{"id":92152,"date":"2026-09-03T07:58:09","date_gmt":"2026-09-03T07:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92152\/"},"modified":"2026-09-03T07:58:09","modified_gmt":"2026-09-03T07:58:09","slug":"belgien-blockiert-erneut-nutzung-eingefrorener-vermoegen-russlands-fuer-ukraine-hilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92152\/","title":{"rendered":"Belgien blockiert erneut Nutzung eingefrorener Verm\u00f6gen Russlands f\u00fcr Ukraine-Hilfe"},"content":{"rendered":"<p>Belgien wehrt sich vehement gegen einen neuen Vorsto\u00df, die eingefrorenen Verm\u00f6genswerte der russischen Zentralbank anzutasten, um die Ukraine zus\u00e4tzlich zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union h\u00e4lt Verm\u00f6genswerte im Umfang von 210 Milliarden Euro. Der Gro\u00dfteil liegt bei Euroclear, einem Zentralverwahrer im Zentrum von Br\u00fcssel.<\/p>\n<p>Das politisch heikle Thema stand auf der Tagesordnung eines informellen Treffens der EU-Au\u00dfenminister. Schweden, die Niederlande, Spanien und Polen treiben die Debatte voran, nachdem sie in der vergangenen Woche <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/28\/vier-eu-staaten-nutzung-eingefrorene-russischer-vermogen-ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ein gemeinsames Schreiben verschickt hatten<\/a>. Die baltischen Staaten signalisierten ebenfalls Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Belgiens Position &#8222;seit einem Jahr unver\u00e4ndert&#8220;<\/p>\n<p>Nach Angaben des belgischen Au\u00dfenministers Maxime Pr\u00e9vot stie\u00df die Diskussion \u201ebei den Kolleginnen und Kollegen auf wenig Begeisterung oder Interesse\u201c.<\/p>\n<p>\u201eIch habe Belgiens Position noch einmal sehr klar gemacht. Sie ist seit einem Jahr unver\u00e4ndert. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr unseren Widerstand sind in der Zwischenzeit nicht einfach verschwunden\u201c, sagte Pr\u00e9vot in Irland in einer Stellungnahme, die Euronews nach dem Treffen \u00fcbermittelt wurde.<\/p>\n<p>\u201eDie Nutzung dieser Verm\u00f6genswerte in einem Verfahren, das einer Enteignung gleichkommt, w\u00e4re mit sehr erheblichen Risiken verbunden\u201c, warnte er.<\/p>\n<p>Pr\u00e9vots Aussagen kn\u00fcpfen an die Argumente an, mit denen die belgische Regierung im vergangenen Jahr einen Vorschlag der Europ\u00e4ischen Kommission ablehnte. Dieser sah vor, die 210 Milliarden Euro f\u00fcr das Ukraine-Darlehen einzusetzen.<\/p>\n<p>Belgien verlangte eine vollst\u00e4ndige Vergemeinschaftung der Risiken und unbegrenzte Garantien, um sich vor m\u00f6glichen Vergeltungsaktionen Russlands zu sch\u00fctzen. Die belgische Regierung warnte zudem vor finanziellen Verlusten und einem Image-Schaden f\u00fcr die gesamte Eurozone.<\/p>\n<p>Der weitreichende Plan scheiterte schlie\u00dflich auf einem Gipfel im Dezember 2025. Die Staats- und Regierungschefs entschieden sich stattdessen f\u00fcr gemeinsame Schulden, um den Ukraine-Kredit \u00fcber 90 Milliarden Euro zu finanzieren.<\/p>\n<p>Etwa zur gleichen Zeit <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/my-europe\/2026\/03\/03\/eingefrorenes-geld-russische-zentralbank-klage\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">verklagte die russische Zentralbank Euroclear<\/a>.<\/p>\n<p>Belgien h\u00e4lt daran fest, dass die staatlichen Verm\u00f6genswerte bis zu m\u00f6glichen Friedensverhandlungen unangetastet bleiben sollen. Das w\u00fcrde nach Ansicht der Regierung den diplomatischen Hebel der EU st\u00e4rken.<\/p>\n<p>\u201eBislang bestand weitgehend Einigkeit dar\u00fcber, dass es besser ist, diese Summen eingefroren zu lassen, bis Russland die Ukraine f\u00fcr alle angerichteten Sch\u00e4den entsch\u00e4digt hat\u201c, sagte Pr\u00e9vot am Dienstag.<\/p>\n<p>Steigende Kosten, wachsende Zweifel<\/p>\n<p>Die neue Debatte \u00fcber die Verm\u00f6genswerte f\u00e4llt in eine Phase wachsender Zweifel, ob der Kredit \u00fcber 90 Milliarden Euro tats\u00e4chlich wie geplant bis Ende 2027 reicht.<\/p>\n<p>In ihrem gemeinsamen Schreiben warnen Schweden, die Niederlande, Spanien und Polen, der Kredit \u201ewerde nicht ausreichen\u201c angesichts der Eskalation durch Russland.<\/p>\n<p>\u201eWir k\u00f6nnen stolz auf unsere bisherigen Leistungen sein. Doch wir d\u00fcrfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen\u201c, schreiben sie. \u201eMit jedem Tag steigen die Kosten des Krieges, weil Russlands st\u00e4ndige Angriffe ohne Unterbrechung weitergehen.\u201c<\/p>\n<p>Moskau setzt inzwischen auf eine neue Taktik ununterbrochener Drohnenangriffe, die den wirtschaftlichen Alltag in der Ukraine beeintr\u00e4chtigen und Angst verbreiten sollen. Gleichzeitig intensiviert Russland seine Angriffe im Schwarzen Meer, um den Getreidehandel der Ukraine zu blockieren.<\/p>\n<p>Sinkende Einnahmen und steigende Ausgaben setzen Kyjiw zus\u00e4tzlich unter Druck. Die Regierung <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/26\/ukraine-23-milliarden-euro-eu-selenskyj\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">bittet die Verb\u00fcndeten<\/a>, eine Finanzierungsl\u00fccke von 23 Milliarden Euro im Verteidigungsministerium zu schlie\u00dfen, um L\u00f6hne und Waffenk\u00e4ufe zu bezahlen<\/p>\n<p>Als Ausweg schlug Kyjiw vor, dass die EU einen Teil der f\u00fcr das kommende Jahr vorgesehenen 45 Milliarden Euro vorziehen k\u00f6nne. Damit st\u00fcnden 2027 entsprechend weniger Mittel zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat den Vorschlag bislang nicht offiziell erhalten.<\/p>\n<p>\u201eDie \u00f6ffentliche Meinung wird dieser Unterst\u00fctzung zunehmend m\u00fcde, doch sie ist wichtiger denn je. Die Sicherheitslage f\u00fcr den europ\u00e4ischen Kontinent ist in den kommenden Jahren d\u00fcster\u201c, sagte Pr\u00e9vot.<\/p>\n<p>\u201eDie internationale Solidarit\u00e4t mit der Ukraine ist daher notwendiger denn je.\u201c<\/p>\n<p>Die angespannte Finanzlage gibt Bef\u00fcrwortern der Nutzung russischer Verm\u00f6genswerte R\u00fcckenwind. Sie haben die Idee trotz der Ablehnung im vergangenen Jahr nie aufgegeben. Aus ihrer Sicht w\u00fcrden die Gelder der EU enorme finanzielle Schlagkraft verschaffen und gleichzeitig Steuerzahler und nationale Haushalte entlasten.<\/p>\n<p>Auch die Ukraine unterst\u00fctzt den Vorsto\u00df.<\/p>\n<p>\u201eDas ist ein sinnvoller Ansatz, um eine ernsthafte Diskussion dar\u00fcber zu beginnen, wie wir die eingefrorenen Verm\u00f6genswerte nutzen k\u00f6nnen\u201c, sagte der ukrainische Au\u00dfenminister Andrii Sybiha am Dienstag.<\/p>\n<p>Italiens Au\u00dfenminister Antonio Tajani, dessen Land Belgien im vergangenen Jahr unterst\u00fctzte, betonte, die offenen rechtlichen Einw\u00e4nde m\u00fcssten vor einem n\u00e4chsten Schritt sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>\u201eWir sind nicht prinzipiell dagegen, doch wir m\u00fcssen pr\u00fcfen, ob es daf\u00fcr eine rechtliche Grundlage gibt\u201c, sagte Tajani.<\/p>\n<p>Fachleute in der Kommission verfolgen die Diskussion genau, z\u00f6gern aber, ohne Aussicht auf Erfolg einen neuen Vorschlag auszuarbeiten. Die Hauptst\u00e4dte stecken ohnehin bereits in <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/08\/25\/costa-europa-reise-eu-haushalt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">schwierigen Verhandlungen<\/a> \u00fcber den n\u00e4chsten EU-Haushalt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Belgien wehrt sich vehement gegen einen neuen Vorsto\u00df, die eingefrorenen Verm\u00f6genswerte der russischen Zentralbank anzutasten, um die Ukraine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":92153,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[2130,9291,21,22,35,45,1460],"class_list":["post-92152","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-belgien","tag-darlehen","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-russland","tag-ukraine","tag-ukraine-krieg"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92152"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92152\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92153"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}