{"id":78648,"date":"2026-08-04T05:50:13","date_gmt":"2026-08-04T05:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78648\/"},"modified":"2026-08-04T05:50:13","modified_gmt":"2026-08-04T05:50:13","slug":"palantir-verdoppelt-umsatz-nur-europa-will-die-ki-waffe-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78648\/","title":{"rendered":"Palantir verdoppelt Umsatz \u2013 nur Europa will die KI-Waffe nicht"},"content":{"rendered":"<p>\n          4. August 2026\n        <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rekordquartal mit 93 Prozent Plus: Palantir boomt in den USA, w\u00e4hrend Europa die Rei\u00dfleine zieht. Was hinter der transatlantischen Tech-Spaltung steckt \u2013 und warum das erst der Anfang ist.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alex Karp braucht keine langweiligen Analystencalls. Der Palantir-Chef inszeniert seine Quartalszahlen lieber als Livestream-Show: enges wei\u00dfes Shirt, \u00fcbergro\u00dfes Logo, Management in Jogginghose. Star-Analyst Dan Ives schaltet sich aus dem Park zu. Das Format zielt l\u00e4ngst nicht mehr nur auf die Wall Street, sondern auf das Heer der Privatanleger, die einen ungew\u00f6hnlich gro\u00dfen Teil der Palantir-Aktien halten. Und die bekamen geliefert: 1,94 Milliarden Dollar Umsatz im zweiten Quartal \u2013 93 Prozent mehr als im Vorjahr, wie Handelsblatt berichtet.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gewinn verdoppelte sich auf 1,1 Milliarden Dollar. Die Aktie schoss nachb\u00f6rslich um neun Prozent nach oben. \u201eUnser Gesch\u00e4ft w\u00e4chst mit einer Geschwindigkeit und in einem Ausma\u00df, wie wir es noch nie zuvor erlebt haben\u201c, schrieb Karp an die Aktion\u00e4re laut Spiegel. Die neue Jahresprognose: 8,15 bis 8,16 Milliarden Dollar \u2013 deutlich \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Erwartungen. Allein f\u00fcrs dritte Quartal kalkuliert Palantir mit 2,16 Milliarden Dollar, mehr als Analysten f\u00fcr m\u00f6glich hielten.<\/p>\n<p>Amerikas KI-Darling, Europas Albtraum<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch hinter den Traumzahlen verbirgt sich eine geopolitische Sollbruchstelle. Das Wachstum kommt quasi ausschlie\u00dflich aus den USA: Das US-Gesch\u00e4ft explodierte um 155 Prozent, das Regierungsgesch\u00e4ft allein um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar laut Handelsblatt. Pentagon, Heimatschutzministerium, zuletzt auch Eins\u00e4tze im Irankrieg \u2013 Palantirs KI-Software analysiert Zielpersonen in Echtzeit durch Abgleich biometrischer Daten, Telefonanrufe und Geheimdienstinformationen. Das Unternehmensgesch\u00e4ft in den USA legte sogar um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar zu. Europa dagegen?<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stagnation. Schlimmer noch: aktiver R\u00fcckzug. Im Juni beendete Frankreich die Zusammenarbeit mit Palantir. Die Londoner Polizei blockierte einen auf zwei Jahre angelegten Vertrag \u00fcber 67 Millionen Dollar \u2013 Palantir klagt nun. Der Grund ist \u00fcberall derselbe: Europ\u00e4ische Regierungen f\u00fcrchten die Abh\u00e4ngigkeit von US-Tech-Plattformen, besonders wenn sie von Trump-Unterst\u00fctzern wie Mitgr\u00fcnder Peter Thiel gelenkt werden.<\/p>\n<p>Die Trump-Connection als Gesch\u00e4ftsmodell<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese politische N\u00e4he ist kein Bug, sondern Feature. Thiel, einer der wichtigsten Trump-Financiers, hat Palantir 2003 im Silicon Valley gegr\u00fcndet \u2013 mit der Vision, Geheimdienste und Milit\u00e4r mit \u00fcberlegener Datenanalyse auszustatten. Was f\u00fcr Washington ein strategischer Asset ist, wird f\u00fcr Br\u00fcssel zum Sicherheitsrisiko. Die Frage ist nicht mehr, ob Palantir technologisch f\u00fchrend ist \u2013 sondern wem diese F\u00fchrung dient.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Karp selbst befeuert die Skepsis. In Interviews skizzierte er zuletzt seine autorit\u00e4re Vision davon, wie Tech-Konzerne Staaten umbauen sollten \u2013 eine Ansage, die in Europa nicht gut ankam. W\u00e4hrend US-Beh\u00f6rden Milliarden in Palantir-Systeme pumpen, suchen europ\u00e4ische L\u00e4nder fieberhaft nach Alternativen. Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t ist das Schlagwort, das in Br\u00fcssel die Runde macht.<\/p>\n<p>Business Punk Check<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Palantir liefert ab \u2013 zumindest auf dem Papier. Ein Umsatzplus von 93 Prozent ist beeindruckend, keine Frage. Doch die Zahlen offenbaren auch die Achillesferse: Das Gesch\u00e4ftsmodell funktioniert nur dort, wo politische N\u00e4he zum Regierungsapparat besteht. Europa zeigt, wie schnell der Markt kollabiert, sobald diese fehlt. Das ist keine nachhaltige Wachstumsstrategie, sondern hochgradig politisiertes Risiko.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die eigentliche Story: Palantir ist zum Symbol f\u00fcr die transatlantische Tech-Spaltung geworden. W\u00e4hrend die USA ihre Abh\u00e4ngigkeit von kalifornischen KI-Konzernen als strategischen Vorteil zelebrieren, versucht Europa krampfhaft, eigene L\u00f6sungen zu zimmern \u2013 meist erfolglos. Karps Livestream-Show mag Anleger begeistern, aber f\u00fcr europ\u00e4ische Entscheider ist sie ein Warnsignal. Wer jetzt auf Palantir setzt, wettet nicht auf Technologie, sondern auf Washingtons geopolitische Dominanz.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quellen: <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/technik\/it-internet\/quartalsbericht-palantir-ueberzeugt-mit-rekordquartal-trotz-europaeischer-skepsis\/100244716.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handelsblatt<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/palantir-zahlen-ki-datenfirma-meldet-93-prozent-umsatz-plus-dank-usa-geschaeft-a-777eab00-b4fa-4d34-bd51-05e377f7c053\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spiegel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"4. 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