{"id":85884,"date":"2026-08-21T06:35:11","date_gmt":"2026-08-21T06:35:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/85884\/"},"modified":"2026-08-21T06:35:11","modified_gmt":"2026-08-21T06:35:11","slug":"sieben-staaten-und-eu-verlangen-stopp-von-siedlungsprojekt-im-westjordanland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/85884\/","title":{"rendered":"Sieben Staaten und EU verlangen Stopp von Siedlungsprojekt im Westjordanland"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Gro\u00dfbritannien, Norwegen und Kanada haben Israel aufgefordert, die geplante Bebauung des umstrittenen E1-Gebiets im Westjordanland zu stoppen. Hintergrund ist eine aktuelle Ausschreibung f\u00fcr mehr als 1200 Wohneinheiten in dem strategisch wichtigen Areal \u00f6stlich von Jerusalem.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung warnten die sieben Staaten vor den Folgen des Vorhabens. \u00bbIn einer Zeit gro\u00dfer Instabilit\u00e4t im Westjordanland mit einem beispiellosen Ausma\u00df an Gewalt von Siedlern gegen Zivilisten und erheblichen Einschr\u00e4nkungen der pal\u00e4stinensischen Wirtschaft ist diese Entscheidung umso besorgniserregender\u00ab, hei\u00dft es darin. Israel solle die Pl\u00e4ne \u00bbsofort zur\u00fcckziehen und die Ausweitung der Siedlungen im Westjordanland beenden\u00ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das E1-Gebiet umfasst rund zw\u00f6lf Quadratkilometer zwischen Jerusalem und der israelischen Stadt Ma\u2019ale Adumim. Die israelische Regierung hatte im August 2025 den Bau von insgesamt etwa 3400 Wohnungen in dem Gebiet genehmigt. Nun geht es zun\u00e4chst um 1234 Einheiten in sieben Wohnkomplexen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/F251026YN015-1440x960-660x440-c-default.jpg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"440\" loading=\"lazy\"\/>Das E1-Gebiet bei Ma\u2019ale Adumim im WestjordanlandFoto: copyright (c) Flash90 2025<\/p>\n<p>R\u00e4umliche Verbindung<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die internationale Kritik ist E1 vor allem deshalb von Bedeutung, weil eine Bebauung dieses Korridors die r\u00e4umliche Verbindung zwischen Ostjerusalem und Teilen des Westjordanlands erheblich ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Kritiker bef\u00fcrchten, dass dadurch die Voraussetzungen f\u00fcr einen zusammenh\u00e4ngenden pal\u00e4stinensischen Staat weiter verschlechtert w\u00fcrden. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pal\u00e4stinenserf\u00fchrer Arafat und Abbas hatten in den Jahren 2000 und 2008 allerdings Friedenspl\u00e4ne abgelehnt, die ihnen die Gr\u00fcndung eines pal\u00e4stinensischen Staates an der Seite Israels erm\u00f6glicht h\u00e4tten. Diese h\u00e4tten ihnen fast das gesamte Westjordanland, ganz Gaza und ein autonomes Ost-Jerusalem f\u00fcr ihren Staat zugeschrieben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ausschreibung f\u00fcr das E1-Gebiet wurde nach Angaben der israelischen Friedensorganisation Peace Now am 18. August ver\u00f6ffentlicht. Angebote k\u00f6nnen bis zum 19. Oktober eingereicht werden \u2013 nur wenige Tage vor der f\u00fcr den 27. Oktober angesetzten israelischen Parlamentswahl. Peace Now sieht darin einen Versuch der Regierung, Fakten zu schaffen und Bauverpflichtungen noch vor der Wahl voranzutreiben.<\/p>\n<p>Liste von Ma\u00dfnahmen<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch aus Br\u00fcssel k\u00f6nnte der Druck auf Jerusalem zunehmen. Nach einem Bericht des israelischen Fernsehsenders Kanal 13 bereitet die Europ\u00e4ische Union ein Paket m\u00f6glicher Sanktionen vor, falls Israel tats\u00e4chlich mit dem Bau in E1 beginnt. Demnach soll eine Liste von Ma\u00dfnahmen erstellt worden sein, die Handel, wissenschaftliche Zusammenarbeit sowie bestimmte Sicherheits- und diplomatische Kontakte betreffen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders weitreichend w\u00e4re dem Bericht zufolge eine Kennzeichnungspflicht f\u00fcr israelische Produkte. Sie k\u00f6nnte sich demnach nicht nur auf Waren aus den Siedlungen im Westjordanland beziehen, sondern auf Produkte aus Israel insgesamt. Damit w\u00fcrde die EU von ihrer bisherigen Praxis abweichen, zwischen Israel und den Siedlungen in den besetzten Gebieten zu unterscheiden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die m\u00f6gliche Sanktionsliste soll zudem eine Einschr\u00e4nkung akademischer Kooperationen und eine Aussetzung bestimmter sicherheits- und diplomatischer Projekte zwischen der EU und Israel vorsehen. Die Angaben sind bislang nicht offiziell best\u00e4tigt. Sie verdeutlichen jedoch, wie ernst die Debatte \u00fcber E1 inzwischen in europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p class=\"u-teaser-list__headline\">Lesen Sie auch<\/p>\n<p>\u00bbSchwere Verst\u00f6\u00dfe\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mehrere Regierungen versch\u00e4rften ihre Kritik am Donnerstag. Belgien bezeichnete die Ausschreibung als \u00bbinakzeptabel\u00ab. Au\u00dfenminister Maxime Pr\u00e9vot erkl\u00e4rte, das Projekt \u00bbw\u00fcrde die Lebensf\u00e4higkeit der Zwei-Staaten-L\u00f6sung ernsthaft untergraben\u00ab. Frankreich, Deutschland, Italien und Gro\u00dfbritannien warnten Unternehmen zugleich davor, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen. Firmen k\u00f6nnten sich damit dem Risiko aussetzen, \u00bban schweren Verst\u00f6\u00dfen gegen das V\u00f6lkerrecht beteiligt zu sein\u00ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gro\u00dfbritannien ging ebenfalls einen Schritt weiter. Au\u00dfenminister Ed Miliband forderte einen Stopp des Projekts und der weiteren Siedlungsausweitung. London bestellte zudem den israelischen Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger ein. Miliband erkl\u00e4rte, er habe seine Position auch seinem israelischen Kollegen Gideon Sa\u2019ar direkt \u00fcbermittelt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sa\u2019ar wies die britische Kritik entschieden zur\u00fcck. Er erkl\u00e4rte, er lehne Milibands \u00c4u\u00dferungen \u00bbvollst\u00e4ndig\u00ab ab, ebenso wie den \u00bbherablassenden Ton seiner Worte\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbZutiefst bedauerlich\u00ab<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbDas j\u00fcdische Volk hat das Recht, \u00fcberall im Land Israel zu leben, genauso wie die Briten das Recht haben, in London und im gesamten Vereinigten K\u00f6nigreich zu leben\u00ab, schrieb Sa\u2019ar auf X.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zugleich warf der israelische Au\u00dfenminister der britischen Regierung vor, ausschlie\u00dflich Israel verantwortlich zu machen und pal\u00e4stinensischen Extremismus auszublenden. Diese Politik habe seiner Darstellung nach zu einer erheblichen Zunahme antisemitischer Feindseligkeit und Angriffen auf die j\u00fcdische Gemeinschaft in Gro\u00dfbritannien beigetragen. Die britische Entscheidung, \u00bbdie Beziehungen zwischen unseren L\u00e4ndern zu besch\u00e4digen\u00ab, sei \u00bbzutiefst bedauerlich\u00ab. Israel werde \u00bbseine Rechte, seine Interessen und seine Bev\u00f6lkerung verteidigen\u00ab.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das E1-Gebiet war \u00fcber viele Jahre wegen des Widerstands der internationalen Gemeinschaft nicht bebaut worden. Fr\u00fchere US-Regierungen geh\u00f6rten ebenfalls zu den Gegnern des Projekts, weil sie bef\u00fcrchteten, eine Bebauung k\u00f6nne die Grundlage f\u00fcr einen territorial zusammenh\u00e4ngenden pal\u00e4stinensischen Staat endg\u00fcltig schw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Siedler-Gewalt und pal\u00e4stinsischer Terror<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Westjordanland leben rund drei Millionen Pal\u00e4stinenser. Hinzu kommen etwa 500.000 israelische Siedler. Ost-Jerusalem wird dabei gesondert betrachtet. Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 hat die Gewalt israelischer Siedler gegen Pal\u00e4stinenser nach internationalen Beobachtern deutlich zugenommen. <\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Zunahme des pal\u00e4stinensischen Terrors, die ebenfalls registriert wurde, wird in den Erkl\u00e4rungen der sieben L\u00e4nder nicht erw\u00e4hnt. Immer wieder kam es zu Angriffen pal\u00e4stinensischer Terroristen, bei denen Israelis ermordet wurden. Nach Angaben des Au\u00dfenministeriums in Jerusalem waren es seit dem 7. Oktober 2023 insgesamt 852 Terroranschl\u00e4ge. im<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Gro\u00dfbritannien, Norwegen und Kanada haben Israel aufgefordert, die geplante Bebauung des umstrittenen E1-Gebiets&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":85885,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[153,418,21,22,322,415,420,417,162,143,34,419,416],"class_list":["post-85884","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-berichte","tag-blogs","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-israel","tag-juedische-allgemeine","tag-juedisches-leben","tag-kommentare","tag-kultur","tag-nachrichten","tag-politik","tag-religion","tag-wochenzeitung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85884","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=85884"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/85884\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/85885"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=85884"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=85884"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=85884"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}