{"id":78835,"date":"2026-08-04T11:44:14","date_gmt":"2026-08-04T11:44:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78835\/"},"modified":"2026-08-04T11:44:14","modified_gmt":"2026-08-04T11:44:14","slug":"migration-ins-spanische-ceuta-nach-der-krise-ist-vor-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/78835\/","title":{"rendered":"Migration ins spanische Ceuta \u2013 Nach der Krise ist vor der Krise"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img324029\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/324029.jpeg\" alt=\"Auf dem R\u00fcckweg nach Marokko: Am 1. August n\u00e4hern sich Migranten dem Grenz\u00ad\u00fcbergang zwischen Ceuta und Marokko.\"\/><\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg nach Marokko: Am 1. August n\u00e4hern sich Migranten dem Grenz\u00ad\u00fcbergang zwischen Ceuta und Marokko.<\/p>\n<p>Foto: AFP\/Henry Nicholls<\/p>\n<p>Marokkanische und spanische Grenzbeamte \u00fcben an den Grenz\u00fcberg\u00e4ngen zu Ceuta wieder ihren normalen Dienst aus. Die <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1201516.spanische-exklave-in-nordafrika-ceuta-die-bedrohung-die-keine-war.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">gro\u00dfe Mehrheit der am Donnerstag gekommenen<\/a> Migrant*innen sind aus der spanischen Exklave nach Marokko zur\u00fcckgekehrt. Der Metallzaun, der die marokkanische Stadt Fnideq und Ceuta voneinander trennen, wurde von spanischen Soldaten um eine 500\u2005Meter lange im Meer schwimmende Barriere erweitert. Damit soll das Erreichen von Ceuta erschwert werden. Bei dem Versuch, \u00fcber das Mittelmeer auf das spanische Territorium zu gelangen, waren seit Donnerstag mindestens 72\u2005Menschen ertrunken. Die Regionalverwaltung von Ceuta l\u00e4sst das Gebiet von Tauchern absuchen und geht von einer dreistelligen Zahl von Opfern aus.<\/p>\n<p>Ceutas konservativer Regierungspr\u00e4sident Juan Jes\u00fas Vivas widerspricht der sozialdemokratischen Regierung in Madrid, die von einer v\u00f6lligen Normalisierung der Lage in der 83\u2009000-Einwohner-Stadt ausgeht. Die vom Festland aus verst\u00e4rkten Sicherheitskr\u00e4fte versuchen die nach Vivas\u2019 Sch\u00e4tzung mehrere Tausend im Zentrum verbliebenen Migrant*innen in eine abgeriegelte Zone zu lotsen. In der Nacht zu Montag waren Hunderte junge Marokkaner mit Milit\u00e4rlastwagen an die Grenze gebracht worden. Es sind vor allem Menschen aus West- und Zentralafrika, die sich weigern, nach Marokko zur\u00fcckzukehren. Es ist auch unklar, ob Marokko sie aufnehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Breite Front in der EU gegen Spanien<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1201520.migrationswelle-nach-ceuta-ceuta-migranten-zur-rueckkehr-gezwungen.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">22 EU-L\u00e4nder haben eine f\u00fcr Mittwoch<\/a> in Br\u00fcssel einberufene Dringlichkeitssitzung der Innenminister gefordert. Spaniens Ministerpr\u00e4sident Pedro S\u00e1nchez wirft ihnen dagegen mangelnde Solidarit\u00e4t vor. Auf dem Tisch liegt der Vorschlag, nach dem Br\u00fcssel die Grenzschutzagentur Frontex auch gegen den Willen von Mitgliedsl\u00e4ndern an die EU-Au\u00dfengrenze schicken kann. Dies wird wie die in italienischen Regierungskreisen angedachte Aufhebung der Schengen-Regeln f\u00fcr Spanien in Madrid mit Emp\u00f6rung aufgenommen.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung der 22 richtet sich indirekt auch an Rabat: \u00bbEs darf nicht zugelassen werden, dass massenhafte und unkontrollierte Grenz\u00fcbertritte, die Instrumentalisierung von Migration oder andere hybride Bedrohungen den Eindruck erwecken, als sei es m\u00f6glich, illegal in die Europ\u00e4ische Union einzureisen\u00ab, hei\u00dft es in dem Papier.<\/p>\n<p>Viele der oft kaum vollj\u00e4hrigen Jugendlichen hatten berichtet, in Bussen oder Lastwagen in die N\u00e4he von Ceuta gebracht worden zu sein. Marokkanische Grenzbeamte verlie\u00dfen offenbar spontan ihre Posten. <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1201503.migrationskrise-in-ceuta-ceuta-globale-rechte-frohlockt.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Die Regierung in Rabat <\/a>weist jedoch jede Verwicklung br\u00fcsk von sich. Von Unbekannten verbreitete Falschinformationen in sozialen Medien h\u00e4tten dazu gef\u00fchrt, dass sich Jugendliche mithilfe von Schleusern selbst organisiert h\u00e4tten. Nur eins scheint sicher: Der k\u00fcrzliche Besuch von Pedro S\u00e1nchez bei Erzfeind Algerien wird in Rabat als schwerer Affront gesehen.<\/p>\n<p>Ceuta ist eine Krise von vielen<\/p>\n<p>In der EU muss man sich nun fragen, ob die mit nordafrikanischen L\u00e4ndern geschlossenen Migrationsvereinbarungen G\u00fcltigkeit haben. Auch mit Tunesien und den konkurrierenden Regierungen in Ost- und Westlibyen, \u00c4gypten und Mauretanien hat Br\u00fcssel eine enge Kooperation geschlossen. Die Formel ist simpel: Drohnen, Patrouillenboote und Kredite im Gegenzug f\u00fcr das Stoppen der Migranten. Seitdem ist die Zahl der auf Lampedusa ankommenden Boote drastisch gesunken. Aber allein vor dem Krieg im Sudan fliehen immer mehr Menschen nach Norden. In Libyen und Tunesien warten Zehntausende Sudanesen auf die \u00dcberfahrt nach Europa.<\/p>\n<p>Wirtschaftskrise in der Sahel-Zone<\/p>\n<p>Mehrere EU-L\u00e4nder haben ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Fl\u00fcchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen in Libyen reduziert, das wie Tunesien die Hilfe humanit\u00e4rer Organisationen f\u00fcr Migranten verboten hat. Mit Abschiebungen in die W\u00fcste versuchen die tunesischen und libyschen Sicherheitskr\u00e4fte, die zwischen Tanger und Agadez und dem ostlibyschen Bengasi umherreisenden Migrant*innen zu vertreiben.<\/p>\n<p>Doch in beiden L\u00e4ndern steigt ebenso wie in der Sahel-Region aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrisen die Wut auf die Regierenden. Demonstranten st\u00fcrmten vergangene Woche den Amtssitz von Premier Abdulhamid Dabaiba in Tripolis. Milizen warnen davor, dass sie im Falle seines Sturzes Boote nach Europa schicken werden.<\/p>\n<p>Eine EU-Delegation weigerte sich im vergangenen Juli nach der Ankunft im ostlibyschen Bengasi, sich mit der international nicht anerkannten Regierung ablichten zu lassen. Daraufhin wurden der mitreisende italienische Innenminister Matteo Piantedosi und EU-Migrationskommissar Magnus Brunner zur Persona non grata erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Tage sp\u00e4ter kamen fast 20\u2009000 Migrant*innen auf den griechischen Inseln Kreta und Gavdos an. Als Rom und Athen enger mit General Khalifa Haftar kooperierten, legten kaum noch Boote aus Ostlibyen ab. Ceuta und Bengasi zeigen, dass die EU-Migrationsstrategie am s\u00fcdlichen Mittelmeer auf Sand gebaut ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Auf dem R\u00fcckweg nach Marokko: Am 1. August n\u00e4hern sich Migranten dem Grenz\u00ad\u00fcbergang zwischen Ceuta und Marokko. 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