{"id":94792,"date":"2026-09-08T15:59:08","date_gmt":"2026-09-08T15:59:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/94792\/"},"modified":"2026-09-08T15:59:08","modified_gmt":"2026-09-08T15:59:08","slug":"wirtschaftswachstum-richtung-1-prozent-mehr-einnahmen-folgen-fuer-haushalt-2027","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/94792\/","title":{"rendered":"Wirtschaftswachstum Richtung 1 Prozent, mehr Einnahmen: Folgen f\u00fcr Haushalt 2027?"},"content":{"rendered":"<p>Die italienische Wirtschaft k\u00f6nnte 2026 st\u00e4rker wachsen als bislang erwartet und sich einem Wachstum von rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts ann\u00e4hern.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Es ist die Einsch\u00e4tzung von Wirtschafts- und Finanzminister Giancarlo Giorgetti, der zum Abschluss des Forums Teha Cernobbio erkl\u00e4rte, das italienische BIP werde das in den Programmunterlagen angesetzte Wachstum von 0,6 % \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>\u201eBislang haben wir 0,8 % erreicht\u201c, erl\u00e4uterte der Minister. Wenn die Indikatoren weiterhin g\u00fcnstig seien, \u201ek\u00f6nnte das Wachstum nahe an ein Prozent herankommen\u201c.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pietro Reichlin, \u00d6konom und Professor an der Universit\u00e4t LUISS, ist das eine \u201erealistische Sch\u00e4tzung\u201c. Von einem Durchbruch f\u00fcr die italienische Wirtschaft k\u00f6nne jedoch noch keine Rede sein. Das Wachstum bleibt aus seiner Sicht durch strukturelle Probleme gebremst, von der niedrigen Produktivit\u00e4t bis zu einer ung\u00fcnstigen demografischen Entwicklung.<\/p>\n<p>Es handelt sich noch nicht um eine neue offizielle Prognose der Regierung. Die Zahl ist dennoch wichtig, denn sie kommt kurz vor der Ausarbeitung des Haushaltsgesetzes 2027 und wird von einem weiteren positiven Signal f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Finanzen begleitet: steigenden Steuereinnahmen.<\/p>\n<p>Mehr Wachstum, h\u00f6here Steuereinnahmen<\/p>\n<p>In den ersten sieben Monaten 2026 verbuchte der Staat Steuereinnahmen von 346,1 Milliarden Euro, 9,4 Milliarden mehr als im gleichen Zeitraum 2025, was einem Plus von 2,8 % entspricht. Das berichtet das <a href=\"https:\/\/www.finanze.gov.it\/export\/sites\/finanze\/.galleries\/Documenti\/entrate%5Ftributarie%5F2026\/Nota-tecnica-Luglio-2026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\">Bulletin (Quelle auf Italienisch)<\/a> des Finanzdepartements im Ministerium f\u00fcr Wirtschaft und Finanzen (MEF).<\/p>\n<p>\u201eSteigt das BIP, steigen auch die Einnahmen\u201c, erkl\u00e4rt der \u00d6konom. Diese Entwicklung werde von \u201epositiven Besch\u00e4ftigungsdaten\u201c begleitet. Mehr Besch\u00e4ftigung und h\u00f6here L\u00f6hne bedeuten eine breitere Steuerbasis und damit unter normalen Bedingungen h\u00f6here Einkommensteuern.<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen des MEF beliefen sich die direkten Steuern zwischen Januar und Juli 2026 auf 200,7 Milliarden Euro (+6,175 Milliarden Euro, entsprechend +3,2 %) und die indirekten Steuern auf 145,5 Milliarden Euro (+3,182 Milliarden Euro, entsprechend +2,2 %).<\/p>\n<p>Unter den einzelnen Posten betr\u00e4gt das IRPEF-Aufkommen 138,5 Milliarden Euro (+3,7 Milliarden Euro, entsprechend +2,7 %). Die Mehrwertsteuereinnahmen (IVA) lagen bei 100,3 Milliarden Euro (+3,6 Milliarden Euro, entsprechend +3,8 %).<\/p>\n<p>Die Verbrauchsteuern auf Energieprodukte erreichten von Januar bis Juli 12,7 Milliarden Euro (-1,2 Milliarden Euro, entsprechend -8,5 %). Allein im Juli lagen sie bei 2,2 Milliarden Euro, ein R\u00fcckgang um 3 % gegen\u00fcber Juli 2025, auch infolge befristeter Senkungen zur Abfederung der gestiegenen Energiepreise.<\/p>\n<p>Warum Italien im Vergleich zu anderen EU-L\u00e4ndern zur\u00fcckbleibt<\/p>\n<p>Reichlin warnt, man solle \u201enicht \u00fcbertrieben \u00fcber den Wachstumswert jubeln\u201c.<\/p>\n<p>Im internationalen Umfeld sei die Verbesserung in der Europ\u00e4ischen Union \u201eziemlich breit angelegt\u201c, stellt er fest. Italien bleibe aber \u201ezusammen mit Deutschland und Frankreich das Schlusslicht\u201c.<\/p>\n<p>\u201eDas Wachstum etwa in Spanien ist h\u00f6her als unseres\u201c, so Reichlin. Die italienische Entwicklung sei \u201enicht besonders gl\u00e4nzend\u201c, zumal sie von Investitionen profitiere, die aus dem Aufbau- und Resilienzfonds PNRR finanziert werden.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung des Forschers liegt der R\u00fcckstand Italiens an einem historischen Faktor, der seit Ende der 1990er Jahre wirkt: die sehr niedrige Produktivit\u00e4t. Dieses Muster findet sich auch in anderen peripheren EU-Staaten.<\/p>\n<p>Ein Teil des st\u00e4rkeren Wachstums in Spanien h\u00e4ngt nach Reichlin zudem mit dem kr\u00e4ftigen Zustrom von Migrantinnen und Migranten zusammen, der die Besch\u00e4ftigung ankurbelt. Das sei ein verbreitetes Ph\u00e4nomen in den L\u00e4ndern S\u00fcdeuropas, von dem auch Italien profitiere. Zugleich betont der \u00d6konom, dass das Besch\u00e4ftigungswachstum \u201enicht stark genug ist, um das Problem der geringen Produktivit\u00e4t auszugleichen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eAlso mehr Arbeit, mehr Arbeitskr\u00e4fte, aber mit geringer Wertsch\u00f6pfung\u201c, erl\u00e4utert er.<\/p>\n<p>Ohne eine L\u00f6sung dieses Grundproblems sind nach Ansicht des Professors weder deutlich h\u00f6here L\u00f6hne noch mehr Wohlstand zu erwarten.<\/p>\n<p>Haushaltsgesetz 2027: Was sich \u00e4ndert<\/p>\n<p>Die h\u00f6heren Einnahmen, die in den ersten sieben Monaten des Jahres erzielt wurden, sind jedoch nicht automatisch zus\u00e4tzlich verf\u00fcgbare Mittel f\u00fcr das Haushaltsgesetz des kommenden Jahres.<\/p>\n<p>Entscheidend ist, welcher Teil des Steuerplus dauerhaft ist und somit neue Ma\u00dfnahmen auch in den Folgejahren finanzieren kann.<\/p>\n<p>Selbst wenn die Einnahmen besser laufen als erwartet, sollten wir uns laut Reichlin \u201ekeine Illusionen\u201c f\u00fcr den Haushalt 2027 machen. Um \u201edie \u00f6ffentlichen Finanzen in Ordnung zu halten, aus der Inflation herauszukommen und das Defizit unter Kontrolle zu behalten\u201c oder \u201edie Ausgaben zu erh\u00f6hen oder kostspielige Ma\u00dfnahmen zu ergreifen\u201c, reichen h\u00f6here Einnahmen allein nicht aus.<\/p>\n<p>Der Professor rechnet deshalb mit einem \u201esehr vorsichtigen Haushaltsgesetz\u201c, da die Spielr\u00e4ume sehr gering seien.<\/p>\n<p>Neben der Produktivit\u00e4t belastet auch \u201eeine sehr ung\u00fcnstige demografische Entwicklung\u201c das Wachstum, erkl\u00e4rt er.<\/p>\n<p>In Italien altert die Bev\u00f6lkerung, w\u00e4hrend die Geburtenzahl sinkt. Das wirkt sich \u00fcber das Rentensystem und auch \u00fcber das Gesundheitssystem direkt auf die \u00f6ffentlichen Finanzen aus und l\u00e4sst die Staatsausgaben von selbst steigen.<\/p>\n<p>Reichlin kommt zu dem Schluss, dass eine Senkung der Steuerlast \u201evor allem auf Arbeit und Unternehmen, wie es internationale Organisationen empfehlen\u201c, zwar positive Effekte h\u00e4tte. Gleichzeitig m\u00fcssten diese Ma\u00dfnahmen \u201edurch andere Einnahmequellen ausgeglichen werden, deren Herkunft derzeit unklar ist\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die italienische Wirtschaft k\u00f6nnte 2026 st\u00e4rker wachsen als bislang erwartet und sich einem Wachstum von rund ein Prozent&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":94793,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[21,22,3070,78,3808],"class_list":["post-94792","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-eu","tag-europaeische-union","tag-finanzierung","tag-italien","tag-italienische-wirtschaft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=94792"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/94792\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/94793"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=94792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=94792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=94792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}