        <a class=\"story-customer\" title=\"weiter zum newsroom von Zentralrat Deutscher Sinti und Roma\" href=\"https:\/\/www.presseportal.ch\/de\/nr\/100099548\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zentralrat Deutscher Sinti und Roma<\/a>\n                    <\/p>\n<p><a class=\"glightbox event-trigger\" href=\"https:\/\/cache.pressmailing.net\/thumbnail\/story_hires\/5a816438-1b44-433e-b107-0b96ab839c2c\/Sintiundroma_2.August.JPG.jpg\" data-description=\"Auf dem Weg zur Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau: Istvan Gy\u00f6ngy\u00f6si, Abgeordneter des ungarischen Parlaments, Krisztian K\u00f6szegi, stellvertretender Pr\u00e4sident des ungarischen Parlaments, Michael Brand, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und f\u00fcr das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Isabelle Berro-Amadei, Pr\u00e4sidentin des Ministerkomitees des Europarates und Ministerin f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten und Zusammenarbeit von Monaco, Petra Bayr, Pr\u00e4sidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, Szymon Ho?ownia, Vizemarschall des Seym der Republik Polen, und  Roman Kwiatkowski, Pr\u00e4sident des Verbands der Roma in Polen (von links). Foto: Zentralrat deutscher Sinti und Roma \/ Jaros?aw Praszkiewicz \/ Weiterer Text \u00fcber ots und www.presseportal.de\/nr\/128332 \/ Die Verwendung dieses Bildes f\u00fcr redaktionelle Zwecke ist unter Beachtung aller mitgeteilten Nutzungsbedingungen zul\u00e4ssig und dann auch honorarfrei. Ver\u00f6ffentlichung ausschlie\u00dflich mit Bildrechte-Hinweis.\" data-category=\"medialightbox\" data-action=\"click\" data-label=\"single\" data-value=\"6a702a7e270000fd2c804afc\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" height=\"540\" with=\"720\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/zentralrat-fordert-pr-vention-durch-bildung-und-aufkl-rung.jpeg\"   alt=\"Zentralrat fordert Pr\u00e4vention durch Bildung und Aufkl\u00e4rung\" class=\"single\"\/><\/a><\/p>\n<p><a data-category=\"citylink-story-view\" data-action=\"click\" data-label=\"Citylink in Meldungsansicht\" class=\"story-city event-trigger\" href=\"https:\/\/www.presseportal.ch\/de\/r\/Auschwitz\" title=\"News aus Auschwitz \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Auschwitz<\/a> (ots)<\/p>\n<p>Gedenkveranstaltung zum Europ\u00e4ischen Holocaust-Gedenktag f\u00fcr Sinti und Roma am 2. August 2026 in Auschwitz-Birkenau<\/p>\n<p> Die Kinder, kranken und alten Menschen hatten keine Chance zu \u00fcberleben: In der Nacht des 2. August 1944 wurden die 4300 Sinti und Roma im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau von der SS \u2013 trotz heftigen Widerstands \u2013 in die Gaskammern getrieben und ermordet. Zum 82. Jahrestag der Aufl\u00f6sung des Lagerabschnitts, in dem die Angeh\u00f6rigen der Minderheit zusammengepfercht worden waren, haben der Zentralrat sowie das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma gemeinsam mit dem Verband der Roma in Polen und dem Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau am 2. August den Opfern am Ort des Menschheitsverbrechens gedacht. <\/p>\n<p> Das Europ\u00e4ische Parlament erkl\u00e4rte den 2. August im Jahr 2015 in Erinnerung an die 500.000 Angeh\u00f6rigen der Minderheit, die im NS-besetzten Europa ermordet wurden, zum Europ\u00e4ischen Holocaust-Gedenktag f\u00fcr Sinti und Roma. <\/p>\n<p> \u201eWenn ich heute in die Welt blicke, fehlen mir die Worte, um meine Verzweiflung dar\u00fcber zum Ausdruck zu bringen, dass wir Menschen nichts aus der Geschichte gelernt haben\u201c, sagte Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, bei der zentralen Gedenkveranstaltung. \u201eDenn auch heute wird wieder gegen das V\u00f6lkerrecht versto\u00dfen: in der Ukraine, im Nahen Osten und an vielen anderen Orten dieser Welt.\u201c <\/p>\n<p> Doch nicht nur das: \u201eMit Schrecken sieht unsere Minderheit das Erstarken eines wiedererwachten und gewaltbereiten Antiziganismus in Deutschland, aber auch in anderen L\u00e4ndern Europas. Diese Entwicklung vollzieht sich nicht im luftleeren Raum. In ganz Europa erleben wir Wahlerfolge rechtsextremer und nationalistischer Parteien, die Hass und Hetze wieder salonf\u00e4hig machen.\u201c <\/p>\n<p> Die bedrohliche Situation f\u00fcr Sinti und Roma in Deutschland belegen auch die Zahlen der unabh\u00e4ngigen Melde- und Informationsstelle Antiziganismus, betonte Romani Rose. <\/p>\n<p> Erschreckend sei, dass dieser hassgeleitete Antiziganismus gegen die Minderheit nicht nur vom rechten Spektrum, sondern auch von staatlichen Institutionen, wie zum Beispiel den Polizeibeh\u00f6rden in Niedersachsen, die Sinti und Roma auf der Grundlage des von den Nazis gepr\u00e4gten Rassebegriffs wieder kriminalisieren und erfassen w\u00fcrden. \u201eIch erwarte, dass der deutsche Rechtsstaat diese skandal\u00f6se Praxis \u2013 82 Jahre nach Auschwitz \u2013 beendet!\u201c, forderte der Vorsitzende des Zentralrates. <\/p>\n<p> Dem Antiziganismus sei jedoch nicht nur mit dem Strafrecht zu begegnen, sondern auch mit Pr\u00e4vention durch Bildung und Aufkl\u00e4rung. \u201eEs ist ein Skandal, dass die gr\u00f6\u00dfte Minderheit Europas mit 10 bis 12 Millionen Menschen in den Schulb\u00fcchern ihrer Heimatl\u00e4nder kaum vorkommt.\u201c Aus diesem Grund hat Romani Rose bei der Gedenkveranstaltung einen Appell an die Mitgliedsstaaten des Europarates und der Europ\u00e4ischen Union \u00fcbergeben, in dem der Zentralrat darum bittet, in den Bildungseinrichtungen aufkl\u00e4rend \u00fcber die jahrhundertealte Geschichte von Sinti und Roma in ihren Heimatl\u00e4ndern zu informieren und auf ihre Beitr\u00e4ge zu Kunst, Musik und Kultur hinzuweisen. <\/p>\n<p> Der Holocaust-\u00dcberlebende Dieter Flack erinnerte an seine Angeh\u00f6rigen, die im Mai 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und wenige Wochen sp\u00e4ter vergast wurden. Seine Familie konnte sich durch Flucht vor den NS-Schergen retten und versteckte sich \u00fcber Monate in W\u00e4ldern. Der 85-J\u00e4hrige wandte sich in seiner Rede insbesondere an junge Menschen: \u201eNutzt jede Gelegenheit, Euch weiterzubilden, lernt vor allem Sprachen und lernt andere L\u00e4nder und Kulturen kennen. Denn das tr\u00e4gt dazu bei, Vorurteile abzubauen und ein Klima der Toleranz und Akzeptanz zu schaffen.\u201c Angesichts der Wahlerfolge rechtsextremer Parteien in Deutschland und Europa rief der Sinto dazu auf, dass \u201eantiziganistische Klischees durch Wissen \u00fcber unsere Geschichte und unsere kulturellen Leistungen ersetzt werden m\u00fcssen. Sonst bleibt ,Nie wieder\u2018 nur ein leeres Schlagwort.\u201c <\/p>\n<p> F\u00fcr die deutsche Bundesregierung betonte der Parlamentarische Staatssekret\u00e4r Michael Brand in seiner Funktion als Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und f\u00fcr das Leben der Sinti und Roma in Deutschland: \u201eWir stellen uns der Verantwortung f\u00fcr den Holocaust an \u00fcber 500.000 Sinti und Roma unter dem Terror des Nazi-Regimes in Europa. Dazu geh\u00f6rt, dass wir Diskriminierung auf allen Ebenen aktiv bek\u00e4mpfen und uns daf\u00fcr einsetzen, dass gerade die positiven Beispiele des Miteinander von Sinti und Roma mit den jeweiligen Gesellschaften st\u00e4rker hervorgehoben werden. Am Umgang mit Minderheiten zeigt sich die Haltung und St\u00e4rke einer offenen Gesellschaft. Bessere Integration und ein Miteinander f\u00fchren zur St\u00e4rkung von Gemeinsamkeit. So halten wir die Erinnerung wach, handeln und st\u00e4rken die Gemeinsamkeit f\u00fcr die Zukunft.\u201c <\/p>\n<p> Die europ\u00e4ische Perspektive beleuchtete Isabelle Berro-Amadei, Pr\u00e4sidentin des Ministerkomitees des Europarates und Ministerin f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten und Zusammenarbeit von Monaco: \u201eDie Erinnerung zu bewahren, hat nur dann einen Sinn, wenn sie unser Handeln in der Gegenwart inspiriert. Der monegassische Vorsitz im Ministerkomitee hat die Menschenw\u00fcrde, den Dialog und die Verteidigung der europ\u00e4ischen Grundwerte in den Mittelpunkt seiner Priorit\u00e4ten gestellt. In einem internationalen Kontext, der durch das Wiederaufleben von Hassreden, Extremismus und Versuchen, die Geschichte umzuschreiben, gepr\u00e4gt ist, ist es unsere gemeinsame Aufgabe, die Grunds\u00e4tze, auf denen unsere Demokratien beruhen, erneut zu bekr\u00e4ftigen.\u201c <\/p>\n<p> Und Petra Bayr, Pr\u00e4sidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, erg\u00e4nzte: \u201eRoma und Sinti sind noch immer die gr\u00f6\u00dfte Minderheit Europas. Und in viel zu vielen L\u00e4ndern sind sie weiterhin Diskriminierung ausgesetzt. Beim Wohnen. In den Schulen. Auf dem Arbeitsmarkt. Beim Zugang zur Justiz. Sie werden oft als Erste beschuldigt. Und als Letzte geh\u00f6rt. Antiziganismus endete nicht im 20. Jahrhundert. Er ist noch immer da. Manchmal laut. H\u00e4ufiger jedoch leise, verborgen in unseren Institutionen.\u201c <\/p>\n<p> Deshalb nimmt sie auch den Europarat in die Pflicht: \u201eEine Institution, die auf der W\u00fcrde des Menschen gegr\u00fcndet ist, darf sich von einer ihrer gr\u00f6\u00dften Gemeinschaften nicht abwenden.\u201c <\/p>\n<p class=\"contact-headline\">Pressekontakt:<\/p>\n<p class=\"contact-text\">Heidrun Helwig<br \/>Dokumentations- und Kulturzentrum <br \/>Deutscher Sinti and Roma<br \/><a href=\"https:\/\/www.presseportal.ch\/de\/pm\/100099548\/mailto:Heidrun.Helwig@sintiundroma.de\" class=\"uri-mailto\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heidrun.Helwig@sintiundroma.de<\/a><br \/>Tel.: 06221 98 11 24<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"03.08.2026 \u2013 07:43 Zentralrat Deutscher Sinti und Roma Auschwitz (ots) Gedenkveranstaltung zum Europ\u00e4ischen Holocaust-Gedenktag f\u00fcr Sinti und Roma&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":78106,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[495,6,13,14,356,26177,4889,6689,1591,829,7633],"class_list":["post-78105","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-europa","tag-bildung","tag-europa","tag-europaeisch","tag-europaeische","tag-gesellschaft","tag-historisches","tag-medienmitteilung","tag-medienmitteilungen","tag-presse","tag-soziales","tag-veranstaltung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78105","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78105"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78105\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78106"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78105"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78105"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78105"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}