{"id":90366,"date":"2026-08-31T11:35:20","date_gmt":"2026-08-31T11:35:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/90366\/"},"modified":"2026-08-31T11:35:20","modified_gmt":"2026-08-31T11:35:20","slug":"tum-greift-eu-klimarechnung-an-e-autos-sparen-demnach-nur-41-co%e2%82%82","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/90366\/","title":{"rendered":"TUM greift EU-Klimarechnung an: E-Autos sparen demnach nur 41 % CO\u2082"},"content":{"rendered":"<p>TUM-Studie kritisiert die EU-Klimabilanz von E-Autos: Sie sparen CO\u2082, sind \u00fcber den Lebenszyklus aber nicht klimaneutral.<\/p>\n<p>        <img width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/E-Mobilitaet2-scaled-e1788170198535-1200x600.jpg\" class=\"single__post-image wp-post-image\" alt=\"Alles sauber? Die Klimabilanz eines Elektrofahrzeugs bemisst sich an mehr als nur das, was es im Fahrbetrieb ausst\u00f6\u00dft. Die EU-Kommission muss laut Studie der TU M\u00fcnchen in diesem Bereich nachsch\u00e4rfen. Foto: Peter Kellerhoff\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"high\"  \/><\/p>\n<p>Alles sauber? Die Klimabilanz eines Elektrofahrzeugs bemisst sich an mehr als nur das, was es im Fahrbetrieb ausst\u00f6\u00dft. Die EU-Kommission muss laut Studie der TU M\u00fcnchen in diesem Bereich nachsch\u00e4rfen. <\/p>\n<p class=\"wp-caption-source\">Foto: Peter Kellerhoff<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/4759614b7ded420d86d764bc18e07eb2.gif\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"\" class=\"vg-wort-pixel\" style=\"position: absolute;\" loading=\"eager\" data-no-lazy=\"1\" data-skip-lazy=\"1\"\/><\/p>\n<p>Die europ\u00e4ische Klimapolitik f\u00fcr das Auto bekommt neue wissenschaftliche Munition \u2013 und gleichzeitig eine neue Angriffsfl\u00e4che. Eine Untersuchung der Technischen Universit\u00e4t M\u00fcnchen (TUM) kommt nach vorab bekannt gewordenen Angaben zu dem Ergebnis, dass batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) ihre CO\u2082-Belastung gegen\u00fcber vergleichbaren Verbrennern im Mittel um 41 % reduzieren. Von einer \u00fcber den gesamten Lebenszyklus klimaneutralen Mobilit\u00e4t k\u00f6nne deshalb keine Rede sein.<\/p>\n<p>Das Whitepaper \u201eDefossilisation statt Dekarbonisation\u201c wird am Dienstag offiziell vorgestellt. Bereits vorab sind jedoch wesentliche Ergebnisse bekannt geworden. F\u00fcr die Untersuchung wurden 19 wissenschaftliche Studien mit insgesamt 47 Szenarien ausgewertet. Betrachtet wurde der gesamte Lebenszyklus eines Fahrzeugs \u2013 von der Rohstoffgewinnung \u00fcber Produktion und Nutzung bis zum Recycling.<\/p>\n<p>Die Null beim Elektroauto ist eine rein regulatorische Zahl<\/p>\n<p>Der zentrale Kritikpunkt der TUM betrifft die europ\u00e4ische CO\u2082-Bilanzierung. Ein BEV wird in der europ\u00e4ischen Flottenregulierung mit 0 g CO\u2082\/km bewertet. Physikalisch bedeutet das jedoch nicht, dass f\u00fcr seine Herstellung, die Batterie, die Stromerzeugung oder das Recycling kein CO\u2082 anf\u00e4llt. Die EU betrachtet bei der bisherigen Flottenregelung im Wesentlichen die direkten Emissionen w\u00e4hrend des Fahrzeugbetriebs. Beim Elektroauto entstehen am Fahrzeug selbst keine CO\u2082-Emissionen. Damit wird es regulatorisch zum emissionsfreien Fahrzeug.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Treibhausgas CO\u2082 ist diese Betrachtung allerdings nur eingeschr\u00e4nkt aussagekr\u00e4ftig. Ob das CO\u2082 am Auspuff, bei der Stahlproduktion, im Bergbau oder im Kraftwerk entsteht, spielt f\u00fcr das Klima zun\u00e4chst keine Rolle \u2013 relevant ist die gesamte Menge der freigesetzten Treibhausgase. TUM-Pr\u00e4sident Thomas Hofmann spricht deshalb von einer \u201esubstanziellen Fehlsteuerung der Europ\u00e4ischen Politik in ihrer Klimastrategie\u201c.<\/p>\n<p>Allerdings bedeutet die Einstufung mit 0 g CO\u2082\/km nicht, dass die EU Elektroautos grunds\u00e4tzlich als \u00fcber ihren gesamten Lebenszyklus klimaneutral betrachtet. Die Flottenregulierung setzt lediglich eine andere Systemgrenze: Sie bewertet die direkten CO\u2082-Emissionen des Fahrzeugs im Betrieb. Emissionen etwa aus Batterie- oder Stahlproduktion werden teilweise \u00fcber andere europ\u00e4ische Regelwerke adressiert.<\/p>\n<p>Batterieproduktion verschlechtert die Startbilanz<\/p>\n<p>Ein wesentlicher Faktor ist die Batterie. Ihre Herstellung ben\u00f6tigt gro\u00dfe Mengen Energie und Rohstoffe. Hinzu kommen Emissionen aus der Gewinnung und Verarbeitung von Lithium, Nickel, Graphit und weiteren Materialien. Das bedeutet: Ein Elektroauto startet seinen Lebenszyklus mit einem gr\u00f6\u00dferen CO\u2082-Rucksack als ein vergleichbarer Verbrenner. <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/verkehr\/elektroauto-vs-verbrenner-neue-erkenntnisse-zur-klimabilanz\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lebenszyklusanalysen zeigen allerdings, dass sich dieser anf\u00e4ngliche Nachteil w\u00e4hrend der Nutzungsphase umkehren kann<\/a>.<\/p>\n<p>Wie schnell das geschieht, h\u00e4ngt vor allem vom Strommix ab. Wird die Batterie \u00fcberwiegend mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen, sinken die Emissionen pro Kilometer deutlich. Stammt der Strom dagegen zu gro\u00dfen Teilen aus fossilen Kraftwerken, schrumpft der Klimavorteil. Genau deshalb ist eine pauschale Aussage \u00fcber die Klimabilanz eines Elektroautos schwierig. Fahrzeuggr\u00f6\u00dfe, Batteriegr\u00f6\u00dfe, Produktionsstandort, Strommix, Lebensdauer und Recyclingverfahren beeinflussen das Ergebnis erheblich.<\/p>\n<p>Auch beim Ende des Fahrzeuglebens spielt die Batterie eine zunehmende Rolle. <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/fachmedien\/vdi-energie-umwelt\/umwelt\/kreislaufwirtschaft\/warum-sich-batterierecycling-in-europa-noch-nicht-rechnet\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das Recycling von Traktionsbatterien ist technisch weit entwickelt, wirtschaftlich in Europa aber noch schwierig<\/a>.<\/p>\n<p>41 % oder 73 %? Der Vergleich zeigt das Problem<\/p>\n<p>Die TUM-Zahl von 41 % steht zudem nicht allein. Eine aktuelle Lebenszyklusanalyse des International Council on Clean Transportation (ICCT) kommt zu einem wesentlich gr\u00f6\u00dferen Klimavorteil f\u00fcr Elektroautos. Danach verursacht ein heute in Europa verkauftes batterieelektrisches Mittelklassefahrzeug \u00fcber seinen gesamten Lebenszyklus rund 63 g CO\u2082-\u00c4quivalente pro Kilometer. F\u00fcr einen vergleichbaren Benziner werden 235 g CO\u2082e\/km angesetzt. Daraus ergibt sich laut ICCT eine Reduktion von rund 73 %. Der zus\u00e4tzliche CO\u2082-Aufwand der Batterieproduktion sei unter den zugrunde gelegten Bedingungen bereits nach etwa 17.000 km ausgeglichen.<\/p>\n<p>Warum kommt die TUM auf 41 %? Das l\u00e4sst sich vor Ver\u00f6ffentlichung des vollst\u00e4ndigen Whitepapers noch nicht abschlie\u00dfend beurteilen. Ein wesentlicher Unterschied liegt jedoch in der Betrachtungsweise. Die M\u00fcnchner Untersuchung wertet 19 vorhandene Studien und 47 Szenarien aus. Dabei flie\u00dfen unterschiedliche Annahmen \u00fcber Strommix, Produktion und Fahrzeugtypen ein. Das ICCT betrachtet dagegen gezielt die heute in Europa verkauften Fahrzeuge und die erwartete Entwicklung des europ\u00e4ischen Stromsystems.<\/p>\n<p>Die beiden Zahlen sind deshalb nicht unmittelbar gegeneinander auszuspielen. Sie zeigen vielmehr, wie stark Lebenszyklusanalysen von ihren Systemgrenzen und Annahmen abh\u00e4ngen. Wie die TUM die unterschiedlichen Studien und Szenarien gewichtet und zum Mittelwert von 41 % zusammenf\u00fchrt, l\u00e4sst sich erst nach Ver\u00f6ffentlichung des Whitepapers genauer bewerten.<\/p>\n<p>Eines l\u00e4sst sich aus der TUM-Zahl allerdings gerade nicht ableiten: dass Elektroautos klimasch\u00e4dlicher seien als Verbrenner. Auch die 41-%-Bilanz bedeutet zun\u00e4chst einmal, dass ein BEV im Mittel weniger CO\u2082 verursacht \u2013 nur eben deutlich weniger als 100 %.<\/p>\n<p>EU-Gesetzgebung auf dem Pr\u00fcfstand<\/p>\n<p>Die eigentliche Sprengkraft der Untersuchung liegt deshalb nicht in der Erkenntnis, dass Elektroautos bei ihrer Herstellung CO\u2082 verursachen. Das ist seit Jahren bekannt. Interessant ist die Frage, ob die europ\u00e4ische Gesetzgebung die tats\u00e4chliche Klimawirkung eines Fahrzeugs richtig abbildet und ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Die EU hatte f\u00fcr Pkw urspr\u00fcnglich eine Flottenregelung geschaffen, die direkte CO\u2082-Emissionen begrenzen sollte. Inzwischen ist daraus ein zentraler Bestandteil der europ\u00e4ischen Antriebsstrategie geworden. Nach der derzeit geltenden EU-Regelung gilt ab 2035 ein Flottenziel von 0 g CO\u2082\/km, entsprechend einer rechnerischen Reduktion der direkten Flottenemissionen um 100 %.<\/p>\n<p>Das Elektroauto passt perfekt in dieses System: Es emittiert w\u00e4hrend der Fahrt am Fahrzeug kein CO\u2082 und erf\u00fcllt damit \u2013 zumindest regulatorisch \u2013 die Anforderungen. Die Emissionen der Batterieproduktion oder der Stromerzeugung werden dagegen nicht unmittelbar dem CO\u2082-Flottenwert des Fahrzeugs zugerechnet.<\/p>\n<p>Aus Sicht der TUM entsteht dadurch eine Fehlsteuerung. Investitionen in CO\u2082-armen Stahl, eine klimafreundlichere Zellfertigung oder emissions\u00e4rmere Rohstoffgewinnung wirken sich bislang nicht unmittelbar auf den CO\u2082-Flottenwert eines Herstellers aus. Solche Emissionen werden teilweise \u00fcber andere europ\u00e4ische Regelungen adressiert. Die Pkw-Flottenregulierung konzentriert sich dagegen haupts\u00e4chlich auf die direkten Emissionen im Betrieb.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte dazu f\u00fchren, dass zwei Fahrzeuge mit sehr unterschiedlicher Gesamtklimabilanz innerhalb dieser Regulierung \u00e4hnlich behandelt werden \u2013 solange sie am Fahrzeug dieselben beziehungsweise keine CO\u2082-Emissionen verursachen.<\/p>\n<p>EU-Kommission will mehr Flexibilit\u00e4t ab 2035<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die EU-Kommission die bisherige Strategie bereits teilweise ver\u00e4ndern will. Im Ende 2025 vorgestellten Automotive Package schl\u00e4gt sie vor, das bisherige 100-%-Ziel f\u00fcr 2035 auf ein 90-%-Ziel f\u00fcr die direkten CO\u2082-Emissionen abzusenken. Die verbleibenden 10 % sollen unter anderem \u00fcber CO\u2082-armen Stahl aus europ\u00e4ischer Produktion sowie \u00fcber E-Fuels und Biokraftstoffe kompensiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Vorschlag ist allerdings noch nicht geltendes Recht. Derzeit gilt weiterhin die Vorgabe einer 100-%-Reduktion beziehungsweise von 0 g CO\u2082\/km f\u00fcr Neuwagen ab 2035. \u00dcber die <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/verkehr\/verbrenner-aus-gekippt-industrie-warnt-umweltverbaende-toben\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">geplante Lockerung des sogenannten Verbrenner-Aus und die unterschiedlichen Reaktionen darauf<\/a> wird auf europ\u00e4ischer Ebene weiter beraten.<\/p>\n<p>Sollte der Vorschlag umgesetzt werden, k\u00f6nnten auch Plug-in-Hybride, <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/verkehr\/die-renaissance-des-range-extenders\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Fahrzeuge mit Range Extender<\/a> und bestimmte Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor \u00fcber 2035 hinaus eine Rolle spielen. Die Kommission spricht ausdr\u00fccklich von mehr Flexibilit\u00e4t und technologischer Neutralit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch erneuerbare Kraftstoffe k\u00f6nnten dabei wichtiger werden. Ein aktuelles Pilotprojekt von Bosch, BMW, Toyota und Repsol untersucht beispielsweise, <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/technik\/fachbereiche\/verkehr\/dieser-bosch-test-koennte-fuer-verbrenner-nach-2035-entscheidend-werden\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie sich der Einsatz erneuerbarer Kraftstoffe f\u00fcr Verbrenner k\u00fcnftig digital und manipulationssicher nachweisen lie\u00dfe<\/a>.<\/p>\n<p>Die TUM-Studie kommt damit zu einem Zeitpunkt, an dem die europ\u00e4ische Gesetzgebung ohnehin neu diskutiert wird. Genau das macht sie politisch relevant. Die Frage lautet k\u00fcnftig m\u00f6glicherweise nicht mehr nur, welcher Antrieb ein Fahrzeug besitzt, sondern st\u00e4rker auch, wie viel fossiler Kohlenstoff \u00fcber seinen gesamten Lebenszyklus tats\u00e4chlich in die Atmosph\u00e4re gelangt.<\/p>\n<p>Verbrenner-Aus oder Lebenszyklusbilanz?<\/p>\n<p>Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der zieht bereits eine deutlich weitergehende Schlussfolgerung. \u201eEs braucht dringend das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU. Das belegt jetzt auch die Wissenschaft\u201c, sagte S\u00f6der am Sonntag gegen\u00fcber der Bild-Zeitung.<\/p>\n<p>Wissenschaftlich betrachtet ist diese Interpretation allerdings nicht zwingend. Denn selbst wenn die TUM-Berechnung von durchschnittlich 41 % CO\u2082-Einsparung zutrifft, bleibt das Elektroauto in dieser Betrachtung gegen\u00fcber dem Verbrenner deutlich im Vorteil. Die Studie stellt damit eher die Gr\u00f6\u00dfe des Vorteils und die regulatorische Bewertung infrage als den grunds\u00e4tzlichen Klimavorteil des Elektroantriebs.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Automobilindustrie k\u00f6nnte daraus trotzdem eine erhebliche Ver\u00e4nderung entstehen. Eine konsequentere Ber\u00fccksichtigung von Lebenszyklusemissionen w\u00fcrde nicht nur den Antrieb in den Mittelpunkt stellen. Auch Batteriegr\u00f6\u00dfe, Produktionsstandort, Strommix, Recycling, Stahl- und Aluminiumherstellung sowie die Herkunft der Rohstoffe w\u00fcrden st\u00e4rker an Bedeutung gewinnen.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte f\u00fcr europ\u00e4ische Hersteller sogar zum industriepolitischen Instrument werden. Wer mit CO\u2082-armem Stahl, erneuerbarer Energie und einer emissions\u00e4rmeren Batteriefertigung produziert, h\u00e4tte bei einer entsprechenden regulatorischen Anrechnung einen messbaren Vorteil.<\/p>\n<p>Wird die EU die Klimabilanz eines E-Autos k\u00fcnftig anders berechnen?<\/p>\n<p>Die TUM liefert damit weniger eine Abrechnung mit dem Elektroauto als einen Angriff auf eine stark vereinfachte regulatorische Betrachtung. Ein Elektroauto ist zwar lokal CO\u2082-emissionsfrei. Es ist aber nicht emissionsfrei hergestellt und deshalb \u00fcber seinen Lebenszyklus nicht automatisch klimaneutral. Diese Unterscheidung klingt technisch banal \u2013 politisch wird sie jedoch zunehmend relevant.<\/p>\n<p>Die zentrale Frage f\u00fcr Europa lautet deshalb nicht, ob Elektroautos \u201egut\u201c oder \u201eschlecht\u201c f\u00fcr das Klima sind. Sie lautet vielmehr: Welche Emissionen sollen k\u00fcnftig dar\u00fcber entscheiden, ob ein Fahrzeug die europ\u00e4ischen Klimavorgaben erf\u00fcllt?<\/p>\n<p>Soll der Verkehr langfristig dekarbonisiert werden, spricht vieles daf\u00fcr, die Emissionen \u00fcber den gesamten Lebenszyklus st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen. Das muss allerdings nicht zwingend ausschlie\u00dflich \u00fcber die Pkw-Flottenregulierung geschehen. Teile der vorgelagerten Emissionen werden bereits \u00fcber Regelungen f\u00fcr Batterien, Energie und Industrie adressiert.<\/p>\n<p>Sollte die EU k\u00fcnftig zus\u00e4tzlich Lebenszyklusemissionen direkt in die Fahrzeugregulierung einbeziehen, w\u00fcrde nicht mehr allein die Zahl auf dem Pr\u00fcfstand z\u00e4hlen. Dann k\u00f6nnten auch die tats\u00e4chlichen CO\u2082-Emissionen von der Rohstoffgewinnung bis zum Recycling unmittelbar in die Bewertung eines Fahrzeugs einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die bisherige europ\u00e4ische \u201e0 g CO\u2082\/km\u201c-Logik k\u00f6nnte damit zumindest erg\u00e4nzt werden. Die TUM-Studie liefert daf\u00fcr einen neuen wissenschaftlichen und politischen Anlass. Ob sie daf\u00fcr auch eine belastbare methodische Grundlage bietet, wird sich genauer beurteilen lassen, sobald das vollst\u00e4ndige Whitepaper vorliegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TUM-Studie kritisiert die EU-Klimabilanz von E-Autos: Sie sparen CO\u2082, sind \u00fcber den Lebenszyklus aber nicht klimaneutral. 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