{"id":89048,"date":"2026-08-28T07:21:30","date_gmt":"2026-08-28T07:21:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/89048\/"},"modified":"2026-08-28T07:21:30","modified_gmt":"2026-08-28T07:21:30","slug":"ezb-rdirektorin-schnabel-deutet-zinserhoehung-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/89048\/","title":{"rendered":"EZB-RDirektorin Schnabel deutet Zinserh\u00f6hung an"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Das elementare Ziel, dem sich die Verantwortlichen der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) verschrieben haben, ist die Preisstabilit\u00e4t. Diese sehen sie als gew\u00e4hrleistet an, wenn sich die Inflationsrate in einem engen Korridor um zwei Prozent bewegt. Das hei\u00dft in der Praxis: Steigen die Preise deutlich st\u00e4rker an, dann m\u00fcssen die Zentralbanker handeln.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Genau an dem Punkt ist die EZB nach Einsch\u00e4tzung ihrer Direktorin Isabel Schnabel angekommen. Im Juli lag die Inflationsrate in Deutschland bei 2,8\u2005Prozent, in der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/eurozone\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Eurozone<\/a> sogar noch 0,1\u2005Prozentpunkte h\u00f6her. F\u00fcr Schnabel der Anlass zum Handeln: \u201eBeim aktuellen Leitzins ist es unwahrscheinlich, dass die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/inflation\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Inflation<\/a> mittelfristig auf das Zielniveau zur\u00fcckkehrt\u201c, sagte sie der Finanznachrichtenagentur Bloomberg und verwies darauf, dass sich der Konflikt im Nahen Osten hinziehe und die robuste Wirtschaft der Eurozone Aufw\u00e4rtsrisiken f\u00fcr die Inflation berge. \u201eDaher wird eine weitere Straffung erforderlich sein\u201c, urteilte Schnabel. Die n\u00e4chste Sitzung des Gremiums findet am 10.\u2005September statt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Es bahnt sich also der n\u00e4chste Zinsschritt an nach der Anhebung im Juni, bei der die W\u00e4hrungsh\u00fcter den Einlagenzins auf 2,25\u2005Prozent angehoben hatten. Im Juli gab es dann eine Zins- und Denkpause, aber seither hat sich die geopolitische Lage kaum ver\u00e4ndert, und mit ihr bleibt auch die Gefahr weiter steigender Energiepreise, die die Produktionskosten f\u00fcr die Industrie und das Autofahren und Heizen f\u00fcr die Verbraucher teurer machen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die EZB handelt in diesen Zeiten offensichtlich rascher und konsequenter als nach dem Kriegsbeginn in der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/ukraine\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> vor viereinhalb Jahren. Damals machten ihr Kritiker den Vorwurf, sie habe zu lange gez\u00f6gert, weil sie den enormen Anstieg der Inflation als vor\u00fcbergehendes Ph\u00e4nomen eingestuft hatte. Diesmal geht alles schneller, auch vor dem Hintergrund, dass sich Energie im Juli nach dem Auslaufen des Tankrabatts und dem Krieg im Iran im Jahresvergleich um 8,3\u2005Prozent verteuert hat. Zudem liegt auch die Kerninflationsrate, bei der die Preise f\u00fcr Energie und Lebensmittel herausgerechnet sind, aktuell bei 2,4\u2005Prozent, also auch \u00fcber dem Zielwert.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Die Zinserh\u00f6hung, die nun alle erwarten, h\u00e4tte nat\u00fcrlich Folgen f\u00fcr die Finanzm\u00e4rkte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Manche m\u00f6gen es schon gemerkt und reagiert haben: Viele Banken und Sparkassen haben die <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/zinsen\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Zinsen<\/a> f\u00fcr Tages- und Festgelder bereits erh\u00f6ht. Das Finanzportal Biallo ermittelte j\u00fcngst f\u00fcr Neukunden Tagesgeld-Angebote von mehr als vier Prozent, bei Festgeld noch mehr als drei Prozent. Das deckt zumindest die Inflation. Allerdings sollten Interessenten immer genau hinschauen, auf welchen Anbieter sie sich einlassen und ob dieser Anbieter beispielsweise dem deutschen Einlagensicherungssystem angeschlossen ist.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Zinserh\u00f6hungen sind schlecht f\u00fcr jene, die Geld brauchen. Also f\u00fcr Verbraucher, die sich Geld leihen wollen beispielsweise f\u00fcr einen M\u00f6belkauf, oder Unternehmen, die mit Krediten Investitionen finanzieren. Da liegt aber nach Einsch\u00e4tzung von Isabel Schnabel derzeit kein Problem. Und tats\u00e4chlich ist die Wirtschaft im Euroraum nach einem Nullwachstum im ersten Quartal in den drei Monaten danach um 0,4\u2005Prozent gewachsen. Dazu tragen unter anderem die erh\u00f6hten Verteidigungsausgaben und Investitionen in Digitalisierung und k\u00fcnstliche Intelligenz bei.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Der Kreditzins f\u00fcr Immobilienkredite h\u00e4ngt nur indirekt an dem, was die W\u00e4hrungsh\u00fcter beschlossen haben. Deutlich wichtiger ist die Entwicklung der Inflationsrate. Was dazu f\u00fchrt, dass Investoren, die eine zehnj\u00e4hrige Bundesanleihe kaufen wollen, eine h\u00f6here Verzinsung verlangen. Also steigt die Rendite, damit auch die Rendite auf Pfandbriefe, die Banken ausgeben, um die Kreditvergabe finanzieren zu k\u00f6nnen. Und dann geht es eben auch bei den Zinsen f\u00fcr Baudarlehen nach oben.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Steigende Zinsen sind in der Regel Gift f\u00fcr die B\u00f6rse und das Edelmetall. Denn sie lassen Zinsanlagen attraktiver werden im Vergleich zu Aktien-Investments. Und Gold wirft bekanntlich keine Zinsen ab und verliert damit bei Zinserh\u00f6hungen ebenfalls an Reiz f\u00fcr Investoren. Allerdings ist dieser Effekt nur dann wirklich stark, wenn die Realzinsen entsprechend hoch sind, der Nominalzins beispielsweise von Bundesanleihen deutlich \u00fcber der Inflationsrate liegt. Und beim Gold gibt\u2019s ja auch noch die Zentralbanken, die mit ihren K\u00e4ufen zuletzt den Kurs auch wieder nach oben getrieben haben. Was die Gold-Nachfrage in Europa dr\u00fccken k\u00f6nnte, w\u00e4ren steigende Zinsen in den USA, die den Dollar-Kurs steigen lassen. Und weil Gold in Dollar gehandelt wird, steigt der Kaufpreis f\u00fcr Investoren au\u00dferhalb des Dollar-Raums.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das elementare Ziel, dem sich die Verantwortlichen der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) verschrieben haben, ist die Preisstabilit\u00e4t. 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