{"id":95005,"date":"2026-09-09T03:11:15","date_gmt":"2026-09-09T03:11:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/95005\/"},"modified":"2026-09-09T03:11:15","modified_gmt":"2026-09-09T03:11:15","slug":"warum-die-eu-noch-immer-so-viel-fluessigerdgas-aus-russland-bezieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/95005\/","title":{"rendered":"Warum die EU noch immer so viel Fl\u00fcssigerdgas aus Russland bezieht"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/lng-tanker-hafen-zeebruegge-100.webp\" alt=\"Ein LNG-Tanker liegt beim LNG-Terminal im belgischen Hafen Zeebr\u00fcgge am Kai\" title=\"Ein LNG-Tanker liegt beim LNG-Terminal im belgischen Hafen Zeebr\u00fcgge am Kai | IMAGO \/ diebildwerft\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Warum gelangt weiter russisches Fl\u00fcssiggas in die Europ\u00e4ische Union? (3 Min)<\/p>\n<p class=\"topline\">Trotz Sanktionen<\/p>\n<p>\n                Stand: 09.09.2026 05:00 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\">Eigentlich will die Europ\u00e4ische Union im kommenden Jahr unabh\u00e4ngig von russischem Erdgas werden. Doch im Moment bezieht die EU weiter Gas aus Russland \u2013 in Milliardenh\u00f6he. MDR AKTUELL-H\u00f6rer J\u00fcrgen Erler hat sogar gelesen, die Europ\u00e4er w\u00fcrden das gesamte verf\u00fcgbare russische Fl\u00fcssigerdgas aufkaufen. Er fragt sich, ob da was dran ist.<\/p>\n<p class=\"textauthor\">von <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/autor-andre-seifert-mdr-aktuell-100.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Andr\u00e9 Seifert<\/a>, MDR AKTUELL<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/google-handy-100.webp\" alt=\"Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo\" title=\"Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo |  IMAGO \/ SOPA Images\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Nachrichten personalisieren<\/p>\n<p class=\"\"><a name=\"haelfte-europa-\">Zun\u00e4chst<\/a> einmal: Stimmt die Behauptung, Europa habe das gesamte russische Fl\u00fcssiggas aufgekauft? Nein, sagen Experten wie Andreas Fischer vom Institut der Deutschen Wirtschaft. &#8222;Es ist nicht so, dass das ganze russische LNG nach Europa verschifft wird, sondern es ist ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte.&#8220;<\/p>\n<p>        Es ist nicht so, dass das ganze russische LNG nach Europa verschifft wird, sondern es ist ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>                Andreas Fischer, Institut der Deutschen Wirtschaft<\/p>\n<p class=\"\">Das liege vor allem daran, dass es auch asiatische Kunden gibt, erkl\u00e4rt der Energiexperte Georg Zachmann vom Br\u00fcsseler Thinktank Bruegel. &#8222;Es gibt Exportterminals, die in Asien liegen, etwa in Sachalin. Die verkaufen ihr Fl\u00fcssigerdgas an asiatische Kunden wie Japan oder China. Deshalb ist die Aussage, Russland verkaufe sein gesamtes verfl\u00fcssigtes Erdgas an Europa definitiv nicht wahr.&#8220; Zachmann geht davon aus, dass knapp die H\u00e4lfte des russischen Fl\u00fcssigerdgases in asiatische L\u00e4nder exportiert wird.<\/p>\n<p>    Ende 2027 soll endg\u00fcltig Schluss sein<\/p>\n<p class=\"\"><a name=\"ende-gasimporte-russland-\">Das<\/a> hei\u00dft umgekehrt aber auch: Sehr viel russisches Gas gelangt aktuell noch in EU-L\u00e4nder \u2013 und zwar v\u00f6llig legal. Denn LNG-Importe per Schiff hatte die EU bis vor Kurzem nicht sanktioniert. Im Juni kamen 14 Prozent der europ\u00e4ischen Gasimporte als LNG aus Russland, vor allem \u00fcber das Jamal-Projekt im hohen Norden Russlands. Hauptimporteure waren Spanien, Frankreich und Belgien.<\/p>\n<p class=\"\">Nach Deutschland gelangt kein russisches LNG mehr \u2013 zumindest nicht direkt, sagt Georg Zachmann. &#8222;Allerdings importiert Deutschland \u00fcber Belgien und Frankreich nat\u00fcrlich auch Erdgas aus den entsprechenden Erdgasleitungen. Man kann davon ausgehen, dass dadurch auch ein paar russische Molek\u00fcle den Weg nach Deutschland finden.&#8220;<\/p>\n<p>        Man kann davon ausgehen, dass \u00fcber Belgien und Frankreich auch ein paar russische Molek\u00fcle den Weg nach Deutschland finden.<\/p>\n<p>                Georg Zachmann, Thinktank Bruegel<\/p>\n<p class=\"\">Allerdings ist absehbar, dass mit den russischen Erdgas-Importen Schluss sein wird. Die EU hat Anfang dieses Jahres den <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/deutschland\/wirtschaft\/eu-gas-russland-leuna-kritik-borkum-100.html\" title=\"Kritik an Import-Stopp f\u00fcr Gas aus Russland: &quot;H\u00e4tte mir Alternativen gew\u00fcnscht&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">schrittweisen Ausstieg<\/a> beschlossen. F\u00fcr bestehende langfristige Vertr\u00e4ge gelten noch \u00dcbergangsfristen: Ab Anfang 2027 darf kein Fl\u00fcssigerdgas mehr aus Russland importiert werden. Nur <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/ungarn-russland-energie-import-ende-abhaengigkeit-100.html\" title=\"Energieversorgung Ungarn: Ein Ende der Abh\u00e4ngigkeit von Russland?\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ungarn<\/a>, Griechenland und die Slowakei d\u00fcrfen noch bis Herbst 2027 Pipeline-Gas beziehen.<\/p>\n<p>    EU hat Abh\u00e4ngigkeit von Russland deutlich reduziert<\/p>\n<p class=\"\"><a name=\"abhaengigkeit-reduziert-\">Vieles<\/a> an den Meldungen, die der H\u00f6rer liest, ist also falsch oder verzerrt. Die Kernfrage bleibt aber: Wie ist es m\u00f6glich, dass Russland nach viereinhalb Jahren <a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/welt\/osteuropa\/politik\/thema-krieg-ukraine-russland-aktuelle-meldungen-hintergrund-100.html\" title=\"Krieg in der Ukraine: Der russische Angriffskrieg und die Folgen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krieg gegen die Ukraine<\/a> immer noch Energie in die EU liefert? Energie\u00f6konom Andreas Fischer meint: &#8222;Wir wollen weitm\u00f6glichst und schnellstm\u00f6glich aus russischen Lieferungen raus. Das ist allerdings unterschiedlich schwer. Bei Kohle war es noch relativ einfach, bei \u00d6l schon ein bisschen schwieriger und bei Gas war es entsprechend schwer, g\u00e4nzlich dort herauszukommen.&#8220;<\/p>\n<p>        Bei Kohle war es noch relativ einfach, bei \u00d6l schon ein bisschen schwieriger und bei Gas war es entsprechend schwer, g\u00e4nzlich dort herauszukommen.<\/p>\n<p>                Andreas Fischer<\/p>\n<p class=\"\">Trotzdem sind die EU-Staaten seiner Ansicht nach relativ zeitnah dazu \u00fcbergegangen, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck darauf zu verzichten. &#8222;LNG-Importe zeigen dabei eine gewisse L\u00fccke. Die ist aber von der EU insoweit geschlossen worden, als ab diesem und ab dem n\u00e4chsten Jahr keine weiteren Vertr\u00e4ge f\u00fcr LNG-Import aus Russland mehr abgeschlossen werden sollen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Zur Wahrheit geh\u00f6re aber auch, dass sich die EU schon sehr stark von russischer Energie gel\u00f6st hat, betonen die Experten. 2025 kamen nur noch rund 36 Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland. Das klingt viel, es waren aber nur noch 12 Prozent der gesamten EU-Gasimporte. Vor dem Krieg lag der Anteil bei 50 Prozent. Russische Kohle spielt dagegen keine Rolle mehr. Beim \u00d6l lag der russische Anteil zuletzt bei gut zwei Prozent.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Warum gelangt weiter russisches Fl\u00fcssiggas in die Europ\u00e4ische Union? 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