{"id":88102,"date":"2026-08-26T09:59:11","date_gmt":"2026-08-26T09:59:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/88102\/"},"modified":"2026-08-26T09:59:11","modified_gmt":"2026-08-26T09:59:11","slug":"sagenhafte-heimat-europaeische-geschichte-auf-schritt-und-tritt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/88102\/","title":{"rendered":"Sagenhafte Heimat: Europ\u00e4ische Geschichte auf Schritt und Tritt"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Es klingt geschichtstr\u00e4chtig. Und tats\u00e4chlich wurde am \u201eNapoleonseck\u201c Geschichte geschrieben. Der Name erinnert an die Schlacht von Engen, als hier am 3. Mai 1800 das franz\u00f6sische und das \u00f6sterreichische Koalitionsheer aufeinandertrafen. Der markante Aussichtspunkt soll franz\u00f6sischen Truppen als Gefechtsstand gedient haben. Napoleon aber hielt sich nachweislich an diesem Tag in Paris auf. Das franz\u00f6sische Heer f\u00fchrte General Jean-Victor Moreau. In dieser f\u00fcr die franz\u00f6sische Armee siegreichen Schlacht wurden die \u00d6sterreicher bei Engen und Stockach geschlagen und nach weiteren Niederlagen bei Me\u00dfkirch zwei Tage sp\u00e4ter sowie am 9. Mai in Biberach sahen sie sich gezwungen, sich \u00fcber die Donau nach Ulm zur\u00fcckzuziehen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Napoleonseck liegt an der etwas mehr als neun Kilometer langen, gut ausgeschilderten Wandertour namens \u201eAlter Postweg\u201c. Er z\u00e4hlt zu den Premiumwanderwegen im Hegau. Ausgangspunkt ist ein Parkplatz oberhalb von Watterdingen. Er hei\u00dft so, weil ihn Boten ab Mitte des 16.-\u00a0 bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts nutzten, um Nachrichten von Engen bis ins Elsass zu \u00fcberbringen. Der Alte Postweg, der \u00fcbrigens vom Schwarzwaldverein gepflegt wird, f\u00fchrt durch Wiesen und W\u00e4lder, doch besticht er in erster Linie mit seinen herrlichen Landschaftspanoramen. Der Wanderer kann bei sch\u00f6nem Wetter auch heute noch seinen Blick \u00fcber die Vulkankegel des Hegau, Teile des Bodensees und \u00fcber die Alpengipfel am Horizont schweifen lassen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/img20260115155008.jpg\" alt=\"Auch das Napoleonseck auf dem Premiumwanderweg \u201eAlte Post\u201c oberhalb von Watterdingen erinnert an die Schlacht um Engen.\" title=\"Auch das Napoleonseck auf dem Premiumwanderweg \u201eAlte Post\u201c oberhalb von Watterdingen erinnert an die Schlacht um Engen.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Auch das Napoleonseck auf dem Premiumwanderweg \u201eAlte Post\u201c oberhalb von Watterdingen erinnert an die Schlacht um Engen.<br \/>\n    Foto: Elmar Veeser<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Auch das Napoleonseck auf dem Premiumwanderweg \u201eAlte Post\u201c oberhalb von Watterdingen erinnert an die Schlacht um Engen.<br \/>\n    Foto: Elmar Veeser<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Krieg zwischen Frankreich und dem Heiligen R\u00f6mischen Reich (Deutscher Nation) unter Kaiser Franz II. endete am 9. Februar 1801 mit dem Frieden von Lun\u00e9ville. Damals wurde unter anderem die rechtliche Eingliederung der 1794 besetzten linksrheinischen Gebiete \u2013 heute die linksrheinischen Gebiete von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit 63.000 Quadratkilometern \u2013 in das<br \/>\nfranz\u00f6sische Staatsgebiet regelte.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/p8120003jpg.jpg\" alt=\"Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg komplettiert dieser Findling mit Gedenktafel.\" title=\"Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg komplettiert dieser Findling mit Gedenktafel.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg komplettiert dieser Findling mit Gedenktafel.<br \/>\n    Foto: Elmar Veeser<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg komplettiert dieser Findling mit Gedenktafel.<br \/>\n    Foto: Elmar Veeser<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Gleich zwei Denkmale an Hegau-Wanderwegen erinnern an die Schlacht bei Engen, die an einem einzigen Tag \u2013 am 3. Mai 1800 &#8211; Tausenden von Soldaten das Leben kostete. Verl\u00e4sst man den \u201eAlten Postweg\u201c Richtung Osten, st\u00f6\u00dft der Wanderer nach etwas mehr als drei Kilometern bei Engen auf ein weiteres der Schlacht bei Engen gewidmetes Denkmal, n\u00e4mlich auf das sogenannte Franzosenkreuz auf dem Ballenberg. Umgekehrt f\u00fchrt vom Bahnhof Engen aus gesehen eine mittelschwere, knapp 14 Kilometer lange Route \u00fcber das Franzosenw\u00e4ldle und den Ballenberg direkt zum Napoleonseck und von dort oft weiter bis zum Hohenhewen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/franzosenkreuz-auf-dem-ballenberg-bei-engenjpg.jpg\" alt=\"Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg bei Engen erinnert an die Schlacht vom 3. Mai 1800.\" title=\"Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg bei Engen erinnert an die Schlacht vom 3. Mai 1800.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg bei Engen erinnert an die Schlacht vom 3. Mai 1800.<br \/>\n    Foto: Elmar Veeser<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Das Franzosenkreuz auf dem Ballenberg bei Engen erinnert an die Schlacht vom 3. Mai 1800.<br \/>\n    Foto: Elmar Veeser<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Auch vom Franzosenkreuz aus er\u00f6ffnet sich ein herrlicher Panoramablick auf das im Tal eingebettete mittelalterliche St\u00e4dtchen Engen. Das sehr schlanke, etwa sechs Meter hohe Holzkreuz ist durch einen Findling mit Schrifttafel erg\u00e4nzt, worauf zu lesen ist, dass mit diesem Denkmal an die zahlreichen Opfer der Schlacht bei Engen gedacht wird. Der Historiker Roland Kessinger, der sich intensiv mit der Schlacht um Engen und der zwei Tage zuvor &#8211; also am 1. Mai 1800 &#8211; kampflosen \u00dcbergabe der Festung Hohentwiel an die Franzosen besch\u00e4ftigt hat, sch\u00e4tzt die Zahl der hier get\u00f6teten \u00d6sterreicher auf 2000 . Viele Verwundete sowie tausende  Gefangene galt es obendrein zu versorgen. \u00c4hnliche Verluste d\u00fcrften an diesem Tag auch die Franzosen erlitten haben, wie Kessinger im Hegau-Jahrbuch aus dem Jahr 2014 unter der \u00dcberschrift \u201eNapoleon und die Zerst\u00f6rung des Twiel\u201c festgehalten hat. Hinzuzurechnen sind noch die niemals gez\u00e4hlten zivilen Opfer aus den Hegaud\u00f6rfern, die zum Teil auch den durch die Soldaten eingeschleppten Krankheiten erlagen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/images.mgpd.de\/img\/111918296\/crop\/c16_9-w100\/313046768\/1206039511\/foto-suedkurier-14478274.jpg\" alt=\"\u201eIn der kleinen Stadt Engen, die damals nur etwa 1000 Einwohner hatte, befanden sich pl\u00f6tzlich tausende Soldaten\u201c, berichtet Historiker Roland Kessinger\" title=\"\u201eIn der kleinen Stadt Engen, die damals nur etwa 1000 Einwohner hatte, befanden sich pl\u00f6tzlich tausende Soldaten\u201c, berichtet Historiker Roland Kessinger\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    \u201eIn der kleinen Stadt Engen, die damals nur etwa 1000 Einwohner hatte, befanden sich pl\u00f6tzlich tausende Soldaten\u201c, berichtet Historiker Roland Kessinger<br \/>\n    Foto: Roland Kessinger<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    \u201eIn der kleinen Stadt Engen, die damals nur etwa 1000 Einwohner hatte, befanden sich pl\u00f6tzlich tausende Soldaten\u201c, berichtet Historiker Roland Kessinger<br \/>\n    Foto: Roland Kessinger<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Doch zur\u00fcck zum Franzosenkreuz: Auf der Schrifttafel des Findlings steht, dass das Denkmal im Jahr 2008 vom 3. Husarenregiment<br \/>\nder Deutsch-Franz\u00f6sischen Brigade Immendingen gespendet wurde. DerFindlingg ist somit als Symbol der Deutsch-Franz\u00f6sischen Vers\u00f6hnung und Freundschaft zu verstehen. Das \u201etroisi\u00e8me r\u00e9giment de hussards\u201c zog dann im Jahr 2011 ins franz\u00f6sische Metz um,<br \/>\nwo es bis heute stationiert ist.\n  <\/p>\n<p>    Die Serie \u201eSagenhafte Heimat\u201c<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Sagen und Mythen \u00fcber geheimnisvolle Orte, Ereignisse oder Menschen gibt es in jeder Stadt und Gemeinde. Sie machen teilweise seit Generationen die Runde. Manche sind bekannt, manche drohen in Vergessenheit zu geraten. Warum hat der \u201eNamenlose Weg\u201c in Gottmadingen keinen Namen? War Napoleon tats\u00e4chlich am Napoleonseck? Und hat es wirklich ein Singener gewagt, Otto Dix zu f\u00e4lschen? In unserer Serie \u201eSagenhafte Heimat\u201c gehen wir diesen Geschichten auf den Grund und helfen vielleicht, sie aufzukl\u00e4ren oder mindestens sie zu bewahren. (jac)\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Koalitionskriege waren verheerend. Eine Allianz aus Gro\u00dfbritannien, Russland, \u00d6sterreich und weiteren M\u00e4chten k\u00e4mpfte von 1799 bis 1802 gegen Frankreich. Napoleon Bonaparte war es durch den Staatsstreich am 9. November 1799 gelungen, die Macht in Frankreich an sich zu rei\u00dfen und das Konsulat als neue Regierungsform zu etablieren. Also hatte der 30-j\u00e4hrige \u201eErste Konsul\u201c Napoleon Bonaparte zur Zeit der Schlacht bei Engen erst sechs Monate zuvor die politische Macht an sich gerissen. Seine Armeen kehrten nach dem Friedensvertrag von Lun\u00e9ville im Jahr 1801 siegreich nach Frankreich zur\u00fcck. Damit hatte Frankreich seine Vorherrschaft in Italien wiederhergestellt und zudem die linksrheinischen deutschen Gebiete annektiert. Mit dem Frieden von Amiens zwischen Gro\u00dfbritannien und Frankreich war der Krieg 1802 endg\u00fcltig beendet. Mit den folgenden Koalitionskriegen\u00a0hatte sich eine bewaffnete Auseinandersetzung an die n\u00e4chste mit Schaupl\u00e4tzen in Italien, der Schweiz, in S\u00fcddeutschland und den Niederlanden gereiht.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es klingt geschichtstr\u00e4chtig. Und tats\u00e4chlich wurde am \u201eNapoleonseck\u201c Geschichte geschrieben. 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