{"id":79282,"date":"2026-08-05T11:19:15","date_gmt":"2026-08-05T11:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/79282\/"},"modified":"2026-08-05T11:19:15","modified_gmt":"2026-08-05T11:19:15","slug":"deutschland-und-serbien-razzien-gegen-mutmassliche-schleusernetzwerke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/79282\/","title":{"rendered":"Deutschland und Serbien \u2013 Razzien gegen mutma\u00dfliche Schleusernetzwerke"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img324084\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/324084.jpeg\" alt=\"Bootstypen, mit denen Gefl\u00fcchtete aus Libyen wegen europ\u00e4ischer Einreisebeschr\u00e4nkungen das Mittelmeer \u00fcberqueren m\u00fcssen (Symbolbild).\"\/><\/p>\n<p>Bootstypen, mit denen Gefl\u00fcchtete aus Libyen wegen europ\u00e4ischer Einreisebeschr\u00e4nkungen das Mittelmeer \u00fcberqueren m\u00fcssen (Symbolbild).<\/p>\n<p>Foto: Griechische K\u00fcstenwache<\/p>\n<p>Mehrere deutsche Staatsanwaltschaften haben nach eigenen Angaben in einer gemeinsamen Aktion mit Europol mutma\u00dfliche Schleuser ermittelt und am Mittwochmorgen Haftbefehle in Deutschland und Serbien vollstreckt. Drei M\u00e4nnern wird laut Bundespolizei M\u00fcnchen und der auf grenz\u00fcberschreitende Kriminalit\u00e4t spezialisierten Abteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein vorgeworfen, seit Oktober 2024 in mindestens f\u00fcnf F\u00e4llen rund 125 Menschen, \u00fcberwiegend aus Syrien, nach Deutschland gebracht zu haben. \u00dcberfahrten von Libyen zur italienischen Insel Lampedusa sollen auf \u00fcberf\u00fcllten, nicht seetauglichen Booten ohne Schwimmwesten oder andere Sicherheitsvorkehrungen mit bis zu 61 Menschen an Bord erfolgt sein.<\/p>\n<p>Die teils verdeckt gef\u00fchrten Ermittlungen liefen den Angaben zufolge bereits seit 2022, zun\u00e4chst unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, ab 2023 \u00fcbernommen von der Staatsanwaltschaft Landshut. Bei der Aktion am Mittwoch, an der rund 240 Beamte beteiligt waren, seien sechs \u00d6rtlichkeiten im Raum Saarbr\u00fccken durchsucht worden, darunter eine Lagerhalle.<\/p>\n<p>Die Beschuldigten sollen Teil einer international agierenden Struktur mit Verbindungen nach Libyen und einer dort aktiven Miliz sein. Die Geschleusten h\u00e4tten zwischen 6500 und 7800 Euro pro Person an die Organisatoren gezahlt; den daraus erzielten Erl\u00f6s der Gruppierung sch\u00e4tzt die Polizei auf mindestens 875 000 Euro. Bei einigen Beschuldigten sei zudem Falschgeld gefunden worden.<\/p>\n<p>Angeblich Verbindungen zu \u00bbAl-Sarawi-Netzwerk\u00ab<\/p>\n<p>Der festgenommene Hauptbeschuldigte ist nach Beh\u00f6rdenangaben ein 26 Jahre alter syrischer Staatsangeh\u00f6riger. Bis Ende Mai 2026 sei er den Angaben zufolge bei vier Kontrollen mit Falschgeld im Wert zwischen rund 30 000 und 100 000 Euro angetroffen worden. Zwei weitere M\u00e4nner, 31 und 32 Jahre alt, seien in Serbien festgesetzt worden.<\/p>\n<p>Der 31-J\u00e4hrige soll dem syrischen \u00bbAl-Sarawi-Netzwerk\u00ab angeh\u00f6ren, den die Beh\u00f6rden als Schleuser-Organisation bezeichnen. Ihm wird vorgeworfen, zwischen April und November 2022 in 17 F\u00e4llen an der Organisation von Schleusungen beteiligt gewesen zu sein und dabei 152 Migrant*innen \u00fcber die sogenannte Balkanroute gebracht zu haben. Wegen seiner mutma\u00dflichen Position in der Organisation sei der 31-J\u00e4hrige von Europol als sogenanntes \u00bbHigh Value Target\u00ab, also Ziel mit hohem Wert, eingestuft worden.<\/p>\n<p>Im vergangenen November hatte das Landgericht Traunstein bereits vier Personen als Mitglieder des \u00bbAl-Sarawi-Netzwerks\u00ab verurteilt. Der Hauptangeklagte, den das Gericht als f\u00fchrenden Kopf einstufte, erhielt eine Haftstrafe von zw\u00f6lf Jahren. Er soll f\u00fcr zahlreiche, teils lebensgef\u00e4hrliche Schleusungen verantwortlich gewesen sein, in einem Fall mit t\u00f6dlichem Ausgang. Nach \u00dcberzeugung des Gerichts hatte er zudem zwei Morde an seiner Ex-Frau und deren heutigem Mann in Auftrag gegeben, die jedoch nicht ausgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Weitere Festnahme in Serbien<\/p>\n<p>Au\u00dferdem wurde laut der Bundespolizeidirektion M\u00fcnchen in einem separaten Verfahren ein 32-j\u00e4hriger syrischer Staatsangeh\u00f6riger in Belgrad festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, sich einem weiteren Schleusernetzwerk angeschlossen zu haben, das nach Ermittlerangaben zwischen 2000 und 10 000 Euro pro Person verlangte, um vorwiegend syrische Staatsangeh\u00f6rige \u00fcber Serbien und Ungarn beziehungsweise \u00fcber Bosnien-Herzegowina und Kroatien in die EU und von dort per Auto, Kleintransporter oder Lastwagen \u00fcber mehrere L\u00e4nder weiter nach Deutschland zu verhelfen. Insgesamt soll der Mann an mindestens 37 solcher Fahrten zwischen Juni 2023 und Juni 2024 beteiligt gewesen sein, bei denen mindestens 625 Menschen transportiert worden seien. Bereits 2025 waren nach Beh\u00f6rdenangaben f\u00fcnf weitere mutma\u00dfliche Mitglieder dieser Gruppierung in Deutschland, den Niederlanden und Bosnien-Herzegowina festgenommen worden.<\/p>\n<p>\u00bbDie heutigen Festnahmen lenken den Blick allein auf Schleuser \u2013 dabei ist es die EU selbst, die durch das Fehlen sicherer und legaler Fluchtwege Menschen erst in deren H\u00e4nde treibt, w\u00e4hrend sie gleichzeitig libysche Milizen unterst\u00fctzt, die Menschen zur\u00fcck in Folter und Ausbeutung zwingt\u00ab, erkl\u00e4rt die deutsche NGO Sea-Watch zu den Razzien. Diese Doppelmoral mache die EU-Migrationspolitik unglaubw\u00fcrdig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bootstypen, mit denen Gefl\u00fcchtete aus Libyen wegen europ\u00e4ischer Einreisebeschr\u00e4nkungen das Mittelmeer \u00fcberqueren m\u00fcssen (Symbolbild). 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