Kanada und China wollen enger zusammenarbeiten. Laut ORF hat Kanadas Premier Mark Carney bei einem Treffen mit Xi Jinping eine strategische Partnerschaft und ein Handelsabkommen bestätigt – ausdrücklich vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit den USA.

Mich interessiert eure Meinung dazu aus österreichischer bzw. EU-Sicht:

Sollten Österreich und/oder die EU ihre Beziehungen zu China bzw. Asien ebenfalls ausbauen – nicht ideologisch, sondern rein taktisch, als Absicherung gegenüber den USA und möglichen politischen oder wirtschaftlichen Verwerfungen (Stichwort Trump)?

Mich interessiert wirklich die strategische Ebene:

  • wirtschaftliche Diversifizierung
  • geopolitisches Gleichgewicht
  • oder lieber klare Westbindung, egal was in den USA passiert?

(Quelle zB: https://orf.at/stories/3417331/)




springdiwan

11 comments
  1. Weniger Abhängigkeit ist wichtig.

    Sich deswegen jetzt aber strategisch an China anzunähern halte ich gelinde gesagt für problematisch.

    Die größte Freihandelszone der Welt MERCOSUR wurde gerade erst beschlossen – mit einem klaren Bekenntnis zu liberalen, demokratischen Werten. Da liegt eine Menge Potential.

  2. Wenn wir uns dabei nicht als Vasall sondern ebenbürtiger Partner da hin bewegen, absolut. Man soll halt nicht eine Abhängigkeit mit einer anderen austauschen, aber wenn der Bündnispartner Übersee solche Mätzchen macht, dann muss man sich eben nach zuverlässigeren Partnern die rational handeln umschauen.

  3. So sehr ich die kanadische Reaktion auf die us-amerikanische Aggression verstehen kann, halte ich es für falsch sich deshalb so sehr an China zu binden – die EU sollte schauen so viel wie möglich in der Union zu fertigen/zu haben um sich so selbst zu stärken und unabhängiger zu sein.

  4. Man müsste es auf jeden Fall taktisch machen.

    Wenn die USA es tatsächlich schafft europäische Importe zu reduzieren dann müssen wir aufpassen, das unsere Handelsbilanz mit Niedrig-Lohn-Ländern nicht aus dem Ruder gerät. Deutsche Autos werden das nämlich nicht mehr lange ausgleichen.

  5. Wirtschaftliche Annäherung wäre keine schlechte Idee, dafür müsste die EU aber genug Eier in der Hose haben um sich nicht gleichzeitig abhängig bzw. erpressbar zu machen.

    Sicherheitstechnisch sollte China aber weiter als Kontrahent behandelt werden. China fährt geopolitisch auf der selben Schiene wie Trump: Ich, Ich, Ich, der Rest kann scheißen gehen.

  6. Ja, China ist der verlässlichere Partner und auch wirtschaftlich wertvoller.

  7. Ja aber mit Hirn.

    Kurzfristig brauchen wir Alternativen für viele Produkte, die wohl nur China kompensieren kann.

    Mittel- bis Langfristig sollten wir viele Dinge aber selber in die Hand nehmen und in der EU herstellen.

    Das reicht von Medikamenten, Software/Social Media, Cloud Ressourcen, bishin zu Seltenen Erden und vielem mehr. Schauen, dass wir uns nicht von einer in die nächste Abhängigkeit begeben, wär a G’schicht.

  8. Auf strategischer Ebene müssen wir das genaue Gegenteil tun. Weg davon von China abhängig zu sein. Europa muss wieder lernen selbständig zu werden. Ich rede hier überhaupt nicht von Isolationismus. Aber im Moment würde Europa kollabieren wenn China beschließt uns nicht mehr zu beliefern.

  9. Das hätte ich bei Grönland sofort gemacht. Treffen mit Xi in Grönland. Dann stell ich mich vor die Kameras und sage, China will Grönland auch kaufen. Mal schauen wer mehr bezahlt. China gibt uns dafür sicherlich mehr weil sie damit dann endlich auch einen direkten Zugang zur Arktis haben. Sind ja jetzt nur Arktisnahe, nach eigener Bezeichnung.

    Aber das bekommt man ja nie hin. In Europa hat man immer noch nicht verstanden, dass es so nicht weitergeht. Ich meine, jetzt kommen sogar schon verbündete und behandeln einem wie irgendeinen Lakaien. Also an was hält man da noch fest? Man will es halt nicht wahrhaben, ist aber leider so. Gefällt mir nicht aber ich muss handeln ob ich will oder nicht. Man hat halt viel zu viel Angst die USA springen bei der Ukraine ab – dann muss ich halt hochrüsten und selbst in der Ukraine mehr machen. Nur das versteht ja wieder der Wähler nicht und man hat Angst noch mehr Stimmen an die rechten Parteien zu verlieren.

    Ich fürchte das wird so weitergehen wie bisher. Aus Angst vor allem und jedem macht man nichts und lässt sich Stück für Stück mehr herumstoßen und ausnutzen.

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