{"id":83815,"date":"2026-08-17T10:07:10","date_gmt":"2026-08-17T10:07:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/83815\/"},"modified":"2026-08-17T10:07:10","modified_gmt":"2026-08-17T10:07:10","slug":"batterieexperte-technologischer-vorsprung-asiens-ist-enorm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/83815\/","title":{"rendered":"Batterieexperte: Technologischer Vorsprung Asiens ist enorm"},"content":{"rendered":"<p>Die europ\u00e4ische Batterieindustrie steht vor der Herausforderung, den technologischen Vorsprung asiatischer Akteure aufzuholen. Heiner Heimes, Professor am Lehrstuhl \u201eProduction Engineering of E-Mobility Components\u201c (PEM) der RWTH Aachen, beschreibt im Gespr\u00e4ch mit der Automobilwoche die aktuelle Situation.<\/p>\n<p>Bei einem Besuch in einer europ\u00e4ischen Batteriefabrik eines asiatischen Zellherstellers stellte Heimes fest, dass die Produktionsanlagen fast ausschlie\u00dflich aus asiatischer Anlagentechnik bestehen. Obwohl das Unternehmen Akkus in Europa produziert, stammte die Technik aus dem asiatischen Markt. Auch bei den Vorprodukten und dem Personal zeigte sich eine starke Abh\u00e4ngigkeit von Asien. Dennoch k\u00f6nnten die Batteriezellen unter Umst\u00e4nden mit dem Label \u201eMade in Europe\u201c versehen werden, was f\u00fcr eine m\u00f6gliche F\u00f6rderung auf EU-Ebene relevant w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aspekt ist die Wahrnehmung der europ\u00e4ischen Infrastruktur durch asiatische Fachkr\u00e4fte. Im Gespr\u00e4ch mit Mitarbeitern, die nur f\u00fcr ihren Job nach Europa gekommen sind, wurde deutlich, dass die Infrastruktur hierzulande \u2013 von Stra\u00dfen \u00fcber Autos bis hin zu Hotels \u2013 als veraltet wahrgenommen wird. Die Arbeiter streben eine R\u00fcckkehr in chinesische Gro\u00dfst\u00e4dte an, da dort die neueste Technologie verf\u00fcgbar sei.<\/p>\n<p>Die Entwicklung neuer Zelltechnologien vom Labor bis zur industriellen Fertigung dauert in Deutschland Jahre. Unternehmen wie der chinesische Akku-Riese CATL k\u00f6nnen neue Konzepte deutlich schneller industrialisieren. Um diesen R\u00fcckstand zu verringern, arbeiten der PEM-Lehrstuhl der RWTH Aachen und weitere Institute an einer europ\u00e4ischen Batterieforschung. Die Forschungsfertigung Batteriezelle (FFB Fab) in M\u00fcnster, deren Richtfest Mitte Juli stattfand, wird hierbei von Heimes als bedeutende Einrichtung f\u00fcr die Forschung bezeichnet.<\/p>\n<p>Ein positiver Trend ist laut dem Branchenkenner die steigende Nachfrage nach Batteriezellen mit einer vollst\u00e4ndig europ\u00e4ischen Wertsch\u00f6pfungskette, selbst wenn diese teurer sind oder eine l\u00e4ngere Entwicklungszeit ben\u00f6tigen. Dennoch bleibt der Aufbau von Fabriken ohne asiatische Technik schwierig, da Unternehmen zur Risikominimierung meist auf etablierte Anlagen setzen, die oft aus Asien stammen.<\/p>\n<p>Heimes pl\u00e4diert daf\u00fcr, dass staatliche F\u00f6rdermechanismen darauf ausgerichtet sein sollten, die finanziellen Risiken der Zellproduktionen abzufangen. Die Unternehmen gingen das Wagnis schlie\u00dflich auch im europ\u00e4ischen Interesse ein. Da der Aufbau des technologischen Vorsprungs ein \u201eMarathon\u201c sei, der deutlich l\u00e4nger als zwei bis drei Jahre dauere, sei eine kontinuierliche F\u00f6rderung notwendig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die europ\u00e4ische Batterieindustrie steht vor der Herausforderung, den technologischen Vorsprung asiatischer Akteure aufzuholen. 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