{"id":92531,"date":"2026-09-03T21:09:17","date_gmt":"2026-09-03T21:09:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92531\/"},"modified":"2026-09-03T21:09:17","modified_gmt":"2026-09-03T21:09:17","slug":"studie-befeuert-debatte-ueber-das-ende-vom-verbrenner-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92531\/","title":{"rendered":"Studie befeuert Debatte \u00fcber das Ende vom Verbrenner-Aus"},"content":{"rendered":"<p>\nPolitischer Sprengstoff\n<\/p>\n<p>Aktualisiert am 03.09.2026, 18:04 Uhr\n<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.web.de\/image\/994\/42676994,pd=4.jpg\" data-brain-zone=\".42676792.content.lead.1\" data-component-path=\"content.lead.1\" data-component-name=\"article-image\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> <\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/42676994,pd=4,f=responsive169-w950.jpg\" alt=\"\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p><\/a> <\/p>\n<p>\nEine neue Studie der TU M\u00fcnchen k\u00f6nnte das Ende des Verbrenner-Aus auf EU-Ebene bedeuten. (Symbolbild)<br \/>\n\u00a9\u00a0IMAGO\/Sylvio Dittrich\n<\/p>\n<p class=\"content__description\" data-speakable=\"\">Ab 2035 d\u00fcrfen in der EU so gut wie keine Verbrenner-Autos mehr verkauft werden. Damit will man einen Schritt n\u00e4her an das gro\u00dfe Ziel Europas heranr\u00fccken, bis 2050 klimaneutral zu sein. Eine am Dienstag ver\u00f6ffentlichte Studie der TU M\u00fcnchen soll jetzt aber die Politiker in Br\u00fcssel zum Umdenken bewegen.  <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Schon vor Ver\u00f6ffentlichung der Studie sorgte sie f\u00fcr Wirbel. F\u00fcr <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42676792.content.textlink_1\" data-component-path=\"content.textlink_1\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/reise\/thema\/bayern\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bayerns<\/a> Ministerpr\u00e4sident <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42676792.content.textlink_2\" data-component-path=\"content.textlink_2\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/thema\/markus-soeder\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Markus S\u00f6der<\/a> (CSU) war allein schon ihre Ank\u00fcndigung Grund genug, um in der &#8222;<a target=\"_blank\" data-brain-zone=\".42676792.content.textlink_3\" data-component-path=\"content.textlink_3\" data-component-name=\"link.external\" rel=\"noopener nofollow\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/ausland-und-internationales\/e-auto-forscher-ruetteln-an-klimabilanz-markus-soeder-fordert-wende-von-eu-6a93e075518a586e1855cfe5\">Bild<\/a>&#8220; &#8222;das echte Aus vom Verbrenner-Aus der EU&#8220; zu fordern. Der CSU-Politiker schoss nach: &#8222;Nat\u00fcrlich gibt es eine Transformation \u2013 aber besser durch Technologieoffenheit statt durch Verbote.&#8220; <\/p>\n<p>Debatte ums Verbrenner-AusVertreter der EU-Staaten und des <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42676792.content.ui-infobox_1.textlink_1\" data-component-path=\"content.ui-infobox_1.textlink_1\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europaparlaments<\/a> hatten sich 2022 darauf geeinigt, dass Neuwagen in der <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42676792.content.ui-infobox_1.textlink_2\" data-component-path=\"content.ui-infobox_1.textlink_2\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europ\u00e4ischen Union<\/a> ab 2035 im Betrieb kein klimasch\u00e4dliches Kohlenstoffdioxid (CO\u2082) mehr aussto\u00dfen d\u00fcrfen. Schon damals gab es Kritik an dem Vorhaben.2023 hatte sich die Ampel-Regierung im Streit um ein Aus f\u00fcr neue Autos mit Verbrennungsmotor mit der <a data-component-name=\"link.semantic\" data-brain-zone=\".42676792.content.ui-infobox_1.textlink_3\" data-component-path=\"content.ui-infobox_1.textlink_3\" href=\"https:\/\/web.de\/magazine\/politik\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Kommission<\/a> geeinigt.Ende 2025 beschloss die schwarz-rote Regierung, sich auf EU-Ebene f\u00fcr Lockerungen beim Verbrenner-Aus einzusetzen. Die EU-Kommission hatte nach Druck aus der Industrie und aus Mitgliedsstaaten angek\u00fcndigt, die Verordnung zum Verbrenner-Aus \u00fcberpr\u00fcfen zu wollen.Im Dezember 2025 legte die EU-Kommission das \u00fcberarbeitete Automotive Package vor. Im November 2026 soll nun \u00fcber die \u00c4nderungen abgestimmt werden. Viele Politiker, wie Bayerns Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der, fordern ein komplettes Aus vom Verbrenner-Aus. Sie sehen in der TUM-Studie eine Best\u00e4tigung ihrer Forderung.TUM-Studie wirft EU Fehlsteuerung vor<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Jetzt stellten die drei Studienautoren und TU-Professoren, Johannes Fottner, Magnus Fr\u00f6hling und Tim B\u00fcthe, sowie der Auftraggeber, TUM-Pr\u00e4sident Thomas Hofmann, die Studie in M\u00fcnchen vor. Im historischen Thiersch-Glockenturm luden sie zum Pressegespr\u00e4ch ein. Sollte hier jetzt das letzte St\u00fcndlein des Verbrenner-Aus geschlagen haben?  <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Ganz so einfach, wie es sich der bayerische Ministerpr\u00e4sident macht, ist es dann doch nicht. Den Studienautoren war es wichtig zu betonen, dass sie keine Politiker, sondern Wissenschaftler seien. Dennoch titeln sie in ihrer Pressemitteilung zur Studienver\u00f6ffentlichung, dass die &#8222;TUM-Studie eine substanzielle Fehlsteuerung der EU-Regulatorik im Automobil-Bereich&#8220; zeigt. F\u00fcr Hofmann sei Fehlsteuerung in der Politik zu erkennen, eben schon Aufgabe der Wissenschaft, die richtigen Schlussfolgerungen aus ihrer Forschung zu ziehen, sei dann aber wieder Aufgabe der Politik.  <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">F\u00fcr die Wissenschaftler, die 19 Studien und 47 modellierte Szenarien f\u00fcr ihre Untersuchung ausgewertet haben, greift das Verbrenner-Aus oder auch Automotive Package genannt, zu kurz. Es betrachtet lediglich den CO\u2082-Fu\u00dfabdruck eines Autos am Auspuff und nicht als Ganzes. &#8222;Die gr\u00f6\u00dfte \u00f6konomische wie \u00f6kologische Fehlsteuerung besteht darin, dass die Regulatorik der EU-Kommission ausschlie\u00dflich auf den CO\u2082-Emissionen \u00fcber Abgase beruht&#8220;, sagt Studienautor Fottner.  <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">F\u00fcr die EU ist der Umstieg auf E-Mobilit\u00e4t der Schl\u00fcssel zur Klimaneutralit\u00e4t. Wenn ab 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge verkauft werden d\u00fcrfen, f\u00fchrt das f\u00fcr sie auf l\u00e4ngere Sicht zu einem CO\u2082-neutralen Automobilsektor. Dabei l\u00e4sst die EU, laut den Studienautoren, aber entscheidende Faktoren, wie zum Beispiel die zum Bau verwendete Materialien oder Rohstoffe, die Energie, die zum Laden genutzt wird oder die Recyclebarkeit des Autos am Ende seines Lebenszyklus au\u00dfer Acht.  <\/p>\n<p>E-Autos sind Verbrennern \u00fcberlegen, aber&#8230;<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Schon jetzt gibt es aber Hersteller, die bei ihren Bauteilen auf gr\u00fcnen Stahl setzen oder recyclebaren Kunststoff verwenden und damit die Klimabilanz ihrer Autos verbessern. So stellten die Studienautoren fest, dass zwar E-Autos auf ihren gesamten Lebenszyklus gesehen im Schnitt 41 Prozent weniger Emissionen produzieren. Aber die Spannweite betr\u00e4gt -89 bis +21 Prozent. Das hei\u00dft, es gibt auch Szenarien, in denen E-Autos klimasch\u00e4dlicher sind als Verbrenner. <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Studienautor Fottner betont aber, &#8222;E-Antriebe sind Verbrennern weit \u00fcberlegen&#8220;. Verbrennung sei keine gute Technik. Und Fr\u00f6hlich f\u00fcgt hinzu, man wolle mit der Studie die Klimaziele nicht infrage stellen, es gehe ihnen nur um die Methoden, diese zu erreichen.  <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Hier schlie\u00dft sich der Kreis zu Markus S\u00f6der. TUM-Pr\u00e4sident Hofmann unterstreicht: &#8222;Wenn ein Ausstieg aus dem Verbrenner-Aus ein Schritt in Richtung Technologieoffenheit ist, dann ist das zu begr\u00fc\u00dfen.&#8220; Die Hersteller m\u00fcssten neben der Fokussierung auf CO\u2082-neutrale Antriebsmethoden auch daf\u00fcr belohnt werden, wenn sie im gesamten Lebenszyklus eines Autos auf Emissionsarmut setzen. Das finde in der jetzigen Form des Automotive Packages nur bedingt statt.  <\/p>\n<p>EU passt Verbrenner-Aus an<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Tats\u00e4chlich hat die EU Ende vergangenen Jahres auf Druck der Industrie und vorwiegend konservativer Politiker einen neuen Entwurf des Verbrenner-Aus vorgelegt. Darin wurde das 100-prozentige Verkaufsverbot von Verbrennern ab 2035 aufgehoben und auf 90 Prozent reduziert. Die restlichen zehn Prozent k\u00f6nnten Hersteller beispielsweise durch Verwendung gr\u00fcnen Stahls ausgleichen. Jedoch geben die bisherigen EU-Klimavorgaben der Industrie keinerlei Anreiz, in die &#8222;Defossilisierung&#8220; ihrer Produktionsprozesse zu investieren, obwohl das auch die CO\u2082-Bilanz von Verbrennern verbessern w\u00fcrde.\u202f <\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Ganz ohne Regeln und Verbote, wie es sich der bayerische Ministerpr\u00e4sident vielleicht w\u00fcnscht, geht es auch nach den Studienautoren nicht. Es herrsche in der EU Konsens, dass man CO\u2082-neutral werden will. Nur an den Rahmenbedingungen m\u00fcsste gefeilt werden. Aus diesem Grund haben, die Wissenschaftler auch sieben Prinzipien f\u00fcr eine effektive Lebenszyklus\u00fcberwachung aufgestellt. Unter anderem schreiben sie, es brauche Planungssicherheit f\u00fcr Investitionen durch einen festen, vorab angek\u00fcndigten \u00dcberpr\u00fcfungsmechanismus. Oder die freiwillige Berichterstattung zu CO\u2082-Emissionen \u00fcber den Lebenszyklus m\u00fcsse verifiziert und verpflichtend werden.  <\/p>\n<p>Empfohlenes Video<\/p>\n<p>Fahrrad-Boom vorbei? Branche unter Druck<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/fahrradbranche.jpg\" alt=\"Fahrradbranche\" width=\"950\" height=\"534\"\/><\/p>\n<p>\u00a9 Buzzwoo<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Ganz neu ist eine Lebenszyklusbetrachtung f\u00fcr die EU ohnehin nicht. &#8222;Mit der \u00d6kodesign-Verordnung und dem CO\u2082-Grenzausgleichsmechanismus existieren daf\u00fcr l\u00e4ngst europ\u00e4ische Vorbilder&#8220;, sagt Fr\u00f6hling. Au\u00dferdem seien die meisten Parteien f\u00fcr eine Lebenszyklusbetrachtung, erg\u00e4nzt B\u00fcthe, der sich mit seinem Team vor allem mit der politischen Dimension des Themas befasst hat. Er sehe ein gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr Kompromisse bei den Parteien der Mitte. Zudem gehe er nicht davon aus, dass solch eine Lebenszyklusbetrachtung zu einem b\u00fcrokratischen Monster werde.  <\/p>\n<p>Empfehlungen der Redaktion<\/p>\n<p class=\"Paragraph SCXW201156094 BCX2\" data-speakable=\"\">Ende November soll im EU-Parlament \u00fcber das angepasste Verbrenner-Aus abgestimmt werden. &#8222;Ich appelliere an Parlament und Rat, die laufende \u00dcberarbeitung des Automotive Package zu nutzen, um eine verpflichtend, verifizierte Lebenszyklus-Berichterstattung einzuf\u00fchren&#8220;, sagt TUM-Pr\u00e4sident Hofmann. &#8222;Die Zeit dr\u00e4ngt und die wissenschaftlichen Erkenntnisse m\u00fcssen in die Reformdebatte einflie\u00dfen.&#8220; <\/p>\n<p>Verwendete Quellen <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Politischer Sprengstoff Aktualisiert am 03.09.2026, 18:04 Uhr Eine neue Studie der TU M\u00fcnchen k\u00f6nnte das Ende des Verbrenner-Aus&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":91194,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1678,21,232,22,2022,29529],"class_list":["post-92531","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-auto","tag-eu","tag-eu-kommission","tag-europaeische-union","tag-markus-soeder","tag-thomas-hofmann"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92531","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92531"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92531\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/91194"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92531"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92531"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92531"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}