{"id":78321,"date":"2026-08-03T12:16:09","date_gmt":"2026-08-03T12:16:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78321\/"},"modified":"2026-08-03T12:16:09","modified_gmt":"2026-08-03T12:16:09","slug":"eu-altfahrzeugverordnung-bestaetigt-rezyklatmengen-in-fahrzeugen-werden-steigen-eu-recycling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78321\/","title":{"rendered":"EU-Altfahrzeugverordnung best\u00e4tigt: Rezyklatmengen in Fahrzeugen werden steigen \u2013 EU-Recycling"},"content":{"rendered":"<p>TecPart fordert Unterst\u00fctzung f\u00fcr Recycler und Gleichberechtigung von Kunststoffabf\u00e4llen. Nach der finalen Zustimmung des Europ\u00e4\u00adischen Parlaments und der formalen Annahme durch den Rat ist die neue EU-Verordnung zu Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft bei der Fahrzeugkonstruktion und der Entsorgung von Altfahrzeugen (ELV-R) politisch best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>TecPart \u2013 Verband Technische Kunststoff-Produkte e. V. als politischer Vertreter der Recycler und der Hersteller technischer Kunststoffprodukte begr\u00fc\u00dft die positiven Signale durch die avisierten Rezyklateinsatzquoten f\u00fcr Kunststoffe von 15 Prozent ab 2032 und von 25 Prozent ab 2036 sowie die darin enthaltene Closed-Loop-Vorgabe von 20 Prozent. Die Vorgaben bedeuteten einen wichtigen Impuls f\u00fcr Investitionen in das Kunststoffrecycling und die Kreislaufinfrastruktur f\u00fcr die Verwertung von Altfahrzeugen. Aus Sicht des Verbands gibt es jedoch enorme Herausforderungen bis zum Wirksamwerden der Verordnung in 2032:<\/p>\n<p>F\u00fcr die vorgegebenen Rezyklateinsatzquoten ist neben einer \u201esauberen Sammlung\u201c von Kunststoff\u00adabf\u00e4llen auch eine h\u00f6here Ausbeute f\u00fcr einsetzbare Kunststoffrezyklate erforderlich.<br \/>\nDie qualitativ hochwertigen Rezyklate, die f\u00fcr den Fahrzeugbau ben\u00f6tigt werden, sollen aus einem verschmutzten Abfallstrom gewonnen werden. Daf\u00fcr sind neue, aufw\u00e4ndige Behandlungsschritte erforderlich, die zu einer Kostensteigerung in der Lieferkette f\u00fchren.<br \/>\nDie Demontagekapazit\u00e4ten f\u00fcr Kunststoffe aus unterschiedlichen Altfahrzeugen sind auf Grund der bisherigen mangelnden Wirtschaftlichkeit noch nicht ausreichend etabliert und m\u00fcssen nun mit Hochdruck aufgebaut werden.<br \/>\nGleichzeitig ansteigende Rezyklat\u00adeinsatzquoten f\u00fcr andere Segmente (bspw. Verpackungen) verknappen den Markt zus\u00e4tzlich, mit dem Risiko fehlender Verf\u00fcgbarkeiten der erforderlichen Rezyklatmengen \u2013 vor allem bei h\u00f6heren Qualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Es kommt noch zu wenig zur\u00fcck<br \/>\u201eWir begr\u00fc\u00dfen den Kreislaufgedanken der ELV-R ausdr\u00fccklich und sehen die Chancen in einer steigenden Nachfrage nach Rezyklaten und innovativen neuen Produktl\u00f6sungen. Allerdings sehen wir durch g\u00fcnstige Neuware aus Drittl\u00e4ndern eine erhebliche Herausforderung f\u00fcr die Rentabilit\u00e4t der heimischen Rezyklate. Ohne verl\u00e4ssliche \u00f6konomische Anreize wird der Rezyklatmarkt nicht rechtzeitig anspringen\u201c, glaubt TecPart-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Michael Weigelt. Bereits die Studie \u201eQuo vadis, PCR?\u201c von Porsche Consulting, KI-Group und TecPart hat den deutlichen Anstieg des Rezyklatpreises bis 2032 prognostiziert.<\/p>\n<p>Zugleich laufen vielerorts bereits Projekte zur Vereinfachung von Bauteilen. Neue Bauteile werden mit weniger Kunststoffsorten entwickelt, demontagefreundlicher gestaltet, um nach der Nutzung leichter recycelbar zu sein, und auf den Rezyklateinsatz ausgelegt. Diese Produkte werden dann einer Fahrzeuggeneration zur Verf\u00fcgung gestellt werden k\u00f6nnen, die jedoch aller Voraussicht nach deutlich mehr Kunststoffe in sich tragen wird als die Fahrzeuge, die nach 20 Jahren 2032 aus dem Markt zur\u00fcckkommen werden. Neben der Tatsache, dass die Altfahrzeuge weniger Kunststoffe in sich tragen als die daraus entstehenden Neuwagen, kommen insgesamt noch zu wenig Fahrzeuge mit nutzbaren Kunststoffkomponenten zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Dieses Verf\u00fcgbarkeitsproblem der wichtigen technischen Kunststoffe k\u00f6nnte durch die bislang in der EU-Verordnung nicht anrechenbaren Abf\u00e4lle aus der Produktion verkleinert und weitaus wettbewerbsf\u00e4higer angeboten werden, als es mit der ausschlie\u00dflichen Anrechenbarkeit von Post-Consumer-Materialien in den Einsatzquoten der Fall ist. \u201eEs bleibt unverst\u00e4ndlich, warum dieser wichtige Rezyklatstrom nicht f\u00fcr die Quote z\u00e4hlt\u201c, zeigt sich Rainer Zies, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der MKV-Kunststoffgranulate und Mitglied des TecPart-Vorstandes, irritiert, \u201eda schon heute absehbar ist, dass selbst mit den Pre-Consumer-Rezyklaten\/Post-Industrial-Rezyklaten (PIR) die Mengen bei wichtigen Materialien eben nicht erreicht werden.\u201c<\/p>\n<p>Die im Verordnungstext vorgesehene \u00dcberpr\u00fcfung, ob die erforderlichen Mengen und Qualit\u00e4ten sowie wettbewerbsf\u00e4hige Preise bis 2031 verf\u00fcgbar sind und die Quoten gegebenenfalls angepasst werden k\u00f6nnen, schafft aus Sicht von TecPart keine Investitionssicherheit. Hier fordert der Verband eine Zulassung von allen Sekund\u00e4rmaterialien und eine entsprechende Anpassung, wenn sichtbar ist, dass sich der Markt selbst tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>PIR-Rezyklate nicht aus dem Blick verlieren<br \/>Sollten Post-Industrial Rezyklate (PIR-Rezyklate) zum Start nicht ber\u00fccksichtigt werden, h\u00e4lt es TecPart f\u00fcr notwendig, die Auswirkungen des faktischen Ausschlusses post-industrieller Kunststoffrezyklate aus der Zielerf\u00fcllung transparent zu monitoren. PIR-Rezyklate sind seit Jahrzehnten die tragende S\u00e4ule qualit\u00e4tsgesicherter technischer Kunststoffkreisl\u00e4ufe. Sie entstehen in industriellen Prozessen, sind sortenrein, gut dokumentierbar und technisch hochwertig. Auch sie k\u00f6nnen die L\u00fccke bei automobiltauglichen Post-Consumer-Rezyklaten nicht vollst\u00e4ndig schlie\u00dfen und d\u00fcrfen deshalb als erg\u00e4nzender Baustein f\u00fcr Ressourcenschonung und Versorgungssicherheit nicht regulatorisch ausgeschlossen werden.<\/p>\n<p>Recyclingbasis f\u00fcr den ELV-R-Hochlauf st\u00e4rken<br \/>TecPart setzt sich daf\u00fcr ein, dass der Hochlauf der ELV-R so gestaltet wird, dass er europ\u00e4ische und deutsche Recycler bef\u00e4higt, hochwertige Stoffstr\u00f6me aufzubauen. Daf\u00fcr brauche es nicht nur ambitionierte Zielwerte, sondern eine wirksame finanzielle Entlastung der in Europa hergestellten Rezyklate \u2013 wie auch realistische \u00dcberg\u00e4nge, Investitionssicherheit und klare Qualit\u00e4tsanforderungen f\u00fcr Rezyklate.<\/p>\n<p>In Spiegelgremien wird der Umsetzungsprozess von TecPart normativ und in eigenen Expertengruppen begleitet, um Demontageprozesse, Sortierung und Aufbereitung wirtschaftlich tragf\u00e4hig zu gestalten, damit die entstehenden Rezyklate tats\u00e4chlich rentabel und final wettbewerbsf\u00e4hig in Automobilanwendungen eingesetzt werden k\u00f6nnen. Nur dann k\u00f6nne die Transformation gelingen und nachhaltige Produkte k\u00f6nnten zum Standard werden.<\/p>\n<p>(Erschienen im EU-Recycling Magazin 08\/2026, Seite 6, Foto: digitalstock \/ stock.adobe.com)<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t 31&#13;\n\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TecPart fordert Unterst\u00fctzung f\u00fcr Recycler und Gleichberechtigung von Kunststoffabf\u00e4llen. 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