{"id":85834,"date":"2026-08-21T04:13:13","date_gmt":"2026-08-21T04:13:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/85834\/"},"modified":"2026-08-21T04:13:13","modified_gmt":"2026-08-21T04:13:13","slug":"trumps-zollchaos-was-nach-einem-jahr-vom-eu-us-zolldeal-geblieben-ist-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/85834\/","title":{"rendered":"Trumps Zollchaos &#8211; Was nach einem Jahr vom EU-US-Zolldeal geblieben ist &#8211; Wirtschaft"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Washington\/Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Eigentlich wollte US-Pr\u00e4sident Donald Trump hohe <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Z%C3%B6lle\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Z\u00f6lle<\/a> auf europ\u00e4ische Produkte erheben. Nach Monaten des Zollkonflikts verst\u00e4ndigten er und EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen sich Ende Juli 2025 im schottischen Turnberry dann aber auf eine Einigung. Trotzdem wurde noch wochenlang um Details gerungen, bis schlie\u00dflich am 21. August 2025 auch die Details des bilateralen Handelsabkommens standen. Ein \u00dcberblick:<\/p>\n<p>Worauf hatte man sich beim Turnberry-Deal geeinigt?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung wurde vereinbart, dass auf die meisten europ\u00e4ischen Einfuhren in die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">USA<\/a> maximal ein Aufschlag von 15 Prozent des Warenwertes erhoben werden darf \u2013 das war die sogenannte Zollobergrenze. Br\u00fcssel machte allerdings im Gegenzug weitere Zugest\u00e4ndnisse wie die Abschaffung von EU-Z\u00f6llen auf US-Industrieg\u00fcter.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Angesichts der impulsiven Politik unter Trump baute die EU sp\u00e4ter zus\u00e4tzlich ein Sicherheitsnetz ein: Sollten die USA ihre Zusagen nicht vollst\u00e4ndig umsetzen oder Absprachen wieder aussetzen, k\u00f6nnen auch Zugest\u00e4ndnisse der EU ausgesetzt werden.\u00a0<\/p>\n<p>Was ist der aktuelle Stand?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Das Abkommen sieht einen Maximal-Zollsatz in H\u00f6he von 15 Prozent f\u00fcr die meisten EU-Importe in die USA vor. Diese Vereinbarung gilt weiter. Derzeit liegt der pauschale Zollsatz, der tats\u00e4chlich f\u00fcr die meisten EU-Importe in die USA erhoben wird, aber nach Angaben einer Sprecherin der EU-Kommission bei 10 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der niedrigere Aufschlag kommt durch Trumps j\u00fcngsten Einfall f\u00fcr neue Z\u00f6lle zustande: Weil rund 60 Handelspartner angeblich unzureichend gegen Zwangsarbeit vorgegangen waren, verk\u00fcndete der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer einen neuen Zollsatz \u2013 f\u00fcr die EU 10 Prozent.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/f400835a-8f1f-49ba-8ff0-8e66dfb9ddbc.jpg\"   alt=\"Die EU-Kommission beurteilt die neuesten US-Z\u00f6lle positiv. (Archivfoto)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Die EU-Kommission beurteilt die neuesten US-Z\u00f6lle positiv. (Archivfoto) Michael Kappeler\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Insgesamt sieht die EU-Kommission damit keine Verschlechterung der Situation, im Gegenteil: Alle EU-Exporte profitierten nach den neuen Zollregelungen entweder von einer g\u00fcnstigeren oder einer gleichwertigen Regelung, hie\u00df es von der Br\u00fcsseler Beh\u00f6rde nach der Ank\u00fcndigung.\u00a0<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zus\u00e4tzlich w\u00fcrden die Zollbefreiungen f\u00fcr die Importe aus der EU \u2013 wie beispielsweise f\u00fcr Kork und Diamanten \u2013 wieder eingef\u00fchrt, die zu den bestehenden Ausnahmen wie f\u00fcr Flugzeuge und Flugzeugteile, Generika und Wirkstoffe hinzuk\u00e4men. Die Ank\u00fcndigung liefere zudem positive Impulse, um an weiteren Zollbefreiungen zu arbeiten.<\/p>\n<p>Wie bewerten Experten das bilaterale Handelsabkommen?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) blickt gespalten auf den Deal zwischen von der Leyen und Trump. \u201eDer Turnberry-Deal hat f\u00fcr die Industrie bisher nur bedingt Stabilit\u00e4t gebracht. Das Abkommen war immer ein schmerzhafter Kompromiss\u201c, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrung.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zwar sei es positiv zu bewerten, dass sich die USA \u201egr\u00f6\u00dftenteils\u201c an die Obergrenze eines Zolls in H\u00f6he von 15 Prozent hielten, sagte Niedermark vom BDI weiter. Keine L\u00f6sung gebe es hingegen weiter f\u00fcr die teils 50-prozentigen Z\u00f6lle auf Stahl und Aluminium sowie die S\u00e4tze in H\u00f6he von 25 Prozent auf bestimmte Lkw-Einfuhren. \u201eBei den Z\u00f6llen auf Stahl- und Aluminiumprodukte droht nach zwischenzeitlichen Verbesserungen wieder eine Ausweitung der US-Ma\u00dfnahmen\u201c, kritisierte er.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/faad41d0-b39d-42d9-8899-0d55dcc57312.jpg\"   alt=\"Die Automobilindustrie beklagt hohe US-Z\u00f6lle. (Archivfoto)\" loading=\"lazy\" class=\"css-8atqhb\"\/>Die Automobilindustrie beklagt hohe US-Z\u00f6lle. (Archivfoto) Hendrik Schmidt\/dpa<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Unmut gibt es auch aus der Automobilindustrie. \u201eDie aktuellen US-Z\u00f6lle in H\u00f6he von 15 Prozent f\u00fcr Pkw und deren Teile stellen weiterhin eine sp\u00fcrbare Herausforderung f\u00fcr die deutsche Automobilindustrie dar\u201c, sagte ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA). Er kritisierte zudem, dass die \u201esehr hohen zus\u00e4tzlichen US-Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Nutzfahrzeuge und deren Teile eine erhebliche Belastung f\u00fcr die betroffenen Unternehmen\u201c darstellten. Vor dem Amtsantritt von Trump lag der Zollsatz f\u00fcr Pkw noch bei 2,5 Prozent.\u00a0<\/p>\n<p>Wie schaut es in anderen L\u00e4ndern in Sachen Zollkonflikt aus?<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Dass es auch anders geht und wie unbest\u00e4ndig Trump ist, zeigte er j\u00fcngst am Beispiel Kanadas: Nach der Verh\u00e4ngung eines Zolls von 25 Prozent auf nahezu alle Waren im vergangenen Jahr \u2013 angeblich, weil das Nachbarland zu wenig gegen den Drogenschmuggel \u00fcber die Grenze unternimmt \u2013 drohte Trump zeitweise mit einem Satz von 100 Prozent. Immer wieder nutzte er sein Lieblingsinstrument auch, um bei einem eigentlich ganz anderen Thema, einer Grenzbr\u00fccke zwischen beiden Staaten nahe Detroit, im Interesse der USA nachzuverhandeln.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zuletzt drohte er mit einer zus\u00e4tzlichen Importgeb\u00fchr von 50 Prozent auf eine Reihe von Produkten, nur um diese wenige Stunden vor dem angepeilten Start wieder zu kassieren. Die pl\u00f6tzlichen R\u00fcckzieher pr\u00e4gen Trumps erratischen Verhandlungsstil und dessen Politik seit langem und sind unter dem Akronym \u201eTACO\u201c bekannt \u2013 das steht f\u00fcr \u201eTrump Always Chickens Out\u201c, was in etwa so viel hei\u00dft wie \u201eTrump kneift immer\u201c. Dass es bei der EU nun faktisch zu einer Verbesserung der Zollkonditionen gekommen ist, d\u00fcrfte als Ausnahme interpretiert werden.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:260821-930-560812\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Washington\/Br\u00fcssel (dpa) &#8211; Eigentlich wollte US-Pr\u00e4sident Donald Trump hohe Z\u00f6lle auf europ\u00e4ische Produkte erheben. 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