{"id":89867,"date":"2026-08-30T10:41:08","date_gmt":"2026-08-30T10:41:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/89867\/"},"modified":"2026-08-30T10:41:08","modified_gmt":"2026-08-30T10:41:08","slug":"russland-umgeht-eu-sanktionen-mit-schattenflotte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/89867\/","title":{"rendered":"Russland umgeht EU-Sanktionen mit Schattenflotte"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/freihandelsabkommen-mit-indien-der-freistaat-bayern-wird-profitieren-ein-kommentar-113287441\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Ant\u00f3nio Costa<\/a> ist die Sache ziemlich eindeutig. \u201eWir werden den Druck erh\u00f6hen, bis Russland das T\u00f6ten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt\u201c, sagte der EU-Ratspr\u00e4sident j\u00fcngst. In diesem Sommer sehe man deutlicher als je zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die Sanktionen der EU zeigten Wirkung.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Solche S\u00e4tze h\u00f6rt man in Br\u00fcssel seit Beginn des Angriffskriegs gegen die <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/schlagworte\/aa-ukraine-konflikt\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">Ukraine<\/a> regelm\u00e4\u00dfig. <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/visa-vergabe-eu-staaten-erhoehen-zahl-an-touristenvisa-fuer-russen-114433360\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">21 Sanktionspakete schn\u00fcrte die EU bereits gegen Russland<\/a>, \u00fcber Nummer 22 wird verhandelt. Es d\u00fcrfte Thema sein beim Au\u00dfenministertreffen am Dienstag und Mittwoch in Irland. Denn Europas Chefdiplomatin Kaja Kallas will schon im Oktober das n\u00e4chste Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel verabschieden. \u201eF\u00fcr die EU-Sanktionen hat Russland bis heute teuer bezahlt\u201c, sagte sie k\u00fcrzlich. Sie h\u00e4tten die Kriegsmaschine schon \u00fcber eine Billion Euro gekostet. Nach viereinhalb Jahren Krieg l\u00e4sst sich aber auch eine andere Bilanz ziehen. Russland exportiert weiterhin gro\u00dfe Mengen \u00d6l, westliche Technologie gelangt \u00fcber Drittstaaten ins Land, und Putin kann seinen Krieg fortsetzen. Sind die Sanktionen deshalb gescheitert?\n  <\/p>\n<p>            Die Sanktionen beenden den Krieg nicht, schw\u00e4chen aber Russland<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    \u201eMan muss seine Erwartungen an die Realit\u00e4t anpassen\u201c, sagt der Politikwissenschaftler Philipp Lausberg von der Denkfabrik European Policy Centre (EPC). \u201eDie Sanktionen werden nicht den Krieg beenden.\u201c Sie w\u00fcrden Russland auch nicht \u00fcber Nacht so weit schw\u00e4chen, dass es die Angriffe nicht mehr fortf\u00fchren k\u00f6nne. Wirkungslos seien sie aber nicht. Vielmehr muss Moskau dadurch neue Handelswege finden, Firmen gr\u00fcnden und Schiffe organisieren, was Geld kostet und Zeit. Darunter leiden Investitionen und technologischer Fortschritt. Die Folgen tr\u00e4fen vor allem die zivile Wirtschaft und schw\u00e4chten langfristig Russlands Wachstumspotenzial, so Lausberg.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Vor einem Dilemma stehen die Europ\u00e4er beim \u00d6l.<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/attacken-auf-kirchen-und-kultur-putin-zielt-aufs-herz-der-ukraine-114636746\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\"> Russland verkauft noch immer gro\u00dfe Mengen<\/a>, aber dass russisches \u00d6l weiterhin auf den Weltmarkt gelangt, sei teilweise gewollt, sagt Lausberg. Die EU will es nicht vollst\u00e4ndig vom Weltmarkt verbannen, weil ein solcher Schritt das Angebot verknappen und die Preise steigen lassen k\u00f6nnte. Das w\u00fcrde auch Europa schaden. Der Preisdeckel folgt deshalb einer komplizierteren Logik: Russland soll sein \u00d6l weiter verkaufen k\u00f6nnen, m\u00f6glichst aber weniger daran verdienen.\n  <\/p>\n<p>            Russland hat sich auf die EU-Sanktionen eingestellt<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Moskau hat sich jedoch auf die Strafma\u00dfnahmen eingestellt. Dabei hilft eine Schattenflotte aus meist \u00e4lteren Tankern, mit denen Russland sein \u00d6l exportiert. Die Eigentumsverh\u00e4ltnisse sind oft undurchsichtig, die Tanker fahren unter wechselnden Flaggen und teilweise ohne ausreichenden Versicherungsschutz. Mehr als 670 Schiffe hat die EU inzwischen mit Sanktionen belegt. Frankreich rechnet 800 bis 1000 zur Schattenflotte, <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/politik\/krieg-in-der-ukraine-wirken-die-sanktionen-wirklich-wie-ein-schleichendes-gift-113544993\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">darunter auch die \u201eTagor\u201c<\/a>. Ende Mai brachte die franz\u00f6sische Marine den aus Murmansk kommenden Tanker in internationalen Gew\u00e4ssern rund 700 Kilometer vor der franz\u00f6sischen K\u00fcste auf. Das Schiff fuhr unter kamerunischer Flagge, die Beh\u00f6rden stellten Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten fest. Der Eigent\u00fcmer bekannte sich sp\u00e4ter unter anderem wegen falscher Beflaggung schuldig und wurde zu einer Geldstrafe von einer Million Euro verurteilt.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Neue Umwege entstehen nicht nur auf See. Russisches Roh\u00f6l gelangt beispielsweise auch nach Indien, China oder Indonesien, wird dort verarbeitet und kann anschlie\u00dfend als Benzin oder Diesel wieder in die EU verkauft werden. Wer diesen Weg wirksam versperren wolle, sagt Lausberg, m\u00fcsste viel h\u00e4rter gegen Raffinerien, Banken und Unternehmen in solchen Drittstaaten vorgehen. \u201eAber das ist kontrovers\u201c, sagt Lausberg. Entsprechend vorsichtig agiere die EU. Denn die Sanktionen w\u00fcrden zunehmend die Wirtschaftsbeziehungen zu L\u00e4ndern treffen, die f\u00fcr Europa selbst von gro\u00dfer Bedeutung sind. Mit Indien und Indonesien baut die Gemeinschaft etwa ihre Handelsbeziehungen aus, von China ist sie wirtschaftlich stark abh\u00e4ngig. Neben \u00d6l finden dar\u00fcber hinaus Chips, Optik oder Sensoren europ\u00e4ischer Hersteller \u00fcber Drittstaaten ihren Weg zur russischen R\u00fcstungsindustrie. Solche Handelswege zu schlie\u00dfen, h\u00e4lt Lausberg f\u00fcr wichtiger, als immer neue Waren mit vergleichsweise geringem Volumen zu sanktionieren. Besonders auff\u00e4llig sind die Handelsstr\u00f6me \u00fcber Kirgistan.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Ein Beamter der EU-Kommission sprach hinter den Kulissen von einem \u201eKatz-und-Maus-Spiel\u201c. Wird ein Schlupfloch geschlossen, \u00f6ffnet sich anderswo ein neues, auf das Br\u00fcssel reagieren muss. Lausberg erwartet deshalb \u201ekeine Quantenspr\u00fcnge\u201c f\u00fcr Paket Nummer 22. Wahrscheinlicher sei, dass weitere Schiffe der Schattenflotte sowie Banken und Unternehmen in Drittstaaten auf den Sanktionslisten landen werden.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr Ant\u00f3nio Costa ist die Sache ziemlich eindeutig. \u201eWir werden den Druck erh\u00f6hen, bis Russland das T\u00f6ten beendet,&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":89868,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1197,1687,84,21,6,22,189,29324,35,9200,1131],"class_list":["post-89867","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-antonio-costa","tag-asien","tag-bruessel","tag-eu","tag-europa","tag-europaeische-union","tag-moskau","tag-philipp-lausberg","tag-russland","tag-schattenflotte","tag-schiff"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89867","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=89867"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/89867\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/89868"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=89867"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=89867"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=89867"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}