{"id":95374,"date":"2026-09-09T13:00:40","date_gmt":"2026-09-09T13:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/95374\/"},"modified":"2026-09-09T13:00:40","modified_gmt":"2026-09-09T13:00:40","slug":"botschaft-an-trump-eu-baut-zusammenarbeit-mit-groenland-aus-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/95374\/","title":{"rendered":"Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Gr\u00f6nland aus"},"content":{"rendered":"<p>&#13;<br \/>\n            Nuuk. Die EU baut ihre Zusammenarbeit mit Gr\u00f6nland ungeachtet der Kontrollanspr\u00fcche von US-Pr\u00e4sident Donald Trump deutlich aus. EU-Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen unterzeichnete am Montag bei einem Besuch auf der rohstoffreichen Arktisinsel eine Erkl\u00e4rung zur Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Gr\u00f6nland. Zudem k\u00fcndigte sie ein neues 200 Millionen Euro schweres Investitionspaket an. <\/p>\n<p>Das Geld soll in diesem und im n\u00e4chsten Jahr investiert werden und unter anderem die Erschlie\u00dfung kritischer Rohstoffe sowie den Ausbau von sicheren Internetverbindungen \u00fcber Satelliten und Unterseekabel voranbringen. Einen Teil der Mittel soll die gr\u00f6nl\u00e4ndische Regierung zudem nutzen k\u00f6nnen, um ihre Verwaltungskapazit\u00e4ten auszubauen. Gr\u00f6nland geh\u00f6rt zwar zum K\u00f6nigreich D\u00e4nemark, ist aber weitgehend autonom und nicht Teil der EU.\u00a0 <\/p>\n<p>          &#13;<br \/>\n            EU betont Selbstbestimmungsrecht <\/p>\n<p>Laut der Erkl\u00e4rung soll au\u00dferdem k\u00fcnftig auch bei der Cybersicherheit, dem Schutz kritischer Infrastruktur und dem Kampf gegen hybride Bedrohungen enger zusammengearbeitet werden. Zu letzteren werden etwa auch Desinformationskampagnen und andere Versuche der Einflussnahme von au\u00dfen gerechnet. <\/p>\n<p>Unter der kritischen Infrastruktur versteht man all jene Bereiche, deren Beeintr\u00e4chtigung oder Ausfall zu Versorgungsengp\u00e4ssen, St\u00f6rungen der \u00f6ffentlichen Sicherheit und weiteren dramatischen Folgen f\u00fchren kann. Dazu geh\u00f6ren neben Energie, Transport und Verkehr auch Wasser und Ern\u00e4hrung, das Finanz- und Versicherungswesen, Staat und Verwaltung sowie Medien. <\/p>\n<p lang=\"en\" dir=\"ltr\">Greenland\u2019s stunning landscapes and natural beauty will stay with me for a long time.<\/p>\n<p>But so will the visible scars of climate change on the ice sheet.<\/p>\n<p>As the ice melts, a new reality is taking shape.<\/p>\n<p>New trade routes, new security risks, new environmental concerns.<\/p>\n<p>Europe\u2026 <a href=\"https:\/\/t.co\/H3n5Na3dFX\" rel=\"nofollow\">pic.twitter.com\/H3n5Na3dFX<\/a><\/p>\n<p>\u2014 Ursula von der Leyen (@vonderleyen) <a href=\"https:\/\/x.com\/vonderleyen\/status\/2096672955971318004?ref_src=twsrc%5Etfw\" rel=\"nofollow\">September 6, 2026<\/a><\/p>\n<p>Von der Leyen bezeichnete Gr\u00f6nland bei ihrem Besuch als strategischen Verb\u00fcndeten und als ein gesch\u00e4tztes Mitglied der \u201eerweiterten europ\u00e4ischen Familie\u201c. Die neue Erkl\u00e4rung zur Zusammenarbeit spiegele Gr\u00f6nlands Entscheidung wider, die Beziehungen zur Europ\u00e4ischen Union zu st\u00e4rken sowie Europas Entscheidung, in Gr\u00f6nland und der Arktis st\u00e4rker pr\u00e4sent zu sein, sich st\u00e4rker zu engagieren und mehr zu investieren. \u201eWir teilen eine gemeinsame Zukunft\u201c, sagte von der Leyen. <\/p>\n<p>Die Deutsche betonte bei ihrem Besuch zugleich das Selbstbestimmungsrecht der Menschen und warnte Trump vor einer Annexion der Insel. \u201e\u00dcber die Zukunft Gr\u00f6nlands entscheiden die Menschen in Gr\u00f6nland und D\u00e4nemark. Niemand sonst\u201c, sagte sie. <\/p>\n<p>Trump will Gr\u00f6nland f\u00fcr die USA <\/p>\n<p>Eine Reaktion Trumps auf den Besuch von der Leyens gab es zun\u00e4chst nicht. Der US-Pr\u00e4sident hatte zuletzt wiederholt deutlich gemacht, dass die USA weiter Anspr\u00fcche auf Gr\u00f6nland erheben. Schon 2019 hatte US-Pr\u00e4sident Donald Trump von einem m\u00f6glichen Kauf der Insel gesprochen &#8211; damals hatten das in D\u00e4nemark und Gr\u00f6nland viele f\u00fcr einen Scherz gehalten. Doch noch vor Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump das Thema wieder auf den Tisch gebracht und den Druck seitdem stetig erh\u00f6ht.\u00a0 <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/US-Praesident-Donald-Trump-will-Groenland-unter-die-1392664.jpg\" title=\"Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Gr\u00f6nland aus \" alt=\"US-Pr\u00e4sident Donald Trump will Gr\u00f6nland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen. (Archivbild)\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump will Gr\u00f6nland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen. (Archivbild) &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Julia Demaree Nikhinson\/AP\/dpa<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Trump argumentiert dabei, dass D\u00e4nemark die gr\u00f6\u00dfte Insel der Welt nicht vor Russland und China sch\u00fctzen k\u00f6nne. Zudem ist das Territorium mit gerade einmal knapp 57.000 Einwohnern auch wegen seiner umfassenden Vorkommen an kritischen Rohstoffen interessant. <\/p>\n<p>Bei den Gr\u00f6nl\u00e4nderinnen und Gr\u00f6nl\u00e4ndern sto\u00dfen die Pl\u00e4ne auf gro\u00dfe Besorgnis und \u00fcberwiegende Ablehnung. Die Inselbewohner wollen auf keinen Fall in eine neue Abh\u00e4ngigkeit geraten und suchen deshalb trotz des komplizierten Verh\u00e4ltnisses zu D\u00e4nemark den Schulterschluss nicht nur mit dem fr\u00fcheren Kolonialherren, sondern auch mit weiteren Partnern, darunter der EU. \u201eWir stehen vor neuen Herausforderungen, die wir nicht alleine bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen\u201c, sagte der gr\u00f6nl\u00e4ndische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bei von der Leyens Besuch. <\/p>\n<p>Trump hatte zuletzt im Juli Kontrollanspr\u00fcche auf Gr\u00f6nland erneuert und sie auch mit der derzeit laufenden \u00dcberpr\u00fcfung der US-Truppenpr\u00e4senz in Europa in Zusammenhang gebracht. Demnach k\u00f6nnten die USA ihren Beitrag zur Abschreckung Russlands herunterfahren, wenn f\u00fcr sie keine gute Vereinbarung zur Zukunft Gr\u00f6nlands zustande kommt. <\/p>\n<p>Zukunft von Rutte-Deal ist unklar <\/p>\n<p>Unklar blieb damit zuletzt, ob sich Trump noch an eine im Januar von Nato-Generalsekret\u00e4r Mark Rutte vermittelte Absprache gebunden sieht. Diese hatte eigentlich vorgesehen, die Sicherheit in der Arktis durch das gemeinsame Handeln der Alliierten zu gew\u00e4hrleisten, insbesondere durch das der sieben arktischen Alliierten USA, Kanada, D\u00e4nemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island. <\/p>\n<p>Angaben aus Nato-Kreisen zufolge sollen die USA zudem ihre Milit\u00e4rpr\u00e4senz auf Gr\u00f6nland ausweiten d\u00fcrfen und m\u00f6glicherweise auch ein Mitentscheidungsrecht \u00fcber bestimmte Investitionen bekommen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/In-Qoornoq-wurden-die-Gaeste-von-Einheimischen-mit-einer-1392663.jpg\" title=\"Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Gr\u00f6nland aus \" alt=\"In Qoornoq wurden die G\u00e4ste von Einheimischen mit einer Fahne Gr\u00f6nlands begr\u00fc\u00dft.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>In Qoornoq wurden die G\u00e4ste von Einheimischen mit einer Fahne Gr\u00f6nlands begr\u00fc\u00dft. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Mads Claus Rasmussen\/Ritzau Scanpix\/dpa<\/p>\n<p>D\u00e4nemark schlie\u00dft einen Verkauf Gr\u00f6nlands an die USA bislang kategorisch aus. Regierungschefin Mette Frederiksen sagt immer wieder: \u201eGr\u00f6nland steht nat\u00fcrlich nicht zum Verkauf.\u201c Sie wolle das K\u00f6nigreich D\u00e4nemark verteidigen. Seinen bisherigen H\u00f6hepunkt hatte der Konflikt um Gr\u00f6nland Anfang des Jahres. Damals hatte Trump Strafz\u00f6lle gegen Deutschland und andere europ\u00e4ische L\u00e4nder abgek\u00fcndigt, falls diese einem Verkauf der Insel an die USA nicht zustimmen sollten. <\/p>\n<p>Frederiksen begleitete von der Leyen jetzt auch demonstrativ bei deren Gr\u00f6nlandbesuch und Gespr\u00e4chen mit dem gr\u00f6nl\u00e4ndischen Ministerpr\u00e4sidenten Nielsen. Bereits am Sonntag hatten die drei Spitzenpolitiker eine Bootstour in die arktische Landschaft unternommen und ein nach Gr\u00f6nland entsandtes Patrouillenschiff der d\u00e4nischen Streitkr\u00e4fte besichtigt. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\"   src=\"https:\/\/www.europesays.com\/europa\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/Neben-der-Schifffahrt-durch-die-arktische-Landschaft-stand-1392662.jpg\" title=\"Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Gr\u00f6nland aus \" alt=\"Neben der Schifffahrt durch die arktische Landschaft stand auch der Besuch auf einem Patrouillenschiff der d\u00e4nischen Streitkr\u00e4fte auf dem Programm.\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p>Neben der Schifffahrt durch die arktische Landschaft stand auch der Besuch auf einem Patrouillenschiff der d\u00e4nischen Streitkr\u00e4fte auf dem Programm. &#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\tFoto: Mads Claus Rasmussen\/Ritzau Scanpix Foto\/AP\/dpa<\/p>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"&#13; Nuuk. 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