{"id":92367,"date":"2026-09-03T15:09:34","date_gmt":"2026-09-03T15:09:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92367\/"},"modified":"2026-09-03T15:09:34","modified_gmt":"2026-09-03T15:09:34","slug":"milliarden-rechnung-fuer-eu-coronahilfen-da-die-kosten-pro-person-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92367\/","title":{"rendered":"Milliarden-Rechnung f\u00fcr EU-Coronahilfen da: Die Kosten pro Person | Politik"},"content":{"rendered":"<p><a class=\"skip-content skip-content--link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5<\/a><a id=\"in-content-skip-link-target-v-0-0\" class=\"skip-content--target-link-hidden skip-content skip-content--target-link\" href=\"#in-content-skip-link-target-v-0-0\">Artikel weiterlesen<\/a><\/p>\n<p>Berlin \u2013 Die Rechnung f\u00fcr den Steuerzahler kommt sp\u00e4t. Aber sie kommt. Mehr als sechs Jahre ist es her, dass Frankreichs Pr\u00e4sident Emmanuel Macron (48) die Bundesregierung zu einem Tabubruch \u00fcberredet hat: Wegen der schweren wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie stimmte Bundeskanzlerin Angela Merkel (72) erstmals riesigen EU-Gemeinschaftsschulden in H\u00f6he von bis zu 750 Milliarden Euro zu. Klar war schon damals: Ein knappes Viertel der Kosten wird an Deutschland h\u00e4ngenbleiben. <\/p>\n<p>Problem: Deutschland selbst entwickelte sich seither zum EU\u2011Krisenland Nummer\u00a01. Jeder wei\u00df: Ohne Wirtschaftswachstum keine stabilen Sozialkassen und keinen Wohlstand. <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/orte\/deutschland\/nachrichten-news-fotos-videos-17266634.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> hat in den vergangenen drei Quartalen sein Bruttoinlandsprodukt (Wirtschaftskraft) nur minimal steigern k\u00f6nnen. Stets blieb das Wachstum unter 0,5 Prozent. Auch 2026 wird ein Mager-Jahr. <\/p>\n<p>Ganz anders: Spanien. Seit 2021 verging laut Eurostat kein Jahr mit unter 2,5 Prozent Wachstum. Ein Bilderbuch-Aufschwung nach dem Corona-Schock, beg\u00fcnstigt durch g\u00fcnstige Energiepreise, eine brummende Bauwirtschaft und Millionen Touristen, die sich vielerorts \u00fcber blitzblank renovierte Innenst\u00e4dte wundern. \u201eBezahlt von unserem Steuergeld\u201c, entfuhr es einem deutschen Spitzenpolitiker k\u00fcrzlich bei einem Besuch in Palma de Mallorca. <\/p>\n<p>Fakt ist: Ausgerechnet Spanien profitiert wie kein anderes Land von dem gigantischen Umverteilungsprogramm auf Pump, mit insgesamt 90 Milliarden Euro.<\/p>\n<p>So hoch sind die Kosten pro Person<\/p>\n<p>Noch ist das Programm nicht ganz abgeschlossen. Aber: Rund 440 der insgesamt 648 Milliarden Euro aus dem Wiederaufbaufonds wurden ausgezahlt. Nach vorl\u00e4ufigen Berechnungen der \u201eWelt\u201c (geh\u00f6rt wie BILD zu Axel Springer) d\u00fcrften am Ende zwischen 145 und 154 Milliarden Euro <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/themen\/specials\/kosten\/news-fotos-videos-23670088.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Kosten<\/a> am deutschen Steuerzahler h\u00e4ngen bleiben. Das entspricht fast 2000 Euro pro Person. <\/p>\n<p>Der EU-Abgeordnete und Haushaltspolitiker Moritz K\u00f6rner (36, FDP) sagt zu BILD: \u201eDeutschland zahlt an andere Mitgliedstaaten Milliardenbetr\u00e4ge, obwohl die deutsche Wirtschaft seit der Pandemie deutlich schlechter gelaufen ist als die vieler Empf\u00e4ngerl\u00e4nder.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Schicke Terrassenbar im Herzen von Madrid: Spanien hat \u2013\u00a0auch dank vieler EU-Milliarden \u2013 einen Aufschwung erlebt, von dem Deutschland nur tr\u00e4umen kann\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/4bb062e6d6cf4ff8d61c17b076736933,a9f8bfa9.jpeg\"   class=\"landscape\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Schicke Terrassenbar im Herzen von Madrid: Spanien hat \u2013\u00a0auch dank vieler EU-Milliarden \u2013 einen Aufschwung erlebt, von dem Deutschland nur tr\u00e4umen kann<\/p>\n<p>Foto: picture alliance\/imageBROKER<\/p>\n<p>Merkels Fonds \u201eabschreckendes Beispiel\u201c<\/p>\n<p>Das Argument, Frankreichs Macron und Angela Merkel h\u00e4tten damals schnell handeln m\u00fcssen, l\u00e4sst er nicht gelten. K\u00f6rner: \u201eMerkels Corona-Wiederaufbaufonds ist kein Vorbild, sondern ein f\u00fcr alle Zeiten abschreckendes Beispiel. Ein als schnelle Antwort auf die <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/news\/corona\/coronavirus\/corona-69368756.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Corona-Krise<\/a> verkaufter Fonds hat den Gro\u00dfteil seiner Mittel erst ausgezahlt, als die Krise l\u00e4ngst vorbei war.\u201c <\/p>\n<p>Zudem verweist K\u00f6rner auf die vielen Missbrauchsf\u00e4lle (die Europ\u00e4ische Staatsanwaltschaft ermittelt in 518 (!) Verfahren wegen Betrugs) und erinnert an den Skandal, dass mehr als 10 Milliarden Euro aus den Fonds-Zuteilungen in der spanischen Rentenkasse gelandet sind. <\/p>\n<p>Ohnehin gilt Spanien \u2013 neben Ungarn \u2013 vielen in Br\u00fcssel als Milliardengrab, weil viele EU\u2011Hilfen nicht bei Hilfsbed\u00fcrftigen landen, sondern bei findigen Insidern. U.a. f\u00f6rdert die <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland\/europaeische-union\/thema-europaeische-union-alle-infos-79955728.bild.html\" class=\"text-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> den Anbau von Bananen auf den Kanaren, die selbst in Spanien kaum einer kauft, und bezahlt deshalb auch noch die Verbrennung \u00fcberfl\u00fcssiger Ernten. Die Kritik von Umweltsch\u00fctzern, dass dadurch noch Unmengen an Wasser verschwendet werden \u2013 den Profiteuren egal. <\/p>\n<p>Hat Merkel sich also brutal verrechnet? Internationale \u00d6konomen verweisen auf die damalige Ausgangslage. Prof. Iain Begg von der London School of Economics zu BILD: \u201eMerkel bef\u00fcrchtete einen Zusammenbruch des Euro, der sehr sch\u00e4dliche Folgen gehabt h\u00e4tte, vor allem f\u00fcr Deutschland.\u201c <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" width=\"992\" height=\"558\" alt=\"Setzte den Plan von Macron und Merkel (r.) um: EU-Kommissionspr\u00e4sidnetin Ursula von der Leyen (Archivfoto, 2021)\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/ebb19c6af03c7ae1c9fa431457598381,d430b9f6.jpeg\"   class=\"landscape\"\/><\/p>\n<p class=\"fig__caption__text\">Setzte den Plan von Macron und Merkel (r.) um: EU\u2011Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen (Archivfoto, 2021) <\/p>\n<p>Foto: Kay Nietfeld\/dpa<\/p>\n<p>\u201eKeine Blaupause f\u00fcr die Zukunft\u201c<\/p>\n<p>Der langj\u00e4hrige EU-Abgeordnete Markus Ferber (61, CSU) spricht gegen\u00fcber BILD dennoch von einer \u201emauen Bilanz\u201c des Fonds, der keine Blaupause f\u00fcr die Zukunft sein d\u00fcrfe. Der EU-Abgeordnete und Wirtschaftsexperte Andreas Schwab (53, CDU) fordert Lehren f\u00fcr die Zukunft: Man m\u00fcsse \u201ek\u00fcnftig besser\u201c auf die Mittelverwendung achten. <\/p>\n<p>Mehr zum Thema<\/p>\n<p>Volle Transparenz von der EU-Kommission, \u201ewer wie viel und wof\u00fcr aus dem Fonds bekommen hat\u201c, fordert der Europ\u00e4ische Steuerzahlerbund. Dessen Chef Michael J\u00e4ger zu BILD: \u201eDeutschland als Zahlmeister der EU w\u00e4re gut beraten, hier einen Pflock zu setzen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"TTS-Player \u00fcberspringen\u21b5Artikel weiterlesen Berlin \u2013 Die Rechnung f\u00fcr den Steuerzahler kommt sp\u00e4t. Aber sie kommt. 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