{"id":85680,"date":"2026-08-20T18:32:11","date_gmt":"2026-08-20T18:32:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/85680\/"},"modified":"2026-08-20T18:32:11","modified_gmt":"2026-08-20T18:32:11","slug":"lagarde-warnt-zersplitterter-eu-binnenmarkt-schadet-im-ki-wettbewerb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/85680\/","title":{"rendered":"Lagarde warnt: Zersplitterter EU-Binnenmarkt schadet im KI-Wettbewerb"},"content":{"rendered":"<p>Europa hat die erste digitale Revolution weitgehend verpasst und darf sich bei der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) keinen zweiten Fehlstart leisten, das sagte Christine Lagarde, die Pr\u00e4sidentin der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB).<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Um im KI-Wettbewerb mit Schwergewichten wie den USA und China mitzuhalten, m\u00fcsse die EU <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/business\/2026\/07\/17\/eu-stellt-bankenreform-vor-nationale-hurden-fallen-investitionen-sollen-fliessen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ihren Binnenmarkt vollenden<\/a> und ihre noch immer stark zersplitterten Kapitalm\u00e4rkte zusammenf\u00fchren, forderte Lagarde vor dem International Business Council des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Genf.<\/p>\n<p>&#8222;Europa hat die erste digitale Revolution weitgehend verpasst; die kommerziellen Gewinne aus der Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien sind \u00fcberproportional anderswo ausgesch\u00fcttet worden. Diesen Fehler k\u00f6nnen wir uns bei der zweiten digitalen Revolution, der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI), nicht leisten\u201c, sagte die Franz\u00f6sin.<\/p>\n<p>Lagardes Analyse kn\u00fcpft an die ihres Vorg\u00e4ngers Mario Draghi an. Er legte 2024 einen Grundsatzbericht zur St\u00e4rkung der wirtschaftlichen Wettbewerbsf\u00e4higkeit der EU vor, in dem er KI als letzte Chance bezeichnete, damit Europa im globalen Technologiewettlauf wieder Anschluss findet.<\/p>\n<p>Auf Draghis Empfehlung hin hat die Europ\u00e4ische Kommission mehrere Initiativen gestartet, um den Einsatz von KI in strategischen Branchen voranzutreiben und die <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/07\/30\/ki-eu-ausschreibung-7-gigafabriken\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Finanzierung riesiger Datenzentren<\/a> zu f\u00f6rdern, damit neue Technologiegenerationen entstehen.<\/p>\n<p>Das Problem mit dem Kapital f\u00fcr KI-Investitionen in der EU<\/p>\n<p>In ihrer Rede betonte Lagarde, fehlender Zugang zu Kapital bremse die KI-Investitionen in Europa. Unternehmen finanzieren sich \u00fcberwiegend \u00fcber Bankkredite; Kapitalm\u00e4rkte, auf denen Investoren Geld bereitstellen und Firmen Eigenkapital aufnehmen, seien auf nationaler Ebene noch zu klein.<\/p>\n<p>Die rechtliche Zersplitterung schaffe f\u00fcr Unternehmen praktische H\u00fcrden: zus\u00e4tzliche Kosten, l\u00e4ngere Fristen, eingeschr\u00e4nkte M\u00f6glichkeiten, grenz\u00fcberschreitend zu arbeiten, sagte Christine Lagarde. Eine Firma in Europa sto\u00dfe deshalb auf mehr Hindernisse beim Hochskalieren als ein Konkurrent in den USA und greife am Ende wom\u00f6glich auf Kapitalm\u00e4rkte au\u00dferhalb der EU zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u201eGr\u00f6\u00dfe ist besonders wichtig, wenn neue Technologien die Quellen des Produktivit\u00e4tswachstums ver\u00e4ndern\u201c, so Lagarde.<\/p>\n<p>Lagarde sieht &#8222;ermutigende Anzeichen&#8220;<\/p>\n<p>Die EZB-Pr\u00e4sidentin sagte weiter, Europa habe das Potenzial, \u201eneue Technologien bestm\u00f6glich zu nutzen\u201c, und es gebe bereits \u201eermutigende Anzeichen, dass europ\u00e4ische Unternehmen in KI investieren\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDie EU stellt zwar nur rund sechs Prozent der Weltbev\u00f6lkerung, aber bis zu f\u00fcnfzehn Prozent der Forschenden. Zudem stammt fast ein F\u00fcnftel der meistzitierten wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen weltweit aus der EU\u201c, hob die EZB-Pr\u00e4sidentin hervor.<\/p>\n<p>\u201eUmfragen zufolge wollen Unternehmen im Euroraum im Schnitt rund neun Prozent ihrer Gesamtinvestitionen in diesem Jahr f\u00fcr KI einsetzen\u201c, sagte Lagarde.<\/p>\n<p>Die eigentliche Herausforderung sei, dieses Wissen in \u201ekommerziellen Erfolg\u201c zu \u00fcbersetzen, sodass sich die Technologie in der gesamten Wirtschaft verbreitet, argumentierte sie. \u201eZu oft bremsen die gleichen H\u00fcrden, die Firmen am Wachstum hindern, auch die Verbreitung neuer Technologien\u201c.<\/p>\n<p>Die EZB-Pr\u00e4sidentin forderte, zentrale Reformvorhaben in Br\u00fcssel deutlich zu beschleunigen \u2013 vor allem die Spar- und Investitionsunion (SIU) sowie Ma\u00dfnahmen zur Vertiefung des Binnenmarkts wie das Projekt EU Inc.<\/p>\n<p>Die SIU ist ein Gesetzespaket, das integriertere Kapitalm\u00e4rkte schaffen soll. Die Gesetzgeber hoffen auf eine Einigung bis Ende des Jahres, doch die EU-Mitgliedstaaten sind weiter tief gespalten \u2013 insbesondere bei der Frage einer st\u00e4rkeren zentralen Aufsicht \u00fcber die Kapitalm\u00e4rkte.<\/p>\n<p>EU Inc. ist ein Vorschlag der Kommission f\u00fcr eine optionale, EU-weite Unternehmensform. Sie soll es Firmen \u2013 besonders Start-ups \u2013 erm\u00f6glichen, schneller und g\u00fcnstiger gegr\u00fcndet zu werden, grenz\u00fcberschreitend zu arbeiten und zu wachsen, ohne sich durch das derzeitige Flickwerk von 27 nationalen Systemen k\u00e4mpfen zu m\u00fcssen. Auch dieses Projekt geh\u00f6rt zu den Reformen zur Vertiefung des Binnenmarkts und soll bis Ende des Jahres beschlossen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa hat die erste digitale Revolution weitgehend verpasst und darf sich bei der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) keinen zweiten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":85681,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1230,21,22,1228,210],"class_list":["post-85680","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-christine-lagarde","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-ezb","tag-kuenstliche-intelligenz"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85680"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85680\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/85681"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}