{"id":92606,"date":"2026-09-04T02:37:40","date_gmt":"2026-09-04T02:37:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92606\/"},"modified":"2026-09-04T02:37:40","modified_gmt":"2026-09-04T02:37:40","slug":"el-nino-so-stark-wie-nie-zuvor-wann-spuert-europa-die-folgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92606\/","title":{"rendered":"El Ni\u00f1o so stark wie nie zuvor: Wann sp\u00fcrt Europa die Folgen?"},"content":{"rendered":"<p>Das sich im Pazifik entwickelnde El\u2011Ni\u00f1o\u2011Ereignis k\u00f6nnte das st\u00e4rkste seit mehr als hundert Jahren werden. Die Welt stellt sich auf noch extremere Wetterlagen ein.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Nach Angaben des britischen Wetterdienstes Met Office wird das Jahr 2027 \u201esehr wahrscheinlich\u201c zum bisher w\u00e4rmsten Jahr. Das nat\u00fcrliche Wetterph\u00e4nomen trifft auf menschengemachten Klimawandel.<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen uns dar\u00fcber im Klaren sein, dass es sich um ein beispielloses Ereignis handelt\u201c, sagt Professor Adam Scaife, Leiter der Langfristprognosen beim britischen Met Office. \u201eIch habe in unseren Vorhersagen noch nie ein so starkes El\u2011Ni\u00f1o\u2011Signal gesehen.\u201c<\/p>\n<p>Die Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie (WMO) berichtet, dass das El Ni\u00f1o-Ereignis sich \u201egleichm\u00e4\u00dfig weiter verst\u00e4rkt\u201c und von August bis Oktober 2026 die \u201eKlimamuster dominieren\u201c d\u00fcrfte. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit \u00fcberdurchschnittlicher Temperaturen in gro\u00dfen Teilen der Welt, und die Niederschlagsverteilung verschiebt sich deutlich.<\/p>\n<p>Die neuesten Mehrmodell-Prognosen zeigen, dass die saisonalen durchschnittlichen Abweichungen der Meeresoberfl\u00e4chentemperatur in wichtigen \u00dcberwachungsgebieten mehr als 2,9 \u00b0C betragen k\u00f6nnten. In solchen F\u00e4llen spricht man oft von einem \u201eSuper-El\u2011Ni\u00f1o\u201c, auch wenn dies keine offizielle Kategorie ist. Die Entwicklung hat zudem eine Flut von Medienberichten ausgel\u00f6st, die vor einem El Ni\u00f1o \u201emit \u201aGodzilla\u2011St\u00e4rke\u2018\u201c warnen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu einem sich verst\u00e4rkenden El Ni\u00f1o sagen die Modelle einen positiven Indischen Ozean-Dipol voraus. Dabei erw\u00e4rmt sich das Wasser im westlichen Indischen Ozean \u00fcberdurchschnittlich, w\u00e4hrend es im \u00f6stlichen Indischen Ozean k\u00fchler als \u00fcblich bleibt. <\/p>\n<p>\u201eEl Ni\u00f1o steht nicht nur vor der T\u00fcr \u2013 es ist ins Haus gekommen und dreht die Heizung auf. Und das ist nur das Vorspiel\u201c, warnt UN\u2011Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres. \u201eEl Ni\u00f1o verst\u00e4rkt sich und gie\u00dft noch mehr \u00d6l in ein Feuer, das unseren Planeten bereits mit gl\u00fchenden Hitzedomen, apokalyptischen Waldbr\u00e4nden und rekordwarmen Meeren \u00fcberzieht.\u201c<\/p>\n<p>Guterres betont, dass fossile Brennstoffe \u201edie Flammen weiter anfachen\u201c und fordert, den Ausbau von Kohle, \u00d6l und Gas zu stoppen.<\/p>\n<p>Aber trifft El Ni\u00f1o Europa \u00fcberhaupt \u2013 und was bedeutet das f\u00fcr den Kontinent?<\/p>\n<p>El Ni\u00f1o: Was das Ph\u00e4nomen ist und wen es trifft<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/24\/el-nino-lenkt-ab-europas-todliche-hitzewelle-ist-nicht-naturliches-wetterphanomen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">El Ni\u00f1o<\/a> (Spanisch f\u00fcr \u201eder Junge\u201c) ist ein nat\u00fcrliches Wetterph\u00e4nomen, das unregelm\u00e4\u00dfig auftritt \u2013 im Durchschnitt alle zwei bis sieben Jahre \u2013, wenn sich die Meerestemperaturen im \u00f6stlichen Pazifik ungew\u00f6hnlich stark erw\u00e4rmen. <\/p>\n<p>Das treibt die globalen Temperaturen nach oben und bereitet den Boden f\u00fcr h\u00e4ufigere Extremwetterereignisse. <\/p>\n<p>Fr\u00fchere El\u2011Ni\u00f1o\u2011Ereignisse, etwa das, das sich im Mai 2023 bildete und bis M\u00e4rz 2024 anhielt, haben zu Rekordhitze beigetragen. Sie befeuerten lang anhaltende D\u00fcrren und Waldbr\u00e4nde rund um den Globus. <\/p>\n<p>Die Folgen von El Ni\u00f1o sind jedoch vor allem in den Tropen besonders sp\u00fcrbar. <\/p>\n<p>Teile S\u00fcdamerikas, der S\u00fcden der USA, Ostafrika und Zentralasien verzeichneten bei fr\u00fcheren El\u2011Ni\u00f1o\u2011Episoden ein deutlich h\u00f6heres Hochwasserrisiko. Dagegen nehmen D\u00fcrren und Waldbrandgefahr in weiten Teilen Australiens, im Norden S\u00fcdamerikas und in L\u00e4ndern wie Indonesien zu.<\/p>\n<p>El Ni\u00f1o in Europa: Indirekte Folgen<\/p>\n<p>In Europa sind die Auswirkungen von El Ni\u00f1o deutlich indirekter und in der Regel weniger gravierend.<\/p>\n<p>Das Ph\u00e4nomen k\u00f6nnte die Wahrscheinlichkeit f\u00fcr wechselhafteres Wetter gegen Jahresende erh\u00f6hen \u2013 etwa f\u00fcr einen milderen, nasseren und windigeren Herbst sowie fr\u00fchen Winter. Den Sommer 2026 in Europa d\u00fcrfte El Ni\u00f1o dagegen kaum beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Hitzemonate der j\u00fcngsten Vergangenheit, in denen in Europa Tausende Menschen gestorben sind, gehen damit nicht auf El Ni\u00f1o zur\u00fcck, auch wenn manche Zeitungen beides miteinander in Verbindung gebracht haben. <\/p>\n<p>Trotzdem wirken sich die extremen Wetterlagen anderswo indirekt auf Europa aus. Fachleute warnen vor m\u00f6glichen Engp\u00e4ssen bei wichtigen Lebensmitteln.<\/p>\n<p>Das IHE Delft Institute for Water Education in den Niederlanden arbeitet in Regionen, die direkt von El Ni\u00f1o betroffen sind, und weist darauf hin, dass viele Grundnahrungsmittel, die Europa importiert, gef\u00e4hrdet sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In Nicaragua k\u00f6nnten zentrale Feldfr\u00fcchte wie Mais und Bohnen in ohnehin fragilen Gebieten ausfallen. Das w\u00fcrde die Ern\u00e4hrungssicherheit schw\u00e4chen und Einkommensverluste im Land nach sich ziehen. <\/p>\n<p>Zu wenig Regen und niedrige Pegel in Fl\u00fcssen bedeuten au\u00dferdem, dass bew\u00e4sserte Kulturen in Kolumbien, im Nordosten Brasiliens und in Indien stark eingeschr\u00e4nkt werden m\u00fcssen. Viele Betriebe w\u00e4ren st\u00e4rker auf Grundwasser angewiesen, was zu \u00dcbernutzung f\u00fchren kann \u2013 und zu Ausf\u00e4llen bei Exporten.<\/p>\n<p>\u201eEl Ni\u00f1o lenkt ab\u201c von der Klimakrise<\/p>\n<p>Die Folgen von El Ni\u00f1o sind ernst. Doch Klimaforscherinnen und -forscher betonen, dass die Erderw\u00e4rmung eine weit gr\u00f6\u00dfere Rolle f\u00fcr Extremwetter und steigende Temperaturen spielt.<\/p>\n<p>Die meisten El\u2011Ni\u00f1o\u2011Ereignisse lassen die weltweite Durchschnittstemperatur vor\u00fcbergehend um etwa 0,2 \u00b0C ansteigen. Der Klimawandel hingegen hat die globale Oberfl\u00e4chentemperatur von Meer und Luft bereits um rund 1,3 bis 1,5 \u00b0C \u00fcber das vorindustrielle Niveau hinausgetrieben.<\/p>\n<p>Die Auswirkungen von El Ni\u00f1o kommen also zu einer ohnehin aufgeheizten Welt hinzu. Sie allein erkl\u00e4ren die von Fachleuten erwarteten Sch\u00e4den nicht.<\/p>\n<p>Daher war 2025 das drittw\u00e4rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen \u2013 w\u00e4rmer als das El\u2011Ni\u00f1o\u2011Jahr 2016 \u2013, obwohl sich gleichzeitig ein La\u2011Ni\u00f1a\u2011Ereignis bildete, das die Temperaturen normalerweise d\u00e4mpft.<\/p>\n<p>\u201eEl Ni\u00f1o ist ein nat\u00fcrliches Ph\u00e4nomen\u201c, sagte die Klimawissenschaftlerin Friederike Otto vom Imperial College London bereits im Mai, noch bevor offiziell El\u2011Ni\u00f1o\u2011Bedingungen vorlagen. <\/p>\n<p>\u201eEs kommt und geht. Der Klimawandel dagegen versch\u00e4rft sich, solange wir nicht aufh\u00f6ren, fossile Brennstoffe zu verbrennen. Der Klimawandel ist also der eigentliche Grund, in Panik zu geraten.\u201c<\/p>\n<p>Ioanna Vergini, Gr\u00fcnderin der globalen Wetterprognoseplattform <a href=\"https:\/\/www.wfy24.com\/en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">WFY24 (Quelle auf Englisch)<\/a>, sagte Euronews Earth, El Ni\u00f1o sei als \u201eAblenkung\u201c vom Klimawandel genutzt worden, w\u00e4hrend Europa vergangene Woche unter Temperaturen von 40 \u00b0C schmorte.<\/p>\n<p>Eine schnelle Zuordnungsanalyse des Netzwerks World Weather Attribution (WWA) ergab, dass die Tagesh\u00f6chstwerte und n\u00e4chtlichen Temperaturen w\u00e4hrend des j\u00fcngsten Hitzedoms \u201ezu dieser Jahreszeit noch 1976 \u201apraktisch unm\u00f6glich\u2018 gewesen w\u00e4ren\u201c \u2013 m\u00f6glich wurden sie erst durch die anhaltenden <a href=\"https:\/\/de.euronews.com\/2026\/06\/26\/klimakrise-ausser-kontrolle-europas-hitze-ware-vor-funfzig-jahren-kaum-vorstellbar\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Emissionen aus fossilen Energietr\u00e4gern<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Das sich im Pazifik entwickelnde El\u2011Ni\u00f1o\u2011Ereignis k\u00f6nnte das st\u00e4rkste seit mehr als hundert Jahren werden. 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