Düsseldorf, 28. Mai (Reuters) – Der Energiekonzern Uniper hat mit Blick auf den Winter mehr Tempo beim Befüllen der Gasspeicher gefordert. “Die Füllstände steigen nun seit März, aber es geht trotzdem viel zu langsam”, kritisierte Vorstandschef Michael Lewis in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung”. “Falls wir die Gasspeicher nicht rasch füllen, bekommen wir ein Problem im nächsten Winter.” Uniper betreibt selbst Gasspeicher. Der Konzern hat bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung des Erdgasspeichers im bayerischen Breitbrunn beantragt, da er sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet.

Nach Zahlen von Gas Infrastructure Europe sind die Gasspeicher hierzulande derzeit zu 30,64 Prozent gefüllt. Vor einem Jahr lag der Wert bei 38,65 Prozent. Die Preise sind im Zuge des Irankriegs deutlich gestiegen, wodurch eine Lagerung weniger attraktiv ist. Lewis plädierte dem Interview zufolge mittelfristig für das in Frankreich praktizierte Regulierungsmodell, in dem bestimmte Preise vom Regulierer garantiert werden. Das österreichische Modell einer strategischen Gasreserve halte er nur für die zweitbeste Option für Deutschland.

Die Füllung der Gasspeicher sei eine Marktaufgabe, hatte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch betont. Diese Aufgabe funktioniere auch. Die Speicher seien derzeit zu rund 30 Prozent gefüllt. “Die meisten Einspeicherungen beginnen für die Wintermonate eh erst in den Sommermonaten, sogar im September erst”, sagte eine Sprecherin. “Wir sind also noch auf jeden Fall auf der Zielgeraden.” Es habe auch in den vergangenen Wintern keine Engpässe gegeben.

(Bericht von Tom Käckenhoff, Andreas Rinke, Christoph Steitz, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)