{"id":95059,"date":"2026-09-09T05:24:10","date_gmt":"2026-09-09T05:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/95059\/"},"modified":"2026-09-09T05:24:10","modified_gmt":"2026-09-09T05:24:10","slug":"35-prozent-so-viel-co2-importiert-die-eu-heimlich-aus-dem-ausland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/95059\/","title":{"rendered":"35 Prozent: So viel CO2 importiert die EU heimlich aus dem Ausland"},"content":{"rendered":"<p>\n         Zuerst ver\u00f6ffentlicht am<br \/>\n            09\/09\/2026 &#8211; 7:15 MESZ\n            <\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union unternimmt gro\u00dfe Anstrengungen, um ihre Emissionen im eigenen Gebiet zu senken. Dennoch entstand im Jahr 2023 rund 35 Prozent ihres CO2-Fu\u00dfabdrucks im Ausland, wie aus Daten der European Climate Foundation (ECF) und der Klimaberatung Mati\u00e8re hervorgeht.<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>          <img decoding=\"async\" class=\"c-ad__placeholder__logo\" src=\"https:\/\/static.euronews.com\/website\/images\/logos\/logo-euronews-stacked-outlined-72x72-grey-9.svg\" width=\"72\" height=\"72\" alt=\"\" loading=\"lazy\"\/><br \/>\n          WERBUNG<\/p>\n<p>Die Zahlen zeigen zudem ein gr\u00f6\u00dferes Bild: Inzwischen h\u00e4ngt mehr als ein F\u00fcnftel der weltweiten Treibhausgasemissionen mit dem globalen Handel zusammen. F\u00fcr Br\u00fcssel entsteht daraus ein politisches Dilemma. Die EU steckt Milliarden in die Dekarbonisierung von Fabriken, Kraftwerken und der Autoindustrie, kauft aber weiterhin in gro\u00dfem Stil Waren ein, deren Herstellung im Ausland erhebliche Mengen CO2 verursacht.<\/p>\n<p>Wo Importe am st\u00e4rksten zu Buche schlagen<\/p>\n<p>Der neu vorgestellte<a href=\"https:\/\/emissions.netzerotrade.org\/?sel=EU27\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer nofollow noopener\"> Traded Emissions Tracker<\/a> liefert dazu erstmals detaillierte L\u00e4ndervergleiche. In Irland, Schweden, \u00d6sterreich, Zypern, Malta und Spanien machten Importe 2023 mehr als 40 Prozent des jeweiligen nationalen CO2-Fu\u00dfabdrucks aus \u2013 wohlgemerkt ohne den Handel innerhalb der EU mitzurechnen. Das Instrument wertet Daten aus 45 gro\u00dfen Volkswirtschaften \u00fcber den Zeitraum von 2010 bis 2023 aus und zeigt einen klaren Trend: Handelsbedingte Emissionen wachsen schneller als die weltweiten Emissionen insgesamt. Zwischen 1995 und 2023 hat sich ihr Anteil um zehn Prozentpunkte erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>China als Schl\u00fcssel zur L\u00f6sung<\/p>\n<p>Der Bericht von ECF und Mati\u00e8re kommt zu einem bemerkenswerten Schluss: Die gr\u00f6\u00dften Einsparungen lie\u00dfen sich nicht durch sch\u00e4rfere Grenzkontrollen erzielen, sondern durch engere Zusammenarbeit mit wichtigen Handelspartnern wie China, etwa \u00fcber gemeinsame Produktstandards.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis zwischen EU und China dreht sich dabei l\u00e4ngst nicht mehr nur um Europas Abh\u00e4ngigkeit von chinesischen Solarmodulen, Batterien, Elektroautos, Maschinen oder kritischen Rohstoffen. Es geht ebenso um das CO2, das in den Lieferketten steckt und den europ\u00e4ischen Konsum erst m\u00f6glich macht. W\u00fcrden EU und China ihre Klimaanforderungen an Produkte angleichen, lie\u00dfen sich laut Bericht Handelsstr\u00f6me beeinflussen, auf die rund sieben Prozent der weltweiten Emissionen entfallen.<\/p>\n<p>&#8222;Die internationale Zusammenarbeit d\u00fcrfte das gr\u00f6\u00dfte Potenzial bieten, um handelsbedingte Emissionen zu senken&#8220;, erkl\u00e4rten ECF und Mati\u00e8re. Die EU k\u00f6nne ihre Handelspartner bei der Dekarbonisierung ihrer Produktion unterst\u00fctzen und gemeinsam mit anderen gro\u00dfen Volkswirtschaften Umweltstandards festlegen.<\/p>\n<p>Wie gro\u00df das Gewicht Chinas dabei ist, zeigen Zahlen der Europ\u00e4ischen Kommission: 2023 entfielen auf China 27,2 Prozent der weltweiten verbrauchsbedingten Treibhausgasemissionen, auf die EU dagegen nur 7,8 Prozent. Gleichzeitig ist die enorme Nachfrage der EU nach chinesischen Produkten mitverantwortlich daf\u00fcr, dass das Handelsdefizit zwischen beiden Bl\u00f6cken laut Kommission auf rund eine Milliarde Euro pro Tag angewachsen ist. Br\u00fcssel versucht derzeit gleich auf zwei Ebenen gegenzusteuern: Man will die eigene Nachfrage d\u00e4mpfen und chinesisches Preisdumping eind\u00e4mmen. Beide Themen d\u00fcrften auch bei einem offiziellen Besuch in Peking im Oktober zur Sprache kommen, bei dem es um die Handelsungleichgewichte gehen soll.<\/p>\n<p>Forderung: R\u00fcckverlagerung von Produktion nach Europa erleichtern<\/p>\n<p>Eine klimapolitische Angleichung mit wichtigen Handelspartnern k\u00f6nnte laut Traded Emissions Tracker wirkungsvoller sein als eine reine Kontrolle des CO2-Gehalts einzelner Importe an der Grenze. Als Alternative schlagen die Autoren vor, EU-Gesetzgeber sollten die R\u00fcckverlagerung von Produktion nach Europa erleichtern.<\/p>\n<p>Der Bericht warnt allerdings vor einem Trugschluss: R\u00fcckverlagerung ist nicht automatisch gut f\u00fcrs Klima. Ist die Produktion in Europa selbst CO2-intensiv, verschiebt eine Standortverlegung die Emissionen lediglich geografisch, ohne sie tats\u00e4chlich zu senken.<\/p>\n<p>Erste Schritte, aber noch keine nationalen Klimaziele<\/p>\n<p>Die EU hat bereits reagiert und Instrumente geschaffen, um importierte Emissionen einzupreisen. Der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (Carbon Border Adjustment Mechanism, CBAM) belegt bestimmte Importe inzwischen mit einem CO2-Preis. Ab dem 30. Dezember 2027 tritt zudem das EU-Entwaldungsgesetz in Kraft: Es verbietet die Einfuhr von Rohstoffen wie Rindern, Kakao, Kaffee, \u00d6lpalmen, Kautschuk, Soja und Holz, wenn deren Gewinnung zur Entwaldung oder Sch\u00e4digung von W\u00e4ldern beigetragen hat.<\/p>\n<p>&#8222;CBAM und die EU-Entwaldungsverordnung k\u00f6nnen zwar helfen, den CO2-Gehalt st\u00e4rker im Handel zu ber\u00fccksichtigen&#8220;, erkl\u00e4rten ECF und Mati\u00e8re, &#8222;doch f\u00fcr echten Fortschritt braucht es eine deutlich umfassendere Zusammenarbeit mit den Handelspartnern.&#8220; Bislang hat noch kein Land offiziell ein eigenes Ziel zur Verringerung importierter Emissionen festgelegt. Frankreich, D\u00e4nemark und die Niederlande gehen jedoch erste Schritte in diese Richtung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zuerst ver\u00f6ffentlicht am 09\/09\/2026 &#8211; 7:15 MESZ Die Europ\u00e4ische Union unternimmt gro\u00dfe Anstrengungen, um ihre Emissionen im eigenen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":95060,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[1322,21,492,22,2277],"class_list":["post-95059","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-eu","tag-entwaldung","tag-eu","tag-eu-politik","tag-europaeische-union","tag-klimawandel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95059","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=95059"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/95059\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media\/95060"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=95059"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=95059"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=95059"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}