{"id":92768,"date":"2026-09-04T09:03:14","date_gmt":"2026-09-04T09:03:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92768\/"},"modified":"2026-09-04T09:03:14","modified_gmt":"2026-09-04T09:03:14","slug":"sikawild-jaeger-und-gehegebetreiber-leisten-widerstand-gegen-eu-plaene-zum-totalabschuss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/92768\/","title":{"rendered":"Sikawild: J\u00e4ger und Gehegebetreiber leisten Widerstand gegen EU-Pl\u00e4ne zum Totalabschuss"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Aufnahme des Sikawilds in die Liste invasiver, gebietsfremder Arten durch die EU f\u00fchrt in letzter Konsequenz zum Totalabschuss dieser Hirschart. Vor diesem Hintergrund brachte ein Vortrag von Sven Herzog von der TU Dresden \u00fcberraschende Hypothesen und eine vollkommen neue Sichtweise auf die Sikas. Der Kreisverein Waldshut der Badischen J\u00e4ger hatte auf dem Hofgut Albf\u00fchren zu dieser Informationsveranstaltung eingeladen. Sikaobmann Thomas Bendel hatte die Veranstaltung organisiert, an der rund 100 interessierte J\u00e4ger, Forstleute und Verwaltungsmitarbeiter teilnahmen.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/waxjesikas4jpg.jpg\" alt=\"Sven Herzog, Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Wild\u00f6kologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden, ist wohl der renommierteste Wissenschaftler in Sachen Sikawild.\" title=\"Sven Herzog, Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Wild\u00f6kologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden, ist wohl der renommierteste Wissenschaftler in Sachen Sikawild.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Sven Herzog, Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Wild\u00f6kologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden, ist wohl der renommierteste Wissenschaftler in Sachen Sikawild.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Sven Herzog, Lehrstuhlinhaber f\u00fcr Wild\u00f6kologie und Jagdwirtschaft an der TU Dresden, ist wohl der renommierteste Wissenschaftler in Sachen Sikawild.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die J\u00e4ger am \u00f6stlichen Hochrhein, aber auch die Betreiber von Sikagehegen, sind seit dem vergangenen Jahr in ziemlicher Aufregung. Die EU-Kommission hatte die Sikas zur invasiven Art erkl\u00e4rt, verlangt die Aufl\u00f6sung aller Sikagehege bis 2027 und fordert, wie bei allen invasiven Arten, die massive Zur\u00fcckdr\u00e4ngung bis hin zur Ausrottung der Tiere. Dass dies in einem von der Schweiz umschlungenen Gebiet, in dem ebenfalls Sikas leben, sinnlos erscheint, da EU-Bestimmungen dort nicht gelten, sei nur am Rande erw\u00e4hnt. Die EU begr\u00fcndet die Versch\u00e4rfung der Rechtsverordnung nicht mit den starken Verbiss- und Sch\u00e4lsch\u00e4den, die die Sikas verursachen, sondern mit der Hybridisierung mit dem heimischen Rothirsch. Tats\u00e4chlich waren knapp zehn Prozent der im vergangenen Jahr erlegten Rothirsche im Landkreis Waldshut Hybride. Und da diese Hybride fertil sind, also wiederum Nachkommen bekommen k\u00f6nnen, besteht tats\u00e4chlich die Gefahr, dass der Rothirsch als Art mittelfristig im S\u00fcdschwarzwald \u2013 und in anderen Gebieten \u2013 verschwindet.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/waxjesikas2jpg.jpg\" alt=\"Das Sikawild ist \u00fcberaus neugierig und l\u00e4sst sich gut als Gehegewild halten.\" title=\"Das Sikawild ist \u00fcberaus neugierig und l\u00e4sst sich gut als Gehegewild halten.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Das Sikawild ist \u00fcberaus neugierig und l\u00e4sst sich gut als Gehegewild halten.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Das Sikawild ist \u00fcberaus neugierig und l\u00e4sst sich gut als Gehegewild halten.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Sven Herzog, der sich seit mehr als 40 Jahren mit der Genetik von Sika- und Rothirschen befasst, kommt zu dem Schluss, dass beide derselben Art angeh\u00f6ren. Eine Hybridisierung sieht er vor allem dort, wo eine Population geschw\u00e4cht ist. Und eine solche Hybridisierung sei evolutionsbiologisch sogar eine Aufwertung. Er ging auf seine Forschungsergebnisse ein und verwies auf Erfahrungen aus Irland, wo ein Gro\u00dfteil der Hirsche inzwischen Hybride seien. \u201eWenn es gen\u00fcgend Rothirschk\u00fche gibt, wird sich ein Rothirsch kaum einen Sika zum Paaren suchen\u201c, erkl\u00e4rte Herzog. Doch der Rothirschbestand im S\u00fcdschwarzwald sei eingebrochen, was zu diesen Hybriden f\u00fchrt. Dass es der Wolf ist, der dem Rotwild im S\u00fcdschwarzwald den Garaus macht, ist ein anderes Thema. Hinsichtlich der gro\u00dfen Raubtiere sieht Herzog sogar einen Vorteil, wenn es mehrere gro\u00dfe Huftierarten im Wald gibt. \u201eFr\u00fcher waren es neben dem Rothirsch das Damwild, das Wisent, der Auerochse und auch der Elch, die bei uns im Wald lebten.\u201c\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/waxjesikas5jpg.jpg\" alt=\"Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch die Jagdhornbl\u00e4ser des Kreisjagdverbands.\" title=\"Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch die Jagdhornbl\u00e4ser des Kreisjagdverbands.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch die Jagdhornbl\u00e4ser des Kreisjagdverbands.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch die Jagdhornbl\u00e4ser des Kreisjagdverbands.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Herzog konnte aus wissenschaftlicher Sicht f\u00fcr Mitteleuropa keine Invasivit\u00e4t f\u00fcr das Sikawild erkennen. Der EU warf er vor, bei der Entscheidung einer politischen oder ideologischen Agenda zu folgen. \u201eLeider ist der Naturschutz noch im Denken der 1920er Jahre verhaftet, der alles Fremde als Gefahr sah. Dieses Denken sollten wir heute aber hinter uns gelassen haben\u201c, befand der Wissenschaftler. Als Sofortma\u00dfnahme empfahl er den Aufbau und Erhalt eines vom Populationsumfang und der Sozialstruktur tragf\u00e4higen Sika- und Rotwildbestands. Au\u00dferdem sollte das Sikawild in seiner Ausbreitung \u00fcber die bisherigen Kerngebiete verhindert werden. Zudem forderte er einen offensiven Eintritt in eine ethische und jagdpolitische Diskussion. Ferner schlug er vor, rechtliche Optionen zu pr\u00fcfen und die lokale Bev\u00f6lkerung \u00fcber Presse und Medien zu mobilisieren.\n  <\/p>\n<p>    <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/waxjesikas3jpg.jpg\" alt=\"Bisweilen treten die Sikas in gro\u00dfen Rudeln auf, was dann auch zu Sch\u00e4den im Wald f\u00fchren kann.\" title=\"Bisweilen treten die Sikas in gro\u00dfen Rudeln auf, was dann auch zu Sch\u00e4den im Wald f\u00fchren kann.\" loading=\"lazy\" class=\"h-full w-full object-cover\"\/><\/p>\n<p>      Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>    Bisweilen treten die Sikas in gro\u00dfen Rudeln auf, was dann auch zu Sch\u00e4den im Wald f\u00fchren kann.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p>        Schlie\u00dfen <\/p>\n<p>      Icon Schlie\u00dfen<\/p>\n<p>        Icon vergr\u00f6\u00dfern<\/p>\n<p>        Icon verkleinern<\/p>\n<p>      Icon Pfeil bewegen<\/p>\n<p>    Bisweilen treten die Sikas in gro\u00dfen Rudeln auf, was dann auch zu Sch\u00e4den im Wald f\u00fchren kann.<br \/>\n    Foto: Ralf G\u00f6hrig<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Kreisj\u00e4germeister Bernhard Kallup forderte in seinem Fazit, die Lebensraumkapazit\u00e4t der Sikas zu \u00fcberpr\u00fcfen und festzustellen, wie hoch der Bestand in der Region \u00fcberhaupt ist. In diesem Zusammenhang m\u00fcssten ein \u00fcberlebensf\u00e4higer Mindestbestand und ein Maximalbestand ermittelt werden. Auch Tom Drabinski vom Kreisforstamt forderte einen n\u00fcchternen und pragmatischen Umgang mit der Thematik.\n  <\/p>\n<p>    Das Sikawild<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs-varying md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Das Sikawild (Cervus Nippon) stammt urspr\u00fcnglich aus Fernost. Dort kommt es in zahlreichen Unterarten, haupts\u00e4chlich auf den japanischen Inseln, aber auch auf dem Festland in China oder Russland vor. Nach Deutschland gelangte es im Jahr 1906 durch die Familie Hagenbeck, wobei nicht ganz nachvollziehbar ist, welcher Spross der reich verzweigten Zirkusfamilie aus Hamburg letztlich verantwortlich war. Jedenfalls hatte sich der Sika in verschiedenen Weltregionen bereits einen Namen als schmackhafter Fleischlieferant gemacht, weshalb er bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts quer \u00fcber den Globus in diversen Wildgehegen anzutreffen war. Der Lederfabrikant und Eigent\u00fcmer des Rohrhofs bei Hohentengen, Friedrich Bertschinger, kaufte 1909 einige Sikas bei den Hagenbecks und machte die fremdl\u00e4ndische Wildart im Klettgau heimisch.\n  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Aufnahme des Sikawilds in die Liste invasiver, gebietsfremder Arten durch die EU f\u00fchrt in letzter Konsequenz zum&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":92769,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[21,22,29990,24287,12903,29991,29989,29993,29988,29992,11654],"class_list":["post-92768","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-plaedoyer","tag-sika","tag-sikawild","tag-suedschwarzwald","tag-sven-herzog","tag-thomas-bendel","tag-totalabschuss","tag-tu-dresden","tag-waldshut"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=92768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/92768\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/92769"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=92768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=92768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=92768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}