{"id":90262,"date":"2026-08-31T09:08:14","date_gmt":"2026-08-31T09:08:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/90262\/"},"modified":"2026-08-31T09:08:14","modified_gmt":"2026-08-31T09:08:14","slug":"island-zeigt-der-eu-die-kalte-schulter-ein-vernichtendes-zeugnis-fuer-von-der-leyen-und-kallas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/90262\/","title":{"rendered":"Island zeigt der EU die kalte Schulter: Ein vernichtendes Zeugnis f\u00fcr von der Leyen und Kallas"},"content":{"rendered":"<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              52,8 Prozent Nein, 47,2 Prozent Ja. Das Ergebnis des isl\u00e4ndischen Referendums ist eindeutig ausgefallen. Und hat verheerende Folgen f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/eu\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Br\u00fcssel<\/a>. Island will die vor Jahren abgebrochenen Verhandlungen \u00fcber einen <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/category\/eu-kommission\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Beitritt<\/a> nicht wieder aufnehmen. Dabei w\u00e4re Island der perfekte Kandidat gewesen: demokratisch, liberal, wirtschaftlich stabil. Mit Island wollte die EU ihren Einfluss im Nordatlantik und in der <a href=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/article\/lawrow-warnt-nato-vor-konfrontation-in-der-arktis-direkte-bedrohung-fuer-russland-10343163\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arktis<\/a> ausbauen. Nun bekommt Br\u00fcssel stattdessen einen politischen Denkzettel verpasst.\n            <\/p>\n<p>            Warum sagen die Isl\u00e4nder Nein?<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die Antwort ist besonders unangenehm f\u00fcr die EU. Island braucht die EU schlicht weniger, als Br\u00fcssel offenbar dachte. Das Land ist bereits Teil des Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums und des Schengen-Raums. Die Isl\u00e4nder haben damit Zugang zum europ\u00e4ischen Binnenmarkt und genie\u00dfen weitgehende Freiz\u00fcgigkeit \u2013 ohne Mitglied der EU zu sein. Warum also weitere politische Souver\u00e4nit\u00e4t abgeben, wenn viele wirtschaftliche Vorteile l\u00e4ngst vorhanden sind?\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Dazu kommt die Fischerei. F\u00fcr Island ist sie nicht irgendein Wirtschaftszweig, sondern ein St\u00fcck nationale Identit\u00e4t und wirtschaftliche Lebensversicherung. Die Vorstellung, dass k\u00fcnftig Br\u00fcssel bei Fangquoten und Fischereirechten st\u00e4rker mitreden k\u00f6nnte, l\u00f6st deshalb nicht Begeisterung, sondern Widerstand aus.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Und dann ist da die Souver\u00e4nit\u00e4t. Ein kleines Inselland wie Island hat sich daran gew\u00f6hnt, seine Interessen selbst zu vertreten. Die Bef\u00fcrworter hatten durchaus Argumente: wirtschaftliche Stabilit\u00e4t, eine engere europ\u00e4ische Einbindung und mehr sicherheitspolitisches Gewicht. Doch sie schafften es nicht, daraus einen \u00fcberzeugenden konkreten Nutzen f\u00fcr die Isl\u00e4nder zu machen. Genau hier beginnt das Problem der EU.\n            <\/p>\n<p>            Mangelnde Selbsteinsch\u00e4tzung der EU<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Warum hat man sich in Br\u00fcssel also so verrechnet? Weil die EU schlichtweg offenbar seine eigene Attraktivit\u00e4t \u00fcbersch\u00e4tzt. Br\u00fcssel kann selbst einem kleinen Land wie Island nicht versprechen, dass mehr EU-Integration automatisch mehr Wohlstand, mehr Sicherheit und mehr Zukunftschancen bietet. Die EU muss sich fragen, was sie heute eigentlich anzubieten hat: weniger B\u00fcrokratie oder immer neue Regulierung? Wirtschaftliche Dynamik oder ein Europa, das sich in seinen eigenen Regeln verf\u00e4ngt? Strategische Geschlossenheit oder permanente interne Grabenk\u00e4mpfe? Plastikverordnung oder Freihandel?\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Br\u00fcssel hat also nicht gegen ein attraktiveres Gegenmodell verloren, sondern gegen sich selbst. Das ist der eigentliche Warnschuss. Denn wenn selbst ein Land, das wirtschaftlich und institutionell bereits so eng mit der EU verbunden ist, keinen ausreichenden Grund f\u00fcr einen Beitritt erkennt, liegt das Problem nicht in Reykjav\u00edk. Es liegt in der belgischen Hauptstadt.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Und genau deshalb ist das Ergebnis f\u00fcr die EU so bitter. Island ist kein fremdelnder Au\u00dfenseiter und kein EU-feindlicher Staat am Rand Europas. Es ist ein liberaler, demokratischer nordischer Staat, westlich orientiert, Nato-Mitglied und ein nat\u00fcrlicher Werte- und Sicherheitspartner Europas. Kulturell und politisch steht Island dem europ\u00e4ischen Norden n\u00e4her als jeder andere m\u00f6gliche Beitrittskandidat in Ost- oder S\u00fcdosteuropa. Wenn selbst ein solcher Partner nicht \u00fcberzeugt werden kann, hat Br\u00fcssel ein gewaltiges Problem.\n            <\/p>\n<p>            Europas Ambitionen sto\u00dfen an ihre Grenzen<\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Das Nein ist deshalb auch ein massiver geopolitischer R\u00fcckschlag. Der Nordatlantik und die Arktis gewinnen strategisch rasant an Bedeutung. Russland, die USA und China ringen um Einfluss, die Sicherheitslage in Europas Norden hat sich fundamental ver\u00e4ndert. Die EU will in dieser Region st\u00e4rker mitreden und ihre Rolle als geopolitischer Akteur ausbauen. Island w\u00e4re daf\u00fcr ein elementarer Baustein gewesen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Nun bekommt Br\u00fcssel jedoch eine Lektion erteilt. Eine starke geopolitische Rolle kann die EU niemals durch gut gemeinte Worte und Absichtserkl\u00e4rungen erreichen, sondern durch kluge Anreize, Angebote und Kooperation. Wenn dagegen ein enger westlicher Partner sagt: Wir bleiben lieber drau\u00dfen, obwohl wir bereits tief in den europ\u00e4ischen Strukturen stecken, dann muss die EU ihre Strategie hinterfragen.\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Die EU kann das Ergebnis als knappe Niederlage abtun. Sie kann darauf verweisen, dass ohnehin nur \u00fcber die Wiederaufnahme von Verhandlungen abgestimmt wurde. Formal mag das stimmen. Politisch geht es am Kern vorbei. Die entscheidende Frage lautet: Warum konnte die EU die Isl\u00e4nder nicht \u00fcberzeugen?\n            <\/p>\n<p class=\"text-black text-[17px] leading-7 font-normal font-merriweather\">\n              Island hat Nein gesagt. Ausgerechnet Island. Ein enger Wertepartner, ein nordischer Verb\u00fcndeter, ein Land, das Europa eigentlich besonders nahe sein m\u00fcsste. Wenn selbst Island nicht \u00fcberzeugt ist, hat Br\u00fcssel ein Problem. Und zwar ein Gewaltiges.<\/p>\n<p>                    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.berliner-zeitung.de\/images\/blz\/send-mail.svg\" alt=\"Send feedback\"\/><\/p>\n<p>Lesen Sie mehr zum Thema<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"52,8 Prozent Nein, 47,2 Prozent Ja. Das Ergebnis des isl\u00e4ndischen Referendums ist eindeutig ausgefallen. 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