{"id":78345,"date":"2026-08-03T13:02:19","date_gmt":"2026-08-03T13:02:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78345\/"},"modified":"2026-08-03T13:02:19","modified_gmt":"2026-08-03T13:02:19","slug":"invasion-von-ceuta-der-eu-kontrollverlust-bei-der-migration-beginnt-schon-auf-x","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78345\/","title":{"rendered":"Invasion von Ceuta &#8211; Der EU-Kontrollverlust bei der Migration beginnt schon auf X"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDie vergangenen 48 Stunden auf dieser Plattform waren ein einziger gro\u00dfer Rorschachtest\u201c, schrieb am Wochenende der Politikjournalist Robin Alexander auf X. Anlass war die hitzige Debatte \u00fcber den Ansturm Zehntausender illegaler Migranten von Marokko aus auf die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta, respektive \u00fcber die Bilder dieses Schauspiels, das Tesla-Gr\u00fcnder Elon Musk dazu veranlasste, eine Szene aus einem bekannten Zombiefilm zu teilen. Darin st\u00fcrmen die Untoten eine Stadt und \u00fcberwinden daf\u00fcr die Stadtmauern, indem sie sich aufeinanderstapeln.<\/p>\n<p>Nun ist es so, dass Alexanders Verweis auf den Rorschachtest ein bisschen schief war. Das hat mit dem tiefenpsychologischen Ansatz dieses Tests zu tun, mit dem die Gesamtpers\u00f6nlichkeit des jeweiligen Probanden erschlossen werden soll. Aber ja, die Reaktionen verrieten immerhin etwas \u00fcber einen Teilaspekt der Pers\u00f6nlichkeitsstruktur der jeweiligen X-Nutzer. Zum Beispiel dar\u00fcber, ob sie f\u00e4hig sind, die Dinge beim Namen zu nennen. Und zwar auch dann, wenn der entsprechende Klartext nicht gut mit dem eigenen Weltbild harmoniert.<\/p>\n<p>Die Dinge beim Namen nennen<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen zum Beispiel diskutieren, ob es Grenzen \u00fcberhaupt geben sollte. Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen. Oder dar\u00fcber, welche Schuld Marokko an diesem Ansturm hatte. Nicht nur, was den Grenzschutz angeht, der ja beidseitig funktionieren sollte. Sondern auch, was die Motivation der 60.000 M\u00e4nner anbelangt \u2013 und ja, es waren fast ausschlie\u00dflich M\u00e4nner und nicht \u201eMigrant*innen\u201c, wie unter anderem die Tagesschau schrieb \u2013, Ceuta zu st\u00fcrmen.<\/p>\n<p>\u201eMan k\u00f6nnte sich ja auch mal fragen, warum tausende junge Menschen keine Lust haben, ihr Leben im K\u00f6nigreich Marokko zu verbringen \u2013 ohne Perspektiven, ohne Jobs und mit massiver Repression\u201c, postete etwa ein bekannter Migrationsaktivist auf X. Ein legitimer Punkt. Gleichwohl rechtfertigt die Dysfunktionalit\u00e4t Marokkos \u2013 oder irgendeines anderen Landes dieser Erde \u2013 weder das Verhalten der anst\u00fcrmenden Migranten in Ceuta noch allgemein die unkontrollierte und vielfach illegale Massenzuwanderung nach Europa und in ausgew\u00e4hlte EU-Mitgliedstaaten.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/migrationskrise-fast-alle-migranten-verlassen-ceuta-eu-verarbeitet-schock\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildzuschnitt Flie\u00dftext (2).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"picture alliance \/ Sipa USA | JNA PRESS\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Um es plastisch zu machen, weil in Deutschland schon wieder eine Hitzewelle kommt: Dass meine bescheidene Wohnung aufgrund von Bausubstanz, Lage sowie Flora und Fauna drumherum auch bei 35 Grad angenehm k\u00fchl bleibt, w\u00e4hrend der Nachbar ein Haus weiter in seiner Dachgeschosswohnung ohne Klimaanlage schwitzt, gibt ihm nicht das Recht, zuerst die Haust\u00fcr und dann meine Wohnungst\u00fcr einzutreten, um anschlie\u00dfend in meinem Bettchen zu schlafen und von meinem Tellerchen zu essen. Weder ich noch mein Vermieter sind f\u00fcr seine Hitzesituation zust\u00e4ndig, sondern er und sein Vermieter.\u00a0<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, das klingt ein bisschen herzlos. Aber die Wahrheit ist doch: Wenn 60.000 M\u00e4nner eine Grenze st\u00fcrmen, um illegal auf die andere Seite zu gelangen, dann gibt es daf\u00fcr nur ein wirklich passendes Wort. Und das hei\u00dft nicht \u201eAnkunft\u201c, wie vielfach zu lesen war, sondern Invasion. Und als eine solche sollte man den Grenzsturm in Ceuta auch bezeichnen \u2013 und sich von linken Politikern, linken Journalisten, linken Aktivisten und irgendwelchen Migra-NGOs blo\u00df keine Euphemismen aufschw\u00e4tzen lassen.<\/p>\n<p>Der entscheidende Punkt<\/p>\n<p>Was in Ceuta geschehen ist, war \u00fcbrigens auch keine \u201eKrise\u201c des europ\u00e4ischen Grenzschutzes, sondern ein astreiner Kontrollverlust der Europ\u00e4ischen Union. Mal wieder. Da hilft es auch nichts, wenn ausgerechnet ein Korrespondent der Welt meint, das Ganze irgendwie b\u00fcrokratisch-theoretisch kleinreden zu m\u00fcssen, indem er Folgendes auf X postete:<\/p>\n<p>\u201eZur Aufkl\u00e4rung: Ceuta geh\u00f6rt nicht zum regul\u00e4ren Schengenraum. Wer auf das europ\u00e4ische Festland reisen will, unterliegt strengen Passkontrollen und braucht ein Schengenvisum. Es bestand also nie die Gefahr, dass die Marokkaner, die die Enklave gest\u00fcrmt hatten, unkontrolliert nach Spanien und dann weiter in die EU-L\u00e4nder h\u00e4tten gelangen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Das, lieber Kollege, war gar nicht der entscheidende Punkt. Also die Sorge, dass die Invasoren einfach unbehelligt weiter nach Europa st\u00fcrmen k\u00f6nnten. Sie waren ja immer noch auf dem afrikanischen Kontinent. Entscheidend war und ist in der Ceuta-Debatte, wie die EU mit Menschen umgehen sollte, die sich illegal Zutritt zu ihrem Territorium verschaffen, und sei es zu einer Exklave.<\/p>\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Zur Aufkl\u00e4rung: Ceuta geh\u00f6rt nicht zum regul\u00e4ren Schengenraum. Wer auf das europ\u00e4ische Festland reisen will, unterliegt strengen Passkontrollen und braucht ein Schengenvisum. Es bestand also nie die Gefahr, dass die Marokkaner, die die Enklave gest\u00fcrmt hatten, unkontrolliert nach\u2026<\/p>\n<p>\u2014 Alfred Hackensberger (@hackensberger) <a href=\"https:\/\/x.com\/hackensberger\/status\/2083491698244551098?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow\">August 1, 2026<\/a><\/p>\n<p>Hier kommt nun erstens ein <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/grenzsturm-in-ceuta-migrationsdebatte-neu-aufgelegt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">aktuelles Urteil des spanischen Gerichtshofs<\/a> ins Spiel, das wohl auch der Anlass f\u00fcr diese Invasion war. N\u00e4mlich, dass auch Migranten, die auf dem Seeweg in die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla gelangen, das Recht auf ein individuelles Asylverfahren haben. Und hier kommt zweitens die Migrationsrealit\u00e4t ins Spiel. Und die besagt tendenziell: Wer einmal in Europa ist, den bekommt Europa nicht mehr los.<\/p>\n<p>B\u00fcrokratisch-theoretische Sicht der Dinge<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt erfreute sich die b\u00fcrokratisch-theoretische Sicht der Dinge nach der Invasion von Ceuta einer \u00fcberraschend gro\u00dfen Beliebtheit. Wahrscheinlich, weil selbst viele linke Zeitgenossen angesichts der kursierenden Bilder der Invasion merkten, dass man den Ansturm nicht so gut kleinreden konnte, wie man anderes gerne kleinredet. Als am Wochenende etwa die Regierung in Madrid behauptete, ein Gro\u00dfteil der Invasoren sei freiwillig zur\u00fcckgekehrt, war die Sache f\u00fcr Linkstwitter quasi erledigt: Siehste! Alles unter Kontrolle! Alles wieder gut!\u00a0<\/p>\n<p>Was allerdings himmelschreiender Unsinn ist. Nichts ist gut, meine Damen und Herren. Die Europ\u00e4ische Union hat einmal mehr bewiesen, dass sie einer origin\u00e4ren Aufgabe nicht gerecht wird, dem Au\u00dfengrenzschutz. Der Bundeskanzler hat einmal mehr bewiesen, dass seine Kommunikation desastr\u00f6s ist. Bis Freitagmittag schwiegen Kanzler und Union, da war die Debatte schon in vollem Gange. Und die Menschen in Ceuta haben nicht nur mit dem Schock ihres Lebens als Bewohner der 80.000-Seelen-Exklave zu k\u00e4mpfen, sondern auch mit vielen illegalen Migranten, die wohl immer noch in Ceuta sind.<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/exklave-in-nordafrika-sanchez-migrantenandrang-in-ceuta-ist-angriff-auf-spanien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Thu\u0308sing_Kommentar (2).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"picture alliance \/ AP Photo\/Antonio Sempere | Antonio Sempere\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Denn auch das war f\u00fcr denjenigen, der die Debatte aufmerksam auf X verfolgte, interessant zu sehen: dass viele linkstwitternde Zeitgenossen gewisse, sagen wir, sprachliche Verst\u00e4ndnisprobleme haben. Denn dass der Gro\u00dfteil der Invasoren von Ceuta wieder zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurde oder die Invasion freiwillig beendet und sich zur\u00fcckgezogen haben soll, hei\u00dft ja nicht, dass nicht trotzdem noch jede Menge Menschen dort sind, die gar nicht dort sein sollten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich beginnt \u201eein Gro\u00dfteil\u201c von 60.000 Menschen bereits bei 30.000 plus eine Person. Und \u201efast alle\u201c seien zur\u00fcckgekehrt, k\u00f6nnte immer noch hunderte oder gar tausende Personen nicht mit-meinen. Tats\u00e4chlich scheint in der spanischen Nordafrika-Exklave am Montag immer noch Chaos zu herrschen, <a href=\"https:\/\/apollo-news.net\/migranten-stuermen-unter-allahu-akbar-rufen-durch-ceuta\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie unter anderem Apollo News berichtet<\/a>. Was mich zu folgender These bringt: Der Kontrollverlust der EU bei der Migration dauert an. Und er beginnt schon auf X, wo sich vor allem Linkstwitter gr\u00f6\u00dfte M\u00fche gibt, die Dinge blo\u00df nicht beim Namen zu nennen.\u00a0<\/p>\n<p>  Lesen Sie auch<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.cicero.de\/aussenpolitik\/invasion-von-ceuta-europa-eu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Design ohne Titel (81).png\" width=\"434\" height=\"244\" alt=\"Ceuta\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eDie vergangenen 48 Stunden auf dieser Plattform waren ein einziger gro\u00dfer Rorschachtest\u201c, schrieb am Wochenende der Politikjournalist Robin&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":78346,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[25821,15425,82,21,18479,22,26231,421,18877],"class_list":["post-78345","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-ceuta","tag-debattenkultur","tag-deutschland","tag-eu","tag-eu-aussengrenze","tag-europaeische-union","tag-illegale-migranten","tag-migration","tag-migrationsdebatte"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78345","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78345"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78345\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78346"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78345"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78345"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78345"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}