
Ich wollte eine Diskussion anstoßen. Wie beobachtet ihr das in eurem Umfeld? Ich muss schon sagen ich sehe sehr viele junge Leute, die einerseits sich sehr für die Umwelt einsetzen (zumindest sagen sie das) gleichzeitig sind sie gefühlt aber ständig verreist. Also außereuropäisch verreist, sodass sie fliegen müssen.
Persönlich und anekdotisch teile ich die Aussage aus dem ZIB Posting.
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fritz_futtermann
33 comments
Ja die haben halt das schlechteste Gewissen wenn’s viel fliegen.
Deckt sich schon mit meinen subjektiven Empfindungen von solchen Menschen. Klassischer Urlaub auf Bali damit man mal Pause hat von den ganzen Demos.
Klimawandel ist eine strukturelle Herausforderung und auch wenn einzelne Konsumentscheidungen die Situation marginal ändern können, sollte man sich nicht drauf versteifen, dass junge Leute manchmal ins Flugzeug steigen.
Ich seh den Handlungsbedarf eher bei großen Unternehmen und Regierungen als bei Einzelpersonen. Ob ich fliege oder nicht hat wenig Einfluss im Vergleich zu z.B. einem Kohlekraftwerk.
Ich stell mir da immer die frage: warum muss der Einzelne einbußen wenn die großen Firmen den meisten Schaden machen? Ja jeder muss was beitragen schon klar, aber ich allein werd nicht die Welt retten und deswegen werd ichs mir auch nicht nehmen lassen in den Urlaub zu fliegen.
Persönlich und anektdotisch teile ich die Aussage nicht: am meisten fliegt mein Kollege, der Elektroautos und Windräder hasst.
Über Pfingsten Donnerstag bis Montag nach Südafrika: ✅
1/10 bait aber was erwartet man sich von nem User mit versteckter Account History
Weil Umweltbewusste Menschen oft aus privilegierten Familien stammen ODER recht hoch akademisch gebildet sind und dadurch mehr Geld zum Fliegen haben. Sind warhscheinlich auch die Sorte Menschen die meinen dass es unethisch sei, Kinder zu kriegen. Ergo mehr Geld zum Reisen.
Mal ganz naiv gedacht;
Menschen am Land verdienen oft schlechter, haben keinen Flughafen in der Nähe, haben vielleicht sogar Angst vorm Fliegen, sind oft keine Fans von Klimaschutz.
Menschen in der Stadt verdienen oft mehr, haben Flughafen in der Nähe, sind öfter Fans vom Klimaschutz.
Hat man mehr Kohle und einfacher die Möglichkeit, ist so ein Bali Urlaub halt auch interessanter als das 17. mal Lignano.
Kann man noch weiter spinnen und (politische) Bildung mit in die Gleichung aufnehmen – könnt möglicherweise auch ein Zusammenhang bestehen.
Lauter reiche scheinheilige Scheißer

Ich finds gut, wenn der Einzelne da an den Pranger gestellt wird, anstatt der Konzerne. Die können ja jetzt wirklich nix dafür und wollen nur Geld verdienen.
Könnte auch an einer Korrelation aus höherem Einkommen / Bildung, deshalb mehr Bewusstsein für die Klimakrise und mehr Reisetätigkeit, weil man es sich leisten kann sein.
Gibt aber sicher viele Dinge, von denen man weiß, dass sie nicht gut sind und trotzdem wird es gemacht. Stichwort Rauchen, Alkohol, Leberkässemmel. Also das übliche Wasser predigen und Wein trinken.
Zeigt nur wieder, dass die Krise systemisch gelöst werden muss und nicht auf das Individuum abgewälzt werden kann.
https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep1023.pdf
Also laut der Studie, sind von den „progressiven reichen“ drei Prozentpunkte mehr als bei „konservativen reichen“ in den letzten 12 Monaten geflogen. Würde behaupten, das ist vor allem eine Frage des Geldes: reiche fliegen mehr als arme, und progressive reiche interessieren sich mehr fürs klima.
(Ich fliege privat alle paar jahre mal, und halt ab und an muss ich von der Arbeit aus…)
Klassiker. Weil “man ja eh was fürs Klima tut”, hat man sein Gewissen beruhigt. Da “darf man dann schon mal auf Urlaub fliegen”.
Ich weiß gerade nicht, wie der Effekt in der Psychologie heißt. Aber der ist wohl bekannt.
meiner Erfahrung nach sind viele davon eher Hobby/Trend/Lifestyle-Aktivisten, die zwar ihre Einstellung so beschreiben, dann aber wenig Rückschlüsse auf ihr eigenes Leben ziehen. In meinem Umfeld sind viele Leute die in irgendeinem naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten, Landschafts/- Umwelt/- Artenschutz oder dgl.
Die allermeisten von denen bewegen sich bei Reisen am Boden, mit Zug oder Fahrrad und überlegen sich auch sonst, wie sie ihr Leben tiefgreifend so gestalten können, dass sie eben nicht selbst alles repräsentieren, was sie kritisieren. Ich weiß dass das vielleicht keine repräsentative Gruppe ist aber es geht ja hier um die persönliches und anekdotisches.
Das hört sich auch voll nach gatekeeping an, ist mir bewusst. Aber es ist nunmal sehr frustrierend, wenn du eine riesen Menge an Leuten hast, die theoretisch deine Einstellung und deinen Aktivismus teilen, aber eigentlich nur zum Schein und oberflächlich und damit extrem viel Angriffsfläche und Widersprüche für alle liefern, die immer schon jeden kleinen Schwachpunkt gesucht haben, um alles zu delegitimieren, wofür du stehst.
mich würd die studie interessieren die dahinter steckt. mir scheint als wär da was vereinfacht dargestellt, leute die sich flugreisen weniger leisten können interessiert das klima meist nicht. Von den vielfliegern die ich kenne hat keiner ein schlechtes gewissen wegen dem klima.
Nebenbei ist der “[Co2 Fußabruck](https://de.wikipedia.org/wiki/CO2-Bilanz#Aussagekraft)” eine erfindung des Ölkonzern Bp aus dem Jahr 2004 um den Fokus auf das Individuum zu lenken, weg vom “unschuldigen” Großkonzern.
Klimaschutzprobleme sind Systematisch, nicht Individuell. Was der ORF da verbreitet ist klassische [Propagandatechniken der fossilen Lobby](https://en.wikipedia.org/wiki/Individual_action_on_climate_change#Controversies_around_significance).
Einzelpersonen haben auf dieses Problem genausowenig Einfluss wie ein Flugzeug den Wind oder die Wetterlage beeinflusst oder ein Fisch einen Tsunami. Die Klimakrise ist ein politisches Problem, also Bedarf es an Aktivismus. Eine Chemotherapie zerstört auch mehr gesunde als kranke Zellen.
Ich bin seit den Lockdowns nur mehr einmal geflogen, und das war ein Business-Trip nach Berlin. Das habe ich auch nur gemacht, weil die Alternative mit dem Nachtzug eine ziemlich teure Zumutung ist.
Glaub die beiden dinge treffen oft auf wohlhabendere leute zu
Weil die Regeln halt immer nur für andere gelten.
Die bösen Konzerne sollen halt keine Flugtickets anbieten und die dummen Leute sollen halt nicht fliegen. Bei mir ist das einfach was anderes, weiiiiil…
Der Umwelt zuliebe ein eAuto kaufen aber 2x pro Jahr Langstrecke fliegen in den Urlaub.
Kenne ich aus meinem direkt Umfeld 3 Personen.
Ist aber nur anekdotische Evidenz.
Wer privat viel fliegt braucht Geld. Geld haben meist die, die besser gebildet sind. Besser gebildete unterstützen eher Klimaschutz.
Bin selbst in der Kategorie. Sehe da keinen Widerspruch. Mein privates Verhalten wird die Welt nicht ändern. CO2 muss eingepreist werden, dann ändert sich auch unser Verhalten. Solange der Flug billiger ist als der Zug kann sich nichts ändern.
Man kann Klimaschutz wichtig finden und trotzdem fliegen. Die private Fliegerei mit 2 Flügen pro Jahr macht selbst hochgerechnet wenig aus
Meine Theorie:
Menschen, denen Klimaschutz wichtig ist, vermeiden eher Flugreisen auf Strecken, die klimafreundlicher zu bewältigen sind. Menschen, denen Klimaschutz wichtig ist, halte ich gleichzeitig aber für offener und interessierter an der Welt, sodass sie eher Interkontinentalflüge machen.
Ergo: Statt eines Fluges nach Mallorca entweder bodengebunden ans Meer oder gleich mit dem Flugzeug nach (Süd-)Ostasien.
Ich kanns aus meinem Umfeld nur bestätigen. Die Leute die Grün wählen und auf Demos gehen, haben sau viel Geld und fliegen regelmäßig nach Tailand und sonst wo hin. Mit ein oder zwei Ausnahmen, sind die die sich besonders für die Armen einsetzen die, die am wenigsten Berührungspunkte mit Armut haben. Daraus ergeben sich aber spannende Diskurse! 🙂
Das Problem ist halt auch, dass fliegen so billig ist. Flüge Wien – London sind tlw unter 50€ zu haben. Noch einmal: Fünfzig Euro für eine Flugreise! Und das bei den Emissionen und dem Aufwand. Ohne Subventionen wär das eh nicht finanzierbar.
Da ist dann klar, dass die Leute schnell einmal irgendwo hinfliegen und sich andere umwelt-/ klimafreundlichere Optionen wie die Eisenbahn weniger attraktiv sind.
Kann nur von mir sprechen, fliege zurzeit aus beruflichen Gründen einmal in der Woche in die Schweiz und bin dafür letztes Jahr nur “5000km” anstatt ca. 15.000km mit dem Auto gefahren. Meine Bilanz ist aber dadurch nicht besser oder gleich geworden, umgerechnet bin ich so viel geflogen wie jemand der 80-100k km mit dem Auto fährt im Jahr.
In einigen Kollektivverträgrn gibts eine Regelung: wenn statt Flug mit Zug gereist wird, darf man 1. Klasse fahren.
Find ich fair. Zeit gegen Komfort.
Weil reiche Menschen sich keine Sorgen um ihr tägliches dasein machen müssen. Daher hat man Kapazitäten um sich Gedanken um die Welt zu machen.
Wenn du schon Anfang des Monats überlegen musst, wie dir am Ende des Monats genug Geld zum Essen bleibt, werden dir irgendwelche Klimaveränderungen, die in den nächsten Jahrzehnten eintreten in erster Linie ziemlich wurscht sein. Und Fliegen tut man dann halt auch nicht.
Es sind ja die reichsten, die es sich leisten können, ein Umweltbewusstes lifestyle zu leben (in der Regel)
Funny, in my opinion the ones that voice how they were such climate defenders would be also the ones worse at recycling when it was inconvenient for them and also definitely the first ones to take Ryanair and cheap fashion
Stimmt bei mir empirisch nicht.
Ich besitze kein Auto (wohn am Land übrigens! Aber öffentlich gut angebunden) und hab in den letzten 6 Jahren exakt 3 Flüge gemacht (1-mal ein Hin und Rückflug nach Norddeutschland; 1-mal ein Hinflug nach Rom. Und zu dem Romflug wurde ich von einem faulen und nicht sehr umweltbewussten Reisebegleiter ‘gezwungen’, das hätte ich selber nie gemacht)
Gilt auch für meine meisten ‘umweltbewussten’ Freunde in der Größenordnung
Leute, denen Umwelt egaler ist, fliegen hingegen munter in der Welt herum.
Würd ich jetzt anekdotisch aus meinem Umfeld sagen
Irrelevant. Es geht um den gesamten CO2-Fußabdruck.