{"id":78325,"date":"2026-08-03T12:21:09","date_gmt":"2026-08-03T12:21:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78325\/"},"modified":"2026-08-03T12:21:09","modified_gmt":"2026-08-03T12:21:09","slug":"warum-israel-auch-2028-bis-2034-zum-eu-forschungsraum-gehoeren-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78325\/","title":{"rendered":"Warum Israel auch 2028 bis 2034 zum EU-Forschungsraum geh\u00f6ren sollte"},"content":{"rendered":"<p>\n  Von&amp;nbspCarsten Ovens ist CEO des European Leadership Network (ELNET) f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz.\n<\/p>\n<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            03\/08\/2026 &#8211; 14:11 MESZ\n            <\/p>\n<p>\n        Die in diesem Artikel ge\u00e4u\u00dferten Meinungen sind die der Autoren und stellen in keiner Weise die redaktionelle Position von Euronews dar.\n            <\/p>\n<p>Kaum ein Programm verk\u00f6rpert Europas Anspruch, Kontinent des Wissens zu sein, so deutlich wie <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/funding-and-tenders\/find-funding\/eu-funding-programmes\/horizon-europe%5Fen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Horizon Europe<\/a>. Rund 95 Milliarden Euro stellt die EU zwischen 2021 und 2027 bereit, um die besten K\u00f6pfe, Hochschulen und Technologieunternehmen zusammenzubringen. Der Leitgedanke: \u00dcber die F\u00f6rderung entscheiden wissenschaftliche Exzellenz und Innovationspotential \u2013 nicht Nationalit\u00e4t oder politische Stimmung.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Dieses Versprechen steht seit \u00fcber einem Jahr unter Dauerbeschuss. Im Juli 2025 schlug die Europ\u00e4ische Kommission vor, israelische Startups vom Accelerator des Europ\u00e4ischen Innovationsrats (EIC) auszuschlie\u00dfen \u2013 jenem Programmbestandteil, das Unternehmen mit disruptiven Technologien f\u00f6rdert, etwa KI, Cybersicherheit und Drohnentechnik. Die Beteiligung israelischer Universit\u00e4ten und Forscher an anderen Horizon-Projekten sollte zun\u00e4chst unangetastet bleiben. Politisch w\u00e4re der Schritt dennoch ein Pr\u00e4zedenzfall gewesen: Noch nie zuvor h\u00e4tte die EU einen leistungsf\u00e4higen Partner aufgrund seiner Regierung aus einem zentralen Innovationsinstrument ausgeschlossen.<\/p>\n<p>EU-Kommission: Ausschluss israelischer Startups liegt auf Eis<\/p>\n<p>Bis heute hat der <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2025\/07\/30\/berlin-rom-israel-gaza\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vorschlag<\/a> im Rat keine qualifizierte Mehrheit gefunden. Deutschland und Italien verlangten vertiefte Pr\u00fcfung, mehrere mittel- und osteurop\u00e4ische Staaten lehnten ihn rundheraus ab. Frankreich, die Niederlande und Spanien geh\u00f6rten dagegen zu jenen Regierungen, denen der Vorschlag angesichts der Lage in Gaza nicht einmal weit genug ging. <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/04\/19\/spanien-sanchez-israel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spanien<\/a> hatte gemeinsam mit Irland bereits 2024 eine \u00dcberpr\u00fcfung des EU-Israel-Assoziierungsabkommens gefordert und im Sommer 2025 sogar die Aussetzung s\u00e4mtlicher gemeinsamer Programme verlangt.<\/p>\n<p>Der Vorschlag liegt seither auf Eis \u2013 doch er ist noch nicht erledigt. Vielmehr taucht er bei jeder neuen Eskalation in Gaza wieder auf. Und er trifft auf eine Europ\u00e4ische Union, die gerade \u00fcber ihr n\u00e4chstes Forschungsrahmenprogramm verhandelt: Ab 2028 soll mit der 10. F\u00f6rderperiode (FP10) Europas Innovationspolitik bis 2034 gestaltet werden. Dabei wird auch verhandelt, zu welchen allgemeinen Bedingungen Drittstaaten k\u00fcnftig teilnehmen k\u00f6nnen. Diese Frage erh\u00e4lt mit Blick auf den politischen Streit um Israel eine zus\u00e4tzliche Brisanz.<\/p>\n<p>Kritik an der israelischen Regierung ist legitim. Auch sollte die humanit\u00e4re Lage in Konfliktregionen des Nahen Ostens Gegenstand europ\u00e4ischer Politik sein. Doch sch\u00fctzen Sanktionen gegen israelische Wissenschaftler und Universit\u00e4ten nirgendwo und niemanden vor <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/next\/2026\/02\/09\/high-tech-israel-startup-entwickelt-infrastruktur-cyber-tools\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">islamistischem Terrorismus<\/a> oder verbessern gar die Lebensqualit\u00e4t. Ein wissenschaftlicher Schaden w\u00e4re aber sehr wohl schnell konkret messbar \u2013 vor allem in Europa.<\/p>\n<p>Wer Israel ausschlie\u00dft, trifft die eigenen Innovationskraft<\/p>\n<p>Israelische Partner sind in Horizon Europe keine isolierten Geldempf\u00e4nger, sondern Teil multinationaler Konsortien, in denen europ\u00e4ische Universit\u00e4ten, Forschungszentren und Unternehmen gemeinsam forschen und entwickeln. Zwischen 2021 und 2024 warben israelische Hochschulen, Institute und Unternehmen mehr als eine Milliarde Euro aus Horizon Europe ein \u2013 bei einer Eigenbeteiligung Israels von rund 1,7 Milliarden Euro. Das Land ist damit Nettobeitragszahler, kein Nettoempf\u00e4nger.<\/p>\n<p>W\u00fcrde ein israelischer Partner ausgeschlossen, verschw\u00e4nde nicht einfach eine Position in einer Br\u00fcsseler F\u00f6rdertabelle. Konsortien verl\u00f6ren technisches Wissen, geistiges Eigentum, Versuchsanlagen, klinische Daten oder den Zugang zu einem der dynamischsten Startup-\u00d6kosysteme der Welt. Projekte m\u00fcssten neu zusammengesetzt, Arbeitspakete umverteilt oder ganz aufgegeben werden. Auf den Kosten blieben Institute in Hamburg, Paris, Barcelona, Leuven oder Warschau sitzen. Wer als europ\u00e4ische Regierung den Ausschluss Israels fordert, schadet damit unmittelbar den eigenen Universit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Leidtragend w\u00e4re auch die europ\u00e4ische Wirtschaft, die vielf\u00e4ltig auf israelische Innovationen setzt. Beim <a href=\"https:\/\/eic.ec.europa.eu\/eic-funding-opportunities\/eic-accelerator%5Fen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">EIC Accelerator<\/a> war Israel 2024 der drittgr\u00f6\u00dfte Empf\u00e4nger nach Deutschland und Frankreich. Allein in dem Jahr flossen mehr als 100 Millionen Euro in israelische Deeptech-Startups. Die Startup Nation selbst investiert mehr als sechs Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung \u2013 mehr als dreimal so viel wie der EU-Durchschnitt. Rund 450 internationale Unternehmen, darunter Renault, SAP und Telef\u00f3nica, unterhalten deshalb Forschungszentren im Land.<\/p>\n<p>Europa muss jetzt die Weichen stellen<\/p>\n<p>Europ\u00e4ische und israelische Teams arbeiten gemeinsam an personalisierten Krebstherapien, wassersparender Landwirtschaft, <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2025\/12\/31\/iron-beam-israel-laser-drohnen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Robotik<\/a>, Quantentechnologien und resilienten digitalen Infrastrukturen. Am Technion, dem Weizmann Institute und der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t entstehen dabei nicht nur Publikationen, sondern Patente, Ausgr\u00fcndungen und marktf\u00e4hige Anwendungen \u2013 genau jene \u00dcbersetzung von Wissenschaft in Innovation, an der es Europa so oft mangelt. Israel ist genau hier besonders stark. Das Land auszuschlie\u00dfen, w\u00fcrde Europas strukturelle Schw\u00e4che nicht beheben, sondern vielmehr versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Die zentrale Entscheidung liegt vor uns. FP10 wird Europas Forschungs- und Innovationspolitik bis 2034 pr\u00e4gen. Um bei KI, Biotechnologie und Quantentechnik zu den USA und China aufzuschlie\u00dfen, muss die vollst\u00e4ndige Teilnahme Israels fr\u00fchzeitig gesichert werden, statt bei jeder neuen Zuspitzung im Nahen Osten erneut zur Verhandlungsmasse zu werden. Die Regierungen in Dublin, Paris oder Madrid sollten sich deshalb nicht nur fragen, inwiefern sie innenpolitisch von einem Ausschluss Israels profitieren w\u00fcrden. Sie m\u00fcssten ihren eigenen Universit\u00e4ten und Unternehmen auch erkl\u00e4ren, welchen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Preis ihr Land daf\u00fcr zahlen m\u00fcsste. FP10 muss ein Programm der Exzellenz bleiben, kein Instrument wechselnder politischer Mehrheiten.<\/p>\n<p>Israel muss auch von 2028 bis 2034 uneingeschr\u00e4nkt zum europ\u00e4ischen Forschungsraum geh\u00f6ren, in unserem eigenen Interesse und als Investition in Europas Zukunft.<\/p>\n<p>Carsten Ovens (CDU, war Mitglied der Hamburger B\u00fcrgerschaft und ist CEO des European Leadership Network (ELNET) f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz. Gemeinsam mit ELNET gr\u00fcndete er 2020 das German Israeli Network of Startups &amp; Mittelstand, gef\u00f6rdert vom Bundeswirtschaftsministerium und 2021 das German Israeli Health Forum for Artificial Intelligence, gef\u00f6rdert vom Bundesgesundheitsministerium.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von&amp;nbspCarsten Ovens ist CEO des European Leadership Network (ELNET) f\u00fcr Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz. 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